Autor Thema: Billiglöhne im Schlachthof  (Gelesen 46625 mal)

Nikita

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Re: Billiglöhne im Schlachthof
« Antwort #75 am: 10:46:14 Do. 18.Juni 2020 »
Ich war schon überrascht, weshalb Deutschlands soziale Gewissen und Rassismusexperte Clemens Tönnies uns nicht mit mehr mit seinen staatstragenden Hirnfürzen beglückt. Dass seine kreative Art der Finanzoptimierung von Angestelltenkosten nun in bösartiger Weise von kommunistischen Viren sabotiert wird, ist auch auf die unternehmerfeindliche Haltung der öffentlichen Diskussion in Deutschland zurückzuführen. Schließlich sei sein Vorschlag Mitarbeiter und Schlachtvieh gemeinsam in Schlafquartieren unterzubringen, nie ernsthaft in Betracht gezogen worden. Den vorgeschriebenen Abstand zwischen Menschen zu unterschreiten, könne so durch dazwischenstehendem Schlachtvieh begegnet werden.

Fritz Linow

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Re: Billiglöhne im Schlachthof
« Antwort #76 am: 07:09:48 Sa. 20.Juni 2020 »
Lustiger Beifang rund um die Fleischmanufaktur von Tönnies in Rheda-Wiedenbrück: Der Landrat, der nun Quarantäne und so weiter anordnen muss, ist ein Enkel Konrad Adenauers und vertreibt Gourmet-Gurken.

"Es sei sein Traum gewesen etwas mit Lebensmitteln auf den Markt zu bringen, sagt der Landrat der NW."
https://www.radioguetersloh.de/nachrichten/kreis-guetersloh/detailansicht/landrat-adenauer-bringt-gurken-salat-auf-den-markt.html


Nikita

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Militär und Staatsanwalt in Clemens Tönnies Betrieb
« Antwort #77 am: 14:07:59 Sa. 20.Juni 2020 »
Wegen der menschenverachtenden Bedingungen in Tönnies Tier-KZ sind mittlerweile mehr als 800 Beschäftigte positiv auf Corona getestet worden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt, die Bundeswehr greift ein.

https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/coronavirus/weitere-40-soldaten-zur-unterstuetzung-am-toennies-werk-16824196.html

https://www.stern.de/wirtschaft/news/-toennies-muss-dafuer-die-verantwortung-uebernehmen----gruenen-abgeordnete-stellt-strafanzeige-9307192.html





Nikita

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Re: Billiglöhne im Schlachthof
« Antwort #78 am: 14:11:53 Sa. 20.Juni 2020 »
https://www.fr.de/panorama/clemens-toennies-corona-ausbruch-fleisch-industrie-arbeitsbedingungen-christian-drosten-zr-13802389.html

+++ 13.55 Uhr: Rund 60 Menschen haben sich am Samstagmittag vor dem Werk des Schlachtereibetriebs Tönnies in Rheda-Wiedenbrück getroffen, um gegen den Konzern zu protestieren. „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr den Menschen die Rechte klaut“, hieß es im Chor. Zahlreiche Menschen hielten Plakate hoch, auf denen etwa stand: „Stoppt das System Tönnies“ und „Tiere sind keine Ware“. Einige Protestierende hatten sich mit Kunstblut bemalt.

Ein Sprecher der Polizei vor Ort sagte am frühen Nachmittag, die angemeldete Demonstration verlaufe bislang friedlich. Organisiert wurde der Protest von mehreren Umwelt- und Tierschutzorganisationen, unter anderem Fridays for Future. „Wir verstehen uns als Gerechtigkeitsbewegung“, so Stefan Schneidt von Fridays For Future Gütersloh. Tönnies verstoße klar gegen Arbeitsrecht und Tierwohl.

Karl Lauterbach: Tönnies-Fleischfabrik schließen
Unterdessen hat der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach gefordert, die Tönnies-Fleischfabrik in Rheda-Wiedenbrück sofort zu schließen. Er halte es für „nicht vertretbar“, dass überhaupt noch in dem Werk gearbeitet werde, sagte Lauterbach im WDR-Fernsehen.

Die Quelle der Infektionen sei noch nicht entdeckt. „Wir wissen nicht, ist das in der Kantine passiert, auf dem Weg dorthin, in der Verarbeitung selbst, ist es die Lüftung? Das heißt, da könnten sich jetzt auch weiterhin Leute infizieren. Ich würde unter diesen Umständen den Betrieb dicht machen.“ Er wisse, dass das Fleisch dann nicht mehr zu verarbeiten sei. „Dann ist das so.“



https://www.nw.de/lokal/bielefeld/mitte/22809454_Emotionale-Demo-gegen-das-System-Toennies-in-Bielefeld.html




Nikita

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"Das Vertrauen in Tönnies ist gleich null"
« Antwort #79 am: 20:20:05 Sa. 20.Juni 2020 »
"Das Vertrauen in Tönnies ist gleich null"

Nach dem Corona-Ausbruch bei Tönnies haben sich die Behörden Mitarbeiter-Adresslisten in einer Art Razzia verschafft. Die Wut auf die Firma ist groß. Die Testergebnisse machen Hoffnung, den Ausbruch eindämmen zu können.

https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/corona-ausbruch-bei-toennies-kein-vertrauen-aber-eine-gute-nachricht-a-2b07d4bc-ee81-4626-9395-8e785feed8d1

Kuddel

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Re: Billiglöhne im Schlachthof
« Antwort #80 am: 18:22:35 So. 21.Juni 2020 »
Zitat
Extinction Rebellion: Protest in Bielefeld gegen „System Tönnies“
„Lebensverachtendes Konstrukt“



Bielefeld (WB/sas). Hunderte von Corona-Fällen unter den Mitarbeitern des Fleischkonzerns Tönnies seien nur der Stein des Anstoßes, sagt Julian Hainer von der Initiative Extinction Rebellion. Letztlich gehe es um mehr: „Wir klagen das toxische System an, in dem Tönnies gedeihen kann.“ Für ein nachhaltiges Wirtschaftssystem haben Extinction Rebellion und befreundete Organisationen am Freitag in der Bielefelder Innenstadt demonstriert.

„Schluss mit der Sauerei“, hieß es auf Plakaten, „Essen ist politisch“ auf einem T-Shirt, „Stopp eating animals “ auf einem Mundschutz. Und schließlich: „Fleisch entsteht aus Gewalt“ auf der rollenden Bühne. Auch das Coronavirus habe seine Ursache im Fleischkonsum, sagen die Mitstreiter von Extinction Rebellion, einer weltweiten Bewegung, die Regierungen zum schnellen Handeln in der Klimakrise bewegen will.

Heftige Kritik übt die Initiative an der industriellen Fleischwirtschaft, für die Tönnies steht. Sie sei ein „lebensverachtendes Konstrukt“, beginnend mit der Urwaldrodung für den Futtermittelanbau über unsägliches Leid in der Massentierhaltung bis zu ausbeuterischen Anstellungsverhältnissen der Werkvertragsarbeiter und ihren menschenverachtenden Arbeits- und Lebensbedingungen.

Diese, und nicht die Bulgaren und Rumänen, die die „Drecksarbeit“ machten, trügen die Schuld an dem Corona-Ausbruch bei Tönnies, rief Stefan von Fridays For Future auf dem Alten Markt unter dem Applaus von gut 300 Zuhörern. Die Massen-Tierhaltung, betonte er, trage nicht nur zur Verschlechterung des Klimas bei. Er empfindet sie auch als ungerecht: „Wir füttern 70 Milliarden Nutztiere durch, während eine Milliarde Menschen hungern.“

Der ausgebeutete Planet, so der Vorwurf, werde von Großkonzernen dominiert. „Wir sind laut, wir sind hier für die Befreiung von Mensch und Tier“, skandierten die Protestierenden immer wieder.
https://www.westfalen-blatt.de/OWL/Bielefeld/Bielefeld/4221311-Extinction-Rebellion-Protest-in-Bielefeld-gegen-System-Toennies-Lebensverachtendes-Konstrukt

counselor

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Re: Billiglöhne im Schlachthof
« Antwort #81 am: 19:09:04 So. 21.Juni 2020 »
Zitat
CORONA-SKANDAL - Überausbeutung in der Fleischindustrie - Laschet gibt Arbeitern die Schuld

Bereits über 1.300 Beschäftigte des Fleischkonzerns Tönnies in Rheda-Wiedenbrück waren gestern nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. 18 von ihnen werden in Krankenhäusern behandelt, fünf auf der Intensivstation.

Quelle: https://www.rf-news.de/2020/kw25/ueberausbeutung-in-der-fleischindustrie-laschet-gibt-arbeitern-die-schuld-1
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Kuddel

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Re: Billiglöhne im Schlachthof
« Antwort #82 am: 11:14:10 Mo. 22.Juni 2020 »
Zitat
Rund 200 Menschen haben sich am Samstagmittag vor dem Werk des Schlachtereibetriebs Tönnies in Rheda-Wiedenbrück getroffen, um gegen den Konzern zu protestieren. „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr den Menschen die Rechte klaut“, hieß es im Chor. Zahlreiche Menschen hielten Plakate hoch, auf denen etwa stand: „Stoppt das System Tönnies“ und „Tiere sind keine Ware“. Einige Protestierende hatten sich mit Kunstblut bemalt.

Ein Sprecher der Polizei vor Ort sagte am frühen Nachmittag, die angemeldete Demonstration verlaufe bislang friedlich. Organisiert wurde der Protest von mehreren Umwelt- und Tierschutzorganisationen, unter anderem Fridays for Future. „Wir verstehen uns als Gerechtigkeitsbewegung“, so Stefan Schneidt von Fridays For Future Gütersloh. Tönnies verstoße klar gegen Arbeitsrecht und Tierwohl.
Zitat
Das Verhältnis zwischen dem Kreis Gütersloh und dem Fleischkonzern Tönnies ist nach dem Corona-Ausbruch offenkundig zerrüttet. „Das Vertrauen, das wir in die Firma Tönnies setzen, ist gleich Null. Das muss ich so deutlich sagen“, sagte der Leiter des Krisenstabes, Thomas Kuhlbusch, am Samstag (20.06.2020).

Der Fachbereichsleiter Gesundheit beim Kreis berichtete, dass Clemens Tönnies bis Freitag Listen der Beschäftigten geliefert habe, in denen bei 30 Prozent die Adressen gefehlt hätten. Bei Anfragen habe die Firma immer zögerlich reagiert. „Wir mussten schließlich selbst spätabends in der Firma einrücken und uns die Adressen holen“, sagte Kuhlbusch.
Zitat
Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet berät am heutigen Sonntag (21.06.2020) mit dem Krisenstab in Gütersloh zur Lage nach dem Corona-Ausbruch im größten Schlachtbetrieb des Unternehmers Tönnies. Auch Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann ist vor Ort. Am Nachmittag ist geplant, dass sich Laschet und Laumann vor der Presse äußern. Vor einigen Tagen hatte Laschet einen Lockdown der Region zur Sprache gebracht. Sven-Georg Adenauer, der Landrat des Kreises Gütersloh, will einen Lockdown jedoch verhindern.
https://www.fr.de/panorama/clemens-toennies-corona-ausbruch-fleisch-industrie-boykott-arbeitsbedingungen-christian-drosten-zr-13802389.html

Kuddel

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Re: Billiglöhne im Schlachthof
« Antwort #83 am: 19:30:00 Di. 23.Juni 2020 »
Bei Wiesenhof in Wildeshausen ist jetzt auch Corona ausgebrochen.

Kuddel

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Re: Billiglöhne im Schlachthof
« Antwort #84 am: 19:40:12 Di. 23.Juni 2020 »
Ein Aktiver bei den Grünen hat unter der Hand einen Antrag der Regierungskoalition in SH geschickt, der dazu dienen soll, den Werkvertrag zu erhalten. Geschickt und täuschend formuliert wird das eigentliche Ziel gar nicht benannt, erschließt sich nur aus dem Vergleich der beiden Anträge. CDU-Arbeits- und Sozialminister Laumann hat sich endlich dazu durchgerungen, die Werkverträge abzuschaffen, wie vom BMA und NGG gefordert. Schleswig-Holstein mit Einschluss der Grünen organisiert über die Länder offensichtlich den Widerstand dagegen.

Kuddel

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Re: Billiglöhne im Schlachthof
« Antwort #85 am: 10:51:30 Do. 25.Juni 2020 »
Pressekonferenz in Rheda-Wiedenbrück (30 min)


Kuddel

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Re: Billiglöhne im Schlachthof
« Antwort #86 am: 15:53:44 Do. 25.Juni 2020 »












Zitat
„Schalke ist kein Schlachthof – gegen die Zerlegung unseres Vereins“

Clemens Tönnies gerät wegen des Corona-Ausbruchs in seinem Fleischbetrieb immer stärker unter Druck. Ein Brandbrief, riesige Banner und eine Demonstration – die Fan-Proteste gegen die Schalker Klubführung erreichen eine neue Dimension.
https://www.welt.de/sport/fussball/bundesliga/article210164401/FC-Schalke-Fan-Proteste-gegen-Clemens-Toennies-werden-immer-lauter.html

https://www.ardmediathek.de/daserste/video/morgenmagazin/protest-gegen-toennies-schalke-fans-auf-den-barrikaden/das-erste/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLWZiOGFjY2RjLTEzODctNDRiOC1iMmU5LWZiM2FkNzNlNDZhZg/


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Re: Billiglöhne im Schlachthof
« Antwort #87 am: 19:28:04 Sa. 27.Juni 2020 »
Zitat
Tönnies enteignen – statt Lebensmittelpreise anheben

Die Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie sind sklavenähnlich, von Tierwohl kann sowieso keine Rede sein. Doch nun will die Landeswirtschaftministerin die Probleme damit lösen, dass Fleisch teurer wird. Also sollen die ArbeiterInnen als Verbraucher für die Verbrechen von Tönnies & Co. bezahlen. Aber wäre es nicht naheliegender und für viele einleuchtend, solchen Leuten die Grundversorgungsindustrie wegzunehmen? – Ein Kommentar von Tim Losowski

Quelle: https://perspektive-online.net/2020/06/toennies-enteignen-statt-lebensmittelpreise-anheben/
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Re: Billiglöhne im Schlachthof
« Antwort #88 am: 03:59:56 So. 28.Juni 2020 »
Zitat
Razzia in der Fleischindustrie: Zoll deckt erhebliche Arbeitsrechtsverstöße auf

Hannover. Die Fleischindustrie steht unter Druck. Nach dem Corona-Ausbruch beim Großschlachter Tönnies ringt die Branche um ihren Ruf. Und es droht neues Ungemach: Bei bundesweiten Kontrollen hat der Zoll in den vergangenen vier Wochen erhebliche Verstöße gegen das Arbeitsrecht aufgedeckt – sowohl bei großen, namhaften Unternehmen als auch bei mittelständischen Firmen.

Quelle: https://www.rnd.de/wirtschaft/razzia-in-fleischindustrie-zoll-deckt-erhebliche-arbeitsrechtsverstosse-auf-PCQ2VD6Z5JDYLMTFT52VY62VFQ.html
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Re: Billiglöhne im Schlachthof
« Antwort #89 am: 08:24:56 So. 28.Juni 2020 »
Mir gefällt es nicht, daß Tönnies Kritiker "höhere Preise" fordern.
Wenn Tönnies (und andere Fleischbarone) die Sicherheitsstandards anheben und vernünftige Löhne zahlen würden, wären die Produktionskosten höher und die Preise würden nachziehen. Wir sollten nicht vergessen, daß Tönnies mit "zu billigem" Fleisch ein Vermögen von knapp 2 Milliarden Euro gemacht hat.

Ich finde es nicht ok, "höhere Preise" zu fordern ohne das mit einer Anhebung des Mindestlohns und der Sozialleistungen zu verbinden, denn damit schafft man eine Verschlechterung des Lebensstandards armer Leute.