Autor Thema: "Ein Kind, das heute verhungert, wird ermordet." .....  (Gelesen 1214 mal)

BakuRock

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"Ein Kind, das heute verhungert, wird ermordet." .....
« am: 02:18:18 Sa. 27.März 2010 »
Der Schweizer Soziologe und UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, Jean Ziegler, ruft zum Aufstand gegen die Weltherrschaft der Konzerne auf und plädiert für eine Auflösung von WTO und IWF.

meint: http://www.germanwatch.org/zeitung/2005-4-ziegler.htm

Weiter meint der Professor in http://www.langelieder.de/lit-ziegler09.html:
Zitat
... In der Zwickmühle zwischen der Doppelzüngigkeit des Westens und dem Hass der südlichen Völker vermag sich die internationale Gemeinschaft gegenwärtig nicht durchzusetzen. Die Vereinten Nationen sind am Rande des Ruins. Und das Verstummen des Dialogs bringt den Planeten in tödliche Gefahr.
   
So ist die Genfer Abrüstungskonferenz seit zweiundvierzig Jahren vollkommen lahmgelegt. Die Weiterverbreitung von immer mörderischeren Kernwaffen schreitet munter fort.
   
Im September 2000 versammelten sich einhundertzweiundneunzig Staats- und Regierungschefs in New York. Sie haben die »Millenniumentwicklungsziele« (engl.: Millennium Development Goals, MDGs) festgelegt, mit denen sie sich verpflichteten, innerhalb einer Generation Unterernährung, Hunger, Epidemien und die extreme Not von 2,2 Milliarden Menschen zu beseitigen. Doch bis heute ist auf diesem Weg nicht der geringste Fortschritt zu verzeichnen.
   
Zu Beginn dieses Jahrtausends stirbt auf einem Planeten von unermesslichem Reichtum alle fünf Sekunden ein Kind unter zehn Jahren. An Krankheit oder Hunger.
   
Der Wirtschaftskrieg schürt die Wut. ....

Im Februar 09 warnt er im http://www.tagesspiegel.de/kultur/Jean-Ziegler-Finanzkrise;art772,2736639:

Zitat
"Die Krise tötet Menschen"
UN-Berater Jean Ziegler über den Hunger im Süden, Wirtschaftsverbrecher und die Schweizer Banken.

Herr Ziegler, Sie müssen sehr zufrieden sein. Der Neoliberalismus, gegen den Sie seit Jahren kämpfen, scheint sich gerade selbst zu erledigen.

Aber die Verwüstungen, die er noch in seinem Niedergang verursacht, können niemanden freuen. In den USA herrscht bereits Massenarbeitslosigkeit, dahinter verbergen sich Millionen persönlicher Tragödien. Und für die Dritte Welt ist die Krise eine Katastrophe. Laut Weltbank sind zusätzlich zu den 2,2 Milliarden extrem armen Menschen nun 100 Millionen unter die Armutsgrenze gefallen. ‚Wenn der Reiche abmagert, verhungert der Arme‘, sagt der französische Autor Alphonse Allais.

Ist das wörtlich zu verstehen?

Ja. Ein Beispiel: Im Oktober beschlossen die 15 Regierungschefs der Eurozone, 1700 Milliarden Euro zur Rettung ihrer Banken lockerzumachen. In der gleichen Woche wurden die Beiträge für die Humanitärhilfe der UN um durchschnittlich 50 Prozent gekürzt und tausende Entwicklungshilfeprojekte gestrichen. ........

Er spricht von einer "kannibalischen Weltordnung" - ich habe ihm gerade zuhoeren koennen und finde: Er spricht Klartext!

Er stellt auch gute Fragen:

Zitat
Erniedrigung, Ausgrenzung, Furcht vor dem Morgen sind das Schicksal hunderter Millionen Menschen. Besonders in der südlichen Hemisphäre. Für ihre Völker sind die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte und die Charta der Vereinten Nationen nur hohle Phrasen.
   
Wie kann man den Westen dazu bringen, Verantwortung zu übernehmen und seine eigenen Werte zu respektieren? Wie kann man den Hass des Südens entschärfen? Unter welchen konkreten Bedingungen lässt sich der Dialog in Gang bringen?

Wie lässt sich eine Weltgesellschaft schaffen, die versöhnt und gerecht ist, die die Identität, die Erinnerungen und das Lebensrecht eines jeden Menschen achtet?
   
Ich möchte mit dem vorliegenden Buch alle Kräfte mobilisieren, die zur Lösung dieser Fragen beitragen und der Tragödie ein Ende setzen können.

Ja, er will Buecher verkaufen und Geld verdienen. Deshalb halte ich seine Fragen aber dennoch fuer die Richtigen. Sie sind naemlich an uns alle gestellt und wir alle muessen Kraefte mobilisieren, die Weltherrschaft der Konzerne zu verhindern ........

Er hat in dem juengsten Gespraech die Kriminalisierung von Streiks, z.B. in China, angeprangert (siehe auch vor unserer Haustuer: http://www.fau.org/verbot ), und genauso hat er klar und deutlich gemacht, dass es in dieser Welt bisher noch keinen echten Kommunismus gegeben hat.

Hier der mensch zum selbst-Erleben: http://www.arte.tv/de/Die-Welt-verstehen/INDIEN-2009--Auf-Gandhis-Spuren/60--Jahrestag-der-Allgemeinen-Erklaerung-der-Menschenrechte/2314236,CmC=2335228.html

Unser aller Feinde sind nicht die Behoerden, die Gerichte oder die Regierungen (die sind partizipierende Helfer)- unser aller Feinde sind die in den Konzernetagen feudalistisch agierenden "Globalplayer"!
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Wenn eine Idee am Anfang nicht absurd klingt, gibt es für sie keine Hoffnung. .... A. Einstein

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Bowie

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Re:"Ein Kind, das heute verhungert, wird ermordet." .....
« Antwort #2 am: 13:09:33 Mo. 29.März 2010 »
Wie Großkonzerne Entwicklungsländer ausbeuten

Über aktuelle Korruptionsfälle wie bei Daimler oder Ferrostaal kann John Perkins nur müde lächeln. Der US-Amerikaner hat jahrelang als sogenannter "Economic Hitman" gearbeitet. Das heißt, Perkins hat als Mittelsmann für Großkonzerne in allerlei Ländern mit Geldkoffern und im Zweifel Gewalt den Boden bereitet, damit die Geschäfte laufen konnten. Jetzt hat er ausgepackt:

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/strategie/korruption-wie-grosskonzerne-entwicklungslaender-ausbeuten;2553643