Autor Thema: Werften anderswo (die Konkurrenz)  (Gelesen 22770 mal)

ManOfConstantSorrow

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Re:Werften anderswo (die Konkurrenz)
« Antwort #15 am: 13:33:16 Sa. 23.April 2011 »
Zitat
   Aussperrung    

Das Schiffbauunternehmen Hanjin Heavy Industries and Construction hat wegen eines Arbeitskampfes zwei Fabriken in Busan und Ulsan und eine Werft in Busan geschlossen. 600 Arbeiter wurden aufgefordert, die Betriebe auf der Stelle zu verlassen. Dies ist die Reaktion auf einen am 20.Dez 2010 begonnenen Streik der Gewerkschaft gegen geplanten Arbeitsplatzabbau, 190 Beschäftigte sollen entlassen werden. Das Unternehmen sagt, die Produktion sei seit 2009 immer wieder durch Arbeitskämpfe gestört worden (s.a. 6731) . Eine Gewerkschafterin hält seit 6. Januar einen Kran besetzt. Ein Gericht hat die Aktion für illegal erklärt, sie muß für jeden Tag, den sie den Kran weiterhin besetzt, eine Geldbuße zahlen. Heute schlossen sich zwei Arbeiter der Kranbesetzung an
Quelle: Yahoo! news, Korea Times, arirang, 14.2.11

Zitat
   Solidemo bei Hanjin    

Busan: Tausende Gewerkschafter demonstrierten in Solidarität mit den protestierenden Arbeitern der Hanjin Heavy Industries Yeongdo Werft , die seit dem 20. Dezember 2010 im Streik gegen Entlassungen sind. Drei Gewerkschafter (darunter eine Frau) halten seit Januar Kräne besetzt. Ein Gewerkschafter sitzt im Knast, nach drei weiteren wird gefahndet; zugleich verlangt die Firma Millionen Schadensersatz.
Quelle: International Metalworkers# Federation, 15.4.11
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Kuddel

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Re:Werften anderswo (die \
« Antwort #16 am: 18:49:53 Mi. 29.Juni 2011 »
Zitat
Südkorea: Werftarbeiter beenden sechsmonatigen Streik

Am 27. Juni beendeten Werftarbeiter von Hanjin Heavy Industry & Construction in der südkoreanischen 5-Millionen-Stadt Busan einen 190-tägigen Streik gegen die Entlassung von rund 400 Beschäftigten. Die Werft erklärte sich bereit, über Entschädigungen zu verhandeln und 170 Arbeiter wieder einzustellen. Die Anschuldigungen gegen die Gewerkschaft sollen fallen gelassen werden. Es bleiben jedoch Fragen offen, weil das Unternehmen nicht völlig auf Schadenersatz verzichten will und nicht alle Arbeiter wieder eingestellt werden. 70 Gewerkschaftsmitglieder waren mit dem Abkommen nicht einverstanden. Das Bezirksgericht Busan ordnete ihnen gegenüber eine zwangsweise Räumung an.
http://www.rf-news.de/2011/kw26/29.06.2011-suedkorea-werftarbeiter-beenden-sechsmonatigen-streik

Kuddel

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Re:Werften anderswo (die \
« Antwort #17 am: 14:32:35 So. 23.Dezember 2012 »
China
Werftarbeiter besetzen Schnellstraße


Rund 1000 Beschäftigte der Jiangsu Eastern Shipyard streikten am zweiten Dezember – Wochenende wegen seit 5 Monate ausstehender Löhne: Sie besetzten dabei die an der Werft vorbei führende nationale Schnellstraße und die Brücke über den Yangtze. Nach zwei Tagen hatten sie ihr ziel erreicht – und das Unternehmen aus Singapur, dem die Werft gehört, verbreitete es habe sich ausschliesslich um Beschäftigte von Subunternehmen gehandelt. Was zunächst zutraf – aber das erste Echo darauf war, dass Kollegen der Stammbelegschaft, die nicht mitgestreikt hatte, in der Öffentlichkeit bekannt machten, auch sie hätten seit monaten keine Löhne ausbezahlt bekommen.

http://www.clb.org.hk/en/node/110186

Kuddel

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Re:Werften anderswo (die \
« Antwort #18 am: 11:23:18 Fr. 27.September 2013 »
Zitat
Streik auf der Danziger Werft - Arbeiter verlangen ihre Löhne

Warschau/Danzig (dpa) - Die Arbeiter der Danziger Werft sind in den Ausstand getreten, um eine Auszahlung ihrer Löhne zu erzwingen. «Die Konten der Werft sind blockiert. Die Leute haben genug von dieser Situation», sagte Karol Guzikiewicz, der Vizechef der Gewerkschaft «Solidarität» auf der Werft, am Donnerstag der polnischen Nachrichtenagentur PAP. Die Werft ist seit längerem in finanziellen Schwierigkeiten und zahlt die Löhne seit Mai in Raten aus. Am Mittwoch wäre Guzikiewicz zufolge die zweite Rate der August-Löhne fällig gewesen.

Die einstige Danziger Leninwerft, deren Arbeiter im August 1980 mit ihrem Streik von der damaligen Führung Polens die erste unabhängige Gewerkschaft im kommunistischen Ostblock erzwangen, kämpft ums wirtschaftliche Überleben. Der ukrainische Geschäftsmann Sergej Taruta hält über die Gdansk Shipyard Group 75 Prozent der Anteile, über den Rest der Aktien verfügt die Agentur für Industrieentwicklung, ein Unternehmen des polnischen Privatisierungsministeriums.
http://www.europeonline-magazine.eu/streik-auf-der-danziger-werft---arbeiter-verlangen-ihre-loehne_298657.html

ManOfConstantSorrow

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Re:Werften anderswo (die Konkurrenz)
« Antwort #19 am: 11:00:45 Mo. 26.Juni 2017 »
Aus einem Mailverteiler:

Zitat
in hamburg wurde die werft blohm+voß an die bremer werft lürssen verkauft. von den noch 980 beschäftigten sollen 300 entlassen werden. 220 haben das abfindungsangebot schon angenommen, 80 noch nicht. sie alle sollen in eine transfergesellschaft. die 680 übriggebliebenen bekommen streichungen und kürzungen: weihnachtsgeld, urlaubsgeld, mehrarbeit. widerstand hat es bisher nicht gegeben. ein grund: durch viele betriebs- und mitgliederversammlungen und pseudo-proteste sind die kollegInnen mürbe geworden.
widerstandstrukturen gibt es nicht im betrieb.

igm, betriebsrat und vertrauensleute sind auf kuschelkurs mit der geschäftsleitung, also vollstrecker des willens der geschäftsleitung.
 
hier unten findet ihr ein flugblatt, das am mittwochmorgen verteilt wurde.
die flugblätter sind sehr angenommen worden, kein einziges weggeworfen worden (die putzfrauen sagten am donnerstag: kein einziges lag in den papierkörben). was heißt, die flugis sind mit nach hause genommen worden.
der BR-Vors. ließ sich nicht darauf ansprechen.
eine reaktion von seiten der igm ist bisher noch nicht bekannt.
auf der email-adresse unter dem flugi hat sich noch niemand gemeldet!
solange es keine widerstandsstrukturen im betrieb gibt (nur empörte informanten), ist unterstützung von außen sehr eingeschränkt, es wäre auch nur "bessere stellvertreterpolitik".

was von außen gemacht werden kann:
linkspartei macht anfrage in bürgerschaft: "was ist los bei blohm+voss"?, übernahme in besitz des landes hamburg fordern, auf rüstungskonversion hinweisen, auf die kürzungen (urlaubsgeld, weihnachtsgeld, kostenlose mehrarbeit) hinweisen.
fernsehteam macht im betrieb und vorm tor aufnahmen.

ein ziemlicher gegensatz zu der erfreulichen situation bei daimler bremen, wo nicht mal entlassungen anstehen sondern "nur" die umwandlung von stammarbeitsplätzen in leiharbeitsplätze und werkverträge!

welch ein gegensatz:
zigtausende junger antikapitalistisch eingestellter junge menschen kommen in 14 tagen nach hamburg und bei blohm+voss, wo es um die existenz geht, herrscht tote hose.


Zitat
Offener Brief
eines Arbeiters von Blohm+Voss


Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Ich schreibe euch heute, weil meine Wut und Empörung groß ist!

Über 20 Jahre arbeite ich nun schon im Neubau. Ich habe miterlebt, wie wir auf der Werft immer weniger wurden und dabei immer größere Leistungen bringen mußten. Ich weiß, daß die Belegschaft z.B. vor ca. 35 Jahren aus 6.500(!) Beschäftigten bestand. Heute sind wir nur noch 980.

Und von diesen knappen 1.000 sollen jetzt durch den neuen Werftboss Lürssen noch mal 300 entlassen werden. Es sieht so aus, als wenn die „teure“ Stammbelegschaft durch „billigere“ Kollegen von der Leiharbeit ersetzt werden soll.

Wir haben viele Krisen dieser berühmten Werft erlebt. Immer waren es die Arbeiter, die das ausbaden mußten. In jeder Krise tauchten neue Besitzer auf (ein Kommen und Gehen wie im Profi-Fußball bei den Trainern!). Sie versprachen die Rettung und hatten dabei immer dasselbe im Sinn: Einsparen der Personalkosten durchEntlassungen, Lohnkürzungen und unbezahlter Mehrarbeit.

Ihr kennt das. Diese alte Leier wurde immer mit denselben Sprüchen begleitet. Angstmacherei pur. Drohung mit Schließung und Insolvenz, wenn wir dem nicht zustimmen würden. Sieht wie ein Spielchen aus. Doch die Angstmacherei hat bisher funktioniert.
Was mich wütend macht?

In diesem Geschäft mit der Angst spielen unsere IG Metall und die BR-Vorsitzenden mit. Sie zeigen immer wieder volles Verständnis für die abgebliche Notlage der Werft, aber wenig Einsatz für die Not der Belegschaft. Die Sprüche auf jeder Versammlung, ob auf Betriebs- oder Mitgliederversammlungen, ähneln sich leider sehr den Sprüchen der Werftleitung:

°   Der Werft gehe es dreckig
°   300 müssen gehen
°   Mit Abfindungen freiwillig kündigen
°   Streichung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld
°   Unbezahlte Mehrarbeit

Klar, meine Wut richtet sich gegen die Herren von Lürssen. Aber sie richtet sich auch gegen die Haltung meiner IG Metall. Wozu bin ich in der Gewerkschaft? Doch nur, um mich gegen die Verschlechterung meiner meiner Lage bei der Arbeit wehren zu können. Zusammen mit allen anderen Kollegen. Weil ich weiß, daß man allein untergeht.

Es geht nicht an, daß der Betriebsrat und die IG Metall zu allem JA sagen. Ich erwarte endlich das NEIN. Das wäre eine große Sache:
Uns Mut machen. Nicht alles glauben. Krise? Insolvenz? Entlassungen? 300? Zu hohe Personalkosten?
 
Alles sollte hinterfragt werden, Unterlagen in allen Ausschüssen anfordern und sie durch Experten und Berater überprüfen lassen. Aber vor allem uns Mitglieder und die Gesamtbelegschaft auf Extra-Versammlungen ständig informieren.

Immer nur Zugeständnisse machen – das haben wir lange genug mitgemacht. Was war das Ergebnis? Die Lage beruhigte sich nur für kurze Zeit, bis zur nächsten Krise. Sollen wir das glauben, daß den Werftbossen die Zahl 300 reicht?

Es gibt aber auch Alternativen! Wir Kollegen sind nicht dumm. Wir haben auch Ideen, wie man mit der Werft weiter machen kann. Manchmal helfen auch radikale Gedanken und Vorschläge. Wie wäre es z.B. mit der Forderung nach Übernahme der Werft durch das Land Hamburg? Gehören solche wichtigen Industriezweige eigentlich in Privathand?
 
In anderen Bereichen wie Strom, Gas, Wasser, Krankenhäuser hört man immer stärker die Forderung nach Verstaatlichung. Auch dort führte die Privatisierung zu Entlassungen und unerträglichem Arbeitsdruck.
 
Ich würde lieber auf einem Arbeitsplatz sein, wo keine Kriegsschiffe und Waffen gebaut werden sondern für die Gesellschaft nützliche Produkte. Ist das ein utopischer Gedanke? Gerade Kollegen von Blohm+Voss sind seit 1981 in dem Arbeitskreis „Rüstungskonversion“ der IGM Hamburg aktiv gewesen. Der bestand bis in die 90er Jahre.
Ich weiß, das dauert, bis sich solche Ideen durchsetzen lassen. Aber irgendwann müssen wir NEIN sagen und mit dem NEUEN anfangen!
Mir machte das Mut, als 48 Gewerkschaftskollegen auf der letzten Mitgliederversammlung die Sanierungspläne abgelehnt haben. Nur 48! Und doch schon ein Anfang in dieser Friedhofsruhe.

Euch allen solidarische Grüße!

Wer weitere Informationen bekommen will, maile an: kollegen.blohm-und-voss@gmx.de
http://www.labournet.de/wp-content/uploads/2017/06/blohmvoss210617.pdf
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Kuddel

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Re:Werften anderswo (die Konkurrenz)
« Antwort #20 am: 09:34:18 Sa. 07.April 2018 »
Zitat
Papenburg
Ausbeutung beim Bau von Kreuzfahrtschiffen?



Bau eines Kreuzfahrtschiffes bei der Meyer Werft

Rumänischer Arbeiter auf der Meyer Werft erhebt Vorwürfe: Dubiose Abrechnungen und Schimmelunterkunft bei Subunternehmen.


Papenburg. Nach Vorwürfen über Ausbeutung bei einem Subunternehmen will die Papenburger Meyer Werft die Anschuldigungen aufklären. Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" hatte zuvor über einen rumänischen Mitarbeiter der Werkvertragsfirma berichtet, der sich über Arbeitszeiten von bis zu 15 Stunden täglich beklagt hatte.

Der Arbeitgeber habe bei dubiosen Abrechnungen unter anderem Urlaubs- und Krankengeld einbehalten und Arbeiter in einer schimmeligen Sammelunterkunft untergebracht. Ein Werftsprecher kündigte am Dienstag an, die Zusammenarbeit mit dem Subunternehmen zu stoppen, falls die Vorwürfe zuträfen.

Kontrolle des TÜV

Das Werkvertragsunternehmen mit seinen 15 Partnerfirmen habe bei Kontrollverfahren des TÜV Rheinland bisher alle geltenden Regeln zum Teil mehrfach nachgewiesen. Die Papenburger Werft werde die enge Zusammenarbeit mit den Behörden verstärken, um Missbrauch etwa bei den gesetzlich festgelegten Ruhezeiten der Arbeiter zu unterbinden.
https://www.abendblatt.de/region/article213906427/Ausbeutung-beim-Bau-von-Kreuzfahrtschiffen.html

Kuddel

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Re:Werften anderswo (die Konkurrenz)
« Antwort #21 am: 08:50:46 Sa. 27.Oktober 2018 »
Zitat
Kroatische Werftarbeiter im Streik

Seit vergangenem Montag streiken die Arbeiter im größten kroatischen Schiffbauunternehmen, der Uljanik-Gruppe. Betroffen ist die Werft im istrischen Pula, wo seit Mitte August keine Löhne ausbezahlt wurden. Nach Medienberichten haben sich rund 1500 Arbeiter an einem Protestzug durch Pula beteiligt. Der Streik soll so lange fortgesetzt werden, bis die ausstehenden Löhne ausgezahlt sind.

In der Schwesterwerft in Rijeka wird demnächst über Streikmaßnahmen abgestimmt. Darüber hinaus fordern die Arbeiter den Rücktritt der Geschäftsführung und Hilfsmaßnahmen von der Regierung, um den angeschlagenen Schiffsbau in Kroatien zu erhalten.

Die Streiks machen deutlich, dass die Lebensbedingungen für breite Schichten von Arbeitern im jüngsten EU-Mitgliedsstaat kaum mehr tragbar sind. Sie sind Teil einer wachsenden Streikbewegung in Kroatien und auf dem gesamten Balkan. Es ist bereits der dritte Streik in der Uljanik-Gruppe in diesem Jahr.

Die Uljanik-Gruppe steckt seit Jahren in massiven finanziellen Schwierigkeiten. Mittlerweile wird offen über einen drohenden Konkurs spekuliert. 2013 musste Kroatien die Werften auf Druck der EU privatisieren, seither sind sie deutlich unterfinanziert. Gegenwärtig fehlt nicht nur das Geld für die Auszahlung der Löhne, es kann auch nicht mehr ausreichend Material für bestehende Aufträge bestellt werden. In den letzten Monaten wurden zahlreiche Aufträge storniert.

Der Schiffbau hat in Kroatien eine lange Tradition und war in früheren Zeiten ein Kernbereich der Wirtschaft. Nach der Abspaltung des Landes von Jugoslawien Anfang der 1990er Jahre brachen Werften zusammen und es kam zu Entlassungen. Nun hat die Politik der Europäischen Union und der rechten kroatischen Regierung die Abwicklung der gesamten Branche zum Ziel.

Der Konzern gehört heute fast zur Hälfte den Beschäftigten, was in Kroatien eine lange Tradition hat. Den Rest der Anteile halten Investoren, darunter indirekt der kroatische Staat, mehrere Banken und der größte kroatische Versicherer Croatia Osiguranje.

Die Regierung erklärte sofort, dass ihr aufgrund der EU-Regelungen für staatliche Beihilfen die Hände gebunden seien und sie keine Hilfszahlungen leisten werde. Zuletzt hatte die Regierung im Januar staatliche Garantien in der Höhe von 96 Millionen Euro für einen Kredit für die Werft Uljanik in Pula zugesichert. Dieser wurde allerdings von der EU-Kommission abgelehnt.

Uljanik hat laut Medienberichten bisher rund 900 Millionen US-Dollar an staatlichen Garantien bekommen, die vor allem für die Restrukturierung der Werft in Rijeka verbraucht wurden. Der Kollaps des Schiffsbauers könnte eine soziale Bombe in der Küstenregion zur Explosion bringen – in den beiden Werften und den Zulieferbetrieben sind insgesamt 10.000 Arbeitsplätze gefährdet, berichtete Die Presse aus Österreich im August.

Nicht nur in den Werften protestieren in diesem Jahr die Beschäftigten. Im Sommer konnte ein Streik bei der Fluggesellschaft Croatia Airlines nur durch eine Gerichtsentscheidung verhindert werden. Grund für den geplanten Streik war, dass der Tarifvertrag bereits vor knapp zwei Jahren ausgelaufen ist. Die Beschäftigten forderten einen neuen Tarifvertrag mit höheren Löhnen und besseren Arbeitsbedingungen. Das Management von Croatia Airlines, das eng mit der Regierung verbunden ist, lehnte jede Verbesserung ab.

In der gesamten Balkanregion kommt es immer häufiger zu Arbeitskämpfen. Bereits im letzten Jahr gab es in Kroatien, Serbien und Slowenien zahlreiche Streiks. Für Anfang Dezember sind in Slowenien Streiks im öffentlichen Dienst angekündigt, falls sich Gehälter und Arbeitsbedingungen nicht spürbar verbessern.

Gegenwärtig sind rund 900 Beschäftigte des bosnischen Stahlunternehmens Aluminij Mostar im Ausstand. Ähnlich wie bei der Uljanik-Gruppe steht das Unternehmen vor dem Aus. Es gehört zu 44 Prozent der Regierung von Bosnien-Herzegowina und zu 12 Prozent dem kroatischen Staat. Der Rest ist im Besitz der Beschäftigten.

Im bettelarmen Bosnien geht es dabei um die Existenz von Tausenden Menschen. „Tritt der ungünstigste Fall ein, sind nicht nur die Arbeiter, sondern auch ihre Familien betroffen,“ klagte Romeo Bioksic, Gewerkschaftsführer bei Aluminij Mostar, gegenüber der Nachrichtenagentur BIRN. „Es geht also um mehrere Tausend Menschen, deren Schicksal von Aluminij abhängt.“

Die kroatische Regierung stellt sich nicht nur bei den Streiks gegen die Arbeiter, sie verfolgt einen brutalen Sparkurs gegen die gesamte Bevölkerung. Die rechte Regierung von Andrej Plenkovic (HDZ) erhöht das Renteneintrittsalter von 65 auf 67 Jahre und senkt die Rente bei früherem Renteneintritt um vier Prozent pro Jahr. Das bedeutet eine empfindliche Rentenkürzung. Die Rentenreform war bereits 2014 beschlossen worden, sollte aber erst ab 2038 gelten. Nun zieht sie die Regierung Plenkovic vor.

In der kroatischen Hauptstadt Zagreb protestierten diese Woche mehrere tausend Menschen gegen die Rentenreform. Die wütenden Demonstranten riefen „Diebe“ und trugen ein Banner mit der Aufschrift: „Nach der Schule die Arbeitslosigkeit, nach der Arbeit das Grab.“ Sie forderten, dass das Renteneintrittsalter wieder auf 65 Jahre gesenkt wird, und begründeten das damit, dass die Lebenserwartung in Kroatien niedriger und die Arbeitsbedingungen weit härter sind als im EU-Durchschnitt. Die Erhöhung des Renteneintrittsalters führe zum „Arbeiten bis zum Tode“.

Während die rechte HDZ-Regierung die Pläne unter allen Umständen durchsetzen will, haben die Gewerkschaften bereits signalisiert, dass sie weiter mit der Regierung verhandeln. Die Regierung erwartet durch die geplante Reform bis 2040 Ersparnisse von über 11 Mrd. Kuna (rund 1,5 Mrd. Euro).

Laut Regierung besteht derzeit ein Defizit von 17 Milliarden Kuna (2,3 Milliarden Euro). Gewerkschaftsvertreter haben verlauten lassen, dass sie bereit sind, der Reform zuzustimmen, wenn es einige Ausnahmeregelungen für Berufsgruppen gibt, die körperlich besonders hart beansprucht sind, Große Teile der Gewerkschaften unterhalten enge Verbindungen zur sozialdemokratischen SDP, die 2014 die Rentenreform beschlossen hatte.
https://www.wsws.org/de/articles/2018/10/27/kroa-o27.html

ManOfConstantSorrow

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Werftbesetzung!
« Antwort #22 am: 15:24:22 Fr. 13.September 2019 »
Belfaster Werftbesetzung für Wiederverstaatlichung und Transformation in der siebten Woche – mit weiter wachsender Unterstützung


Streikplakat der Werftarbeiter in Belfast im August 2019:
Für die Wiederverstaatlichung von Harland und Wolff


„… Der Kampf hat Kollegen aus der ganzen Region mobilisiert und weltweite Aufmerksamkeit und Solidarisierung erfahren. Unter anderem haben sich die Beschäftigten der größten Gewerkschaft Nordirlands, NIPSA (Northern Ireland Public Service Alliance), mit den Werftarbeiter*innen solidarisiert. Unterstützung erhielten die Kämpfer*innen zudem vom Professor für Grüne Politische Ökonomie an der Queens University Belfast, John Barry. Am 19. August wies er in einer Solidaritätsbotschaft angesichts der drohenden ökologischen Katastrophe auf das Führungsbeispiel der Arbeiter*innen von H&W hin. Im Sinne einer gerechten Transformation sei die Werft ein zukünftiger »Dreh- und Angelpunkt für eine neue Revolution der erneuerbaren Energien«. Statt sie abzuwickeln, müsse man sie massiv ausbauen: »Wenn wir wirklich eine ›Mobilisierung wie zu Kriegszeiten‹ brauchen, um der Dringlichkeit und dem Ausmaß der energetischen Transformation für die Klimaziele gerecht zu werden, dann ist die Verstaatlichung eine absolut angemessene Maßnahme dafür. (…) In diesem Falle ist die Sache der Arbeiter*innenklasse die Hoffnung auf eine nachhaltige Welt.«



https://www.klassegegenklasse.org/verstaatlichung-for-future-besetzung-bei-hw-in-der-6-woche/

http://www.labournet.de/?p=154160
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