Autor Thema: Drogenpolitik  (Gelesen 109270 mal)

Pinnswin

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Re:Drogenpolitik
« Antwort #15 am: 09:47:12 So. 15.Juli 2012 »
Mainzer Professoren verteidigen Drogenhelfer
http://www.lawblog.de/index.php/archives/2012/05/16/mainzer-professoren-verteidigen-drogenhelfer/

Zitat
...

Alle Jura-Professoren und Dozenten für Strafrecht an der Mainzer Johannes-
Gutenberg-Universität ziehen an einem Strang. Sie übernehmen gemeinsam die Verteidigung
zweier Mitarbeiter des Mainzer „Café Balance“, einer Einrichtung der Drogenhilfe.  Die von der Stadt Mainz getragene und vom Land mitfinanzierte Einrichtung war in der
vergangenen Woche von einer Hundertschaft der Polizei durchsucht und daraufhin kurzzeitig
geschlossen worden.

Bisher wird gegen zwei Mitarbeiter ermittelt. Ihnen wird unter anderem vorgeworfen,
illegale Drogengeschäfte in der Einrichtung geduldet oder gefördert zu haben. Außerdem
sollen sie Besucher des Cafés vor Polizeikontrollen gewarnt haben. In der Einrichtung
wurden laut Medienberichten jedoch keinerlei relevante Beweismittel gefunden, die diese
Vorwürfe erhärten würden.

Zur Begründung ihres Engagements sagen Prof. Volker Erb und Prof. Michael Hettinger:
„Unabhängig von der Substanz der strafrechtlichen Vorwürfe ist bereits der uns vorliegende
Durchsuchungsbeschluss unzulänglich begründet. Die uns von Augenzeugen und in den
Medien berichtete Art und Weise seiner Durchführung ist inakzeptabel und unverhältnismäßig.
Wir bereiten zurzeit die Beschwerden gegen den Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichts
Mainz und gegen die Leitung des Polizeieinsatzes vor.“

...
Das Ende Der Welt brach Anno Domini 1420 doch nicht herein.
Obwohl vieles darauf hin deutete, das es kaeme... A. Sapkowski

Kuddel

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Re:Drogenpolitik
« Antwort #16 am: 10:29:26 Fr. 27.Juli 2012 »
Zitat
Analyse Drogen-Krieg Mexiko
Beendet den Krieg!

Der bewaffnete Kampf gegen Drogen ist gescheitert. Die Weltgemeinschaft muss den Schritt in die Legalität wagen. Eine britische Studie zeigt Möglichkeiten auf.


Es gibt viele Kriege, in denen es nichts zu gewinnen gibt. Der Krieg gegen Drogen gehört dazu. Zu dieser Erkenntnis kam vor ziemlich genau einem Jahr der Abschlussbericht der Global Commission on Drug Policy. Ihre Aufgabe war und ist es, über Möglichkeiten zu informieren, den weltweiten Handel mit Drogen, ihren Konsum und die Kriminalität, die sich mit beiden verbindet, zu reduzieren.

Der Kommission gehören so honorige Personen an wie der ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan, der ehemalige außenpolitische Beauftragte der EU, Javier Solana und der peruanische Schriftsteller und Nobelpreisträger Mario Vargas Llosa. Auch die ehemaligen Präsidenten Mexikos, Ernesto Zedillo, Kolumbiens, Cesar Gaviria, und Brasiliens, Fernando Henrique Cardoso, sind Mitglieder der Kommission. Sie dürften über ausreichende Erfahrung im Kampf gegen Drogen verfügen, um ernst genommen zu werden. Ihr gemeinsames Fazit lautete: Der Krieg gegen die Drogen ist verloren. Der bewaffnete Kampf gegen Rauschmittel ist gescheitert. Ihre Konsequenz: Wer den Verlust an Menschenleben und staatlicher Integrität stoppen wolle, müsse das Drogenverbot aufheben und den Schritt in die Legalität wagen.

Durchgesetzt hat sich diese Erkenntnis bis heute nicht, auch wenn einige der besonders vom Drogenkrieg gebeutelten Staaten inzwischen über eine Entkriminalisierung des Drogenbesitzes nachdenken. Auch Mexiko gehört zu diesen Ländern. Der Ausgang der dortigen Präsidentenwahl vor zwei Wochen wurde vom alles beherrschenden Thema Gewalt bestimmt. Allein in den vergangenen sechs Jahren sind im mexikanischen Drogenkrieg über 50.000 Menschen getötet worden. Bis zum Ende des Jahres werden es 60.000 sein.

Der Krieg trifft nicht allein Mexiko

Dieser Krieg, der Mexiko in die Nähe eines failed state rückt, ist kein lokal begrenzter. Seine Auswirkungen treffen nicht allein Mexiko oder die Staaten Mittelamerikas. Produktions-, Transit und Konsumentenländer sind in eine fatale Abhängigkeit zueinander geraten. Gewalt , organisierte Kriminalität und Korruption im Zusammenhang mit dem Drogenhandel sind Symptome, die inzwischen weltweit grassieren – auch dies eine Folge der Prohibition.
Wer aber die Aufhebung des Drogenverbots fordert, wird sich Gedanken über eine Regulierung des Marktes machen müssen. Die Global Commission on Drug Policy fordert keine unregulierte Freigabe von Drogen, sondern ihre Entkriminalisierung. Gelingen kann das nur im internationalen Rahmen. Gefordert wird inzwischen, eine Friedenskonferenz nach dem Vorbild von Jalta abzuhalten, auf der sich die Weltgemeinschaft über eine Drogenpolitik verständigt, die Menschenwürde, Gesundheitsschutz und Glaubwürdigkeit zum Ziel hat.
Namentlich fordert das der deutsche Sozialwissenschaftler Heino Stöver in seinem Vorwort zur deutschen Übersetzung einer Studie über die Möglichkeiten der Regulierung des Drogenmarktes. Die britische Drug Policy Foundation Transform hat dafür eine Art Blaupause entworfen. Um dem illegalen Drogenhandel mit seinen enormen Gewinnmargen den Boden zu entziehen, schlägt Transform fünf Modelle für eine Regulierung des Drogenvertriebs vor: Den legalen Vertrieb von Drogen durch ärztliche Verschreibung, durch den Verkauf in Apotheken oder durch die Abgabe in lizenzierten und nicht lizenzierten Verkaufsstellen.

Keines der Modelle will ein Heilversprechen sein

Dass mit einer Regulierung des Vertriebs der illegale Handel und Konsum von Drogen nicht völlig beseitigt werden kann, wird billigend in Kauf genommen. Keines der Modelle will ein Heilsversprechen sein, vielmehr geht es um Schadensbegrenzung in einer verzweifelten Situation: Selbst eine nur teilweise Eingrenzung des illegalen Marktes und der „prohibitionsbedingten Schäden“ sieht die Studie als riesigen Gewinn für die Gesellschaft an.
Dabei geht die Studie davon aus, dass Regierungen und andere staatliche Einrichtungen „ausgesprochen erfahren darin sind, möglicherweise schädliche und zur Entspannung eingesetzte Produkte zu regulieren“ – man denke an den reglementierten Verkauf von Alkohol und Tabak. Denkbar sind Alters-, Preis-, Dosierungs- und Produktkontrollen. Ebenso müsste eine Kontrolle des Drogenanbaus gewährleistet sein. Auch hier gibt es bereits Vorbilder, etwa die legale Produktion von Koka/Kokain, Opium und Cannabis für die Herstellung von Opiat-basierten Arzneimitteln oder Anästhetika.

Ende Juni wies die Global Commission on Drug Policy zudem noch einmal auf den Zusammenhang des Drogenkriegs und der Ausbreitung von HIV/Aids hin. Vor allem in Ländern , die einen besonders rigiden Umgang mit Drogenkonsumenten pflegten, wie Russland, Thailand und China, breite sich die Epidemie weiter aus, während Länder, die die Behandlung von Drogenabhängigen als Teil ihres Gesundheitsprogramms betrieben, die Übertragung der Krankheit durch verunreinigte Spritzen nahezu stoppen konnten. Auch dies ein Beleg für die Notwendigkeit einer Entkriminalisierung.
http://www.fr-online.de/meinung/analyse-drogen-krieg-mexiko-beendet-den-krieg-,1472602,16582000.html

handarbeiter

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Re:Drogenpolitik
« Antwort #17 am: 17:37:39 Fr. 07.September 2012 »
Da könnte sich aber Papa Staat eine neue Steuereinnahmequelle aufmachen aber die wollen ja nicht.
Das beste Beispiel ist wohl Holland. Kiffen legalisiert. O0

Dearhunter

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Re:Drogenpolitik
« Antwort #18 am: 18:16:01 Fr. 07.September 2012 »
Leider sind die in Holland gerade in die andere Richtung unterwegs und "fördern" wieder den Schwarzmarkt.

Seit einiger Zeit bekommen Ausländer in den Coffe-Shops kein Material mehr, wurde verboten. Natürlich bekomt man es VOR den Coffee-Shops weiter, aber legal ist das eben nicht mehr.


DH

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Re:Drogenpolitik
« Antwort #19 am: 18:33:56 Mi. 03.Oktober 2012 »
Zitat
Der Krieg gegen die Drogen– ein ver­lo­rener Krieg

Der Krieg gegen die Drogen ist geschei­tert. Zu dieser Ein­sicht kommen immer mehr Staats­chefs Ame­rikas und for­dern zu einem Umdenken auf. Mit seinem pole­mi­schen Vor­schlag den Dro­gen­konsum und Dro­gen­handel teil­weise oder gar ganz zu lega­li­sieren hat der gua­te­mal­te­ki­sche Prä­si­dent Otto Pérez Molina Anfang Jahr eine Debatte um die ver­fehlte Dro­gen­po­litik in Lateinamerika angestossen.[1] Im April stand das Thema gar auf der Agenda des Ame­rika Gip­fels, ein klares Zei­chen dafür, dass das Pro­blem als sol­ches aner­kannt wurde.

Obwohl schein­bare Einig­keit dar­über besteht, dass sich die aktu­ellen Stra­te­gien der Dro­gen­be­kämp­fung als inef­fi­zient erwiesen haben, taten sich die Staats­chefs doch schwer über einen grund­le­genden Para­dig­men­wechsel zu dis­ku­tieren. Schluss­end­lich wurde der Orga­ni­sa­tion Ame­ri­ka­ni­scher Staaten der Auf­trag erteilt, eine Studie zur aktu­ellen Situa­tion und zu mög­li­chen alter­na­tiven Poli­tiken zu ver­fassen. Der Ruf nach Alter­na­tiven zu dem von den USA ange­führten und mit­fi­nan­zierten Krieg gegen die Drogen, kommt vor allem von Seiten der unter den ver­hee­renden Folgen lei­denden Staaten Latein­ame­rikas. Jüngst bezeich­nete gar Felipe Cal­derón, der schei­dende Prä­si­dent Mexikos, eines der Länder, die am engsten mit den USA im Krieg gegen die Drogen koope­rierten, die repres­sive Politik als geschei­tert und kri­ti­sierte die USA als grössten Absatz­markt direkt.[2]
....

Quelle und vollständiger Artikel: womblog

Ein Universalrezept kann es nicht geben da eine alternative Drogenpolitik noch nie in einem größeren Umfeld ausprobiert bzw. noch nicht mal angedacht wurde, es wird längst Zeit das zu ändern.
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Re:Drogenpolitik
« Antwort #20 am: 11:49:46 Mi. 17.Oktober 2012 »
Zitat
Situation in Marseille gerät außer Kontrolle
"Hier herrscht die völlige Anarchie"

Der Drogenkrieg schwappt auf die bürgerlichen Viertel über, ein Mord in der Innenstadt am helllichten Tag - und Teile der Polizeieinheiten, die für Sicherheit sorgen sollen, machten offenbar mit den Kriminellen Geschäfte: Die Situation in Marseille gerät immer mehr außer Kontrolle.
....

Quelle: tagesschau

Endlos!
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BGS

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Re:Drogenpolitik
« Antwort #21 am: 18:11:29 Mi. 17.Oktober 2012 »
Würde es ein solches Ausmaß an Gewalt, Verrohung und Zügellosigkeit geben, wenn alle Menschen ein Auskommen hätten?

Auch in Deutschland müssen immer mehr Menschen am Hungertuch nagen, nachdem sie von Politik, Wirtschaft,"Medien" und Ämtern ausgegrenzt und teilweise komplett im Stich gelassen wurden (z. B. Sanktionen bei Menschen, die schon unter dem Existenzminimum zu leben gezwungen werden etc.)

Kommt es nicht sehr schnell zu einem sozialem Umdenken, gerechterer Umverteilung und ein menschenwürdiges Leben für alle Menschen, wird sich auch das deutsche "System""vermutlich explodieren, mit verheerenden Folgen nicht nur für Arme.

Weitere Überwachung und Einschüchterung werden diesen Vorgang höchstens etwas verlangsamen. Was soll jemand ohne Arbeit und Zukunft sonst tun, als mit Drogen und Waffen zu handeln?

MfG

BGS
"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

http://www.chefduzen.de/index.php?topic=21713.msg298043#new
(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)

Eivisskat

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Re:Drogenpolitik
« Antwort #22 am: 18:31:14 Mi. 17.Oktober 2012 »
Zitat
Was soll jemand ohne Arbeit und Zukunft sonst tun, als mit Drogen und Waffen zu handeln?

Zumal ja auch die Klienten und Konsumenten keineswegs weniger werden.

Das Bedürfnis zum Rausch & Vergessen scheint immer mehr zu wachsen.

Wie & wozu soll man denn Anbau und Herstellung der Drogen verbieten & bekämpfen, wenn einem um die Ecke die Kunden die Tür einrennen?

Denkt nur mal an den steigenden Verkauf an Alkohol, immer mehr Weingüter + Brauereien wachsen weltweit wie Pilze aus dem Boden wegen der steigenden Nachfrage.

Die Alkoholabteilungen in den Supermärkten nehmen inzwischen schon 1/3 der Verkaufsfläche ein und noch nie gab's soviel unterschiedliche Schnäpse, Biere, Weine.

Dazu der massive Verbrauch von Energie-Drinks, mit denen sich hier schon die Kinder in den Läden den morgendlichen Kick holen. O-Ton Marktleiter: "Der Gesetzgeber erlaubt das."

ManOfConstantSorrow

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Re:Drogenpolitik
« Antwort #23 am: 18:41:12 Mi. 17.Oktober 2012 »
Zitat
Gewalt, Verrohung
sind zentrale Begriffe für die Beschreibung momentaner Entwickllungen weltweit.

Es geht nicht von den einfachen Menschen aus, die Unruhen im Arabischen Raum oder in China sind nur ein Ausdruck eines Strebens nach mehr Gerechtigkeit und einem besseren Leben und können optimistisch stimmen.

Doch die Herrschenden kennen nur den absoluten Wunsch der Machterhaltung und da der Glaube an ihre Herrschaftsideologien rasant schwindet, bleibt ihnen nur pure Gewalt. Doch sie sind gut gerüstet und wissen die Menschen gegeneinander auszuspielen. Das Drogengeschäft ist Marktwirtschaft in Reinkultur. Menschen gelten nichts, nur Profite. Waffen sind das Schmiermittel dieses Wahnsinns.
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

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Re:Drogenpolitik
« Antwort #24 am: 18:53:33 Mi. 17.Oktober 2012 »
@BGS
Drogenhandel würde es auch bei einem Existenzsicherndem auskommen geben, aber wie Du richtig schreibst gibt es in einer ausgrenzenden Gesellschaft immer mehr am Abgrund deren Hemmschwelle sinkt, sowohl für den Konsum wie auch für den Handel.
Dem Drogenhandel gehört der Nährboden entzogen, einmal bei einer Gesellschaft die so wenig wie möglich in die Sucht treibt und andererseits durch eine kontrollierte staatliche Abgabe mit automatischer Begleitung durch Drogenhilfen, Sozialarbeiter, medizinische Hilfe usw..
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Re:Drogenpolitik
« Antwort #25 am: 17:49:32 Sa. 17.November 2012 »
Zitat
Cannabis-Legalisierung in Uruguay
Der Staat als Drogendealer

Uruguay, das kleinste Land Südamerikas, plant ungewöhnliche Schritte zur Bekämpfung der Drogenkriminalität: Geht es nach dem Willen der Regierung, soll der Staat schon bald Drogen verkaufen, genauer gesagt Marihuana. Dafür greift selbst der Staatssekretär des Präsidenten zum Joint. Von Julio Segador

In Uruguay wollen die Politiker genau wissen, über was sie reden. Und sei es der Konsum von Drogen. Alberto Breccia, Staatssekretär im Präsidentenamt, hat es ausprobiert, einen Marihuana-Joint geraucht. Er ist erstaunt über die Wirkung: "Ich fühlte mich total entspannt, empfand Frieden und Ruhe", sagt Breccia danach.
Uruguay, das kleinste südamerikanische Land, macht von sich reden. Geht es nach dem Willen der Regierung soll der Staat schon bald Drogen verkaufen, genauer gesagt Marihuana. Staatspräsident José Mujica steht dahinter: "Wir dürfen uns vor so einem dramatischen Problem nicht wegducken, sonst verlieren wir den Krieg gegen die Drogen", sagt der Politiker. "Wir müssen nun zu anderen Waffen greifen."

Den Drogenbanden die Geschäftsgrundlage entziehen

Zu anderen Waffen greifen heißt: Der Staat duldet nicht nur den Konsum von Marihuana, er möchte den Anbau und den Verkauf von Cannabis regeln und steuern. Damit will Präsident Mujica den kriminellen Drogenbanden gewissermaßen die Geschäftsgrundlage entziehen.

"Wenn einer Marihuana kauft, dann bekommt er doch Crack gleich mitgeliefert. Und das sind harte Drogen", argumentiert Mujica. "Wenn wir Marihuana aber legalisieren, dann zerstören wir ihnen den Markt." Der Staat werde die Drogen viel billiger verkaufen als kriminelle Banden. "Außerdem haben wir einen Überblick über die Konsumenten."
....
....
Die Niederlande rudern inzwischen zurück

Seit Monaten schon wird im uruguayischen Parlament das geplante Gesetz diskutiert. Regierung und Regierungskoalition sind dafür, die Opposition hat massive Zweifel. Der ehemalige Präsident Tabaré Vázquez, ein Arzt, mahnt zur Vorsicht. Erst müsse man sehen, welche Erfahrungen andere Länder und internationale Organisationen gemacht hätten. Vázquez sagt: "Nehmen wir die Niederlande. Das Land legalisierte vor Jahren den Konsum von Marihuana. Inzwischen rudern dort alle zurück."
....

Quelle und mehr: tagesschau.de

Über Sinn und Unsinn des "zurückruderns" in den Niederlanden kann man streiten und wieviel davon dem Rechtstrend geschuldet ist weiß man auch nicht, mir wäre es neu wenn der Konsum massiv angestiegen wäre um das "zurückrudern" zu rechtfertigen.
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Re:Drogenpolitik
« Antwort #26 am: 11:11:55 Do. 21.Februar 2013 »
Zitat
Die Opium-Route: ein Film von Robert Lang und Peter D. Findlay

Das Drogennetzwerk breitet sich von den Opium-Anbaugebieten in Afghanistan und Ostasien immer weiter aus. Der Handel ist inzwischen weltweit organisiert und bringt den Drahtziehern Millionen. Der Kampf gegen den Drogenhandel scheint verloren. Sind Legalisierung und kontrollierte Abgabe von Drogen an Abhängige darum etwa eine Möglichkeit, das Problem zu lösen? Während die USA weiter eine strikte Kriminalisierung von Drogenkonsum und -handel verfolgt, geht man in anderen Ländern neue Wege. So stuft Portugal die Drogenabhängigkeit als Krankheit ein, und finanziert entsprechende soziale und medizinische Programme zu ihrer Behandlung.

Der Film

Der Opiumhandel ist längst weltweit organisiert. Die amerikanische Drogenaufsichtsbehörde versucht zu verhindern, dass den Taliban in Afghanistan Opiumgelder zufließen, berichtet aber zugleich von den Schwierigkeiten, diese Ausbreitung zu verhindern. Bis zu einer halben Milliarde Dollar verdienen die Taliban im Jahr am Geschäft mit der Droge. Schätzungsweise 90 Prozent des Opiums schmuggeln sie trotz Kontrollposten der Behörden aus dem Land, über die 1.200 Kilometer lange Grenze zwischen Afghanistan und Tadschikistan.

Indien geht einen anderen Weg im Umgang mit der Droge. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts bis in die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts galt Opium als wichtiges Heilmittel der westlichen Medizin und wurde legal produziert. Zur größten Sorge wurde die schnell eintretende Abhängigkeit. Morphin sollte die Lösung sein, hatte jedoch den gleichen Effekt. Auch Heroin galt zunächst als weniger suchtgefährdend, verschlimmerte das Problem jedoch weiter.

Um 1900 waren eine halbe Millionen Amerikaner von legal bezogenem Morphin und Heroin abhängig. 1920 wurde der Konsum verboten. Heute scheint der Kampf gegen den Drogenhandel verloren. Trotz immer mehr Polizei, Soldaten und Grenzkontrollen nimmt das Opium nahezu ungehindert seinen Weg in die Großstädte Amerikas und Europas. Ist deshalb die Legalisierung der richtige Weg, um den Abhängigen einen Ausweg aus dem Teufelskreis von Sucht und Kriminalität zu weisen? Denn die Profite der Drogenbarone, Schmuggler und Dealer fließen nur, solange Handel und Konsum illegal sind.

Deshalb versuchen Ärzte und Sozialarbeiter, alternative Wege zu gehen, um ihren Patienten zu helfen. So dürfen in der Klinik "Insite" in Vancouver auf der Straße gekaufte Drogen unter Aufsicht eingenommen werden. Doch Kanadas Regierung hat beim Obersten Gerichtshof Berufung eingelegt, um "Insite" schließen zu lassen. Auch in den USA fließen Millionen in die Drogenbekämpfung. 70 Prozent des Geldes werden für den Strafvollzug ausgeben.

In Portugal dagegen steht Überlebenshilfe im Vordergrund. Drogenabhängigkeit wird nicht mehr kriminalisiert, sondern als Krankheit gesehen. Gefängnisstrafen für Drogenmissbrauch wurden abgeschafft, die frei gewordenen Mittel fließen in ein Sozial- und Gesundheitsprogramm. Es gibt zwar immer noch Sanktionen und auch die Bestrafung für Missbrauch, aber kein "Wegschließen" mehr. Das Programm weist beeindruckende Erfolge auf und zeigt, dass es doch eine Alternative zur Null-Toleranz-Politik im Kampf gegen Drogen geben kann.

Quelle: Arte

Die Opium-Route

Kann z.Z. auch aus der ZDF-Mediathek (ZDF-Kultur) geschaut/gezogen werden.
Unter: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1841256/Die-Opium-Route-?bc=svp;sv1
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Kuddel

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Re:Drogenpolitik
« Antwort #27 am: 10:55:48 So. 19.Mai 2013 »
Zitat
Drogenpolitik
Lateinamerikas Staaten stellen Drogen-Verbot infrage

Ein Bericht könnte die bisherige weltweite Drogenpolitik radikal verändern. Ein Szenario sieht vor, Produktion und Handel in Lateinamerika zu dulden.


...Die Weltkommission für Drogenpolitik, die sich für eine Änderung der Drogengesetze einsetzt, teilte mit, der Bericht breche mit einem Tabu, das die Debatte um eine menschlichere und effizientere Drogenpolitik lange blockiert hätte. Es sei an der Zeit, dass Regierungen aller Staaten mit Regulierungen experimentierten, die an die Realitäten und lokalen Bedürfnisse angepasst seien...
http://www.zeit.de/politik/ausland/2013-05/oas-bericht-drogenpolitik

!!!

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Re:Drogenpolitik
« Antwort #28 am: 17:49:04 Mo. 01.Juli 2013 »
Zitat
Drogen: Amerikas längster Krieg

Amerika befindet sich in einem Krieg, auch im Inneren des Landes. Es geht um den jahrzehntelangen mehr oder weniger erfolgreichen Kampf gegen den Drogenmissbrauch. Hier werden Milliarden von Dollar investiert. Auffällig ist, dass im Zusammenhang mit der Drogenkriminalität sowohl aufseiten der Opfer als auch aufseiten der Täter überdurchschnittlich viele schwarze Amerikaner involviert sind. Der Dokumentarfilm zeigt eine amerikanische Gesellschaft, die einen schwarzen Präsidenten an der Spitze hat, deren Alltag und Justiz aber dennoch nicht frei von Rassismus ist.

Was viele Menschen für unmöglich hielten, ist Wirklichkeit geworden. Amerika hat einen schwarzen Präsidenten. Die Hautfarbe von Barack Obama spielte erstaunlicherweise bereits in den Monaten und Wochen vor seiner ersten Wahl zum Präsidenten der USA keine große Rolle. Aber heißt das, dass der Rassismus in den USA endgültig der Vergangenheit angehört?

Der Dokumentarfilm widmet sich einem Problem, das im Wahlkampf nicht nur des Jahres 2008 keine große Rolle gespielt hat, dem Kampf gegen Drogen. Zwar werden Milliarden von Dollar zur Bekämpfung der Drogenkriminalität im In- und Ausland investiert, doch ohne dass ein Ergebnis sichtbar wird. Dabei sind vorwiegend schwarze Amerikaner betroffen, sowohl als Opfer als auch als Täter.

Filmemacher Eugen Jarecki analysiert den Zustand der amerikanischen Gesellschaft im Spiegel des Kampfes gegen Drogen und hat gleichzeitig einen Film über den Rassismus in den USA gemacht. Dabei geht es auch um die Frage, welchen Stellenwert die von Barack Obama geführte Regierung dem Kampf gegen Drogen beimisst und mit welchen Methoden sie dabei vorgeht.

Seit dem Jahr 1969, als Richard Nixon den Drogenmissbrauch zum Staatsfeind Nummer 1 erklärt hat, führen die USA einen Krieg gegen die Drogen. Doch gewonnen haben sie nur einzelne Schlachten. Der ARTE-Themenabend zeigt Amerikas Drogenpolitik und ihre Mechanismen, die auch immer wieder dazu missbraucht werden, bestimmte Bevölkerungsgruppen auszugrenzen und zu stigmatisieren.

Es gibt wenige Kriege, die die USA verloren haben. Doch der gegen Drogen scheint tatsächlich aussichtslos zu sein. Allerdings stellt sich die Frage, ob sie ihn überhaupt gewinnen wollen. "Amerikas Staatsfeind Nummer 1 ist der Drogenmissbrauch" - mit diesen Worten rief der damalige US-Präsident Richard Nixon 1969 den "Krieg gegen Drogen" aus. Seither wird das Thema in den USA als bewährte Waffe genutzt, um Wahlkampf zu führen, bestimmte Bevölkerungsgruppen ins Visier zu nehmen und eine Politik der Ausgrenzung und Unterdrückung zu rechtfertigen.

Der Themenabend untersucht die perfiden Mechanismen der US-amerikanischen Drogenpolitik und zeigt, wie tief die zerstörerische Kraft der Drogen, aber auch die des Kampfes gegen den Drogenmissbrauch in der Geschichte des Landes verwurzelt ist.

Auf Arte, Dienstag, 02.07.13 | 20:15 - 22:00 (105 Min.)

Quelle: ARD

Arte

Nachtrag:
Videoverweise von Youtube eingefügt.

Drogen: Amerikas längster Krieg (Teil 1 / 3)

Drogen: Amerikas längster Krieg (Teil 2 / 3)

Drogen: Amerikas längster Krieg (Teil 3 / 3)
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Re:Drogenpolitik
« Antwort #29 am: 18:34:34 Mi. 03.Juli 2013 »
Arte+7: Drogen: Amerikas längster Krieg (video)

"Die USA stellen nur 5% der Weltbevölkerung, aber 25% aller Häftlinge.
Über 500 000 Menschen sind wegen gewaltloser Drogenvergehen in Haft."
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