Autor Thema: 15 Jahre Bischofferode - Verkauftes Land an den Westen zum Ausrauben  (Gelesen 2041 mal)

Wilddieb Stuelpner

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Neues Deutschland: Gründung der Treuhandanstalt vor 15 Jahren - Kein Frieden mit denen

Fragen an Gerhard Jüttemann



ND-Foto: Lange


Jüttemann war Betriebsratschef im Müntzer-Schacht und saß für die PDS im Bundestag.

ND: Wann hatten Sie zum ersten Mal Kontakt zur Treuhand?

Jüttemann: Den ersten Kontakt zur Treuhand hatte ich mit einem Herrn Schucht, der damals verantwortlich war für die Bergbauunternehmen. Er war letztlich auch der, der die staatliche Verantwortung für die Schließung von Bischofferode trägt.

Schucht? Hat der nicht vor seinem Tode verfügte, dass seine Memoiren erst irgendwann öffentlich werden?

Ja, vermutlich hatte er Gründe. Nicht nur mich würde interessieren, was da alles drinsteht. Vielleicht erfahren wir ja dann noch mehr Scheußlichkeiten darüber, wie der Osten systematisch plattgemacht wurde.

Sie sind sicher als gleichberechtigter Partner empfangen worden. Sie waren immerhin Betriebsrat der Zeche Bischofferode.

Gleichberechtigt? Ich muss lachen. Wir sind empfangen worden, weil sich die Kollegen gewehrt haben gegen die Schließung. Sonst hätten uns die Bosse nicht einmal wahrgenommen. Damals sind wir nach Berlin gefahren und haben die Leipziger Straße dichtgemacht.

So konnten Sie immerhin Ihre Argumente loswerden?

Aber wir haben sofort gemerkt, die stoßen auf taube Ohren. Die Treuhand-Menschen kannten ihren Auftrag und haben ihn erfüllt.

Haben Sie nach all den Jahren Ihren Frieden machen können mit der Treuhand?

Nein, wie sollte das gehen! So vieles ging den Bach runter. So viele Menschen wurden betrogen. Im Bergwerk sind noch 60 Kollegen – von 2000.

Fragen: René Heilig
(ND 01.03.05)

Junge Welt: Konzertierter Raubzug - Vor zehn Jahren gingen in Bischofferode die Lichter aus -
– zum Vorteil der westdeutschen Kaliindustrie

Die Salzgitter AG und die Gewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie waren sich einig, die ostdeutsche Kaliindustrie zu schleifen. Die Kaliförderungen des Westens reichte aus, um die Abnehmer zu versorgen. den Osten brauchte man nicht als Produktionsstätte, sondern als verlängerte Absatzbank.

WDR: Dokumantarfilm "Verkauftes Land"

"...
Die westdeutschen Managern sehen in den Neuen Ländern allein einen großen Markt. Am Entstehen einer konkurrierenden Produktion haben sie keinerlei Interesse. Investitionen, Arbeitsplätze, Verantwortung? Fehlanzeige. "Der Patriotismus meiner Aktionäre hört an ihrem Geldbeutel auf," sagt einer von ihnen kühl. ..."