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Wie Auszubildene massiv ausgebeutet werden! Traumberuf Koch?

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Gehtsnoch:
Hallo Forum,

mehrmals kam im TV die 1A Doku Traumberuf Koch. Auf Youtube ist ein Video dazu (5 Teilig). Die Doku zeigt deutlich! wie massiv Auszubildene in Deutschland ausgebeutet werden. Ganz nach dem Motto "billige Arbeitskraft, euer Lehrplan interessiert niemanden", die Doku zeigt, wie selbstverliebt und kriminell sowie skrupellos einige  Arbeitgeber in der BRD selbst vor der Kamera sich nicht scheuen ihr perverses nicht legitimes Verhalten zur Schau zu stellen.
Diese Situation betrifft nicht nur die Kochbranche sondern ALLE Branchen!!!!

Kenne das aus eigener Erfahrung (anderer Beruf).

Auch wird in dem Video deutlich, wie scheissegal es der Justiz ist, was so hier passiert...auch das kenne ich aus eigener Erfahrung.





Weiter wird im Video das Top Restaurant Wartenberger Muehle gezeigt....diese Firma hat mit Hilfe eines Herrn Werner Gärtner (seines Zeichen Trainer und Couch) bei Zeit Online versucht sich rechtzufertigen...allerdings beweisst der Text wie skrupellos einige sind. Trotz einem Bussgeld von 5000,- Euro und aufdeckenden Bericht und O Ton der Betreiber, scheinen einige es nicht einzusehen, das hier massiv gegen geltenes Recht und Menschenrechte und Grundgesetz verstossen wurde...

http://community.zeit.de/user/werner-g%C3%A4rtner/beitrag/2009/07/10/wartenberger-m%C3%BChle-sensationsjournalismus-oder-%E2%80%9Ejournalistisc


Hier die offizielle Website dieses Betriebes...http://www.wartenberger-muehle.de/index.php oben recht unter "Jobs" nimmt die Dreistigkeit neue Formen an...wer obige Dokumentation aufmerksam verfolgt hat, der wird hier das kotzen bekommen...
Dort ist tatsaechlich ein Video wo einige Auszubildene tatsaechlich es wagen den jungen Carsten aus obiger Doku so zu verraten...auch frage ich mich ernsthaft, was haben diese Burschen genommen??? Hirnwaesche???
Wird in Deutschland in der Berufsschule nicht mehr Arbeitsrecht gelehrt sowie Menschenrechte und das deutsche Grundgesetz???

Hier das Video:

x-ray:
Ich kenne es aus meiner Lehrzeit (Konditor) nur zu gut. In meinem Ausbildungsbetrieb hielt es sich noch in Grenzen - wir waren nur Lehrlinge und haben wie Gesellen den Laden geschmissen. Arbeitszeiten waren aber fast immer in der Norm und Übungen "durften" während der Arbeitszeit gemacht werden.
Was man so in der Berufsschule mitbekommen hat - holla die Waldfee! Regelmässige Arbeitszeiten über zwölf Stunden, Anrücken vor oder nach der Berufsschule, regelmässige 6-Tage-Wochen, Beschimpfungen und Beleidigungen und und und.
Nach der Lehre hab ich noch kurz bei  so einem Ausbeuter gearbeitet - er fand das auch nicht schlimm, den minderjährigen Lehrling bis zu 16 Stunden am Tag arbeiten zu lassen. Dann hab ich es gelassen und branchenfremd gearbeitet - für mehr Geld bei geringerer Arbeitszeit in einem ungelernten Beruf.

Die Eltern von Carsten scheinen da auch eher die Ausnahme zu sein - viele aus meiner Klasse haben sich den Spruch "Lehrjahre sind keine Herrenjahre"  und "sei froh, dass du wenigstens eine Lehrstelle hast" anhören müssen und den Chef weiter munter gegen das Jugendarbeitsschutzgesetz und den Lehrplan verstossen lassen.

In einem Betrieb sind die Lehrlinge ständig durchgefallen, da sie 3 Jahre lang fast nur putzen und spülen durften - die Handwerkskammer sah da aber keinen Anlass, dagegen vorzugehen...

Solidanosh:
Das ist nur ein neuer Trend, seit kurzer Zeit, mein Kumpel hat bei Novotel in Berlin gelernt 1995 war das allerdings noch etwas anderes, da stand wirklcih u.a auch noch das Lernen im Vordergrund. Ich meine gut, man weiss ja dass gewisse Berufe körperlich sehr intensiv sind, aber das wird man voher schon wissen, aber dennoch sollte u.a noch die Lehre und nicht die Arbeit im Vordergrund stehen, zumindest nicht in der Anfangsphase .... oder Endphase wenn man sich auf die praktische bzw theorische Prüfung vorbereiten muss.

Aber heute wird dank dem Lehrstellenmangel so eine Propaganda der Bildung betrieben, dass Flausen in den Kopf gesetzt werden, Mach ne Lehre das ist besser als gar nix, und so quälen sich Leute in einem Beruf der Ihnen nicht zugeneigt ist....

Freies Wirtschaftshandel habe ich sowieso kritisiert, normalerweise sollten alle Betriebe wieder Verstaatlicht werden und das PrivatEigentum eingeschränkt werden, damit wie damals in der DDR nicht wieder solche kapitalistischen Auswüxe wie heute realisiert werden. Das Lernen im Beruf als Lehrling sollte im Vordergrund stehen und nicht der ganze andere Mist.

Ich meine selbst Personen die bei der Polizei lernen, gehen auf die Polizeischule und nicht gleich in  FestnahmeEinsätze...die Chefs heute übertreiben dass ganze natürlich auch, was natürlich nicht heisst sich auf die Faule haut zu legen.

Ich hatte mit meiner Lehre Glück da war das PC Studium und das Lernen noch sehr im Vordergrund vor der eigentlichen beruflichen Tätigkeit, erst im zweiten Lehrjahr stand dann mehr das selbsttändige praktische Arbeiten im Vordergrund und später wurde dann intensiv auf Prüfungsvorbereitung gelegt.

Aber das Ausbeutungs und ProbeArbeiten Konzept kotzt mich nach wie vor an.....

Naja, ich glaube bald Krach das Wirtschaftssystem so dermaßen zusammen, dass wir garantiert gute Chancen auf einen neuen Sozialismus mit neuer Währungsreform haben........

x-ray:

--- Zitat von: Solidanosh am 18:13:34 Di. 13.April 2010 ---Das ist nur ein neuer Trend, seit kurzer Zeit,
--- Ende Zitat ---

Ich habe 1997 ausgelernt und jetzt haben wir 2010, das war damals und noch früher so und auch in Zukunft werden etliche "Ausbilder" ihre eigenen Gesetze anwenden. In der Gastronomie ist es so und wird wahrscheinlich auch noch länger so bleiben. Und das kannst du nicht so einfach auf andere Bereiche übertragen, diese Branche ist ein Fall für sich.
Was denkst du denn, wie oft ich mir anhören musste, dass der Chef selber als Lehrling noch Ohrfeigen bekommen und es ihm nicht geschadet hat  :rolleyes: ? Wie lange er für 50 Pfennig monatlich jeden Tag über 12 Stunden gearbeitet hat?
Ausserdem ist es etwas anderes, wenn die Arbeit nur körperlich anstrengend ist oder ständig Arbeits- und Jugendschutzgesetze gebrochen werden. Dass ich nicht den ganzen Tag irgendwo rumsitze und nen gemütlichen mache, war mir auch klar, also bitte! Hältst du jetzt die jungen Leute für blöd, oder was?

Vielleicht würde ich es auch nicht ganz glauben, wenn ich es nicht persönlich gesehen hätte - ich habe es aber gesehen, genauso wie die Untätigkeit der eigentlich Verantwortlichen!

Gehtsnoch:

--- Zitat ---Freies Wirtschaftshandel habe ich sowieso kritisiert, normalerweise sollten alle Betriebe wieder Verstaatlicht werden und das PrivatEigentum eingeschränkt werden, damit wie damals in der DDR nicht wieder solche kapitalistischen Auswüxe wie heute realisiert werden.
--- Ende Zitat ---

Aehh??? Wo lebst du??? Diktatur???


BTT:

Ich habe 1 Jahr in einem angesehenden Autohaus gelernt...tja, top Noten hatte ich...aber lernen in der Werkstatt...nichts. Nur putzen und mobbing. Auch die Berichtshefte wurden nicht bearbeitet.
Hatte dann Glueck meine Ausbildung wo anders fortzufuehren!
Erst versuchte ich Hilfe bei den ueblichen Stellen zu erhalten (Meine damalige Frau hatte daselbe Problem)...nichts. Damals wurden mir die Augen geoeffnet.

Lehrlingswart, Handwerkskammer, Gewerkschaft, Arbeitsamt...nichts....alle waren angeblich nicht zustaendig!!!

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