Autor Thema: He ain't marching anymore  (Gelesen 59028 mal)

Carpe Noctem

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Re:He ain't marching anymore
« Antwort #15 am: 19:24:40 Fr. 07.Mai 2010 »
Mir fehlen die Worte! Dass es immer solche Leute erwischen muss :'(

Grüsse - CN
Art. 1 GG: "Die Menschenwürde steht unter Finanzierungsvorbehalt"

mousekiller

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Re:He ain't marching anymore
« Antwort #16 am: 17:32:00 Sa. 08.Mai 2010 »
Machs gut Katerchen. Und schnurr schön laut weiter dort wo du jetzt bist.
Wer alles gesagt hat, sollte den Mund halten und zuhören.

milly

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Re:He ain't marching anymore
« Antwort #17 am: 20:39:51 Sa. 08.Mai 2010 »
kater ich danke dir - zu spät - für deine kraft, dein engagement, für deine geduld, für deinen tiefsinn und für deinen humor. und für die menschlichkeit und friedfertigkeit, die du immer vermittelt hast. obwohl ich dich persönlich nicht kannte, warst du mich so vertraut und ich hatte mich schon gefreut, dich endlich dieses jahr mal in berlin kennenzulernen...

ach mann, jedes wort scheint mir hier fehl am platz und die richtigen worte fehlen... du fehlst!

in unseren herzen lebst du weiter.
ruhe in frieden
milly

Onkel Tom

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Re:He ain't marching anymore
« Antwort #18 am: 17:24:07 So. 09.Mai 2010 »
ach.. einfach zu traurig und herzliches Beileid  ;(

Ich hoffe, das es Kater nun besser geht und wer weiß, ob er nicht die Möglichkeit hat,
seine Gleichgesinnten in Träumen wieder zu sehen.
Wenn ja, gebe bitte ein Wink von Dir, falls Mensch sich auf dem Weg verirrt hat, die Welt zu
verbessern. In meinem Herzen lebst Du weiter..

Zwischen Himmel und Erde gibt es viele Geheimnisse..



Lass Dich nicht verhartzen !

Arwing

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Re:He ain't marching anymore
« Antwort #19 am: 02:36:37 Mi. 12.Mai 2010 »
Danke für all dein Engagement, Kater. Gute Taten sind niemals umsonst.
Das aktuelle Geldsystem ist auf die Gewinnmaximierung einer kleinen Elite ausgerichtet, die von der Gemeinschaft der Bürger Europas erbracht werden soll und die politische Elite fungiert als Handlanger.

ManOfConstantSorrow

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Für Kater
« Antwort #20 am: 19:50:21 Do. 13.Mai 2010 »
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Hochseefischer

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Re:He ain't marching anymore
« Antwort #21 am: 20:16:01 Sa. 15.Mai 2010 »
Lieber Kater,

bei diesem Titel muss ich an Dich denken, denn er heißt "Wir warten" (von den Fehlfarben):

FEHLFARBEN-Wir warten

Den Titel könnte man so verstehen: Wir warten auf bessere Zeiten. Die besseren Zeiten muss es aber hier geben, für alle Menschen, auf dem ganzen Planeten.

Aber vielleicht ist es im Jenseits ja so wie es sein soll = alle haben es gut?

Nur warum können wir Menschen das hier nicht auf dieser Erde umsetzen?

Oder setzen wir Menschen das hier nur um, was es schon im Jenseits gibt?

PS: Ich bin ja der Meinung: wenn man im Jenseits ist, dann wird man auch irgendwann wiedergeboren. Und mit jedem neuen Leben lernen wir dazu. Wir entwickeln uns dabei. Hoffentlich ist das auch so ...

jensen-ex

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Re:He ain't marching anymore
« Antwort #22 am: 04:08:32 So. 16.Mai 2010 »
So it goes.

Kurt Vonnegut

Just B U

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Re:He ain't marching anymore
« Antwort #23 am: 14:30:15 Di. 18.Mai 2010 »

Hallo,

ich kannte Kater nicht aber ich möchte gerne das Folgende hier einstellen:


Was ist Sterben?

Ein Schiff segelt hinaus und ich beobachte
wie es am Horizont verschwindet.
Jemand an meiner Seite sagt: "Es ist verschwunden."
Verschwunden wohin?
Verschwunden aus meinem Blickfeld - das ist alles.
Das Schiff ist nach wie vor so groß wie es war
als ich es gesehen habe.
Dass es immer kleiner wird und das dann völlig aus
meinen Augen verlieren ist in mir, hat mit dem Schiff
nichts zu tun.
Und gerade in dem Moment, wenn jemand neben
mir sagt, es ist verschwunden, gibt es Andere,
die es kommen sehen, und andere Stimmen,
die freudig Aufschreien: "Da kommt es!"
.... und das ist sterben.

Charles Henry Brent



Beyou

Die Dummheit der Einen ist die Macht der Anderen.
Je dümmer u. desinteressierter die Einen desto mächtiger die Anderen.

Hätte man den christlichen Klerus mit der gleichen Vehemenz verteidigt, wie Teile der Linken das heute mit dem islamischen tun, hätte die Aufklärung nie stattgefunden.
Seyran

beickmann

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Re:He ain't marching anymore
« Antwort #24 am: 15:32:14 Di. 18.Mai 2010 »
Du bist nicht mehr da, wo Du warst, aber Du bist überall, wo wir sind.
"Bevor man die Welt verändert, wäre es vielleicht wichtiger, sie nicht zugrunde zu richten."
Paul Claudel (1868-1955)

NoName

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Re:He ain't marching anymore
« Antwort #25 am: 16:36:39 Di. 18.Mai 2010 »
Deine Wünsche, Träume, Ideen haben sich vervielfältigt...
Du bist nicht einer, Du bist viele...
Du bist hier, jetzt und heute und immer!
Schließt die Augen und seht die Dinge die sich verbergen denn nur so erkennt Ihr ihre wahre Natur!

ProgressiveProletarian

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Re:He ain't marching anymore
« Antwort #26 am: 23:28:21 Di. 18.Mai 2010 »
Danke für all dein Engagement, Kater. Gute Taten sind niemals umsonst.

Dem kann ich nur zustimmen.  Ich hab ihn ein paar Mal in Berlin getroffen und selten einen ausgeglicheneren und freundlicheren Menschen erlebt. Mir fehlen die Worte.  :( ;(
IOPS ist eine klassenlose, globale Graswurzelbewegung auf Basis selbstverwalteter, lokaler Gruppen.

http://www.iopsociety.org/de

Irrlichtprojektor

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Re:He ain't marching anymore
« Antwort #27 am: 01:01:13 Mi. 19.Mai 2010 »
Möge die Erde Dir frei sein @Kater.

admin

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Re:He ain't marching anymore
« Antwort #28 am: 11:58:25 Fr. 21.Mai 2010 »
Für Kater
(Dieter Brünn 1951-2010)










An der Zeitschrift der Gruppe Arbeiterpolitik fielen mir die Nachrufe für verstorbene Mitstreiter auf. Das war ein deutlicher Unterschied zu den sozialen Bewegungen, die ihre Aktivisten verschleißen, sich dann aber kaum noch kümmern. Aktivitäten in diesen Gruppen sind meist zeitlich sehr begrenzt und diejenigen, die sich engagieren, bleiben gesichts- und namenlos.

Was dieser Teil der Arbeiterbewegung praktiziert, zeigt jedoch den notwendigen Respekt vor den Menschen, die einen großen Teil ihrer Zeit und Kraft in eine gute und wichtige Sache gesteckt haben. Auch wenn einige wegen ihres Alters oder krankheitsbedingt sich länger nicht mehr aktiv beteiligen konnten, erinnert man sich doch Ihres Beitrags an dem gemeinsamen Kampf.

Ich würde Kater auch gerne den Respekt zollen, weniger wegen seiner Aktivitäten für chefduzen.de, sondern weil es ihm eine Selbstverständlichkeit war, sich für die Schwachen der Gesellschaft und für diejenigen, die sich gegen ungerechte Verhältnisse auflehnen, einzusetzen.

Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, wir seien enge Freunde gewesen und ich würde ihn gut kennen. Wir haben uns über das Forum kennnengelernt, uns aber nur einige Male getroffen, doch hatten wir oft Kontakt per pn oder E-Mail.

Ich habe noch nie einen Nachruf geschrieben. Ich schreibe also über mich und wie sich mein Weg mit dem von Kater kreuzte.

Politisiert wurde ich in den 70er Jahren, in den Zeiten der Alternativkultur und der RAF, sowie der aufkommenden Frauen- und Umweltschutzbewegung. Die Toten von Stammheim, die Demos in Brokdorf blieben mir in Erinnerung. Doch politisch richtig aktiv wurde ich erst in den frühen 80ern. Da ging es los mit der militanten Hausbesetzerbewegung, mit dem Kampf gegen  den US Imperialismus und Atomraketen, gegen die Starbahn West und die Berlinbesuche von Ronald Reagan. Noch bevor diese Bewegungen begannen sich aufzulösen, begann ich daran zu zweifeln, dass es Sinn macht, nur gegen einzelne Probleme in dieser Gesellschaft anzukämpfen.

Ich sehe das Grundübel dieser Gesellschaft im Kapitalismus. Dieser lebt davon Mensch und Natur auszubeuten und zu seiner Selbsterhaltung alle Spaltungen nach Geschlecht, Hautfarbe, Nationalität (etc.) weiter zu vertiefen. Gemeinsam mit einigen Freunden wandte ich mich der Frage der Ausbeutung der Arbeitskraft zu, dem kapitalistischen Grundprinzip. Wir fanden den sozialdemokratisch-gewerkschaftlichen „Kampf“ der Arbeiterbewegung jedoch wenig attraktiv. Auch mochten uns die Aktivitäten der seinerzeit noch weit verbreiteten K-Gruppen nicht recht überzeugen, denn diese versuchten ein halbes oder gar volles Jahrhundert alte Konzepte auf einen sich stets modernisierenden Kapitalismus anzuwenden. Wir wollten die Erfahrungen, die Kampf- und Organisationsformen, die sich in den sozialen Bewegungen entwickelt haben, für den Kampf für ein besseres Leben anwenden. Letztendlich wurde aus diesem Gedanken auch das Forum chefduzen.de geboren.

Vorher gab es noch relativ erfolgreiche Einmischung in das Gesundheitswesen, bzw. die Arbeitsbedingen dort. Es folgten längere Auslandsaufenthalte, Arbeit dort und Diskussionen und Einmischung in die sozialen und politischen Konflikte vor Ort. Als in den USA die New Economy Blase platzte, organisierten sich die IT-Fachleute, die zu zehntausenden ihre Kündigungsbriefe erhalten hatten, im Internet in dem Forum Netslaves. Die Idee war mir Inspiration, dass es über ein informelles Treffen als „Stammtisch“ hinaus, auch noch andere Möglichkeiten gibt, sich an der „sozialen Frage“ zu organisieren. Ich hatte nur keine Ahnung von Computern und dem Internet und suchte Hilfe ein solches Projekt aus der Taufe zu heben. Ich hatte wenig Glück mit dem IT-Spezialisten, der mir zu Beginn weiterhalf. Nach kurzer Zeit begannen wir gegeneinander zu arbeiten, und als chefduzen anfing erfolgreich zu werden, versuchte er mich herauszumobben. Ein paar Leute aus dem Bekanntenkreis ließen sich mit wenig Begeisterung einspannen, das Forum erstmal weiter am Laufen zu halten.

Ich suchte dann in der Community nach Mitstreitern. Kater war mir mit seinem freundlichen und kompetenten Rat für Hilfesuchende aufgefallen, aber auch durch seine Ahnung von politischen Zusammenhängen. Ich mußte ihn schon ein wenig überreden, er wollte eigentlich keine Sonderrechte im Forum. Ich verpaßte ihm einen zusätzlichen Nick mit Administratorrechten, die er nur spärlich einsetzte. Er selbst war zum Forum gestoßen, als er bei einem Problem mit Ämtern Rat suchte und dann fand er nicht nur die gesuchte Antwort, sondern das Geschehen so  ansprechend, daß er nichtmehr von chefduzen lassen konnte. Ich erfuhr erst später, daß er Historiker war. Er wußte, daß die herrschende Geschichte die Geschichte der Herrschenden ist. Geschichtsschreibung als Herrschaftsmittel. Deshalb schrieb er die Geschichte der einfachen Leute und die ihrer Kämpfe gegen Unterdrückung. Er trug Informationen über den Aufstand im Warschauer Ghetto zusammen und arbeitete über die Märzgefallenen, die Opfer der Revolution 1848 in Berlin. Doch sein Hauptinteresse lag beim antimilitaristischen Widerstand. Dazu erzählte er mir folgende Geschichte: In Berlin gab es damals ein recht martialisches Auftreten der Allierten. Es war wohl im Jahr 1969, als ein amerikanischer Jeep mit aufgepflanztem Maschinenegewehr an der Berliner Mauer Patrouille fuhr. Kater spreizte seine Finger zu einem Peace-Zeichen und der schwarze GI grinste zurück und grüßte mit der geballten Faust der Black Panthers. Das war das Ereignis, das sein weiteres Leben bestimmen sollte. Kater wußte von dem Widerstand innerhalb der amerikanischen Army gegen den Vietnamkrieg. Er wußte, daß unter extremen Bedingungen sich auch radikale Kampfformen entwickeln. In Vietman erschossen viele Soldaten ihre Vorgesetzten um die Befehlsketten und die Logik des Krieges zu durchbrechen. Kater lernte viele Aktivisten des innermilitärischen Widerstands kennen, das nicht nur während des Vietnamkriegs, sondern auch heute beim Irakkrieg. Er interessierte sich für den Zusammenschluß kritischer Bundeswehrsoldaten und besuchte das Komitee der Soldatenmütter in Kiew.

In seiner Wohnung wuchs ein gewaltiges Archiv heran. Das war keine reine Sammelwut, denn Kater wollte den Menschen das Wissen über Widerstand und dessen Erfolge  vermitteln. Deshalb gründete er den Harald Kater Verlag (sein Nick ist ein Verweis darauf) um sein Material und Wissen zu teilen.

In der bunt zusammengewürfelten chefduzen-Redaktion war Kater mir oft politisch am nächsten. Er hielt den Widerstand aus dem Inneren der Bestie für den Erfolgsversprechendsten. Er hat den Klassenstandpunkt am Konsequentesten weitergedacht. Er sah in vielen Handlangern der Mächtigen nur hirngewaschene, verwirrte Ausgebeutete, die man nur bearbeiten muß, um sie zu bewegen in diesem üblen Spiel nicht länger mitzuspielen. Er interessierte sich nicht nur für den Widerstand innerhalb der Armee, sondern auch für Proteste von Bullen für bessere Arbeitsbedingungen und postete zum Thema. Er erkannte darin eine Bruchstelle, in der Marionetten sich in eigenständig denkende Menschen verwandeln. So versuchte er auch stets für die „Kampagne für eine deutsche Fabienne“ zu werben. Hier geht es darum auch Arbeitsamtsmitarbeiter als fehlgeleitete Ausgebeutete zu betrachten und dafür zu werben, sich zu weigern Erwerbslose zu drangsalieren, wie es französische Kollegen bereits getan haben. Diese haben ihre Arbeit niedergelegt mit der Begründung, Ihr Job sei die Hilfe für Erwerbslose und die Repression gegen ihre Kunden gehöre nicht dazu.

Dieser Gedanke und Ansatz wurde von der chefduzen Community ignoriert oder nicht verstanden. Für Kater war dieser Gedanke keinswegs theoretisch, er war selbst „Kunde“ bei der ARGE. Wenn man ihm einen Ein-Euro-Job aufs Auge drückte, gelang es ihm zumindest dort unterzukommen, wo er sich wohl fühlte: als Historiker oder in einer ärztlichen Praxis für Obdachlose. Kater hoffte auf ein soldiarisches Verhalten von Menschen und war selbst stets hilfsbereit. Er war für andere da, egal ob bei Problemen oder schweren Krankheiten.

Für den täglichen Betrieb von cheduzen hatten wir unterschiedliche Auffassungen. Ich versuche das Forum, als Werkzeug zur sozialen Selbstverteidigung und als Diskussionsraum für die Suche nach gesellschaftlichen Alternativen, zu verteidigen und schmeiße Leute, die an sozialen und politischen Verbesserungen offensichtlich kein Interesse zeigen und die Diskussion sabottieren, einfach raus. Kater wollte schon in den Auseinandersetzungen, die wir führen, ein Stück der angestrebten Gesellschaft vorwegnehmen. Er wollte möglichst niemanden ausschließen. Mit seiner Toleranz ging mir Kater gelegentlich auf den Sack. Wenn er mich für einen Rauswurf angriff, war ich nicht nur genervt, fühlte mich auch manchmal verletzt. Als Admin wird man mit viel Kritik und auch mit Beleidigungen bedacht. Das geht mir oft am Arsch vorbei. Doch die Meinung von Kater war mir immer wichtig.

Ich hätte ihm gern meinen Standpunkt erläutert, daß jemand mit einer akuten Psychose durch die Teilnahme an einer Onlinediskussion nicht spürbar geholfen werden kann, derjenige den Normalbetrieb eines Forums aber dabei restlos durcheinanderbringen kann. Ich halte auch Antideutsche nicht nur für verirrt und verwirrt, sondern für politisch gefährlich und werde ihnen auch in Zukunft kein Forum bieten, reagiere da stets sofort und ohne Diskussion oder weitere Begründung. Daß ich all das mit ihm nicht mehr diskutieren kann, wurmt mich ungemein.

Aber selbst Kater platze manchmal der Kragen, insbesonders dann, wenn Leute im Forum herumpolterten und sich für linksradikale Kämpfer hielten, er in ihnen aber nur menschenverachtende Maulhelden sah. Gelgentlich schrieb er mir auch, daß er es gut und richtig fand, wenn ich jemanden rausgeschmissen hatte.

Kater unterschied sich gründlich von anderen Altlinken, die ich kenne. Üblicherweise dauern politische Aktivtäten nur eine politische Bewegung oder Hochphase (späte 60er, frühe 80er) lang und hinterlassen ihre Teilnehmer als verbitterte und oft auch gebrochene Menschen. Dann war früher alles besser, die nachfolgenden Generationen sind natürlich dumm und unpolitisch. Kater nahm aus jeder Bewegung seine Lehren und Erfahrungen mit ohne dabei seinen Humor zu verlieren. Er war sowieso nicht der verkrampfte Politnik, mit ihm konnte man die Nacht durch bei Rotwein über Gott und die Welt reden und zu allem hatte er irgendwelche Anekdoten parat. Er liebte Bücher, hatte einen erlesenen Musikgeschmack und er war auch ein Kenner guter Filme und teilte mit mir ein Faible für Werke von Luis Buñuel, Eisenstein und Costa Gavras.

Kater hinterläßt seine Spuren bei chefduzen, das Forum wurde lebensnäher (das Leben besteht schließlich nicht nur aus Problemen und Problembewältigung) und unterhaltsamer. Sein Thread „Elektronik Supersonik - Zlad“ mit Skurilitäten aus dem Bereich der Musikclips gehört mit 36.204 Klicks zu den beliebtesten Threads des Forums.

Und damit jetzt die Traurigkeit nicht Oberhand gewinnt, lassen wir nochmal Elektronik Supersonik – Zlad für ihn aufspielen.









bodenlos

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Re:He ain't marching anymore
« Antwort #29 am: 20:41:35 Fr. 21.Mai 2010 »
Der Nachruf hat mir Kater als Mensch näher gebracht, es war interessant und aufschlussreich
ihn zu lesen.

Danke.