Autor Thema: Billiglöhne im Schlachthof  (Gelesen 40099 mal)

Fritz Linow

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Re:Billiglöhne im Schlachthof
« Antwort #45 am: 12:12:22 So. 27.Januar 2019 »
Zitat
24.10.18
Trickst Schlachtunternehmen Kontrolleure aus?

Nach außen hin ist alles sauber. Vor dem Mietshaus in Kellinghusen (Kreis Steinburg) stehen keine Müllsäcke mehr. Zum Teil wurde frisch gestrichen. Die Öffentlichkeit guckt auf dieses und weitere Häuser, seitdem Anwohner, Gewerkschaften und Politiker die Arbeits- und Wohnbedingungen der Werkvertrags-Mitarbeiter eines Kellinghusener Schlachthofs zum Thema gemacht haben.(...)
https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Trickst-Schlachtunternehmen-Kontrolleure-aus,schlachthof350.html

Und nun die Pressekeule:

Zitat
Jour Fixe Gewerkschaftslinke bekam am Freitag, 18.01.2019, einen 27-seitigen Brief vom Landgericht Hamburg. Veranlasser dieses Briefes ist die Großschlachterei Tönnies, Rheda-Wiedenbrück. Sie hatte die renommierte Anwaltskanzlei Schertz Bergmann (Berlin) mit der Forderung nach einer Unterlassungserklärung beauftragt. (*)

Worum geht es? Wir hatten zum 9.1.2019 zu einem Jour Fixe eingeladen, bei dem es um Informationen und Aufklärung zu den Arbeits- und Wohnbedingungen der im Tönnies-Betrieb Kellinghusen Arbeitenden mit Werksvertrag geht.(...)
https://gewerkschaftslinke.hamburg/2019/01/25/stellungnahme-zum-gerichtlichen-vorgehen-der-grossschlachterei-toennies-gegen-jour-fixe-gewerkschaftslinke-hamburg/

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Re: Billiglöhne im Schlachthof
« Antwort #46 am: 12:42:26 So. 27.Januar 2019 »
Tönnis ist bereits juristisch gegen chefduzen vorgegangen.

Ein zwielichtes Unternehmen, das sich scheinbar vor Öffentlichkeit und öffenlichen Diskussionen fürchtet.

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Re: Billiglöhne im Schlachthof
« Antwort #47 am: 14:03:19 Di. 29.Januar 2019 »
Wir möchten an dieser Stelle die Stellungnahme vom Jour Fixe Hamburg dokumentieren.

Zitat
Stellungnahme zum gerichtlichen Vorgehen der Großschlachterei Tönnies gegen Jour Fixe Gewerkschaftslinke Hamburg

https://gewerkschaftslinke.hamburg/2019/01/25/stellungnahme-zum-gerichtlichen-vorgehen-der-grossschlachterei-toennies-gegen-jour-fixe-gewerkschaftslinke-hamburg/

und hier ein zweiteiliger bericht von journalisten von schattenblick, die beim jour fixe am 9.1. dabei waren:
BERICHT/115: Großschlachtung - Werkverträge und Profite ... (1) (SB)
http://www.schattenblick.de/infopool/buerger/report/brrb0115.html

BERICHT/116: Großschlachtung - Werkverträge und Profite ... (2) (SB)
http://www.schattenblick.de/infopool/buerger/report/brrb0116.html

und hier noch eine bemerkenswerte rede vom prälaten peter kossen aus lengerich, der mit seinem bruder, dem arzt florian kossen seit mehreren jahren front macht.
https://www.wn.de/Muensterland/Kreis-Steinfurt/Lengerich/3602896-Fuer-Wuerde-und-Gerechtigkeit-Peter-Kossens-Rede-in-Stapelfeld

Und hier noch eine Anmerkung zu unserer Stellungnahme:

Zu den Begriffen union busting bzw Fertigmacher/Fertigmachen:

Der Begriff Union Busting stammt aus den USA. Werner Rügemer und Elmar Wigand von der aktion./.arbeitsunrecht hatten sich sich mit den Arbeitsverhältnissen in den USA beschäftigt und das Ausmaß von Union Busting dort entdeckt und in Büchern und Artikel und bei Vorträgen seit über sieben Jahren in Deutschland skandalisiert. Sie hatten belegt, daß ähnliches auch hier in Deutschland vermehrt passiert, durch Anwaltskanzleien, die sich auf Arbeitsrecht spezialisiert haben und nicht nur gegen aktive Betriebsräte sondern jeglichen aktiven Kollegen/Kollegin vorgehen. Rügemer/Wigand haben den Begriff "Union Busting" in Gewerkschaftskreisen ziemlich bekannt gemacht.
Als wir vor über fünf Jahren einen Kreis  zu dem Thema gründeten, vermieden wir jedoch den Begriff Union Busting für uns und nannten uns  bewußt "GewerkschafterInnen gegen Fertigmacher". Weil diese Bezeichnung allgemeiner und treffender ist. Es gibt mehrere kleine Organisationen in Deutschland, die sich mit dem Thema beschäftigen, außer aktion./.arbeitsunrecht und workwatch (beide köln) und uns, auch z.B. einen Kreis in Mannheim: http://www.gegen-br-mobbing.de/konferenz-br-im-visier/197-bossing-und-mobbing-von-betriebsraeten-stoppen

Die bisherigen fünf Konferenzen in Mannheim waren gut besucht, besonders von BetriebsrätInnen und hauptamtlichen VertreterInnen der DGB-Gewerkschaften.

Die Mannheimer focussieren sich jedoch auf „Mobbing gegen Betriebsräte“, wir sehen das als politische Einengung, vielleicht um anschlußfähig zu DGB-Apparaten zu sein.

Nachdem die SPD/FDP-Regierung 1973 (Brandt-Scheel) gesetzlich Leiharbeit in Deutschland eingeführt hatte, natürlich mit Zustimmung der DGB-Gewerkschaften, hat jede Regierung diese Begünstigung des Kapitals erweitert. Leiharbeit, Befristungen, Werkvertragsarbeit sind zu einem Erfolgsrezept des Modell Deutschland geworden, zum Vorteil des Standortes Deutschland und der Sicherung der ökonomischen Vormachtstellung in Europa.

Und das alles mit politischer Absicherung durch die DGB-Gewerkschaften! Deren Rechtfertigung ist so: Wir sind gegen den Mißbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen und für die Gestaltung derselben und ihre faire Anwendung! Das ist, als wenn gegen die Füchse in Deutschland ein Gesetz erlassen würde: Ihr dürft nur Mäuse jagen, aber ihr müßt fair bleiben und in den Dörfern keine Hühner und Gänse erbeuten.

Und wenn der Fuchs trotzdem seinem Instinkt nachgeht und Hühner und Gänse frißt, darf kein Jäger und kein Bauer auf den Fuchs schießen.

Da freut sich der Fuchs über die Zustände in diesem Land!
Da freuen sich Tönnies&Co und ihre Subunternehmer über die Zustände in diesem Land!