Autor Thema: Reale Treffen und Aktivitäten  (Gelesen 5962 mal)

rosal

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Re:Reale Treffen und Aktivitäten
« Antwort #15 am: 09:02:58 So. 16.Dezember 2012 »
diesen tag unterstützen/haben unterstützt:
alerta soziale beratung, ATIF-HH, … weitere unterstützer_innen (gruppen/einzelpersonen) gesucht!

rosal

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Re:Reale Treffen und Aktivitäten
« Antwort #16 am: 10:12:15 So. 16.Dezember 2012 »
diesen tag unterstützen/haben unterstützt:
alerta soziale beratung, ATIF-HH, ... weitere unterstützer_innen (gruppen/einzelpersonen) gesucht!

am: 21.12.2012       straße: bartelsstr. 21 (hinterhof)
10:00 – 12:00 uhr    fruehstueck
13:00 – 15:00 uhr    mittagessen
10:00 – 18:00 uhr    erwerbslosenberatung

rosal

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Re:Reale Treffen und Aktivitäten
« Antwort #17 am: 13:33:18 So. 16.Dezember 2012 »
aus:     
Re:ZAHLTAG in Hamburg

suche aktivist_innen zur organisierung von zahltagen in hamburg.

gibt es in hamburg noch zahltagsaktivist_innen? dann zum erwerbslosentag am 21.12.2012, Bartelsstr. 21 (hinterhof)

mit solidarischem gruß

ps: gibt es chefduzer_innen in hamburg?

rosal

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Re:Reale Treffen und Aktivitäten
« Antwort #18 am: 12:30:03 Di. 25.Dezember 2012 »

Zitat
Ich bin das Gequatsche leid, das sich in diesem Forum ewig wiederholt: Wir bräuchten...
[/b]

wir brauchen:
-
-
-
...
msg

antonov

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Re:Reale Treffen und Aktivitäten
« Antwort #19 am: 20:15:28 Di. 25.Dezember 2012 »
Geduld, Verständnis, Offenheit und ein sehr, sehr langen Atem

BGS

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Re:Reale Treffen und Aktivitäten
« Antwort #20 am: 21:15:39 Di. 25.Dezember 2012 »
Gleichmut.

MfG

BGS
"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

http://www.chefduzen.de/index.php?topic=21713.msg298043#new
(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)

rosal

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Re:Reale Treffen und Aktivitäten
« Antwort #21 am: 17:57:11 Mi. 26.Dezember 2012 »
Zitat
Geduld, Verständnis, Offenheit und ein sehr, sehr langen Atem
und
Zitat
Gleichmut.

brauchen wir bei dem diesjährigen kürzungsrekord (ueber 1 million kürzungen)

msg

http://www.jungewelt.de/2012/12-27/046.php

rosal

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Re:Reale Treffen und Aktivitäten
« Antwort #22 am: 12:12:30 Fr. 04.Januar 2013 »
was tun gegen

mehr Sanktionen gegen Arbeitslose
Berlin. Die Arbeitsagenturen haben im vergangenen Jahr Arbeitnehmer deutlich häufiger dafür bestraft, daß sie ihren drohenden Jobverlust zu spät gemeldet haben. Nach einer der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag vorliegenden Bilanz der Bundesagentur für Arbeit (BA) sperrten sie in fast 257400 Fällen vorübergehend die Auszahlung des Arbeitslosengeldes I, weil sich Arbeitnehmer nach der Kündigung nicht innerhalb der vorgeschriebenen Fristen als arbeitsuchend gemeldet hatten. Das waren 7,3 Prozent mehr als 2011. Wegen Arbeitsablehnung wurde die Arbeitslosengeld-Zahlung rund 27600 mal gesperrt, 2,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl aller Sperrzeiten in der Arbeitslosenversicherung stieg insgesamt um 0,9 Prozent auf fast 735000. In den meisten Fällen wurde ALG I wegen zu später Arbeitslosmeldung, anderer Meldeversäumnisse oder Arbeitsaufgabe gesperrt.    (Reuters/jW)

was tun gegen fast 2 millionen kürzungen?

admin

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Re:Reale Treffen und Aktivitäten
« Antwort #23 am: 21:47:53 Fr. 06.April 2018 »
Bei unserem letzten Stammtisch haben wir uns 4 Stunden die Köpfe heißgeredet, wie man in heutigen Zeiten Menschen organisiert.
Ziel ist es, Kontakte, Netze, Strukturen aufzubauen.
Was macht man, damit Leute zusammenkommen? Nicht nur einmal, sondern daß sie Interesse daran haben, daß man sich wiedersieht...
Das Durchbrechen von Einsamkeit und Vereinzelung ist die Grundlage für alles weitere.
Die Menschen sind mehrheitlich im Streß und unter önonomischen Schwierigkeiten und jeder für sich allein.
Die linke und linksradikale Szene ist zu einem Großteil von prekären Lebens- und Arbeitsbedingungen betroffen, man kämpft gegen Nazis und Wirtschaftsgipfel und für ein freies Kurdistan, doch man macht die eigenen Lebensverhältnisse nicht zum Thema.
Die Linken wissen zum größten Teil nicht mehr, wie man sich bessere Arbeitsbedingungen erkämpft. Viele sind Freiberufler, Scheinselbstständig, arbeiten im Home Office, als Clickworker und anderen schrecklich hippen Arbeitsformen. Können sich Menschen unter solchen Bedingungen zusammenschließen und wollen sie es?

Und die anderen Malocher? Die Erwerbslosen? Die Migranten?
Sind es alles nur potentielle AfD Wähler und Opfer? Warum hängt man nicht mit denen ab, warum kennt man sie meist nicht? Warum interessiert man sich nicht für sie?

Die meisten Fragen blieben in unserer Runde ohne Antwort.
Deshalb wollte ich vorschlagen, diese Themen hier weiter zu diskutieren.

Tiefrot

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Re:Reale Treffen und Aktivitäten
« Antwort #24 am: 13:07:07 Sa. 07.April 2018 »
admin sagte:
Zitat
Viele sind Freiberufler, Scheinselbstständig, arbeiten im Home Office, als Clickworker und anderen schrecklich hippen Arbeitsformen. Können sich Menschen unter solchen Bedingungen zusammenschließen und wollen sie es?

Das Hauptproblem sehe ich darin, das die Leute nichts anderes kennen.
Ich wette mit dir, das denen sichere und planbare Lebensverhältnisse
nur noch aus Erzählungen ihrer (Groß-) Eltern bekannt sind.

Denke dran: Arbeiten gehen ist ein Deal !
Seht in den Lohnspiegel, und geht nicht drunter !

Wie bekommt man Milllionen von Deutschen zum Protest auf die Straße ?
Verbietet die BILD und schaltet Facebook ab !

Kuddel

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Re:Reale Treffen und Aktivitäten
« Antwort #25 am: 15:07:13 Sa. 07.April 2018 »
Das Hauptproblem sehe ich darin, das die Leute nichts anderes kennen.

Ja, das erklärt vielleicht, warum sie sich haben viel nehmen lassen. Alles hat aber Grenzen. Rein physische. Wenn man die Miete nicht mehr zahlen kann oder der Körper nicht mehr mitspielt. Irgendwann ist Schluß.

counselor

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Re:Reale Treffen und Aktivitäten
« Antwort #26 am: 15:26:21 Sa. 07.April 2018 »
Es gehört zu den Eigentümlichkeiten des Kapitalismus Hilfsarbeitern Löhne unterhalb des Existenzminimum zu zahlen und sie der Fürsorge zu unterwerfen. Die Leute müssen lernen, das Lohnsystem als Ganzes infrage zu stellen.
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

admin

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Re:Reale Treffen und Aktivitäten
« Antwort #27 am: 16:34:07 Mo. 10.September 2018 »
Zur Frage der Organisationsform mailte uns Dieter Wegner vom Jour Fixe Gewerkschaftslinke Hamburg folgenden Diskussionsbeitrag zu:
Zitat
Qualifizierte Vernetzung – die richtige Form der Organisierung heute!

Zum Scheitern revolutionärer Gruppen - Grund: Der Parteiansatz



Nachdem wir als Linke die Erfahrung gemacht haben...

Dieser Text gilt als unferting und wurde zur internen Diskussion herumgeschickt, auch an uns. Ers nach abschließender Diskussion soll er veröffentlicht werden. Auf Bitte des Autors habe ich ihn vorübergehend herausgenommen.
-admin-


DW (Hamburg, Sept. 2018)

Fritz Linow

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Re:Reale Treffen und Aktivitäten
« Antwort #28 am: 17:41:30 Mo. 10.September 2018 »
Zur Frage der Organisationsform mailte uns Dieter Wegner vom Jour Fixe Gewerkschaftslinke Hamburg folgenden Diskussionsbeitrag zu:
Zitat
(...)
Dabei lag der theorethische Ansatz dazu vor. In der Broschüre von Bernie Kelb „Die Betriebsfibel“ erläuterte er eine effektive linke Betriebspraxis.
(...)

Die "Betriebsfibel" ist sehr gut und gibt es z.B. hier:
https://syndikalismus.files.wordpress.com/2010/04/betriebsfibel.pdf

Fritz Linow

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Re:Reale Treffen und Aktivitäten
« Antwort #29 am: 22:27:16 Mo. 10.September 2018 »
Ich versuche mal, auf einige Punkte einzugehen:

Zitat
Nachdem wir als Linke die Erfahrung gemacht haben, daß die Emanzipation der Arbeiterklasse durch die Organisierung in Parteien gescheitert ist, stehen wir vor der Aufgabe, neue, zeitgemäße, wirksame Formen der Kollektivität und des Widerstandes zu finden.
Diese Diskussion wird übrigens auch dort geführt, wo die angeblich neuen Formen seit jeher zuhause sind:
https://direkteaktion.org/skizze-eines-konstruktiven-sozialismus-teil-1/
Ziemlich anstrengend zu lesen, aber ganz interessant.

Zitat
Die DGB-Gewerkschaften stehen mit ihrer Sozialpartnerschaftsideologie auf der Seite von Kapital und Staat. Wobei schon unterschieden werden muß zwischen den einzelnen DGB-Gewerkschaften, ob sie generell jeden Konflikt mit dem Kapital ablehnen wie die IG BCE (der Neupack-Streik vor sechs Jahren war ein Ausrutscher) und verdi, die öfter Streiks zuläßt. Auch muß man sehen, daß etliche GewerkschaftssekretärInnen auf unserer Seite stehen.

Absolute Zustimmung. Andererseits, was nützt die Unterscheidung innerhalb des DGB-Apparats, wenn ein Streik, egal ob bei IG BCE oder Verdi immer zugelassen werden muss? An dieser Struktur wird nicht zu rütteln sein. Das ist seit langem bekannt. Strukturen und Kontakte zum DGB kann man ja trotzdem nutzen und pflegen, aber bestenfalls halt nur bis zu diesem bestimmten Punkt, wo etwas „zugelassen“ werden muss. Da fehlt die Alternative, die es traurigerweise nicht gibt.

Zitat
Kommunistische Parteien gescheitert, die Gewerkschaften auf der Gegenseite – ein Fazit, daß wir anerkennen und von dem wir in unserer politischen Praxis ausgehen müssen!
Aus dem historischen Scheitern heißt es jedoch Schlüsse zu ziehen. (…)

Das ist eine ehrliche Erkenntnis, das sich auch mal gerne die Simpfendörfer-Sippe der MLPD und natürlich auch die anderen zu Herzen nehmen können: Anarchisten, Trotzkisten, Theoriebegeisterte und andere Schwachmaten.  Außer den Kabbeleien, die im Vordergrund standen und teilweise immer noch stehen, gibt es vielleicht noch andere Gründe. Selbst aus den dümmsten Anekdötchens von damals und jetzt lassen sich bestimmt lehrreiche Schlüsse ziehen.

Zitat
Qualifizierte Netzwerk beinhaltet durchaus Verbindlichkeit, Engagement, Verantwortlichkeit und Zuverlässigkeit

Eigentlich selbstverständlich, in Zeiten von Kuschelkampagnen und lauter Aktivismus nur noch teilweise vorhanden, vielleicht auch weil keine Grundstruktur erarbeitet wurde... Ab wann ist man eigentlich ein Aktivist?

Zitat
Eine weitere Ebene von Störung und Streit, der sehr nervig sein kann, entsteht durch bestimmte Aktive – es sind meistens Männer -, für die nicht die Sache vorrangig ist sondern die Herausstellung und Befriedigung ihres ego. Ihre Eitelkeit ist geradezu ihr Antrieb. Dadurch spielen sie sich geradezu in den Vordergrund. Sie wollen im Mittelpunkt stehen, sogar in kleinsten Kreisen geht es ihnen um die „Stammtischhoheit“. Es darf nicht reflektionslos deren Aktivität hingenommen werden sondern das Problematische an ihrem Verhalten muß offen angesprochen werden. Sie müssen quasi von den anderen erzogen werden.
Daß die Chemie in den Gruppen stimmt, ist ein wichtiger Faktor im Klassenkampf.

Das klingt fürchterlich nach Politgruppe, in der sich alle schon seit Ewigkeiten kennen und es weniger um die Sache geht. Natürlich muss die Chemie stimmen, aber wenn sie nicht stimmt, kann sie auch egal sein, wenn es eine verbindliche Struktur gibt, die verhindert, dass persönliche Eitelkeiten und auch Abhängigkeiten entscheidend sind. Ansonsten stimmt das natürlich schon. Ob ich jemanden riechen kann oder nicht und umgekehrt, ist egal, wenn wir wissen, dass wir trotzdem solidarisch sind.

Abschließend mit den Worten aus der Betriebsfibel von Berni Kelb:

Wenn aber einer kommt und dich anleiten will, dann jage ihn zum Teufel. Vielleicht kommen auch Leute und erzählen dir, du sollst eine Betriebszeitung machen. Vielleicht bieten sie dir auch Hilfe an. Sie wollen die Zeitung für dich machen. Du brauchst ihnen nur Informationen aus dem Betrieb zu geben. Über Konflikte und so. Dann lasse sie abblitzen! Frage sie, wo sie arbeiten. Und warum sie dort keine Zeitung herausbringen. Revolutionäre Arbeit kann und soll jeder an seinem Platz machen. Die Frage wird ihnen peinlich sein. Sie wollen nämlich nicht arbeiten, sondern Arbeiterführer sein. Mißtraue allen, die bei dir und auf deine Kosten irgendeine führende Rolle verwirklichen wollen. Jeder Person, Partei und Organisation.