Autor Thema: Drogenpolitik  (Gelesen 121493 mal)

Fritz Linow

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Re: Drogenpolitik
« Antwort #240 am: 22:36:45 So. 09.Januar 2022 »
Sehnsucht nach Veränderung... mal so, mal so:



Bewusstheit=Unbekifftheit?

counselor

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Re: Drogenpolitik
« Antwort #241 am: 05:06:12 Mo. 10.Januar 2022 »
Die Frage ist doch: Wie beenden wir das Ziehen von Profiten aus dem Drogengeschäft?
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Onkel Tom

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Re: Drogenpolitik
« Antwort #242 am: 13:33:24 Mo. 10.Januar 2022 »
Ich sehe da keine Fragestellung sondern nur den Appell, das Canabis illegal bleiben
soll und subtiler Diffamierung von Drogenkonsumenten (die mangelnde Ahnung hätten).

Wohl etwas stinkkonserativ windfähnchienhaft überrebelliert..
Hätten mal besser vor der Transpierstellung eine Rolle rauchen sollen.  ::)
Lass Dich nicht verhartzen !

counselor

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Re: Drogenpolitik
« Antwort #243 am: 15:10:50 Mo. 10.Januar 2022 »
Naja, ich halte es nicht für fortschrittlich, dafür einzutreten, dass sich die Jugend bewusst vergiftet. Ich kenne mehrere Fälle, bei denen Drogenkonsum zu einer drogeninduzierten Schizophrenie geführt hat. Ich halte Drogen daher für brandgefährlich. Die meisten Jugendlichen unterschätzen diese Gefahren.
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Kuddel

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Re: Drogenpolitik
« Antwort #244 am: 15:58:33 Mo. 10.Januar 2022 »
Über das Drogenthema kann man gern ernsthaft und ausführlich diskutieren, denn es ist ein politischeres Thema, als gemeinhin angenommen wird.

Ich habe wenig Zeit, deshalb nur ein paar hingeworfene Gedanken dazu.

Ich halte die Versprechen der 60er Jahre, in denen an Drogen die Hoffnung geknüpft war, man könne mit ihnen nicht nur die Wahrnehmung verändern, sondern auch die bürgerliche Moral und Kultur und die gesellschaftlichen Fesseln sprengen, für eindeutig zu hoch gegriffen.

Das Bewußtsein erweitern? In Einzelfällen vielleicht.

Drogenkonsum sehe ich heute nicht mehr als Antiestablishment. Im Gegenteil, sie sind Normalität und Schmiermittel dieser Gesellschaft. Drogen dienen eher dem Klarkommen in der Welt, dem Spaßhaben, der Unterhaltung, der Betäubung. Es gibt keine Kulturen ohne Drogenkonsum. Drogen können in einen religiösen Ritus eingebunden sein. Sie können das Feierabendbier sein. Der Lübecker Richter Wolfgang Nešković sah Anfang der 90er ein "Recht auf Rausch" und setzte sich für eine Straffreiheit von Cannabisprodukten für den Eigenkonsum ein.

Ich teile die Auffassung des Richters. Ich sehe auch ein Recht auf Rausch. Ich bin auch für die Entkriminalisierung sogenannter "harter Drogen". Mir ist auch klar, daß Drogenkonsum seinen Preis hat. Nicht nur die Anschaffungskosten. Auch gesundheitliche Gefahren, psychische Folgen. Auch Cannabis kann bei bestimmten Leuten schlimme Folgen haben. Angstzustände, Psychosen. Ich weiß.

Verbote führen nicht zu einer Reduzierung des Konsums. Sie verlegen den Markt in mafiöse Strukturen. Gewalttätige Hardcorekapitalisten.

Ich bin dafür, daß Drogen kontrolliert und getestet sein müssen und daß es einen Vertrieb jenseits der mafiösen Strukturen geben sollte. Der größte Teil der Todesfälle wird nicht von den Drogen selbst verursacht, sondern von den Beimengungen oder durch die wechselnde Wirkstoffkonzentration.

Es müß gute und erstzunehmende Aufklärung über Wirkung und Gefahren von Drogen geleistet werden. Die historischen Drogenaufklärungsfilme funktioneren heute als knallkomische Unterhaltungsfilme, bei denen ein johlendes Publikum garantiert ist.

counselor

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Re: Drogenpolitik
« Antwort #245 am: 16:54:53 Mo. 10.Januar 2022 »
Zitat
Verbote führen nicht zu einer Reduzierung des Konsums. Sie verlegen den Markt in mafiöse Strukturen. Gewalttätige Hardcorekapitalisten.

Deswegen sagte ich, dass wir Mittel finden müssen, den Profit, der mit den Drogen gemacht wird, auszutrocknen.

Ich halte auch nicht viel davon, Kleinkonsumenten in den Knast zu stecken. Allerdings würde ich Drogen wegen ihrer Gefährlichkeit auch nicht frei geben wollen. Denkbar wäre eine Herabstufung des Cannabiskonsums zu einer Ordnungswidrigkeit.

Ich habe halt drastische Erfahrungen mit Leuten, die durch den Drogenkonsum völlig kaputt sind. Ich kann Leuten, die Drogen verharmlosen nur den Besuch einer Suchtstation in einem psychiatrischen Krankenhaus empfehlen.
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Onkel Tom

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Re: Drogenpolitik
« Antwort #246 am: 18:25:49 Di. 11.Januar 2022 »
...
Ich kann Leuten, die Drogen verharmlosen nur den Besuch einer Suchtstation in einem psychiatrischen Krankenhaus empfehlen.
...

Nur weil sie Drogen "verharmlosen" ? Was hat das mit Sucht zu tun ?
A bissel differenzierter käme auch dem zu Gute, was Kuddel im Vorpost erwähnt, näher..

Ich befürworte die Entkrimminallisierung von "Drogen" und Etablierung in medizinischer Anwendung.
Auflockerungen in diese Richtung soll laut Ampel die Jugend ja nicht betreffen.

Ja, "erst ab 18" und wie ich noch minderjährig war, fand ich immer irgend ein Weg an das zu kommen,
was erst ab 18 "erlaubt" war..

Ja, weil es "verboten" ist, um so spannender es trotzdem zu versuchen.. (Jugend-Flauseln..)
Von daher habe ich zum Jugendschutz auch ein Schmunzeln über.

Kenne auch Leute, die an Drogenkonsum "hops" gegangen sind, doch wie viele davon an
Alk hops gegangen sind, interessiert keinem mehr.. Da sehe ich eine Verhamlosung dessen
gegenüber dem Cannabis..

Zu Risiken und Nebenwirkungen befragen sie bitte ihren "Händler im zugelassenem Coffeshop"..
 ;)
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Kuddel

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Re: Drogenpolitik
« Antwort #247 am: 18:05:30 Fr. 14.Januar 2022 »


Prost!

counselor

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Re: Drogenpolitik
« Antwort #248 am: 20:28:33 Fr. 14.Januar 2022 »
Man sollte natürlich auch etwas gegen den Alkoholmissbrauch unternehmen. Alkohol ist auch eine Droge.
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