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Studentendemos & Unistreiks

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Kuddel:

--- Zitat ---Studentische Proteste gegen Korruption eskalieren in Kolumbien



Bogotá. Seit Mittwoch protestieren tausende Studierende in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá gegen einen unlängst bekanntgewordenen Korruptionsfall innerhalb der Universidad Distrital (Bezirksuniversität). Die zunächst friedlichen Proteste wurden im Laufe der Woche immer wieder gewaltsam niedergeschlagen.

Der Dozent und ehemalige Direktor von Idexud (Institut für Fortbildung und Bildung für die Arbeit und menschliche Entwicklung), Wilman Muñoz, soll laut Staatsanwaltschaft im Zeitraum zwischen Juni 2012 und Januar 2019 mehr als 10,49 Milliarden kolumbianische Pesos (knapp drei Millionen Euro) unterschlagen haben. Muñoz soll mit einer Kreditkarte der Universität Luxusautos, Flugtickets nach Miami, teuren Schmuck, Hotels und Restaurants bezahlt haben. Insgesamt habe der Dozent 333 Schecks der Universität für private Zwecke eingelöst. Die Staatsanwaltschaft leitete bereits am 13. August ein Disziplinarverfahren gegen ihn ein.

Daraufhin beschuldigte Muñoz den Rektor der Universität, Ricardo García Duarte, ebenfalls verwickelt zu sein und sprach von einem Korruptionsnetzwerk innerhalb der Universität. Er sagte aus, er habe Geburtstage sowie sexuelle Dienstleistungen für García mit dem gestohlenen Geld bezahlt. Außerdem habe dieser Stimmen gekauft, um als Rektor ernannt zu werden. García stritt alle Vorwürfe ab und bezeichnte die Anschuldigungen als "grotesk und diffarmierend".

Nachdem die Studierenden zunächst friedlich gegen den Korruptionsfall protestierten, rückte die mobile Aufstandsbekämpfungseinheit der Polizei (Esmad) mit gepanzerten Fahrzeugen und hunderten Beamten an. Die Studierenden, die einige Hauptverkehrsstraßen blockiert hatten, wurden mit Wasserwerfern und Tränengas attackiert. Einige Maskierte lieferten sich Straßenschlachten mit der Polizei.

In den darauffolgenden Tagen schlossen sich weitere Studierende unterschiedlicher Institutionen den Protesten an, darunter Kommilitonen der Universidad Nacional, der Javariana und der pädagogischen Universität. Alle Demonstrationen wurden erneut gewaltsam durch die Esmad niedergeschlagen. In der pädagogischen Universität explodierten zudem Gasgranaten, mehrere Menschen wurden dabei verletzt.

Am Freitagnachmittag drangen unterdessen 25 Protestierende in das Gebäude von ICETEX (Kolumbianisches Institut für Bildungskredite und technische Studien im Ausland) an und zündeten den ersten Stock an. Es wurde niemand verletzt. Zudem wurden Teile des Nahverkehrs in Bogotá lahmgelegt.

--- Ende Zitat ---
https://www.amerika21.de/2019/09/232084/kolumbien-studenten-gegen-korruption

Kuddel:

--- Zitat ---Frankreich
Proteste nach Selbstverbrennung eines Studenten

Nachdem sich ein Student in Lyon selbst verbrannt hatte, fanden in ganz Frankreich Studierenden-Proteste gegen problematische finanzielle Verhältnisse statt. In seinem Abschiedsbrief erklärte der 22-Jährige seinen Selbstmord laut einer Vereinskameradin mit seiner prekären Lebenslage.


„Prekarität ist tödlich – Solidarität lebensnotwendig“ lautet das Motto der französischen Studierenden

In Paris haben gestern Nacht mehrere Dutzend Studierende den Hof des Hochschulministeriums besetzt und Ministerin Frédérique Vidal zum Rücktritt aufgefordert – bis die Polizei die Gruppe auseinandertrieb. So endete der gestrige Aktionstag, bei dem Studierendenvereine im ganzen Land zu Kundgebungen aufgerufen hatten. Allen voran Solidaires étudiant-e-s – denn dort engagierte sich der Studierende, dessen Fall derzeit durch die Medien geht, für bessere Alltagsbedingungen im Hochschulbereich.

Der 22-Jährige, der sich in Lyon in Brand gesteckt hatte, lebte selbst in sehr prekären Verhältnissen. Seine Kommilitonen berichteten bei der Protestaktion auf dem Campus der Universität Paris Saint-Denis über seine Versuche, unter diesen Bedingungen sein Studium der Politikwissenschaft abzuschließen.

In zwei Anläufen sei es ihm nicht gelungen, das zweite Jahr erfolgreich zu absolvieren, beim dritten Versuch wurde seine „Bourse“, also das Bafög gestrichen, er blieb mittellos zurück.
(...)
Für die Miete arbeitet auch Jurastudentin Chloé in einem Burger-Laden. Denn von ihren Eltern erhält sie keinerlei Unterstützung:

„Morgens um drei erst habe ich Feierabend. Und einige Stunden später sitze ich schon wieder im Hörsaal. Dieser Rhythmus greift die Gesundheit an. An manchen Tagen könnte ich nur da sitzen und heulen.“
(...)
„Der Höchstsatz bei uns beläuft sich auf rund 450 Euro pro Monat. Das liegt unter der Armutsgrenze. Wir sagen: Dem finanziellen Fördersystem ist die Luft ausgegangen, es muss dringend reformiert werden.“

Um so mehr, als letztes Jahr in Frankreich das Wohngeld gekürzt und dessen Berechnungsgrundlage geändert wurde. Zum Nachteil vieler Studierender, so die Gewerkschaften. Bei der gestrigen Kundgebung von Solidaires étudiant-e-s in Paris forderte Paola Toutous von der Regierung Sofortmaßnahmen:

„Die Beschlagnahmung leerstehender Wohnungen für die Unterbringung von Studierenden und die Freigabe von Notgeldern für Bedürftige.“

Auf ein offizielles Statement der Regierung in Paris warten die Studierenden bislang vergeblich.
--- Ende Zitat ---
https://www.deutschlandfunk.de/frankreich-proteste-nach-selbstverbrennung-eines-studenten.680.de.html?dram:article_id=463346



--- Zitat ---»Armut tötet«
Frankreichs Studierende erheben sich gegen unerträgliche Lebensbedingungen

In Lyon kämpften die Ärzte am Donnerstag weiter um das Leben von Anas K. Der 22jährige hatte sich am vergangenen Freitag vor der Universitätsverwaltung in Lyon selbst in Brand gesteckt. Er wollte damit gegen die Lebensbedingungen der französischen Studenten protestieren, die von Armut, Wohnungsnot und Leistungsdruck geprägt seien. Er beschuldigte Staatschef Emmanuel Macron und dessen Amtsvorgänger Nicolas Sarkozy und François Hollande, ihn »getötet« zu haben.

Seither kommen die Hochschulen des Landes nicht mehr zur Ruhe. Mit Unterstützung der Gewerkschaften gingen in den vergangenen Tagen junge Menschen in allen großen Städten auf die Straße. In Lille verhinderten zornige Studenten im Auditorium der Universität die Vorstellung des neuen Buchs des früheren sozialdemokratischen Präsidenten Hollande mit dem Titel »Auf die Krise der Demokratie antworten«. Hollande sei »in Sicherheit gebracht«, sein Vortrag abgesagt worden, ließ die Hochschulverwaltung erklären.

Vor den Behörden des Wissenschaftsministeriums lieferten sich Hunderte junge Menschen Straßenschlachten mit der Polizei.(...)
--- Ende Zitat ---
https://www.jungewelt.de/artikel/366837.armut-t%C3%B6tet.html

Kuddel:

--- Zitat ---"Legitime Wut"

In ganz Frankreich gehen Studierende auf die Straße, um gegen Geldsorgen zu protestieren. Der Fall eines 22-Jährigen, der sich offenbar aus Verzweiflung anzündete, lässt sie nicht los.



An den Mauern der Universität Diderot in Paris kleben viele weiße Zettel mit je einem Buchstaben. Zusammen ergeben sie diese Botschaft: "Die Prekarität tötet. Ein Student hat sich selbst verbrannt. Die Jugend ist auf der Straße." Eine Erinnerung an den Fall des 22-jährigen Studenten Anas K., der unter Frankreichs Studierenden für Bestürzung sorgt - und der viele besonders berührt, weil sie unter ganz ähnlichen Problemen leiden.


--- Ende Zitat ---
https://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/frankreich-studentenproteste-es-gibt-eine-legitime-wut-a-1297852.html

ManOfConstantSorrow:
Britische Hochschulen
Erneute Streiks für gerechtere Arbeitsbedingungen



Der Lehrbetrieb ruht – etwa 43.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der rund 60 britischen Hochschulen sind im Ausstand. Es geht um drohende Einschnitte in der Altersversorgung, aber auch um Arbeitsbedingungen, Chancengleichheit und berufliche Perspektiven.

https://www.deutschlandfunk.de/britische-hochschulen-erneute-streiks-fuer-gerechtere.680.de.html?dram:article_id=464674

ManOfConstantSorrow:

--- Zitat ---Besetzte Hochschule in Budapest
Kampfansage an die Orbán-Regierung

Studierende haben die Theater- und Filmhochschule in Budapest besetzt. Ihr Protest richtet sich gegen die Orbán-Regierung, die der Schule die Autonomie nehmen will. In den ungarischen Medien wird der Konflikt ignoriert.
--- Ende Zitat ---
https://www.deutschlandfunkkultur.de/besetzte-hochschule-in-budapest-kampfansage-an-die-orban.1013.de.html?dram:article_id=483432

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