Autor Thema: Berlin-Chemie schafft 500 neue Jobs  (Gelesen 4347 mal)

Wilddieb Stuelpner

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Berlin-Chemie schafft 500 neue Jobs
« am: 17:55:05 Mo. 28.Februar 2005 »
Videotexttafel 131, MDR, Mo.28.02.05 17:45:57

Wirtschaft: Berlin-Chemie schafft 500 neue Jobs

Der ostdeutsche Arzneimittelhersteller Berlin-Chemie will bis zu 500 neue Arbeitsplätze schaffen.

Vorstandschef Uppenkamp teilte mit, dass der Umsatz im vergangenen Jahr um 16,7 Prozent auf 587 Millionen Euro gesteigert werden konnte. Maßgeblich sei ein starker Zuwachs in Osteuropa gewesen. In Russland, der Ukraine, dem Baltikum und Weißrussland sei das Unter nehmen bereits Marktführer.

Für 2005 plant Berlin-Chemie ein Umsatzplus von rund 20 Prozent auf mehr als 700 Millionen Euro. Die Mitarbeiter-Zahl soll auf 4200 anwachsen. Derzeit sind es 3700, davon 1100 in Berlin.

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Von Berlin-Chemie kam die spätere Sozialministerin Brandenburgs - Regine Hildebrand.

Kann das sein?

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Berlin-Chemie schafft 500 neue Jobs
« Antwort #1 am: 17:03:18 Mi. 06.April 2005 »
Wir sprechen uns hierzu in 2-3 Jahren wieder.
Mal schauen, wieviele von diesen 500 Arbeitsplätzen bei Berlin-Chemie und wie viele von den 4000-7000 am neuen Luftkreuz Leipzig realisiert werden?

Doch hoffentlich mehr als seinerzeit bei Cargo-Lifter? Ob es sich bei diesen 500 Berlin-Chemie Arbeitsplätzen endlich um ordentlich bzw. auskömmlich bezahlte Tätigkeiten handelt? Oder wieder nur 1000 Euro Bruttolohn bei 50 Wochenstunden?

;(

Dieses ganze Wichtiggerede geht mir rechts rein + links raus. Sie schiessen nach wie vor wie die Pilze aus dem Boden, die millionenschweren Investoren.

So auch südlich von Cottbus am Fluplatz (Sturzacker) Neuhausen. Die Presse berichtete letzte Woche. Nach dem Lausitz-Ring soll jetzt hier der Lausitz-Aero-Park entstehen: Touristikflüge, Rundflüge, Businessflüge, Bauteil- und Motorenfabrikation, zugehörige Gastronomie. Mehrere "Investoren" haben Interesse bekundet ...

Wisst Ihr, warum es immer wieder so zahlreiche Investoren gibt: Erst mal Zuschüsse und Fördergelder beantragen, schauen welche Mittel fliessen. Dann haben schon mal ein paar eingesetzte Geschäftsführer für 2, 3, 4 Jährchen ein gesundes Auskommen - der florierende Lausitz-Aero-Park bleibt dabei leider im Enddarm klemmen, wie manch anderes auch.

Wilddieb Stuelpner

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Berlin-Chemie schafft 500 neue Jobs
« Antwort #2 am: 20:34:54 Mi. 06.April 2005 »
Zitat
Original von Kann das sein?
Wir sprechen uns hierzu in 2-3 Jahren wieder.
Mal schauen, wieviele von diesen 500 Arbeitsplätzen bei Berlin-Chemie und wie viele von den 4000-7000 am neuen Luftkreuz Leipzig realisiert werden?

Doch hoffentlich mehr als seinerzeit bei Cargo-Lifter? Ob es sich bei diesen 500 Berlin-Chemie Arbeitsplätzen endlich um ordentlich bzw. auskömmlich bezahlte Tätigkeiten handelt? Oder wieder nur 1000 Euro Bruttolohn bei 50 Wochenstunden?

;(

Dieses ganze Wichtiggerede geht mir rechts rein + links raus. Sie schiessen nach wie vor wie die Pilze aus dem Boden, die millionenschweren Investoren.

So auch südlich von Cottbus am Fluplatz (Sturzacker) Neuhausen. Die Presse berichtete letzte Woche. Nach dem Lausitz-Ring soll jetzt hier der Lausitz-Aero-Park entstehen: Touristikflüge, Rundflüge, Businessflüge, Bauteil- und Motorenfabrikation, zugehörige Gastronomie. Mehrere "Investoren" haben Interesse bekundet ...

Wisst Ihr, warum es immer wieder so zahlreiche Investoren gibt: Erst mal Zuschüsse und Fördergelder beantragen, schauen welche Mittel fliessen. Dann haben schon mal ein paar eingesetzte Geschäftsführer für 2, 3, 4 Jährchen ein gesundes Auskommen - der florierende Lausitz-Aero-Park bleibt dabei leider im Enddarm klemmen, wie manch anderes auch.

Die Halle des Cargo-Lifters in märkischen Brand mutiert zur Zeit zu der Tropenfreizeiteinrichtung Tropical Islands. Es wäre noch Abzuwarten wie sich der Großflughafen Berlin-Schönefeld arbeitsplatzmäßig entwickeln wird. Die Bürgerinitiativen laufen jedenfalls ordentlich Sturm gegen die Planungen, so wie seinerzeit die Bürger sich in Frankfurt am Main gegen die Startbahn West erwehrten.

Ganz vergessen hast du das Fiasko mit dem Investruine Chipfabrik Frankfurt/Oder. Jetzt wird mit deutschen Steuermillionen die Chipfabrik in Dubai gebaut Chipproduktionswissen nach Dubai auch ohne Investitionen?.

Der Lausitzring/Eurospeedway bei Klettwitz bzw. Amt Schipkau, Hörlitz an der Autobahn Dresden - Berlin ist auch so eine Fehlinvestition. Er sollte neben der Rennstrecke Sachsenring bei Hohenstein-Ernstthal, dem Schleizer Dreieck und dem [http://www.frohburger-dreieck.de/]Frohburger Dreieck[/url] bei Altenburg (Stichwort Skatstadt/Altenburger Skatschule) die vierte Rennstrecke in den neuen Bundesländern werden. Die Klettwitzer und Senftenberger Gegend war Braunkohlentagebaugebiet im Verbund mit Brikettfabriken. Mit der Wende wurde radikal der Bergbau in der Lausitz und im Leipziger Revier niedergemacht. Mit dem Lausitzring hoffte man eine Beschäftigungslösung für die Bergleute zu schaffen.

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Berlin-Chemie schafft 500 neue Jobs
« Antwort #3 am: 09:01:12 Do. 07.April 2005 »
ja, die einzelnen "Investruinen" sind mir schon geläufig - aber würde man das alles aufzählen ... man fände kein Ende.

Tropical Islands in der ehemaligen Cargolifterhalle: In Zeiten wo selbst eine Firma Lego wegen ständigen Umsatzrückganges nun 4 Freizeitparks dringend verkaufen möchte, der Euro-Disney-Park bei Paris seit Jahren an der Pleite vorbeischrammt - da brauchen wir unbedingt einen Tropenfreizeitpark im einkommensstarken östlichsten Deutschland.

Tropical Islands-Ticket  30,00 €  [Infos auf http://www.my-tropical-islands.de[/url]]
 Seit Anfang 2005 hat die ehemaligen Cargo-Lifter-Halle in Briesen-Brand, südlich Berlins und schon fast im Spreewald gelegen, einen neuen Nachbesitzer: Das Tropical Islands Resort. Baden, Volleyball spielen und Speisen in tropischer Atmosphäre werden hier angeboten. Mit einem neuen Kombi-Ticket kommt man von Berlin, Potsdam, Senftenberg und Cottbus für 30,00 € (13,00 € für 4- bis 13-Jährige) hin und zurück und hat 6 Stunden Eintritt inklusive. Hinweis: Fahren aber mindestens 2 Erwachsene gemeinsam, kommt man mit Brandenburg-Ticket und Einzeleintritt für die Tropenhalle billiger weg. Ein paar Erlebnisberichte zum Tropical Islands Resort gibt es zum Nachlesen auf ciao.com. Der Webmaster von ÖPNV online Ostsachsen, Robert Gläser, war auch bereits da und hat auch einen eigenen Erlebnisbericht verfasst:Bin mal gespannt, welche Besuchermassen im Laufe der Zeit nach einem der begehrten 30-Euro-Tickets Schlange stehen ... Ein 3fach hoch auf die deutsche "Freizeit- und Spaßgesellschaft"!Flugplätze: Aufgrund der früheren Dichte an ehem. Militärflugplätzen der NVA bzw. GUS sind diese Objekte unter "Freunden des Flugsportes" heiss begehrt. "Investoren" (ohne nennenswertes Eigenkapital), Betreibergesellschaften, Geschäftsführer schiessen wie die Pilze aus dem Boden. Nachdem der Kampfmittelräumdienst Freigabe erteilt hat fliessen Zuschüsse, Fördergelder und ABM-Maßnahmen - etlichen Betreibern gelingt es immer wieder angesichts der imposanten Lande- und Startbahnen (teilweise über 60m breit und über 2000m lang), der (teilweise noch vorhandenen)Unterstell- und Wartungshallen öffentliche Gelder (aus Steuermitteln) locker zu machen bzw. anhand dessen die tollsten Zukunftsperspektiven für die umliegenden Orte zu eröffnen. (Siehe z. B.in Großenhain http://www.rg-flugplatz.de/Grossenhain.1024/02.Unternehmer/02.index.01.html und in MVP http://www.flugplatz-tutow.de/ - wobei es sicher noch über 20 weitere dieser "Leuchttürme" in Form von Möchtegern-Luftdrehkreuzen gibt.) In einem Fall ist mir bekannt, dass über einen Zeitraum von 4-5 Jahren mindestens ca. 150000 EUR durch "verschiedene öffentliche Vergabestellen" in solch ein Objekt geflossen sind, schaut man sich dann solche Flugplätze an, erkennt man recht schnell dass es sich meistens um überdimensionierte Wochendgrillplätze handelt, wo man bestenfalls einen kleinen Rundflug buchen kann. Weitere Aktivitäten und Perspektiven kann man kaum erkennen.Angesichts dieser reichlich vorhandenen Flugplätze (im Dämmerschlaf) mit Minimalbetrieb ist es doch einfach lächerlich immer wieder neue gleichgelagerte Projekte (s. Neuhausen, Potsdam, Brandenburg u. a.) ins Leben rufen zu wollen. Würde es sich um ernsthafte Projekte bzw. seriöse Vorhaben handeln, dann würden nicht z. B. 10 Betreiber 10 Flugplätze (die ja oftmals nur 15-30 Flugminuten voneinander entfernt liegen) belegen, sondern 10 Betreiber in 1 Betreibergesellschaft 1 oder max. 2 Flugplätze mit Leben erfüllen.

Wilddieb Stuelpner

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« Antwort #4 am: 11:04:30 Do. 07.April 2005 »
Danke für die Ergänzungen:

Man muß nicht wie mit Tropical Islands übertreiben. Schau Dir die sinnlosen Freizeit- und Spaß-/Erlebnis-Bäder an, wo die Nutzer ausbleiben. Ein ähnliches Schicksal fristen die Kurbäder

a) weil die Krankenkassen die ostdeutschen Kurbäder meiden,
b) weil die Kurgäste viel billiger z.B. in Mariánské Lázné Marianske Lazne (Marienbad), Karlovy Vary (Karlsbad) und Františkovy Lázné (Franzensbad) kuren und
c) weil die Kommunen so gut wie pleite sind.

Hinsichtlich des Großflughafens Berlin-Brandenburg International (BBI), gemeint ist Schönefeld, sollen Tempelhof und Tegel wegen der fehlenden Erweitungsmöglichkeiten und Stadtlage dicht gemacht werden. Es gab allerdings zu Schönefeld noch andere Konkurrenten, so Sperenberg, Jüterbog-Ost und andere, die beizeiten von Politikern und Lobbyisten ausgebootet wurden.

Der Flugplatz Großenhain ist mir gut bekannt. da finden ab und zu Segel- und Motorflugveranstaltungen statt und vor allem - ein kleiner Autobauer testet dort seine Sport-Roadster-Eigenkreation (Funke und Will AG Grossenhain ). Das waren ehemalige Automobilbau-Studenten.

Will, die sich bereits als Ingenieurdienstleister einen Namen gemacht hatten, wählten den Standort Großenhain bei Dresden, um dort Produktion und Vertrieb aufzubauen. Dort wurde ein Teil eines alten Militärflughafens erworben, welches heute neben den frisch restaurierten, historischen Gebäuden der Funke & Will AG über eine eigene Teststrecke, die ca. 4 km lange Start-und Ladebahn verfügt auf der Höchstgeschwindigkeit gefahren werden kann.



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« Antwort #5 am: 11:59:50 Do. 07.April 2005 »
Schau Dir die sinnlosen Freizeit- und Spaß-/Erlebnis-Bäder an, wo die Nutzer ausbleiben. Ein ähnliches Schicksal fristen die Kurbäder...

... und die ganzen Freizeit- und Vergnügungsparks, die um Besucher buhlen (und sich wundern, wenn sich die 20 Millionen Euro-Achterbahn nicht rentiert).

Diese ganze "Spaß-, Freizeit-, Rummel- und Bäderindustrie" wäre ja vollkommen in Ordnung, wenn sich z. B. 75% aller Familien die Eintrittspreise pro Person von 10-30 Euro durchschnittlich, die An- und Abreisekosten, die überteuerten Nahrungsmittel usw. locker leisten könnten. Scheint aber, wie die Realität beweist, nicht der Fall zu sein - die Ursachen kennen wir alle.

Exklusivauto- bzw. Sportwagenprojekte:
Gerade in Sachsen gab es ja schon einige dieser reißerisch angekündigten unternehmerischen Auswüchse. (Auch in Görlitz bzw. Zwickau z. B.) - Exklusives, nobles, edles will man hier als Premium-Produkt auf 4 Räder stellen - Premium-Produkte, denen nicht nur das deutsche Straßennetz nicht entspricht, sondern die auch einen Premium-Verkaufspreis haben - Verkaufspreise zwischen 50000 und 250000 EUR sind immer wieder mal im Gespräch, dann wird von einem interessanten Zukunftsmarkt mit wachsendem Käuferkreis gesprochen. Den mag es ja geben, aber wohl weniger in Deutschland - vielleicht in den arabischen Emiraten oder in den USA, wobei sich dann noch die Frage stellt, warum die betuchten Käuferkreise von z. B. Ferrari, Porsche, BMW-Roadster usw. auf den FuWiGro umsteigen sollten.

Schauen wir uns mal eine ähnliche Exklusivausgeburt bei http://www.muz.de/ an: Da werden nun seit einiger Zeit PS-starke Luxus-Motorräder z. B. für 9.500 - ca. 11.000 Euro das Stück angeboten. Als früherer Motorradfahrer schaue ich mich heutezutage immer noch gerne nach Motorrädern um - nur eine MZ 1000S oder MZ 1000SF sah ich bislang noch nicht. Das ist einfach am Bedarf bzw. am Geldbeutel vorbeigedacht. Die Motorradfreaks bevorzugen zum günstigeren oder ähnlichen Preis qualitativ bewährte Produkte aus Japan, von BMW, aus Italien, von Harley-Davidson. MZ´s fristen, genau so wie britische Fabrikate (wobei ja England früher der Welt größter Motorradhersteller war), ein Schattendasein. Das hat auch alles den Hintergrund, dass man bevorzugt Produkte von wirtschaftlich solide erscheinenden Firmen kauft (der Preis muss natürlich auch stimmen) - jedoch nicht von Anbietern, über denen regelmäßig der "Pleitegeier" kreist.

Das Bestreben in Großenhain qualitativ gute Autos zu bauen (bzw. zu montieren) honoriere ich ja - nur warum darf es nicht ein robuster, solider "Volkswagen" mit abgestuften Motorleistungen zwischen 50-100 PS sein, als 4Türer, als Cabrio, als Kombi, als geländegängiges Fahrzeug - irgendwas für 8000-12000 Euro maximal, mit garantierter Service- und Ersatzteilversorgung??? So, und wenn so was positiv von der Kundschaft angenommen wird, kann ich mir als Produzent immer noch Gedanken um ein 100.000 Euro-Modell machen. (Ob die sich dann besser vermarkten lassen, als die Produkte aus der VW-Manufaktur in Dresden? - Das wage ich trotzdem zu bezweifeln.)

Wilddieb Stuelpner

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Berlin-Chemie schafft 500 neue Jobs
« Antwort #6 am: 13:55:09 Do. 07.April 2005 »
Zitat
Original von Kann das sein?
... Schauen wir uns mal eine ähnliche Exklusivausgeburt bei http://www.muz.de/ an: Da werden nun seit einiger Zeit PS-starke Luxus-Motorräder z. B. für 9.500 - ca. 11.000 Euro das Stück angeboten. Als früherer Motorradfahrer schaue ich mich heutezutage immer noch gerne nach Motorrädern um - nur eine MZ 1000S oder MZ 1000SF sah ich bislang noch nicht. Das ist einfach am Bedarf bzw. am Geldbeutel vorbeigedacht. Die Motorradfreaks bevorzugen zum günstigeren oder ähnlichen Preis qualitativ bewährte Produkte aus Japan, von BMW, aus Italien, von Harley-Davidson. MZ´s fristen, genau so wie britische Fabrikate (wobei ja England früher der Welt größter Motorradhersteller war), ein Schattendasein. Das hat auch alles den Hintergrund, dass man bevorzugt Produkte von wirtschaftlich solide erscheinenden Firmen kauft (der Preis muss natürlich auch stimmen) - jedoch nicht von Anbietern, über denen regelmäßig der "Pleitegeier" kreist. ...

Ja, das MZ-Werk im erzgebirgischen Zschopau ist nicht mehr. Dafür gibt es jetzt zwei Nachfolger, die aus Fernost zugelieferte Einzelteile zu Motorrädern zusammenmontieren. MZ ist zu einem Nischenprodukt verkümmert. Ansonsten können wir die Nostalgie im MZ-Museum pflegen. Vom "Das kleine Wunder - (DKW)" über die RT 125, MZ ES-, TS- zur ETS/ETZ-Serie. Das letzte Modell war die MZ ETZ 251. Dann schlug die Treuhandanstalt zu. Aus einem Teil von MZ wird MuZ, tschechischer Geschäftsführer mit Eigentum des Werks an die Türkei. Das Altwerk MZ bleibt in Teilen noch erhalten. Seit 01.09.1996 gehört MuZ dem Unternehmen Hong Leong Industries Berhad. Das MuZ-Werk liegt in Hohndorf.

Ähnlich erging es dem Kühlschrankhersteller DKK FORON in Scharfenstein und Niederschmiedeberg (hier der Nachfolger ) und noch schlimmer den Jagdwaffen- und Kleinkraftradhersteller VEB Fahrzeug- und Jagdwaffenwerk "Ernst Thälmann" Suhl . Überlebt hat da nur die Jagdwaffenmanufaktur, obwohl die Schwalbe, der Star, Habicht, Sperber zu Kultfahrzeugen wurden.

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Berlin-Chemie schafft 500 neue Jobs
« Antwort #7 am: 14:31:39 Do. 07.April 2005 »
Eines ist klar: Die Liste der Investruinen bzw. der seinerzeit durch die Treuhand "abgewickelten" Unternehmen ist endlos. Man schaue sich nur u. a. die ostdeutsche Maschinenbau, Glas- und Textilindustrie an - geblieben ist praktisch nichts. Insolvenzen, Konkurse und Unternehmensverlagerungen geben in der heutigen Zeit auch Dank der politischen Führung Deutschland den Rest.
Und da kann man nicht nur Ostdeutschland sehen, auch in den alten Bundesländern verschwinden zunehmend vorwiegend mittelständische Unternehmen, die 40 oder 60 Jahre existierten.
Das ist ja das Problem:
Uns wird hier die Spass-, Freizeit-, Konsum- und Dienstleistungsgesellschaft eingeimpft. "Der eine Scheich putzt dem nächsten Scheich die Schuhe, wer die durchgereichten 2 Euro zum Schluss behalten darf, hat gewonnen."
Nur erfolgt durch diese Methode keine durchgreifende Wertschöpfung. Wertschöpfung kann nur erfolgen, wenn in einer gesunden Volkswirtschaft ein ebenso gesunder Anteil von Produktionsbetrieben vorhanden ist, die europa- oder weltweit nachgefragte Artikel produzieren bzw. komplett herstellen. Fehlt diese Komponente, oder steht diese Komponente im Mißverhältnis zu anderen Wirtschafts- und Gewerbezweigen, "habe ich die 2 Euro zum Ausgeben für das Schuhe putzen bzw. für den nachfolgenden Dienstleister nicht". (Auf´s gleiche käme es heraus, wenn Deutschland nur noch aus Handyverkaufsstellen, Versicherungsverkäufern und Imbissbuden bestehen würde - irgendwo bzw. irgendwann muss man sich fragen, woher das Geld für die "Bratwurst" kommen soll.) Da liegt das Übel begraben, was man hierzulande übersieht.

Siehe übrigens z. B. ergänzend das Thema "Arbeitsplatzvernichtung in Deutschland":
http://home.knuut.de/EWKberater/Meinung/12700gArchiv7.html

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Berlin-Chemie schafft 500 neue Jobs
« Antwort #8 am: 09:49:55 Mi. 11.Mai 2005 »
Wir diskutierten hier u. a. über das Luftschloss bzw. den Schwachsinn mit der "Luftschiff-Cargolifter-Produktionshalle", dem Konkurs und der soeben erfolgten Umwandlung in einen Tropenfreizeitpark.

Man lernt nicht dazu. Gestern 10.05.2005 auf ORB:
Beschlossen und geplant wird von Investoren eine Zeppelinfertigungshalle (diesmal sollen Touristik-Zeppeline dort entstehen) bei Neuhardenberg. Die zuständigen Minister begrüßten die Initiative.

Bin mal gespannt, wieviel Fördermittel da wieder für diesen Schwachsinn flüssig gemacht werden ...

Codeman

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Berlin-Chemie schafft 500 neue Jobs
« Antwort #9 am: 11:01:13 Mi. 11.Mai 2005 »
Ja das habe ich auch gestern im ORB (RBB-Brandenburg) gesehen.Das wird wieder eine Bauruine hoch drei.es sollen 12 stück gebaut werden,obwohl erst 3 bestellt sind.Was eine Differenz von 9 Zeppellinen bedeutet,was widerum heisst das der Steuerzahler 9 Zeppeline bezahlen darf.

MfG
Codeman
Ich bin der Rostfleck am Schwert des Sozialismus - Zitat frei nach Schraubenwelle

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« Antwort #10 am: 11:14:36 Mi. 11.Mai 2005 »
Und vor allem:
Nicht nur die Finanzierung der neuen Fertigunsstätte für die Zeppeline ist völlig offen. Auch die Zwischenfinanzierung zwecks Produktionsbeginn für die ersten 3 Zepps ist ungeklärt (die Kunden bezahlen die Dinger sicher nicht 1 Jahr im voraus, sondern erst nach Ablieferung bzw. Abnahme).
*
Das ist wieder eine neue Abzockfirma, wie manch eine andere vorher wird auch das nichts werden bzw. im Konkurs enden - nur das halt wieder Millionen dabei verschwunden sind und diverse "Manager", Geschäftsführer und Magnaten sich gegenseitig zum geglückten, legalisierten Betrug gratulieren können. Schweinedämmerung eben!

(Was z. B. auch noch fehlen würde. Die deutsche Werft- bzw. Schifffahrtsindustrie liegt ja auch am Boden, von 2 Ausnahmen abgesehen. Riesenkapazitäten liegen brach. Da fehlt doch auch ein ideenstrotzender Investor bzw. Potentat, der mit Hilfe von Billigarbeitskräften den Bau von z. B. ganzen Unterwasser-Flugzeugträgerflotten plant. Je irrer die Idee, um so eher lassen sich geldgebende damit umlullen und machen Millionen locker.)