Autor Thema: Studentendemos & Unistreiks  (Gelesen 193479 mal)

ManOfConstantSorrow

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Re: Studentendemos & Unistreiks
« Antwort #225 am: 08:47:04 Do. 18.März 2021 »
Zitat
Studierendenproteste in Südafrika
Wut an den Unis
Regierung in Südafrika versucht Krisenfolgen auf Studierende abzuwälzen. Tödliche Gewalt gegen Protest


Zitat
Hintergrund: Proteste von Studierenden

Der Stein des Anstoßes hatte eine Inschrift – und zwar den Namen Cecil John Rhodes. Der Kolonialist, der einst mit einem Freibrief der britischen Krone, krummen Deals und rauher Gewalt weite Teile des südlichen Afrikas unter seine Kontrolle brachte, hatte der Universität Kapstadt den Grund und Boden vermacht, auf dem sie noch heute steht. Zum Dank thronte er lange Zeit als überlebensgroße Statue vor ihrer Zeremonialhalle. 2015 hatten Studenten genug von dem Hokuspokus um erst geraubtes und dann geschenktes Land. »Rhodes muss fallen«, forderten sie mit Nachdruck. Gemeint war damit aber nicht nur der Metallklotz, der noch im selben Jahr entfernt wurde, sondern eine umfassende Entkolonialisierung sämtlicher Hochschulen Südafrikas.

Die Coronakrise hat auch Südafrikas Universitäten schwer getroffen. Nach langen Schließungen infolge der Pandemie sollten die Hochschulen in dieser und der kommenden Woche eigentlich das bereits um zwei Monate verschobene akademische Jahr eröffnen. Wegen Problemen bei der finanziellen Förderung von Studierenden begann es jedoch mit Protesten. In Johannesburg erschoss die Polizei dabei einen Passanten. Hochschulbildungsminister Blade Nzimande kündigte nun an, Förderengpässe beheben zu wollen. Doch auch damit ist längst nicht allen der aufgrund hoher Studiengebühren verschuldeten Studenten geholfen. Der Bildungsbereich ist chronisch unterfinanziert, eine langfristige Lösung nicht in Sicht.

Es war finanzieller Druck aus zwei Richtungen, der die Studierenden der Johannesburger Witwatersrand-Universität in dieser Woche auf die Straße trieb. Einerseits droht nach Angaben des Studierendenrats zwischen 6.000 und 8.000 Eingeschriebenen allein an dieser Hochschule die Exmatrikulation aufgrund ausstehender Studiengebühren. Zudem hatte der zuständige Minister Nzimande angekündigt, wegen finanzieller Engpässe die Förderung von neuen Studienanfängern landesweit zusammenzustreichen. Als die Studenten daraufhin am Mittwoch eine Straße nahe des Campus besetzten, reagierte die Polizei mit Gewalt. Mit Hartgummigeschossen und Schockgranaten versuchten die Einsatzkräfte, die Protestierenden auseinanderzutreiben. Für einen 35jährigen Mann, der Augenzeugen und Berichten lokaler Medien zufolge nichts mit den Protesten zu tun hatte, endete der Einsatz tödlich.

Den Beschreibungen nach sei das Opfer gerade von einem Arztbesuch in einer staatlichen Klinik gekommen und vor der Tür der Einrichtung in den Angriff der Polizei auf die Studierenden geraten. Dort hätten Einsatzkräfte unvermittelt auf ihn gefeuert, mutmaßlich mit Hartgummigeschossen. Als der Mann sich daraufhin berappelte und »Warum wird auf mich geschossen?« rief, soll ein Polizist ihn aus nächster Nähe ein weiteres Mal niedergeschossen haben. Der behandelnde Arzt des Mannes, der von Mitarbeitern alarmiert vor den Klinikeingang eilte, um erste Hilfe zu leisten, sprach anschließend von zwei kleineren Wunden über dem Auge und unter der Schulter sowie einer »großen Wunde direkt unterhalb der Brust«. Trotz unmittelbar eingeleiteter Rettungsmaßnahmen konnte der Mediziner das Leben des Mannes nicht mehr retten. (...)
https://www.jungewelt.de/artikel/398322.studierendenproteste-in-s%C3%BCdafrika-wut-an-den-unis.html


Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Kuddel

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Re: Studentendemos & Unistreiks
« Antwort #226 am: 11:35:24 Di. 12.Oktober 2021 »
Heute im Streikcafé (im besetzen Hörsaal der Uni Hamburg, Von-Melle-Park 9)
  • 13 - 14 Uhr offenes Streikplenum
  • ab 14 Uhr Campus schmücken
  • 17 - 19 Uhr Workshop „Feministischer Streik“
Kommt rum! Lasst uns das Streiksemester organisieren!


Kuddel

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Re: Studentendemos & Unistreiks
« Antwort #227 am: 21:05:20 Mo. 15.November 2021 »
Streik an der Uni Kiel?
Hab ich nix von mitbekommen.

Der AStA veröffentlichte folgende Bilder:



Fritz Linow

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Re: Studentendemos & Unistreiks
« Antwort #228 am: 21:36:49 Mo. 15.November 2021 »
Aus dem regionalen Käseblatt:

Zitat
Das Bündnis betont die finanziellen Probleme Studierender: Aufgerufen zu den Protesten hatte ein breites Bündnis aus studentischen Initiativen, gewerkschaftlichen und parteinahen Gruppen. Die Sprecherinnen und Sprecher der Gruppen betonen in ihren Ansprachen, dass viele Studierende finanzielle Probleme und kaum noch Studierende Anspruch auf Bafög haben. Ein großer Fokus liegt auch auf den Arbeitsbedingungen für studentische Hilfskräfte. Oft werden diese Stellen nur knapp über Mindestlohn bezahlt und auf kurze Zeiträume befristet. An der CAU werden Bachelor-Studierende beispielsweise mit zehn Euro pro Stunde vergütet, studentisch Angestellte mit Bachelor-Abschluss verdienen elf Euro.
(…)
Befristete Verträge, geringer Lohn, komplizierte Bafög-Anträge – fünf Teilnehmende der Demonstration haben uns erzählt, was die angesprochenen Probleme für ihr Leben bedeuten. Marek Ehlers: „Höhere Löhne würde ich deutlich spüren“: Marek Ehlers hat drei verschiedene Verträge als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der CAU, um sich sein Masterstudium der Philosophie zu finanzieren. Die Studienzeit des 29-Jährigen hat sich schon massiv verlängert, weil er sich seit dem Bachelor durch Nebenjobs finanzieren muss. Derzeit ist er für insgesamt 60 Stunden im Monat angestellt. Gerne würde er weniger arbeiten, doch er ist auf das Geld angewiesen, weil er kein Bafög und von der Familie nur wenig Geld bekommt. „Höhere Löhne würde ich deutlich spüren“, sagt er. Dann könnte er sich vielleicht ein größeres Zimmer leisten. Alexander Dimcevski: „Es belastet die finanzielle Planbarkeit“: Alexander Dimcevski arbeitet seit November 2020 als studentische Hilfskraft für Laborpraktika am Institut für Organische Chemie der CAU. Obwohl seine Aufgaben immer die gleichen sind, wurde er schon dreimal mit jeweils viermonatigen Verträgen angestellt. Zur vorlesungsfreien Zeit wurde sein Arbeitsverhältnis unterbrochen. „Das ist natürlich belastend für die finanzielle Planbarkeit“, sagt er. Der Job macht ihm Spaß. Doch mit einer Bezahlung von elf Euro pro Stunde könne er ihn nur machen, weil er durch ein Stipendium nicht unbedingt auf das Geld angewiesen sei, sagt er. Ann-Kathrin Hoffmann: „Es ist eine große Belastung“: Ann-Kathrin Hoffmann arbeitet neben ihrem Studium der Geschichte und Wirtschaft 77 Stunden monatlich als wissenschaftliche Hilfskraft. Dennoch kommt sie nur knapp über die Runden und muss nebenbei weitere Jobs auf Honorarbasis annehmen. „Das ist eine wahnsinnig große Belastung“, sagt sie. Sie verzichtet oft auf Urlaube, für unerwartete Ausgaben wie ein kaputtes Auto hat sie kaum Rücklagen. Sie spricht auch ein weiteres Problem der studentischen Stellen an: Krankheit, Urlaub und die Arbeit an Feiertagen sind nicht einheitlich geregelt – viele arbeiten deshalb Fehltage nach. Martin Sarnow: „Ein generelles Problem“: Martin Sarnow nimmt an der Demo aus Solidarität mit den Studierenden teil, doch als wissenschaftliche Hilfskraft in der Geografie kennt auch er die Probleme befristeter Stellen und geringer Löhne. „Das ist ein generelles Problem an den Universitäten“, sagt er. Seit viereinhalb Jahren arbeitet er schon als wissenschaftlicher Mitarbeiter und hatte schon mehrere befristete Verträge, teilweise waren diese auf unter ein Jahr begrenzt. Sein aktueller Vertrag läuft seit August und auch nur bis 2022. Sarnow wünscht sich, dass gute Bildung für alle besser finanziert wird. Zana Hossein: „Der Antrag ist anstrengend“: Zana Hossein wartet derzeit auf seine Bafög-Zahlung. Bis dahin muss er neben Miete und Lebensmitteln von etwa 100 Euro monatlich leben. Seine Eltern möchte er nicht belasten, weil diese Hartz 4 beziehen. Er hat zum Wintersemester begonnen zu studieren und im Juli bereits damit angefangen, den Bafög-Antrag zusammenzutragen. „Die deutsche Bürokratie hinter dem Antrag ist anstrengend“, sagt er.
https://www.kn-online.de/Kiel/Demonstration-in-Kiel-Studierende-fordern-bessere-Studienbedingungen (Schranke)

ManOfConstantSorrow

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Re: Studentendemos & Unistreiks
« Antwort #229 am: 14:02:02 Mi. 16.Februar 2022 »
Streik an britischen Unis


Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Kuddel

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Re: Studentendemos & Unistreiks
« Antwort #230 am: 10:08:10 So. 12.Juni 2022 »
Zitat
Rund 200 Studenten und Studentinnen der Erfurter Uni kritisieren den Sparkurs der Uni-Leitung und fordern eine Absicherung des Forschungsbetriebes.
https://www.thueringer-allgemeine.de/regionen/erfurt/proteste-an-erfurter-uni-gegen-massive-sparplaene-id235567307.html