Autor Thema: ''Sklaverei'' im Hofbräuhaus  (Gelesen 5129 mal)

Bowie

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''Sklaverei'' im Hofbräuhaus
« am: 13:26:48 Mo. 29.März 2010 »
Umgang mit Leiharbeitern
  ''Sklaverei'' im Hofbräuhaus

Kein Entgelt für Probearbeitstage, doppelter Abzug von Verspätungen und kein kostenloses Essen mehr - das Hofbräuhaus hat Leiharbeiter in rechtlich äußerst fragwürdigen Arbeitsverhältnissen beschäftigt.


Da hatten sich die Hofbräuhaus-Wirte Wolfgang und Michael Sperger doch gerade erst den Schweiß von der Stirn gewischt. Endlich vorbei, die Zeiten des bangen Wartens auf den Zuschlag für das berühmteste Wirtshaus der Welt. Vorbei auch die Negativ-Schlagzeilen, die die Spergers beschuldigten, einen Betriebsrat in ihrem Unternehmen verhindern zu wollen. Die Phase der Entspannung währte jedoch nicht lange. Wegen einer unlauteren Vereinbarung mit einer Leihpersonalfirma sind die Hofbräuhaus-Wirte erneut unter Beschuss geraten.

So wirft ihnen die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) jetzt vor, Methoden „moderner Sklaverei“ geduldet zu haben. Hintergrund ist eine Vereinbarung, die die Wirte mit der bundesweit tätigen Firma Buhl Gastronomie-Personal-Service getroffen haben.

Deren Inhalt: Die Einarbeitung neuer Mitarbeiter im Hofbräuhaus gelte als Probetag und werde nicht vergütet. Sollte ein Mitarbeiter nicht mehr eingesetzt werden, dürfe er die Gründe dafür nicht im Hofbräuhaus erfragen. Mitarbeiter, die sich verspäten, würden 30 Minuten Arbeitszeit bei der Stundenabrechnung abgezogen bekommen – und zwar jeweils pro angefangenen 15 Verspätungsminuten.

Zudem erhalten diese Mitarbeiter kein kostenloses Essen mehr, sondern nur mehr einen Rabatt von 40 Prozent. Die Vereinbarung betrifft Personal, dass das Hofbräuhaus bei der Firma Buhl in Stoßzeiten „ausleiht“. „So etwas ist rechtlich nicht zulässig. Geleistete Arbeit muss immer bezahlt werden“, sagt Guido Zeitler, NGG-Gewerkschaftssekretär. Ähnlich wollen das nun auch die Hofbräuhaus-Wirte selbst sehen: „Hätte ich den Inhalt dieses Schreibens gekannt, ich hätte das nie zugelassen“, sagt Wolfgang Sperger. Und: „Die Vereinbarung wurde im April geschlossen. Die ganze Sache tut mir sehr leid. Wir werden allen Betroffenen ihre Probearbeitstage nachbezahlen.“

Vom Wortlaut der Dienstanweisung der Firma Buhl an ihre Mitarbeiter will er nichts gewusst haben: „Die Vereinbarung wurde von der Firma Buhl und unserer Serviceleitung ausgehandelt.“ Erst jetzt habe er von der Serviceleitung erfahren, wie die Firma Buhl argumentiert habe: „Die sollen gesagt haben, dass es ganz normal sei, kein Entgelt für einen Probetag zu zahlen.“

Sperger nennt diese Praxis „schockierend“. Er will zwar an der Zusammenarbeit mit der Firma Buhl festhalten – „die schicken uns ja immer gute Leute“ – , die Regelungen will er jedoch streichen; alle, bis auf eine: Auch künftig werden Fremdkellner und -bedienungen kein kostenloses Essen mehr im Hofbräuhaus bekommen. Sperger nennt das „Gleichbehandlung“: Schließlich bekämen auch die eigenen Mitarbeiter nur 40 Prozent Rabatt auf den ausgewiesenen Essenspreis.

Die Einsicht der Spergers beschwichtigt die NGG aber dennoch nicht. Zeitler: „Formal kann man ihnen zwar nichts vorwerfen. Sie hätten sich aber besser informieren können. Allein aus Imagegründen müssten sie jetzt die Zusammenarbeit mit dieser Firma einstellen.“

http://www.sueddeutsche.de/muenchen/88/366905/text/

Ziggy

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Re: ''Sklaverei'' im Hofbräuhaus
« Antwort #1 am: 13:35:10 Mo. 29.März 2010 »
Ich plädiere darauf, die betreffenden Leiharbeiter körperlich zu züchtigen, und zwar so lange, bis sie aufstehen und zurückschlagen.
Um seine Liebe zu beweisen, erklomm er die höchsten Berge, durchschwamm die tiefsten Meere und zog durch die weitesten Wüsten. Doch sie verließ ihn – weil er nie zu Hause war.

Alan Smithee

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Re: ''Sklaverei'' im Hofbräuhaus
« Antwort #2 am: 14:02:15 Mo. 29.März 2010 »
Diese Leihbude wird sich schon entsprechende Arbeitnehmer aus der Maso-Szene angeheuert haben :baby:

Das psychologische Profiling macht hier richtig Sinn.
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Sir Vival

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Re: ''Sklaverei'' im Hofbräuhaus
« Antwort #3 am: 14:09:09 Mo. 29.März 2010 »
Und wieder haben die eigenlich verantwortlichen Individuen von nichts gewußt und es tut ihnen sehr leid!
Der Tod stellte seine Sense in die Ecke und bestieg den Mähdrescher, denn es ward Krieg!
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Stundenzettelsammler

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Re: ''Sklaverei'' im Hofbräuhaus
« Antwort #4 am: 17:08:31 Mo. 29.März 2010 »
Die kriegen alle den Hals nicht voll genug. Bin gespannt auf den ersten Amokläufer, der in seiner Zeitbude mit ner Waffe spazieren geht. "Ach, Herr Disponent XXXXXX... RUMMS." Aufregend fand ich mal die Aussage von einem Disponenten. Man traue sich ja gar nicht mehr alleine in die Stadt... ja, kann ich für manche bestätigen.

Irrlichtprojektor

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Re: ''Sklaverei'' im Hofbräuhaus
« Antwort #5 am: 17:23:48 Mo. 29.März 2010 »
Aufregend fand ich mal die Aussage von einem Disponenten. Man traue sich ja gar nicht mehr alleine in die Stadt...

Unser Tillich aus Sachsen meinte noch im letzten Jahr lobpreisend seiner Politik, seines CDU Vereins und sog. "Errungenschaften". Ich glaub ich bekomm`s noch wortwörtlich hin.: "Ausgezeichnete Rahmenbedingungen für unsere Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen."
Nachdem die ersten Bonzen von der Klippe springen ("Das lebt bleibt auch weiterhin noch anstrengend"), das Sicherheitsgefühl von Dispo`s scheinbar merklich leidet ; "nur gefühlt" versteht sich ;D ; erinnert es mich doch etwas an die Zeit vor der Wende. Da hatten wir auch en paar so nette Parolen die mit der Zeit ein klein wenig im Interesse des "werktätigen Volkes" korrigierend um gedeutet wurden.
Eines der bekanntesten mit war wohl mit: "Es ist noch mehr aus den Betrieben heraus zu holen" Klar, also los....!  ;D

Alan Smithee

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Re: ''Sklaverei'' im Hofbräuhaus
« Antwort #6 am: 17:45:37 Mo. 29.März 2010 »
Zitat Stundenzettelsammler:

Zitat
Die kriegen alle den Hals nicht voll genug. Bin gespannt auf den ersten Amokläufer, der in seiner Zeitbude mit ner Waffe spazieren geht. "Ach, Herr Disponent XXXXXX... RUMMS." Aufregend fand ich mal die Aussage von einem Disponenten. Man traue sich ja gar nicht mehr alleine in die Stadt... ja, kann ich für manche bestätigen.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass gerade solche "Unternehmen" mittlerweile in der Auswahl ihrer Arbeitnehmer enorm vorsichtig sind. Jemand mit bekannter Psycho-Macke wird da wohl kaum noch eine Chance haben (und darum sind die ARGen auch scharf auf mehrwöchige Massnahmen, wo Profiling, entsprechende verdeckte Psycho-Tests und "Belastbarkeitsprüfung" durchgezogen werden).

Das sowas dann als "Vermittlungshemmnis" betituliert wird, ist doppelt und dreifach bezeichnend.
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Stundenzettelsammler

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Re: ''Sklaverei'' im Hofbräuhaus
« Antwort #7 am: 22:46:18 Mo. 29.März 2010 »
Zeitarbeitsfirmen sind weder vorsichtig noch umsichtig in den meißten aller Fällen. Das halte ich für ein Gerücht. Glaubst, Du, so eine Leihbude, sei Sie noch so gross, gibt sich noch mit den Kosten eins Profiling ab? Und sollten die Massnahmen sogenannte Psychotests abziehen, dann haben wir noch sowas wie ein Datenschutzgesetz. Das heisst, der Leihbude geht es erst einmal einen Scheissdreck an, was ich für eine Macke habe... das merken die dann, wenn der erste Interne schreiend durch die Tür rennt. Ich will damit sagen, die könne  einen Belasten wie Sie wollen, irgendwánn macht es dann doch klick, wenn die Sicherung durchbrennt.

Und sollten dann doch solche Daten durchgehen, haben wir noch einen Datenschutzbeauftragten des landes. Und Presse.

Und noch was. Ich bin kein Freund von Gewalt, echt nicht, aber  manchmal ist zuviel zuviel. Da macht Gelegenheit Diebe.

Alan Smithee

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Re: ''Sklaverei'' im Hofbräuhaus
« Antwort #8 am: 23:53:31 Mo. 29.März 2010 »
@ Stundenzettelsammler

Zitat
Glaubst, Du, so eine Leihbude, sei Sie noch so gross, gibt sich noch mit den Kosten eins Profiling ab?

Die Zeitarbeitsfirma nicht. Hat sie auch nicht nötig, das macht die ARGe bzw. der Maßnahmeträger, in den der Arbeitslose unter Sanktionsdruck von ARGE hingezwungen wird. Danach wird der Arbeitslose an die entsprechende Zappelbude vermittelt, oder eben nicht. Oft geht dies direkt von der Massnahme in die Zappelbude, ohne dass nochmal die ARGe dazwischengeschaltet wird. Das ganze System ist sehr leicht zu durchschauen.

Natürlich gibt es Zeitarbeitsfirmen, die suchen noch ganz "offiziell" über Stellenanzeigen im Internet oder in der Zeitung; also nicht über ARGE. Das sind aber meistens auch solche, die sich solche Scherze wie im Hofbräuhaus nicht leisten würden...

Zitat
Und sollten dann doch solche Daten durchgehen, haben wir noch einen Datenschutzbeauftragten des landes. Und Presse.

Ich habe nicht grundlos schon an einigen Stellen gewarnt, bei Massnahmen oder auf der ARGe mit  Daten verdammt vorsichtig zu sein. Vor allem alles was persönliche Dinge betrifft. Alle Fragen ausserhalb der beruflichen Situation müssen übrigens auch nicht beantwortet werden. (Es empfiehlt sich, die Fragebögen sofort nach Aushändigung einzustecken, dann hast du Beweise, WAS man alles beantworten sollte - Brille vergessen; morgen kommen die ausgefüllt wieder zurück  ;D.)

Zitat
Und sollten dann doch solche Daten durchgehen, haben wir noch einen Datenschutzbeauftragten des landes. Und Presse.

Vom werten Datenschutzbeauftragten wirst du lediglich hören: wir gehen der Sache nach. Falls du überhaupt eine Antwort bekommst. Und das war´s. Kannst lediglich eine Strafanzeige wegen Datenschutzverletzung gegen Unbekannt stellen. Aber wenn du keine konkreten BEWEISE hast, kannst du die Ermittlungen der Kripo in die Tonne kloppen. Oder glaubst du tatsächlich, die Zappelbude sagt dir ehrlich, aus welchen Gründen sie dich nimmt bzw. nicht nimmt, oder der Maßnahmeträger gibt zu, dich aus persönlichen Gründen vorzusortieren??

 Und wenn du Pech hast, stellen die kurzerhand eine Gegenanzeige wegen falscher Verdächtigung / Unterstellung / Rufmord. Und drei mal darfst du raten, wer im Falle eines Zivilprozesses den besseren Anwalt (und die längere Puste) hat. Falls du überhaupt einen Anwalt findest und/oder bezahlen kannst.

Presse?? Medien?? Ja, versuch´s bei BILD, Stern, RTL, pro7. Da erreichst du die "breite Masse".. ;)..Und solange du kein richterliches Urteil in der Hand hast, das dir die Datenschutzverletzung bestätigt: falsche Verdächtigung / Unterstellung / Rufmord.

Sorry, wenn das jetzt alles ein wenig schnepfig rüberkommt, aber auf solche doch etwas naiven Vorstellungen muss ich reagieren.

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Ziggy

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Re: ''Sklaverei'' im Hofbräuhaus
« Antwort #9 am: 06:24:53 Di. 30.März 2010 »
Zeitarbeitsfirmen sind weder vorsichtig noch umsichtig in den meißten aller Fällen. Das halte ich für ein Gerücht.
Es gibt ganz sicher so etwas wie eine Schwarze Liste, die für Eingeweihte im Internet abrufbar ist. LAN, die schon einmal richtig Ärger gemacht haben, stehen da drauf. So ist auch zu erklären, daß ich nach meiner Randstad-Zeit praktisch von ZAF-Angeboten völlig verschont geblieben bin, sogar Bewerbungen kamen unkommentiert sofort zurück. Es hat also auch Vorteile ... daß ich jetzt trotzdem wieder in einer ZAF bin, liegt alleine daran, daß sie jemand mit Qualifikation gebraucht haben und ordentlich zahlen. Umgekehrt wissen sie, daß ich kein "falscher Fuffziger" bin und mich lediglich gegen Ungerechtigkeuiten wehre, das finden die aber ok.

Zitat
Ich bin kein Freund von Gewalt, echt nicht, aber manchmal ist zuviel zuviel. Da macht Gelegenheit Diebe.
Auch diese Möglichkeit sollte man nicht außer acht lassen, wen die Bezahlung scheiße ist. Wenn's um's Überleben geht, ist so ziemlich alles erlaubt.
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Stundenzettelsammler

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Re: ''Sklaverei'' im Hofbräuhaus
« Antwort #10 am: 06:32:31 Di. 30.März 2010 »


Sorry, wenn das jetzt alles ein wenig schnepfig rüberkommt, aber auf solche doch etwas naiven Vorstellungen muss ich reagieren.




Nö, kommt nicht schnepfig rüber, aber ganz so naiv bin ich auch nicht. Ok, was diese Massnahmeträger betrifft, denen traue ich absolut jede Saueeri zu. Auch das die gerne in "Absprache" an ZAs vermitteln, auch nichts neues. Aber es gibt ja nicht nur Bild, RTL usw.. Die Süddeutsche schlägt auch manches Mal zu.

Mit dem Datenschutz muss ich dann wohl in meinem Fall Glück gehabt haben. Da wurde ein richtiger Aufriss bei einer betreffenden ZA geleistet.

@Ziggy

Die schwarze Liste soll es doch gar nicht geben, das darf doch nicht sein. Das ist doch verboten. Ich vermute mal, das ich da auch drin stehe. Aber das ist auch gut so.

Ziggy

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Re: ''Sklaverei'' im Hofbräuhaus
« Antwort #11 am: 07:55:02 Di. 30.März 2010 »
Ich vermute mal, das ich da auch drin stehe. Aber das ist auch gut so.

Ja, eben, das meine ich doch auch. Das hat schon was, wenn der Arbeitsvermittler fragt "Wären Sie auch mit Zeitarbeit einverstanden?" und du sagst grinsend "Ja klar, nur her damit!" und die wollen und wollen dich einfach nicht haben ...  ;D ;D ;D

Vor 2 Wochen gingen wir nach der Arbeit zu viert in die Agentur, um uns suchend zu melden, wir sind ja gekündigt, ne? Ja, und just an diesem Nachmittag hatten sich im Foyers ein paar ZAF breit gemacht, 2 schneidige junge Bürschchen im Konfirmandenanzug und eine rattenscharfe Tussi im Kostüm, mittig ein großer Tisch mit Flyern und so Zeug. Sieht uns und steuert direktemang auf uns zu (also die Tussi) und  flötet "Möchten Sie sich vielleicht auch einmal informieren?" und ich "Ja klar, Info ist immer ganz doll!" und meine Kumpels grinsen, weil sie mich schon eine Weile kennen. Wir nehmen also Platz und sie kommt gleich - wer hätt's gedacht, mit so Fragebögen. Da muß ich erst einmal intervenieren, daß wir uns doch erst einmal informieren wollten, und es gäbe doch bestimmt Kaffee und Kuchen ... Während wir also kauend und schmatzend unseren Streuselkuchen verdrücken, erzählt sie einen vom Pferd, von Jobmotor und heile neue Arbeitswelt und tralala das Leben ist schön, und die beiden anderen Flachpfeifen grinsen dazu, als wär bei der Gesichts-OP was schief gegangen.

Nach diesem erbaulichen Gespräch sind wir bereit, den Fragebogen auszufüllen, beschränken uns aber auf Name, Anschrift, Geburtsdatum, Beruf und versichern ihr, daß 10 Mücken die Stunde die absolute Untergrenze sei, worauf sie flötet, das wäre ja nun gar kein Problem (Hallo???!!!). Jedenfalls hat sie dann meinen Bogen in den Krallen und tackert meine Daten in den Laptop. Dann wird sie ein bißchen blaß, die Stimme wackelt ein bißchen und beendet dann das Gespräch sehr hastig "wir werden uns zu gegebener Zeit melden", was ich mit einem "Jederzeit, gerne!" quittiere, und als ich ihr höflich die Hand schütteln will, hält sie auch körperlich Abstand. Also so was.

Ich hoffe wirklich, daß die sich mal melden bei mir.  ;D
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Alan Smithee

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Re: ''Sklaverei'' im Hofbräuhaus
« Antwort #12 am: 08:56:20 Di. 30.März 2010 »
Zitat
Ich vermute mal, das ich da auch drin stehe. Aber das ist auch gut so.

Das mag so lange gut so sein, wie wir noch (zumindest von der äußeren Form her) eine Demokratie sind.  Allerdings habe ich schon seit längerem die leicht paranoide Vorstellung, dass diese Art von Ausselektierung erstmal eine Vorstufe ist...- und zwar bestimmt nicht in Richtung Frührente.

Und genau aus diesem Grunde ist diese ganze Datensammlerei über persönliche / gesundheitliche Belange äußerst kritisch zu betrachten.
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Sir Vival

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Re: ''Sklaverei'' im Hofbräuhaus
« Antwort #13 am: 09:34:32 Di. 30.März 2010 »
@Ziggy:
Ich hätte meine Daten nicht so schnell preisgegeben.
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Ziggy

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Re: ''Sklaverei'' im Hofbräuhaus
« Antwort #14 am: 09:38:28 Di. 30.März 2010 »
Die Daten kriegen die sowieso. In vielen Agenturen hocken die Tür an Tür mit den SB-Fuzzies. Sobald du dich alos meldest, bist du datenschutzmäßig gesehen Freiwild. Ich erlaube mir aber schon mal die Frage am Telefon (wenn's denn überhaupt einer durch meinen Router schafft), woher die Person meine Daten hat ("Wie war gleich nochmal Ihr Name, und woher haben Sie diese Nummer?") Da ist in 99,9 % aller Fälle schnell Stille in der Leitung.

Prinzipiell werde ich relativ wenig belästigt, weder von Werbeanrufen noch von Spam-E-Mails. Alles eine Frage der Technik, wie Alice Cooper in der Werbung so schön sagt. Der Rest ist gesundes Selbstbewusstsein. Ich hab auch schon alle möglichen Leute, seien es ZAF-Disponenten oder FallmanagerInnen, am Telefon so angeschnauzt, die rufen freiwillig nicht mehr an, das sind ja auch nur sensible Geschöpfe, nicht wahr, und man will sich ja nicht schon früh um neun den Tag vollends versauen. Einmal, als ich noch ein Stück härter drauf war als heute, hat mich eine SB "kontrollangerufen". Ich hab wortlos aufgelegt. 15 Minuten später stand ich bei der im Zimmer, die war totenblaß. Von der hab ich nie wieder was gehört.
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