Autor Thema: Studentendemos & Unistreiks  (Gelesen 185826 mal)

ManOfConstantSorrow

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Re: Studentendemos & Unistreiks
« Antwort #225 am: 08:47:04 Do. 18.März 2021 »
Zitat
Studierendenproteste in Südafrika
Wut an den Unis
Regierung in Südafrika versucht Krisenfolgen auf Studierende abzuwälzen. Tödliche Gewalt gegen Protest


Zitat
Hintergrund: Proteste von Studierenden

Der Stein des Anstoßes hatte eine Inschrift – und zwar den Namen Cecil John Rhodes. Der Kolonialist, der einst mit einem Freibrief der britischen Krone, krummen Deals und rauher Gewalt weite Teile des südlichen Afrikas unter seine Kontrolle brachte, hatte der Universität Kapstadt den Grund und Boden vermacht, auf dem sie noch heute steht. Zum Dank thronte er lange Zeit als überlebensgroße Statue vor ihrer Zeremonialhalle. 2015 hatten Studenten genug von dem Hokuspokus um erst geraubtes und dann geschenktes Land. »Rhodes muss fallen«, forderten sie mit Nachdruck. Gemeint war damit aber nicht nur der Metallklotz, der noch im selben Jahr entfernt wurde, sondern eine umfassende Entkolonialisierung sämtlicher Hochschulen Südafrikas.

Die Coronakrise hat auch Südafrikas Universitäten schwer getroffen. Nach langen Schließungen infolge der Pandemie sollten die Hochschulen in dieser und der kommenden Woche eigentlich das bereits um zwei Monate verschobene akademische Jahr eröffnen. Wegen Problemen bei der finanziellen Förderung von Studierenden begann es jedoch mit Protesten. In Johannesburg erschoss die Polizei dabei einen Passanten. Hochschulbildungsminister Blade Nzimande kündigte nun an, Förderengpässe beheben zu wollen. Doch auch damit ist längst nicht allen der aufgrund hoher Studiengebühren verschuldeten Studenten geholfen. Der Bildungsbereich ist chronisch unterfinanziert, eine langfristige Lösung nicht in Sicht.

Es war finanzieller Druck aus zwei Richtungen, der die Studierenden der Johannesburger Witwatersrand-Universität in dieser Woche auf die Straße trieb. Einerseits droht nach Angaben des Studierendenrats zwischen 6.000 und 8.000 Eingeschriebenen allein an dieser Hochschule die Exmatrikulation aufgrund ausstehender Studiengebühren. Zudem hatte der zuständige Minister Nzimande angekündigt, wegen finanzieller Engpässe die Förderung von neuen Studienanfängern landesweit zusammenzustreichen. Als die Studenten daraufhin am Mittwoch eine Straße nahe des Campus besetzten, reagierte die Polizei mit Gewalt. Mit Hartgummigeschossen und Schockgranaten versuchten die Einsatzkräfte, die Protestierenden auseinanderzutreiben. Für einen 35jährigen Mann, der Augenzeugen und Berichten lokaler Medien zufolge nichts mit den Protesten zu tun hatte, endete der Einsatz tödlich.

Den Beschreibungen nach sei das Opfer gerade von einem Arztbesuch in einer staatlichen Klinik gekommen und vor der Tür der Einrichtung in den Angriff der Polizei auf die Studierenden geraten. Dort hätten Einsatzkräfte unvermittelt auf ihn gefeuert, mutmaßlich mit Hartgummigeschossen. Als der Mann sich daraufhin berappelte und »Warum wird auf mich geschossen?« rief, soll ein Polizist ihn aus nächster Nähe ein weiteres Mal niedergeschossen haben. Der behandelnde Arzt des Mannes, der von Mitarbeitern alarmiert vor den Klinikeingang eilte, um erste Hilfe zu leisten, sprach anschließend von zwei kleineren Wunden über dem Auge und unter der Schulter sowie einer »großen Wunde direkt unterhalb der Brust«. Trotz unmittelbar eingeleiteter Rettungsmaßnahmen konnte der Mediziner das Leben des Mannes nicht mehr retten. (...)
https://www.jungewelt.de/artikel/398322.studierendenproteste-in-s%C3%BCdafrika-wut-an-den-unis.html


Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!