Autor Thema: Steigert die Löhne und nicht die Arbeitszeit  (Gelesen 32115 mal)

Troll

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Re:Steigert die Löhne und nicht die Arbeitszeit
« Antwort #135 am: 16:59:31 Do. 18.April 2013 »
Zitat
Mindestlohn
Merkel macht Mindestlohn für Arbeitslosigkeit verantwortlich

Berlin.  Die These ist gewagt und unter Ökonomen stark umstritten: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat in einem Interview den einheitlichen Mindestlohn für die Arbeitslosigkeit in vielen EU-Ländern verantwortlich gemacht. Löhne und Leistung würden dort weit auseinander klaffen, sagte sie.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht einen Zusammenhang zwischen einheitlichen Mindestlöhnen und der hohen Arbeitslosigkeit in vielen europäischen Ländern. Auch wenn sie für für regionale und branchenspezifische Lohnuntergrenzen einträte, sei sie strikt gegen "einen von Politikern festgelegten Einheits-Mindestlohn", sagte Merkel der "Bild"-Zeitung (Donnerstagsausgabe). "Viele Länder in Europa haben doch genau deshalb eine viel höhere Arbeitslosigkeit als wir, weil Löhne und Leistung bei ihnen zu weit auseinander klaffen."

Merkel sprach sich auch strikt gegen eine Vermögenssteuer und eine höhere Erbschaftsteuer aus. "Ich bin eine Gegnerin jeder Art von Vermögensteuer oder einer Verschärfung der Erbschaftsteuer", sagte sie. "Unsere wirtschaftliche Entwicklung ist nicht so robust, wie manche meinen, sie würde dadurch nur gefährdet."
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Quelle: Über Fefes Blog zu Westfälischer Rundschau

Gar kein Lohn bringt uns vermutlich das Paradies auf Erden.
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Re:Steigert die Löhne und nicht die Arbeitszeit
« Antwort #136 am: 17:07:27 Do. 18.April 2013 »


Zitat
Gar kein Lohn bringt uns vermutlich das Paradies auf Erden

Zumindest der Lobby für die Merkel arbeitet.

Troll

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Re:Steigert die Löhne und nicht die Arbeitszeit
« Antwort #137 am: 17:24:35 Do. 18.April 2013 »
Sie graben meine niedersten Instinkte aus, ich möchte sie bei Wasser und Brot knechten, Auge um Auge ..., es widert mich an solche Gedanken zu haben, da glaube ich immer sie haben mit ihrer Widerwärtigkeit und Menschenverachtung gewonnen.
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Kuddel

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Re:Steigert die Löhne und nicht die Arbeitszeit
« Antwort #138 am: 08:05:41 Mo. 04.November 2013 »

Kuddel

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Re:Steigert die Löhne und nicht die Arbeitszeit
« Antwort #139 am: 11:00:14 Do. 10.August 2017 »
Die durchschnittliche tarifliche Arbeitszeit liegt bei 37,7 Stunden (Ostdeutschland 38,7 Stunden). Die tatsächliche Wochenarbeitszeit von Vollzeitbeschäftigten lag 2016 bei 43,5 Stunden (nach Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin). Gründe seien: Tarifverträge bieten Flexibilisierungs- und Ausnahmeregelungen. Arbeitnehmer ohne Tarifvertrag haben längere Arbeitszeiten als Beschäftigte mit Tarifvertrag.
Außerdem: Im Jahre 2016 kamen 820 Millionen bezahlte und 941 Millionen unbezahlte Überstunden hinzu. (Nach Institut für Arbeitsmarkt u. Berufsforschung).

Quelle: WSI Tarifarchiv

Kuddel

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Re:Steigert die Löhne und nicht die Arbeitszeit
« Antwort #140 am: 20:40:40 Mo. 14.August 2017 »
Widerlich. Selbst beim weitgehend unregulierten Home Office, sollen die letzten schützenden Regelungen fallen...

Zitat
Elf Stunden Ruhe zwischen der Arbeit? Zu starr, gerade im Homeoffice, sagen CDU und FDP in NRW und wollen das Gesetz bundesweit ändern.
http://www.zeit.de/wissen/2017-08/schlaf-arbeitszeitgesetz-gesundheit-ruhezeit-dauer

dagobert

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Re:Steigert die Löhne und nicht die Arbeitszeit
« Antwort #141 am: 00:57:17 Di. 15.August 2017 »
Das ist ein erneuter Frontalangriff auf Arbeitnehmerrechte.
Wenn die Ruhezeit im Home Office fällt, ziehen die anderen Bereiche bald nach.
Und sei es nur wegen der "Gleichbehandlung".

Kuddel

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Re:Steigert die Löhne und nicht die Arbeitszeit
« Antwort #142 am: 10:48:49 Mi. 23.August 2017 »
Zitat
Beruflicher Druck:
Japan will Zahl der Suizide senken

100 Überstunden pro Monat und anderen Formen der Ausnutzung sind für viele Japaner Realität. Mit Maßnahmen gegen Ausbeutung am Arbeitsplatz soll nun die Suizidrate sinken


Mit gesetzlichen Maßnahmen gegen Ausbeutung am Arbeitsplatz will Japans Regierung die hohe Suizidrate senken. Innerhalb der kommenden zehn Jahre soll so die Zahl der Suizide um 30 Prozent sinken, heißt es in einem kürzlich vom Kabinett verabschiedeten Gesetz. Es enthält Vorschriften zur Begrenzung exzessiver Überstunden und gegen schikanöses Verhalten von Vorgesetzten gegenüber Angestellten. Die derzeitige Suizidrate in Japan ist nach Einschätzung der Regierung nach wie vor auf einem "kritischen" Niveau. Sie ist höher als in allen anderen Staaten der G-7-Gruppe, in der die größten Volkswirtschaften der Welt versammelt sind. In Japan nahmen sich vergangenes Jahr 21.897 Menschen das Leben. Das entspricht einer Rate von 18,5 Suiziden pro 100.000 Einwohner. In den vergangenen Jahren war die Rate bereits deutlich gesunken. 2003 hatten sich noch mehr als 34.400 Menschen das Leben genommen. 2007 verabschiedete die Regierung einen ersten Plan zum Kampf gegen Suizide. Er wird alle fünf Jahre bewertet und aktualisiert.

100 Überstunden pro Monat


Der Zusammenhang zwischen Arbeitsbedingungen und Suizidrate war vor allem durch den Fall Matsuri Takahashi ins öffentliche Bewusstsein gelangt: Der junge Mann hatte sich 2015 das Leben genommen, nachdem er als Angestellter bei Japans größter Werbeagentur regelmäßig mehr als 100 Überstunden pro Monat anhäufte. Im Mai hatte das Arbeitsministerium in Tokio erstmals eine schwarze Liste veröffentlicht; sie verzeichnet mehr als 300 Unternehmen, die von ihren Angestellten illegale Überstunden abverlangen oder sie auf andere Weise ausnutzen.
derstandard.at/2000061803833/Beruflicher-Druck-Japan-will-Zahl-der-Suizide-senken

Kuddel

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Re:Steigert die Löhne und nicht die Arbeitszeit
« Antwort #143 am: 09:01:10 Do. 07.September 2017 »
Wenn die 48-Stunden-Woche normal ist

11,4 Prozent der Vollzeit-Arbeitnehmer in Deutschland arbeiten 48 Stunden oder länger pro Woche - und verbucht damit regelmäßig überlange Arbeitszeiten. Das zeigt die Studie "Qualität der Arbeit - Geld verdienen und was sonst noch zählt", die das Statistische Bundesamt vorgestellt hat.

Dabei sind die Arbeitnehmer davon unterschiedlich betroffen. Es gibt mehrere entscheidende Faktoren:

    Je älter der Arbeitnehmer, desto größer das Risiko überlanger Arbeitszeiten. Während bei den unter 25-Jährigen nicht einmal zwei Prozent auf die 48 Wochenstunden kommen, steigt die Arbeitslast mit zunehmendem Alter immer mehr an. Bei den 55- bis 60-Jährigen liegt der Anteil bei 14,4 Prozent.

    Selbstständige sind deutlich öfter betroffen als Angestellte. 51 Prozent derjenigen, die ihr eigener Chef sind, arbeiten besonders lang. Bei Arbeitnehmern in Vollzeit sind es dagegen nur sechs Prozent. Ähnlich ist das Verhältnis zwischen Managern und Angestellten. "Bei Führungskräften und vor allem Selbstständigen ist überlanges Arbeiten fast normal", sagt Georg Thiel, Vizepräsident des Statistischen Bundesamts.

http://www.spiegel.de/karriere/ueberlange-arbeitszeiten-wenn-die-48-stunden-woche-normal-ist-a-1166343.html

Kuddel

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Re:Steigert die Löhne und nicht die Arbeitszeit
« Antwort #144 am: 17:09:15 Fr. 16.März 2018 »
Rund um die Uhr, 7 Tage die Woche...

Zitat
Zahl der Wochenend-Arbeiter verdoppelt
4,6 Millionen Beschäftigte arbeiten Samstag und Sonntag – Linke fordert Beschränkung – "Öffnungszeiten zurückführen"


Berlin. Immer mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer arbeiten an Wochenenden. Die Zahl derjenigen, die ständig oder regelmäßig sowohl samstags als auch sonntags Dienst haben, hat sich von 2,5 Millionen im Jahr 1992 auf 4,6 Millionen im Jahr 2016 fast verdoppelt. Bei der Samstagsarbeit ging die Zahl im selben Zeitraum von 5,4 auf 8,7 Millionen nach oben, bei der Sonntagsarbeit von 2,6 auf 4,9 Millionen.
https://plus.pnp.de/ueberregional/wirtschaft/2865412_Zahl-der-Wochenend-Arbeiter-verdoppelt.html

Tiefrot

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Re:Steigert die Löhne und nicht die Arbeitszeit
« Antwort #145 am: 22:28:56 Sa. 17.März 2018 »
Bezahlschranke. Suppi.  kotz

Gut, nehme ich den Teil der Überschrift "Linke: Öffnungszeiten zurückführen"
nehme ich an, es handelt sich um die Öffnungszeiten irgendwelcher Konsumtempel.

Dann macht diese Forderung durchaus Sinn. So ein Geldsack kann sich seine Rolex
auch innerhalb der Woche kaufen. Punkt.  ::)
Denke dran: Arbeiten gehen ist ein Deal !
Seht in den Lohnspiegel, und geht nicht drunter !

Wie bekommt man Milllionen von Deutschen zum Protest auf die Straße ?
Verbietet die BILD und schaltet Facebook ab !

Kuddel

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Re: Steigert die Löhne und nicht die Arbeitszeit
« Antwort #146 am: 18:42:37 Do. 13.Februar 2020 »

https://4hour-league.org/startseite/

Zitat
Als tarifpolitische Forderung der Gewerkschaften zielt der 4-Stunden-Tag auf eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen – auf mehr Zufriedenheit, mehr Gesundheit und mehr Beschäftigung bei weniger Arbeit für die Einzelnen. Die Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich erlaubt mehr Gleichberechtigung für unterschiedliche Lebenslagen. Alleinerziehende, die häufig nur in Teilzeit arbeiten können, entgehen durch die ‚kurze Vollzeit‘ dem hohen Armutsrisiko, mit dem sich insbesondere Frauen konfrontiert sehen. Der hohe Beschäftigungsstand durch den vollen Personalausgleich führt zu einer massiven Stärkung der Beschäftigten und ermöglicht dadurch mehr Mitbestimmung und mehr Kontrolle von unten. Gesellschaftspolitisches Projekt: Als gesellschaftspolitisches Projekt ist der 4-Stunden-Tag eine zukunftsorientierte, solidarische und bedürfnisorientierte Forderung, die sich der bedrängten Lebenslage einer Vielzahl von Menschen annimmt. Gegen den Konkurrenz- und Leistungsdruck, gegen Armut und Schikanierung, ob im Betrieb, in der Ausbildung, in der Ausländerbehörde oder beim Jobcenter, fordern wir eine radikale Arbeitszeitverkürzung, die auf eine Umverteilung von Arbeit, Zeit und Reichtum zielt und allen die Möglichkeit eines erfüllteren Lebens gibt – mit Zeit für Freunde, Familie, Kultur und demokratische Teilhabe.
https://www.labournet.de/?p=154523