Autor Thema: Drogenpolitik  (Gelesen 119959 mal)

Kuddel

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Re: Drogenpolitik
« Antwort #225 am: 18:38:48 Mo. 21.September 2020 »
Seit wieviel Jahrzehnten mußten wir uns von versoffenen CDU Politikern erzählen lassen, daß Hasch eine Einstiegsdroge ist und zu Heroin führt? Diverse Kiffer wurden eingeknastet.

Jetzt werden solche Studien veröffentlicht:

Zitat
Legales Kiffen in den USA
Trotz Cannabislegalisierung kiffen Schüler nicht häufiger
Vor zwanzig Jahren haben in den USA mehr Schüler gekifft wie heute
https://blogs.taz.de/drogerie/2020/08/23/trotz-cannabislegalisierung-kiffen-schueler-nicht-haeufiger/

Troll

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Re: Drogenpolitik
« Antwort #226 am: 09:49:54 Di. 22.September 2020 »
Die Saufen nicht nur, ich glaube nicht gerade wenige von denen sind ganz ohne Cannabis direkt mit Kokain eingestiegen, würde auch viele Aussagen erklären, oder so etwas wie Andi Scheuer und Julia Klöckner.
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
Jiddu Krishnamurti

Kuddel

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Re: Drogenpolitik
« Antwort #227 am: 11:46:15 Do. 05.November 2020 »
Zitat
Staatliche Gewalt auf den Philippinen
Tausende Tote in Dutertes Antidrogenkrieg

Die philippinische Regierung brüstet sich mit neuen Zahlen zum sogenannten Antidrogenkampf: Demnach wurden fast 8000 Menschen getötet. Menschenrechtsaktivisten gehen von deutlich mehr Opfern aus.
https://www.spiegel.de/politik/ausland/philippinen-tausende-tote-bei-rodrigo-dutertes-anti-drogen-krieg-a-9707cefd-9ca0-4884-9c9e-cd25a19acd5b

Petra9

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Re: Drogenpolitik
« Antwort #228 am: 11:30:11 Mo. 28.Dezember 2020 »
Unfassbar das die sich damit noch "brüsten".  :-[

Kuddel

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Re: Drogenpolitik
« Antwort #229 am: 18:56:02 Fr. 26.Februar 2021 »

Troll

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Re: Drogenpolitik
« Antwort #230 am: 10:21:13 Sa. 27.Februar 2021 »
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
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Kuddel

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Re: Drogenpolitik
« Antwort #231 am: 12:49:19 Mi. 31.März 2021 »
Zitat
Afroamerikaner wurden deutlich häufiger wegen Marihuana-Delikten verhaftet als Weiße, obwohl der Konsum etwa gleich verteilt ist.
https://www.deutschlandfunk.de/usa-new-yorker-parlament-fuer-legalisierung-von-marihuana.2932.de.html?drn:news_id=1243651

Kuddel

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Re: Drogenpolitik
« Antwort #232 am: 11:35:29 Do. 01.April 2021 »
Ich bleibe dabei: Drogenpolitik ist kein Randbereich.
Hier zeigt sich, wie mit Menschen umgegangen wird.
Staatliche Drogenpolitik ist Krieg gegen die Armen.

Die Wohlhabenden haben eigene Möglichkeiten mit Sucht und Entzug umzugehen.

Zitat
Drogenpolitik
Vermeidbare Todesfälle
Politik der Bundesregierung sorgt für starken Anstieg der Drogentotenzahl


Die staatliche Drogenpolitik hat weiterhin eine Vielzahl vermeidbarer Todesfälle zur Folge. Am Dienstag erinnerte »Akzept e. V.«, der 1990 gegründete »Bundesverband für akzeptierende Drogenarbeit und humane Drogenpolitik« an den 60. Jahrestag der Verabschiedung der sogenannten Single Convention der Vereinten Nationen am 30. März 1961. Dieser Vertrag und weitere Ergänzungen von 1971 und 1988 bestimmten noch immer die Drogenpolitik und verhinderten eine wirkliche Entkriminalisierung des Gebrauchs bestimmter Substanzen wie Heroin, Kokain und auch Cannabis, kritisierte »Akzept«-Vorstand Heino Stöver in einer Stellungnahme.

Während die Bundesregierung noch immer behaupte, das »Drogenverbot sei ›generalpräventiv‹ wirksam« und verhindere den Konsum dieser Substanzen, führe es tatsächlich dazu, dass »insbesondere Heroinkonsumenten großen gesundheitlichen Risiken ausgesetzt« seien, zu verelenden und an einer Heroinüberdosis zu sterben drohten, monierte Stöver.

Der Suchtmediziner erinnerte zugleich daran, dass der Kokainkonsum und der Konsum von Stimulantien »vielfach im verborgenen und unter ›gut etablierten‹ Bürgerinnen und Bürgern« zunehme. Die Glaubwürdigkeit staatlicher Drogenpolitik würde insbesondere auch deshalb in Frage stehen, »weil der weitverbreitete Alkoholkonsum und seine weitreichenden negativen Folgen verharmlost«, der Verkauf gefördert und wirksame Maßnahmen der Prävention nicht umgesetzt würden.

Die Ende der vergangenen Woche von der Bundesdrogenbeauftragten Daniela Ludwig (CSU) veröffentlichten Zahlen geben Stöver jedenfalls recht. So stieg die Zahl der an illegalisierten Drogen verstorbenen Menschen im vergangenen Jahr deutlich an. Insgesamt 1.581 drogenbedingte Todesfälle wurden 2020 registriert. Das entspricht einem Anstieg von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Wie bereits in den Vorjahren seien vor allem der Konsum von Opioiden/Opiaten allein oder in Verbindung mit anderen Stoffen todesursächlich, obwohl die Zahl der Todesfälle durch Opioide/Opiate im Vergleich zum Vorjahr um 12 Prozent gesunken sei. Die zweithäufigste Todesursache sind demnach »Langzeitschädigungen aufgrund von Drogenkonsum«.

»Die Lage ist für suchtkranke Menschen durch die Pandemie mehr denn je dramatisch. Viele von ihnen sind durch Corona in eine verstärkte Lebenskrise geraten. Gewohnte Strukturen, persönliche Hilfsangebote und Ansprechpartner sind quasi von einem Tag auf den anderen weggebrochen«, betont Ludwig. Dies könne außerdem »ein Grund dafür sein, dass sich mehr Drogenkonsumenten als in den Jahren zuvor das Leben genommen haben«. Politische Konsequenzen aus dieser Feststellung sucht man bisher jedoch vergebens.

»Die Verbotspolitik im Umgang mit Drogen erreicht exakt null Erfolge. Weder sinkt die Zahl der Konsumenten noch die Zahl der Menschen, die durch illegalisierte Drogen sterben«, konstatierte Niema Movassat, drogenpolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke. Der Bundestagsabgeordnete sprach sich einmal mehr dafür aus, Drogenkonsumenten zu entkriminalisieren. Nur das werde auch »den Drogenkartellen das Handwerk legen«.
https://www.jungewelt.de/artikel/399779.drogenpolitik-vermeidbare-todesf%C3%A4lle.html

Kuddel

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Re: Drogenpolitik
« Antwort #233 am: 14:51:42 Mo. 10.Mai 2021 »
Zitat
Nach dem umstrittenen Einsatz der brasilianischen Polizei in Rio de Janeiro ist die Zahl der Getöteten offensichtlich auf 28 gestiegen.

Dies berichten Medien vor Ort unter Berufung auf die Behörden. Demnach handelte es sich bei den Opfern um 27 Verdächtige und einen Beamten der Anti-Drogen-Einheit. Der Polizeieinsatz in der Favela Jacarezinho, einem der größten Armenviertel der Stadt, hatte sich gegen mutmaßliche Drogenhändler gerichtet. Das UNO-Menschenrechtsbüro äußerte sich beunruhigt über den Vorfall.

Unterdessen zogen mehrere hundert Menschen vor das Hauptquartier der Polizei. Sie warfen den Sicherheitskräften vor, ein „Massaker“ verübt zu haben.
https://www.deutschlandfunk.de/rio-de-janeiro-protest-nach-toedlichem-polizeieinsatz.2932.de.html?drn:news_id=1256949

Ich kann es nicht oft genug wiederholen: Der Krieg gegen Drogen ist ein Krieg gegen die Armen.

Kuddel

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Re: Drogenpolitik
« Antwort #234 am: 16:31:33 Fr. 30.Juli 2021 »
Schwindelerregende Zahlen:

Zitat
Drogentote in den USA
Die Zahl der Drogentoten durch Überdosis ist in den USA im Jahr 2020 massiv gestiegen

Die Zahl der Todesfälle durch Überdosierung in den USA stieg im vergangenen Jahr inmitten der Covid-19-Pandemie auf einen Rekordwert von mehr als 90.000 Fällen, berichtete die US-Regierung am Mittwoch, 14. Juli 2021. Die Zahl der 92.183 registrierten Drogentoten stellt bei weitem den zuletzt registrierten Höchststand von 71.130 Todesfällen durch Drogenüberdosis in den Schatten, der im Vorjahr erreicht wurde, und entspricht einem Anstieg von 29,6 Prozent.(...)
https://blogs.taz.de/drogerie/2021/07/28/drogentote-in-den-usa/

Kuddel

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Re: Drogenpolitik
« Antwort #235 am: 11:04:40 Mi. 13.Oktober 2021 »
Jetzt wird ein Umschwung in der Drogenpolitik diskutiert.
FDP und Grüne sind ganz vorn bei der Forderung der Cannabis Legalisierung.

Man sollte Drogenpolitik endlich mal weitgehender diskutieren, denn es geht um mehr.

Erstmal zur Cannabispolitik.
Ich mag die Kifferszene nicht sonderlich. Die Hanfparaden und Hanfmessen zeigen, daß es hier um die Etablierung eines neuen Wirtschaftszweigs geht. Inzwischen kriegt man bei Lidl Produkte mit einem Hanfblatt als Logo und mit lustigen Produktnamen. In den USA ist Cannabis zu einem legalen Milliardengeschäft geworden. Jetzt möchte man auch hier ein Stück von dem Kuchen abhaben.

In der Praxis heißt es, daß sich der Markt verändert und andere Leute verdienen.
Ich finde es zwar gut, wenn die Mafiastrukturen im Hintergrund weniger verdienen. Bei den Straßendealern sehe ich es anders. Das sind oftmals arme Schweine. Für sie ist es bestenfalls ein Einkommen, mit dem man Fabrikarbeit (oder Arbeit auf dem Bau oder als Radkurier) vermeidet, für viele Migranten (insbesondere welche ohne festen Aufenthaltstitel) ist es die einzige Möglichkeit an Bargeld zu kommen. Wenn man demnächst Gras und andere Cannabisprodukte im Laden bekommt, sind diese Leute am Arsch.

Ich bin gegen die Trennung von "harten" und "weichen" Drogen. Warum gilt Alkohol als "weiche" Droge? Ich bin für einen radikalen Wandel in der Drogenpolitik. Ich bin für eine Entkriminalisierung auch der ekligen und fiesen Drogen. Es gibt keine Rechtferigung dafür, Drogennutzer und Abhängige in den Knast zu stecken. Ich finde es gut, daß es inzwischen einzelne Altenheime gibt, in denen diejenigen, die es möchten, auch Zugang zu Alk und Opiaten kriegen.

Die herrschende Drogenpolitik ist eine Politik gegen die Armen. Repression schützt nicht vor Drogenkonsum, schützt auch nicht die Gesundheit und das Leben der Menschen. Man muß die Menschen respektieren, ihre Bedürfnisse, ihre Störungen, Krankheiten und Süchte. Dort, wo man z.B. "Druckräume" für Junkies eingerichtet hat, hat man viele Leben gerettet, allein durch das Bereitstellen von sauberem Spritzbesteck. Das bereitstellen von Duschen und Gesundheitsversorgung tun ein Weiteres.

Weiterhin halte ich eine gute Aufklärung über Drogen (auch in der Schule) für wichtig. Ich meine mit einer guten Aufklärung etwas völlig anderes, als die plumpe Antidrogenpropagnanda, die bisher üblich ist. Ich würde es auch für sinnvoll halten, daß Drogen in ihrer Qualität geprüft werden können. Es sterben mehr Menschen an den Beimengungen als an den Drogen selbst.

Kuddel

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Re: Drogenpolitik
« Antwort #236 am: Gestern um 19:46:57 »
Ich will ja nicht angeben, aber wir hatten das vor 30 Jahren schon gefordert: Heroin auf Rezept.
Damals wurden wir auch in der linke Szene für verrückt erklärt.
Heute propagieren es auch die Tagesthemen: