Autor Thema: Drogenpolitik  (Gelesen 109263 mal)

Troll

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Re:Drogenpolitik
« Antwort #210 am: 15:08:31 Mo. 24.September 2018 »
Wenn das Medizinische dabei nicht auf der Strecke bleibt wäre die bittere Kröte zu schlucken, aber Pharma hat im Medizinbereich die Macht und eine Cannabis-Legalisierung heißt nicht automatisch eine bezahlte medizinische Cannabis-Therapie. Im medizinischen Bereich ist Cannabis eigentlich ja heute schon legalisiert, aber die Patienten müssen nach wie vor gegen Windmühlen kämpfen, die politischen Betonköpfe tun sich bei der eigenen Gesetzgebung schwer weil sie ein populistisches Resultat sind das sie eigentlich ablehnen, und des Ministers wohlfühlen steht über jedem Gesetz, auch dem selbst geschriebenen.
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
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Rudolf Rocker

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Re:Drogenpolitik
« Antwort #211 am: 19:36:17 Do. 04.Oktober 2018 »
Der Vorteil bei medizinische Cannabis ist, das die Dosierung immer die Gleiche ist.
So wie z.B. bei Ibuprofen in jeder Tablette die Gleiche Wirkdosis ist, ist es beim med. Cannabis auch.
Außerdem ist es frei von "Zusatzstoffen" (Streckmittel), wie sie bei "Stoff" aus dubiosen Quellen vorkommt.
Grade das Problem der Dosierbarkeit ist aus medizinischem Blickwinkel nicht unbedeutend.
Jetzt können wir endlich rausfinden, was wir anstelle unserer Großeltern getan hätten!

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Re:Drogenpolitik
« Antwort #212 am: 10:08:03 Fr. 05.Oktober 2018 »
Schon, dennoch muss ich schon anfangen zu lachen wenn Schulmediziner über die tödlichen Gefahren von Naturheilmitteln warnen, da kam mal ein Artikel über Pflanze "weiß nicht mehr" die in Massen (>kg) verzehrt tödlich sein kann, in Naturheilmitteln aber nur in mg bis Gramm verwendet wird, na da möchte ich mal eine ähnliche Sichtweise auf pharmazeutische Wirkstoffe lesen, da braucht man nicht mal kg zu essen um tot umzufallen.
Nicht chemische Wirkstoffe scheinen grundsätzlich als gefährlicher bewertet zu werden, vielleicht weil der Mensch bei Beschwerden gerne unmäßig reagiert, viel hilft viel, ist aber auch schulmedizinisch weit verbreitet. Erst schießen, dann fragen.
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Onkel Tom

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Re:Drogenpolitik
« Antwort #213 am: 20:18:12 Fr. 05.Oktober 2018 »
Ich muss da auch lachen anhand von Drogenaufklärung durch den Lehrer..

Meine jüngere Schwester kam von der Schule, hatte Unterlagen zum Untericht
Thema Drogen, mit der sie mich austestete ob ich Ahnung zum Thema habe.
Die Kommunikation wurde turbulennt, wie es um Cannabis ging und vom Sucht-
potenzial dem Heroin gleich gestellt wurde.. (macht sofort süchtig)..

Später, in meiner Berufsausbildung bekam ich in der Berufsschule den gleichen
Müll serviert. Ich hörte nur genau zu und zum Ende sagte ich dem Lehrer etwa
folgendes : Ich finde Drogenaufklärung ok, aber hat ein großes Manko. Stellen
sie sich vor, jemand lernt hier irgendwann eine Tüte kennen und stellt nach ein
paar Tagen fest, das Cannabis doch nicht süchtig macht..
Glauben sie dann wirklich, das die wahrheiten über Heroin dann auch noch
geglaubt werden ?

Heerlicher Anblick, wie ihm die Kinnlade runter fiel.

Er hat es dann soweit korregiert, das Cannabis seelich süchtig machen kann.
Lass Dich nicht verhartzen !

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Re:Drogenpolitik
« Antwort #214 am: 09:52:03 Sa. 06.Oktober 2018 »
Wer beim aufklären lügt erweist sich einen Bärendienst.
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Rudolf Rocker

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Re:Drogenpolitik
« Antwort #215 am: 09:58:48 So. 07.Oktober 2018 »
Schon, dennoch muss ich schon anfangen zu lachen wenn Schulmediziner über die tödlichen Gefahren von Naturheilmitteln warnen, da kam mal ein Artikel über Pflanze "weiß nicht mehr" die in Massen (>kg) verzehrt tödlich sein kann, in Naturheilmitteln aber nur in mg bis Gramm verwendet wird, na da möchte ich mal eine ähnliche Sichtweise auf pharmazeutische Wirkstoffe lesen, da braucht man nicht mal kg zu essen um tot umzufallen.
Nicht chemische Wirkstoffe scheinen grundsätzlich als gefährlicher bewertet zu werden, vielleicht weil der Mensch bei Beschwerden gerne unmäßig reagiert, viel hilft viel, ist aber auch schulmedizinisch weit verbreitet. Erst schießen, dann fragen.

Schon der alte Paracelsus wusste: „Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, daß ein Ding kein Gift sei.“
Es ist eben eine Grundvorrausetzung für die Zulassung eines Medikaments, das die Wirkdosis immer gleich ist.
Aber eigentlich wäre es das Sinnvollste, wenn jeder THC- haltiges Cannabis selbst anbauen dürfte.
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Re:Drogenpolitik
« Antwort #216 am: 17:38:46 So. 07.Oktober 2018 »
Habe schon in Studien über die Dosisfindung gelesen, die Ärzte waren "überrascht" weil eine geringere Dosis größere Wirkung erzielte, als Laie würde man mit einer niederen Dosierung anfangen und dann langsam steigern bis zum besten Nutzen, als Laie halt, Experten machen es eben anders, Laie kann das nicht verstehen.
War glaube ich Fingolimod, jetzt Gilenya, ein Wirkstoff der aus einem Pilz gewonnen wurde, heute chemisch nachgebaut.
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Re: Drogenpolitik
« Antwort #217 am: 14:12:56 So. 10.Februar 2019 »
Zitat
Kurze Durchsage der WHO:

The World Health Organization has suggested that cannabis should be downgraded, or "rescheduled," given the mounting evidence showing that the drug could prove beneficial in treating a number of health problems.

Quelle: Fefes Blog

Doch so schnell, ärztlich verschriebenes Cannabis über eine Apotheke zu beziehen ist trotz Zulassung mehr als ein Glücksspiel, es ist so gut wie nicht zu bekommen.
Wo war/ist das nochmal mit der Mangelwirtschaft, all Furz sind wichtige Medikamente in Deutschland nicht mehr zu bekommen, jeden Dreck gibt es hier im Überfluß aber wichtige Medikamente, die schnappt wohl die unsichtbare Hand des Marktes weg.
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Re: Drogenpolitik
« Antwort #218 am: 11:24:27 Mi. 20.Februar 2019 »
Zitat
Massive Kritik an Dutertes tödlicher Antidrogenpolitik

20.000 Tote innerhalb von drei Jahren - das ist die Bilanz des philippinischen Kriegs gegen Drogen.


Sein Kampf gegen die Drogenkriminalität hat bislang 20.000 Menschen das Leben gekostet. Wenn es nach Rodrigo Duterte geht, dem philippinischen Präsidenten, dann ist das erst der Anfang seines Kriegs gegen Drogen. „Adolf Hitler hat drei Millionen (sic!) Juden massakriert. Nun, wir haben drei Millionen Drogenabhängige. Ich würde sie gerne abschlachten“, sagte er 2016. Wer Zweifel daran hatte, dass er’s ernst meint, den belehrte der philippinische Außenminister jetzt eines Schlechteren. „Ich sage Ihnen etwas: Ich habe das selber schon gesagt, bevor er es gesagt hat“, sagte Teodore L. Locsin Jr.. und lehnte im Gespräch mit der ARD am Rande der Botschaftseröffnung in Berlin eine Entschuldigung oder Distanzierung ab: „So hat er sich ausgedrückt. Seine Politik hat allen Umfragen nach größeres Vertrauen geschaffen. Warum sollten wir das aufgeben?“

Niels Annen (SPD), Staatsminister im Auswärtigen Amt, sagte dem Tagesspiegel, jeder Vergleich der einzigartigen Gräueltaten des Holocaust verbiete sich. Unabhängig davon gelte: "Die mit dem sogenannten Krieg gegen Drogen zusammenhängenden Tötungen sind völlig inakzeptabel und stellen schwere Menschenrechtsverletzungen dar." Die Bundesregierung kritisiere das Vorgehen der philippinischen Regierung "von Beginn an konsequent".
https://www.tagesspiegel.de/politik/philippinen-massive-kritik-an-dutertes-toedlicher-antidrogenpolitik/24012810.html

"Die Bundesregierung kritisiere (...) konsequent..."

Blablabla.

War against drugs is war against the poor!


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Re: Drogenpolitik
« Antwort #219 am: 09:57:59 Do. 07.März 2019 »
Zitat
Wie die Droge Spice in Manchester wütet

Für Obdachlose wirkt die Droge wie eine Erlösung. Doch Spice richtet Menschen zugrunde – und breitet sich in Großbritannien rasant aus.
Sie nennen es die Zombiedroge. Weil Spice das aus dir macht. Einen, der im Stehen schläft, einen, an dem die Tage vorbeidämmern. Einen, der mehr tot zu sein scheint als lebendig.
Es ist ein kurzer Fußweg von Manchesters Hauptbahnhof Piccadilly Station bis zum Straßenbahnstopp Piccadilly Gardens. Die 600 Meter Richtung Stadtzentrum geben dem, der darauf achtet, eine Ahnung davon, wie verbreitet Spice hier ist. Vor Supermärkten, Hotel- und Hauseingängen kauern Dutzende Männer und eine Handvoll Frauen. Schmutzige Gesichter, Schatten unter den Augen, eingefallene Wangen, oft nicht mehr Besitztümer als einen Quadratmeter Pappkarton, auf dem sie sitzen, und die Kleidung, die sie tragen. Manche betteln. Manche sind dazu nicht in der Lage. An einem Ampelmast vor einem Supermarkt sitzt Richard. Er hat nur noch wenige Zähne, zerfurchte Haut, seine blauen Augen schauen aus tiefen Höhlen. Er sagt: „Wenn ich auf Spice bin, ist es, als ob mir jemand das Gewicht von den Schultern nimmt.“
Spice ist eine Droge, die sich in den vergangenen Jahren rapide in Großbritannien verbreitet hat. Zuerst ist sie als so genanntes Legal High in den Umlauf gekommen, als Substanz, die nicht unter das Betäubungsmittelgesetz fiel und im regulären Handel vertrieben werden konnte. Im vergangenen Sommer richteten sich 20 Polizeikommissare mit einem offenen Brief ans britische Innenministerium, sie warnten, Spice sei die größte Bedrohung für die öffentliche Gesundheit seit Jahrzehnten. In Manchester ist sie offensichtlich.
Quelle: Tagesspiegel

Via NDS

Egal wo man hinblickt, Neoliberalismus ist der Stall des Augias, leider ganz real und global wütend.
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