Autor Thema: Studentendemos & Unistreiks  (Gelesen 172578 mal)

Carsten König

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Studentendemos & Unistreiks
« Antwort #30 am: 23:39:00 Di. 28.Juni 2005 »
Da zeigt die Polizei schon vorauseilenden Gehorsam. Richtig aufregend wäre es noch gewesen, die stinkenden Reiterstaffeln dafür einzusetzen und Schimanski mit Preußen-Pickelhelm.

Furchtbare Zeiten!

ManOfConstantSorrow

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Studentendemos & Unistreiks
« Antwort #31 am: 00:15:30 So. 17.Juli 2005 »
4000 Studenten des Jiujiang Institute (an dem auch die Volksarmee beteiligt ist) protestierten gegen die hohen Gebühren, schlechtes Essen in der Mensa und überbelegte Wohnheime. Dabei soll ein Schaden von 120 000 HK$ entstanden sein, u.a. an auf den Kopf gestellten Autos, kaputten Fensterscheiben und nicht mehr funktionierenden Telefonen. Die Uni reagierte auf den Protest; ein Teil der Gebühren wird zurückgezahlt und die Zahl der Bewohner eines Zimmers wird von 8 auf 6 reduziert. Ein Studentenkomitee soll die Qualität des Essens überwachen.

Quelle: Newsday.com, 2.7.05
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Kuddel

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Studentendemos & Unistreiks
« Antwort #32 am: 20:32:36 Sa. 27.August 2005 »
In keinem anderen Land in Europa ist die Möglichkeit zu höheren Bildung so stark mit der sozialen Herkunft verbunden, wie in der Bundesrepublik.

Und diejenigen, die was dran ändern wollen kriegen gleich nen Knüppel über´n Kopp:

Am 26.8.05 wurde das Summer Of Resistance Camp in Berlin von einer Hundertschaft der Berliner Polizei gestürmt und durchsucht.

ManOfConstantSorrow

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Studentendemos & Unistreiks
« Antwort #33 am: 17:52:33 So. 02.Oktober 2005 »
01.10.05
Bei Studentenprotesten in zwei Städten des indischen Unionsstaates Meghalaya sind am Freitag mindesten 12 Studenten von der Polizei erschossen worden. Mehr als 100 weitere Personen wurden verletzt, darunter viele Polizisten. Mit den Demonstrationen protestierten die Studenten gegen Entscheidungen der Regierung zur Schul- und Sozialpolitik.
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ManOfConstantSorrow

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Studentendemos & Unistreiks
« Antwort #34 am: 12:14:44 Mi. 26.Oktober 2005 »
Streikwelle an italienischen Unis



In Italien sind gerade mehrere Universitäten besetzt. Bei einer Großdemo in Rom kam es heute zu Auseinandersetzungen mit der Polizei.



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« Antwort #35 am: 13:15:31 Sa. 19.November 2005 »


Was es in Deutschland bisher nicht gab: Schüler, Lehrlinge und Studenten demonstrieren gemensam!

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ManOfConstantSorrow

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Studentendemos & Unistreiks
« Antwort #36 am: 18:36:35 Di. 14.März 2006 »
Die momentanen Schüler- und Studentenproteste in Frankreich haben einen wesentlichen Unterschied zu denen in Deutschland. Nicht der Mut und die wachsende Radikalität sind beachtlich, es wird endlich über den Tellerrand der eigenen Bildungsinstitution hinausgeschaut.

Es geht um die Arbeitsbedingungen für alle jungen Menschen im Land und nicht nur um die eigenen Scheiß Studiengebühren.
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ManOfConstantSorrow

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« Antwort #37 am: 17:32:50 Di. 02.Mai 2006 »
„Streit um Studiengebühren spitzt sich zu: Uni Bochum lässt Besetzer von Polizei heraustragen, in Bonn stürmen Studis die Senatssitzung, in Köln ist das Rektorat besetzt, Duisburg-Essen droht Streik. Studierende stürmen die Universitäten des Landes: Die Ruhr-Universität Bochum rief am Donnerstagabend die Polizei, um den besetzten Senatssaal zu räumen. Mehr als die Hälfte der rund 250 Besetzer verließ den Saal freiwillig, die restlichen wurden hinausgetragen. Die Universität erstattete Anzeige wegen Hausfriedensbruchs, die Polizei ermittelt gegen 92 Studierende…“

http://www.taz.de/pt/2006/04/29/a0006.1/text
http://www.protestkomitee.de/
http://www.bo-alternativ.de/
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Studentendemos & Unistreiks
« Antwort #38 am: 23:31:38 Fr. 12.Mai 2006 »
12.05.06: Gestern gegen 14.30 Uhr haben ca. 100 Studenten das Rektorat der Uni Duisburg-Essen auf dem Gelände der Uni Duisburg besetzt. Parallel dazu wurden die Rektorate der Unis in Siegen und Bonn sowie die FDP-Zentrale in Köln besetzt. Die Proteste richten sich gegen die Einführung der Studiengebühren in NRW und sollen den Druck auf die Verantwortlichen in der Landesregierung sowie in den Senaten erhöhen. Das Ziel ist es, die Studiengebühren zu Fall zu bringen.

Vor dem Rektorat versammelten sich weitere 200 bis 300 Studenten, um ihre Solidarität auszudrücken. Dennoch teilte der "Kanzler" der Universität den Besetzern in arroganter Weise mit, dass ihn keine ihrer Forderungen interessieren würde und ordnete die Räumung an. Gegen 18.15 Uhr wurde das Rektorat gewaltsam durch mehrere Hundertschaften der Polizei geräumt. 47 Anzeigen wegen Hausfriedensbruch wurden erstattet. Zwei Studierende wurden vorübergehend festgenommen.

Klar ist, dass die Studenten in Duisburg sich dennoch an der landesweiten Demonstration in Düsseldorf am 16.5. (Treffpunkt 11.55 Uhr am Hauptbahnhof Düsseldorf) beteiligen werden. Diskutiert wird, ob man sich bereits um 10.30 Uhr an der Uni trifft und von dort aus zum Duisburger Hauptbahnhof demonstriert. Dann ist man schon mal warm für Düsseldorf ...

Weitere Infos über die Besetzung laufend über die eingerichtete Homepage: http://www.uni-due.de.tk
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Studentendemos & Unistreiks
« Antwort #39 am: 10:58:14 So. 28.Mai 2006 »
Kölner Uni-Senat auf der Flucht vor protestierenden Studenten



Senatsmitglieder werden in ihrem Kleinbus
von Kölner Studenten am Weiterfahren
gehindert

Köln, 26.05.06: Unter streng konspirativen Bedingungen trat der Senat der Universität Köln am Mittwoch zusammen, um über die Einführung von Studiengebühren zu beschließen. Aus Angst vor Protesten verlegte man den Tagungsort vorsichtshalber ins 50 Kilometer von Köln entfernte Kernforschungszentrum Jülich. Doch nicht nur das - der Ort der Sitzung wurde zunächst sogar vor den Senatoren geheim gehalten. Sie erhielten lediglich Briefe mit der Anweisung, sich an unterschiedlichen Straßenecken bereit zu halten, um abgeholt zu werden.

Trotz aller Geheimhaltung gelang es den Damen und Herren jedoch nicht, die protestierenden Studenten los zu werden. Vielmehr sickerte der Tagungsort schon am Dienstag durch und über 400 Studenten machten sich mit Bussen ebenfalls nach Jülich auf. Dort kesselten sie mehrere Senatoren in ihrem Bus ein und verhinderten so ihre Teilnahme an der Senatstagung. Immerhin schafften es acht Senatoren, in den Sitzungssaal zu gelangen, gerade genug, um beschlussfähig zu sein.

Unter Protest gegen die "Tendenzen zur Freiheitsberaubung", so Uni-Pressesprecher Patrick Honecker, beschlossen sie die Einführung einer Studiengebühr von 500 Euro. Eine Studentin bekräftigte dennoch gegenüber dem "Kölner Stadtanzeiger": "Die Aktion war auf jeden Fall ein Erfolg für uns - auch wenn die Gebühren beschlossen werden. Die Unterstützung aus der Studentenschaft war rießengroß."

Offensichtlich ist der Kölner Univerwaltung schon der bisherige Protest der Studenten gehörig in die Knochen gefahren. Seit der Verabschiedung eines Gesetzes durch den Düsseldorfer Landtag, das es den einzelnen Universitäten überlässt, bis zu 500 Euro Studiengebühren pro Semester einzuführen, haben Studenten in Nordrhein-Westfalen zahlreiche Rektorate ihrer Universitäten besetzt und Senatssitzungen gesprengt. Am Montag musste eine Senatssitzung an der Fachhochschule Münster abgebrochen werden, weil rund 300 Studenten protestierten. In Köln hatten lautstarke Proteste Anfang Mai die letzte Senatssitzung verhindert.

Auch in Hessen gehen unterdessen die Studentenproteste weiter. In Marburg hatten Anfang der Woche mehrere hundert Studierende das Verwaltungsgebäude der Uni besetzt. Am Mittwoch beteiligten sich in mehreren hessischen Städten Tausende an der Blockade von Straßen und Bahngleisen. In Gießen wurde ein Student dabei von einem Zug erfaßt und schwer verletzt. In Frankfurt blockierten rund 1.500 Studenten am Mittwoch vorübergehend U-Bahn-Gleise, durchbrachen eine Polizeiabsperrung und besetzten einen Kreisverkehr an der Messe. Als sie versuchten, einen Autobahnzubringer zu besetzen, setzte die Polizei unter anderem Pfefferspray gegen sie ein.
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« Antwort #40 am: 02:05:00 Mo. 12.Juni 2006 »
8.06.06

Seit Beginn des Monats streiken an den meisten Universitäten in Griechenland die Professoren, während die Studenten mehr als dreihundert Institute an mehr als 200 Hochschulen besetzt halten. Der gemeinsame Protest richtet sich gegen das Vorhaben der Regierung und der sozialdemokratischen Pasok, in der Verfassung das staatliche Bildungsmonopol abzuschaffen.
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« Antwort #41 am: 02:11:19 Mo. 12.Juni 2006 »
Die konservative Regierung will es - die StudentInnen nicht: Das neue Universitätsgesetz. Das im wesentlichen aus drei Teilen besteht: Die bestehenden Universitäten werden der Leitlinie kommerzieller Buchführung unterworfen (also schlechter, teuerer und autoritärer, sagen die AktivistInnen), private Unis werden ermöglicht und alle möglichen einrichtungen des sogenannten lebenslangen Lernens eingeführt. Seit 4 Wochen dauert der Protest, der mit Demonstrationen und Besetzungen organisiert wird. Die Zahl der besetzten Fakultäten wächst täglich an - in dem informativen (englischen) Bericht "During the last 3 weeks there is quite some unrest in Greek universities"   bei Indymedia Athen vom 1. Juni 2006 sind es noch 180 besetzte Fakultäten...:
http://athens.indymedia.org/front.php3?lang=en&article_id=516134
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« Antwort #42 am: 14:55:33 Do. 22.Juni 2006 »
47 Festnahmen in Frankfurt
Polizei löst Studentendemo auf




Mit gezielten Blockaden von Schienen und Straßen hatten protestierende Studenten am Mittwoch anlässlich des WM-Spiels Niederlande-Argentinien in Frankfurt den Verkehr in weiten Teilen der Innenstadt vorübergehend lahm gelegt. Die Polizei nahm 18 Studierende am Bahnhof und an einem Autobahnzubringer an der Messe fest.
http://www.n-tv.de/681233.html
http://de.indymedia.org/2006/06/150716.shtml
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« Antwort #43 am: 12:53:11 Sa. 24.Juni 2006 »
Entsetzt hat der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der Freien Universität Berlin den nächtlichen Polizeiüberfall auf das Frankfurter Studierendenhaus verfolgt. Mehrere hundert Polizeibeamte belagerten in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag den Campus. Um Konklikten aus dem Weg zu gehen, zogen sich die anwesenden Studierenden, die eine Party in studentischen Räumen feierten, in ein studentisches Cafe zurück. Die Polizei umstellte daraufhin das Gebäude. Versuche des AStA der Universität Frankfurt, auf ein Ende der polizeilichen Belagerung hinzuwirken, scheiterten. Die Polizei, schlug die Festerscheiben ein,  stürmten das Gebäude und verhaftete 48 Menschen, die sich zum Teil immer noch in Haft befinden.

“Der nächtliche Polizeiüberfäll stellt einen erschreckenden neuen Eskalationshöhepunkt dar. Bei Demonstrationen bieten Journalistinnen und Journalisten durch ihre Anwesenheit einen gewissen Schutz. Einen solchen Luxus haben die Opfer solcher Polizeieinsätze häufig nicht, stattdessen sind sie vollkommen der Willkür der anwesenden Polizeibeamten ausgesetzt“, so Björn Kietzman, hochschulpolitischer Referent des Allgemeinen Studierendenausschuss der Freien Universität Berlin.

Mittwoch Nachmittag brachten Proteste gegen Studiengebühren den Frankfurter Innenstadtverkehr gänzlich zu erliegen. Es kam zu kilometerlangen Staus. Die Polizei veranlasste es eine Abriegelung des Hauptbahnhofes. Sprecher der Deutschen Bahn berichteten, dass 250 Züge insgesamt 4400 Minuten zu spät kamen und 28 Züge komplett ausfielen. Auch hier ging die Polizei massiv gegen die friedlichen Protestierenden vor: Schlagstöcke kamen zum Einsatz und 16 Menschen wurden vorläufig festgenommen. Ein Demonstrant wurde von einem Polizeiwagen angefahren und musste zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht werden.(...)

Proteste gegen Studiengebühren sind auch in Berlin zu erwarten. Ein breites Bündnis aus 35  Gruppen, Initiativen und Organisationen hat sich vor wenigen Tagen das “Berliner Bündis für Freie Bildung – gegen Studiengebühren“ gegründet. Ziel ist es, jegliche  Gebühren im Bildungsbereich zu bekämpfen. Darunter fallen neben Studiengebühren und Studienkonten auch Kita-Gebühren sowie Elternzahlungen für Schulbücher.

Im Rahmen dieser gemeinsamen Kampagne organisiert der AStA FU zusammen mit Studierenden aus Potsdam auch Busse zu den bundesweiten Demonstrationen für gebührenfreie Bildung am 28. Juni in Hamburg und am 06. Juli in Frankfurt am Mai
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  • Das System macht keine Fehler, es ist der Fehler.
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« Antwort #44 am: 14:17:44 So. 25.Juni 2006 »
so geh's auch / am Beispiel Griechenland:

Studentenproteste in Griechenland - Flüge ausgefallen

Athen. DPA/baz. Die seit rund einem Monat andauernden Proteste griechischer Studenten gegen die geplanten Hochschulreformen haben am Donnerstag zu Verkehrsproblemen im ganzen Lande geführt. Rund 50 Flüge fielen aus oder waren verspätet. Zudem traten die Staatsbediensteten in einen 24-stündigen Streik. Auch die Athener U-Bahnen wurden für drei Stunden bestreikt. Damit wollten die Staatsbediensteten ihre Solidarität mit den Studenten bekunden, berichtete das staatliche Fernsehen (NET). Für den Nachmittag war in Athen eine Studentendemonstration geplant.

Die Proteste richten sich vor allem gegen Pläne der konservativen Regierung, private Universitäten zuzulassen. Zudem plant die Regierung, die Studiendauer zu begrenzen, um die Zahl der "ewigen Studenten" zu mindern. Die Studenten fordern, dass der Staat die Zuschüsse für die Bildung von heute rund 3,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) auf fünf Prozent des BIP erhöht. Studenten halten aus diesem Grund seit Wochen fast alle griechischen Hochschulen besetzt.
Das System macht keine Fehler, es ist der Fehler.