Autor Thema: Ausser Kontrolle  (Gelesen 151465 mal)

counselor

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Re:Ausser Kontrolle
« Antwort #60 am: 19:31:21 So. 15.Januar 2012 »
Ohne Parteienfinanzierung aus Steuergeldern und Sponsoring-Bestechungsgeldern könnten die Berliner Parteien ihre ganze Arbeit einstellen. Unterstützung im Volk haben sie doch längst keine mehr ...
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Senor_Ding-Dong

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Re:Ausser Kontrolle
« Antwort #61 am: 22:04:38 So. 15.Januar 2012 »
^^^ Hast Du dazu eine Quelle oder handelt es sich nur um Gewäsch?

Kuddel

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Re:Ausser Kontrolle
« Antwort #62 am: 13:11:05 Mi. 25.Januar 2012 »
Zitat

Da strahlte er noch: Christian Wulff mit Frau Bettina, einer Suzuki und hochkarätigen Betriebsräten - nämlich Uwe Hück von Porsche und Bernd Osterloh von VW. Die wollten sich den "Nord-Süd-Dialog" in Hannover im Dezember 2009 nicht entgehen lassen. Dass die Veranstaltung einmal so viel Wirbel verursacht, konnte ja keiner ahnen...
http://www.stern.de/politik/deutschland/neue-vorwuerfe-in-der-praesidentenaffaere-wulff-und-das-schnulligate-1777907-photoshow.html

Auch der DGB steckt mit in dem widerlichen Filz aus Wirtschaft und Politik.

Kuddel

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Re:Ausser Kontrolle
« Antwort #63 am: 10:09:42 Do. 26.Januar 2012 »
Zitat
Eine Sause für Ulla Schmidt

Nicht nur Wulff ließ sich von Partymacher Schmidt einladen: Ex-Gesundheitsministerin Schmidt feierte ihren 60. Geburtstag in Schmidts "Residenz" - bei "Heinecken for free".


Sie sagt, sie habe auch nie den Partyveranstalter bei der Kontaktaufnahme mit Lobbyisten beraten. Doch im Februar 2009 schrieb ihr Neffe per Mail an Manfred Schmidt: "laut Ulla plant Johnson&Johnson in den kommenden Monaten eine stärkere Repräsentanz in Berlin aufzubauen." Johnson & Johnson ist eines der weltweit größten Pharmaunternehmen.
http://www.stern.de/politik/deutschland/eventveranstalter-schmidt-eine-sause-fuer-ulla-schmidt-1778269.html

Ratrace

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Re:Ausser Kontrolle
« Antwort #64 am: 05:17:33 Fr. 27.Januar 2012 »
Zitat
"Die Parteien sind Konzerne geworden"

Reinhard Jellen 27.01.2012

Mathew D. Rose über die intime Verflechtung von Politik und Wirtschaft in der Berliner Republik

Seit der rot-grünen Bundesregierung hat sich nicht nur die politische Ausrichtung der Parteien in Richtung Wirtschaft verlagert - auch die Parteien selber werden heutzutage wie Dienstleistungsunternehmen betrieben. Dies wird nicht nur durch die "Nebentätigkeiten" der Politiker und ihre hurtige Übernahme in die Wirtschaft betrieben, sondern auch über ein verdecktes Spendensystem, das "Sponsoring" gewährleistet. Die investigative Journalist Mathew D. Rose hat dies in seinem Buch[1] "Korrupt? Wie unsere Politiker und Parteien sich bereichern - und uns verkaufen" erstmals aufgezeigt.

Mathew D. Rose: Mit der R rot-grünen Regierung[2] wurde der Korporatismus in der Bundesrepublik aufgegeben. Diesen Korporatismus will ich keinesfalls verklären, doch mit ihm wurde nach einem gesellschaftlichen Konsens gesucht, auch wenn die Interessen der Wirtschaft meist bevorzugt wurden. Mit der Kommerzialisierung der Demokratie unter Rot-Grün bekam der Höchstbietende den politischen Vorrang - und zwar er allein. Dann gab es zum Beispiel die Liberalisierung der Finanzmärkte, die Riester-Rente[3] und Hartz IV[4] ohne Mindestlohn. Unter der gegenwärtigen Bundesregierung kamen der zeitweise Ausstieg aus dem Atom-Ausstieg und die Reduzierung der Mehrwertsteuer für das Hotelgewerbe dazu. Alle Parteien wandelten Partikularinteressen in Gesetze um und behaupteten, dass das alternativlos war.

Von solchen Geschäften profitierten die Parteikonzerne und viele ihrer Manager. Schauen Sie sich die ehemaligen SPD-Führungskräfte an, die Geld[5] in Folge der Riester-Rente kassierten. Schauen Sie sich die Liste von Politikern an, die hoch dotierte Stellen von der Deutschen Bahn[6] erhielten, nachdem sie die finanziellen Interessen des Unternehmens gegen die des Gemeinwohls durchsetzten. Ich widme ein ganzes Kapitel unzähligen Beispielen, um dieses Phänomen eindeutig zu dokumentieren.
...
Mathew D. Rose: Ich schreibe in meinem Buch, dass die politischen Parteien in der Bundesrepublik immer weniger mit Gesellschaftsgestaltung oder Ideologien zu tun haben. Sie sind ein Wirtschaftszweig geworden, eine gewinnorientierte Dienstleistung, die einen Service anbietet: die Umwandlung von Partikularinteressen in Gesetze.
...
Mathew D. Rose: So richtig wissen wir nicht, wie viel Sponsoring den Parteien einbringt, da dieser Bereich völlig intransparent ist. Auch für den Bundestagspräsidenten, der angeblich der Kontrolleur der Parteifinanzen ist. Dazu kommt, dass Parteien sehr ausgeklügelte Verschleierungssysteme eingerichtet haben. In einem Beitrag für das ARD-Magazin Monitor haben wir endlich diese Blackbox geöffnet. Wir haben festgestellt, dass die Preise, die für Sponsoring bezahlt werden, keinesfalls marktkonform sind, sondern verdeckte Spenden darstellen. Die Gesamtsumme könnte deshalb bei fünfzig Millionen Euro im Jahr liegen.
...
Sponsoring hat für die Firmen drei wesentliche Vorteile. Während bei einem Unternehmen eine Parteispende nicht steuermindernd wirksam ist, ist Sponsoring in Form von Mieten von Ständen bei Parteitagen und anderen Veranstaltungen der Parteien und Anzeigen in Parteimitgliedspublikationen als Betriebsausgabe vollständig steuerlich abzugsfähig.
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Zweitens bleiben solche Sponsoring-Einsätze anonym. Während eine Parteispende eines Unternehmens über 10 000 Euro namentlich in den Rechenschaftsberichten der Parteien veröffentlicht werden muss, bleiben Sponsoring-Beiträge unbekannt.
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Sponsoring ist nur ein weiteres Element der Kommerzialisierung der Demokratie. Die Nachteile für die Öffentlichkeit liegen auf der Hand: Die Steuerzahler subventionieren die Lobbyarbeit der Unternehmen und die Parteien, die das Geld von den Sponsoren kassieren.
...
Die Medien fördern Politiker mit dem Ziel, sie später in Anspruch zu nehmen. Die Politiker hingegen wissen, wem sie zu danken haben, wenn sie nach Oben kommen. Ohne die Medien wäre Guttenberg der zweitrangige Politiker geblieben, der er ist. Schauen Sie seine Zeit als Wirtschaftsminister an. Er hat bei der Bundeswehr ein Chaos hinterlassen. Ohne die Medien hätte Christian Wulff niemals den Ruf eines integren, aufrichtigen Politikers genossen - was er keinesfalls ist.

Bezüglich der Demokratie sind also die Medien in einem ähnlichen schlechten Zustand wie die politischen Parteien. Ich bin außerdem der Meinung, dass die Journalisten nicht weniger korrumpiert sind als die Politiker. Nur berichten die Medien ungern über ihre eigenen Verfehlungen.
...
Die größte Zensur existiert jedoch bei den Medien selber. Sie bestimmen das Weltbild und seine Wahrnehmung. Die Medien sind zunehmend Förderriemen der Propaganda für die Politik und Wirtschaftsinteressen. Ohne ihr Zutun wäre es zum Beispiel nicht zu der Subprime-Krise gekommen. Auch waren sie an der Glaubensbildung an vermeintliche Massenvernichtungswaffen des Saddam Husseins massiv beteiligt.

Doch wichtiger als das, was die Medien herausgeben, ist die Information, die sie unterdrücken - die wir nie lesen, hören oder sehen. Da gibt es einen natürlichen Filter. Wahrscheinlich sind sich die meisten Redakteuren selber nicht einmal bewusst was sie ausrichten. Wer nicht konform denkt und schreibt wird kaum veröffentlicht. Das gilt für Springer und den Spiegel ebenso wie für die linken Medien.
...
Man darf ebenfalls nicht vergessen, dass deutsche Staatsanwälte weisungspflichtig sind. Die meisten Richter haben ihr Fortkommen ihrem Parteibuch zu verdanken. Was sind das für Zustände in einer Demokratie?
...
Das deutsche Volk muss selber entscheiden, wie es seine Demokratie gestaltet. Ich befürchte jedoch, dass das ein schwieriges Unterfangen sein wird. Die Bevölkerung ist systematisch aus dem politischen Prozess vertrieben worden. Es muss eine demokratische Kultur wiederhergestellt werden - und eine Demokratie, in der die Nation allen gehört - und nicht nur denen mit genug Geld um politische Entscheidungen zu erwerben.
...
Quelle: http://www.heise.de/tp/artikel/36/36290/1.html
Das einzig Freie im Westen sind die Märkte.

BGS

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Re:Ausser Kontrolle
« Antwort #65 am: 22:06:41 Fr. 27.Januar 2012 »
Vielen Dank für diesen Beitrag. Was sind das für Zustände in einer "Demokratie"? Und das in "Deutschland"?

Warum können die vom Volk gewählten "Entscheidungsträger" derart ungestraft die Interessen der Wähler/innen verkaufen? Wie können wir Demokraten das ändern? Und warum gibt es so gut wie keine Alternativen bei den Wahlen? Oder gar keine mehr, weil alles zur käuflichen Farce geworden ist? Was soll dann das ganze Geheuchel, wo ist die Wahrheit geblieben? Wo Reflektion / Nachdenken?

Warum sinken die Löhne / Gehälter in Deutschland in 9 Jahren bis 2009 (neuere Daten gibt es angeblich nicht) um - 4,5% , während sie im gleichen Zeitraum in z. B. skandinavischen Ländern um + 22,0 % steigen?

Fragen über Fragen... .

Ich habe leider keine Antwort.

MfG

BGS


"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

https://forum.chefduzen.de/index.php/topic,21713.1020.html#lastPost
(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)

Strombolli

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Re:Ausser Kontrolle
« Antwort #66 am: 23:49:17 Fr. 27.Januar 2012 »
...
Warum sinken die Löhne / Gehälter in Deutschland in 9 Jahren bis 2009 (neuere Daten gibt es angeblich nicht) um - 4,5% , während sie im gleichen Zeitraum in z. B. skandinavischen Ländern um + 22,0 % steigen?
...

Das kann ich Dir genau sagen: Weil das ehemalige Hochlohnland Deutschland auf das Level der anderen herabgeschrumpft werden soll. Und die Entlohnungsausreisser "anderswo" werden auch noch nivelliert.
Möchte bei der Gelegenheit noch auf die länderspezifischen Unterschiede Warenkorb/Lebenshaltungskosten hinweisen, welche "Nur-Gehalt/Lohn-Vergleiche" sehr schwierig machen.
Das Systemmotto: "Gib mir Dein Geld! - Jetzt, Du dreckiges Opfer !!!! - Und habe immer ANGST VOR DEM MORGEN !!!"

"Hört auf, Profite über Menschen zu stellen!" Occupy
Permanent angelogen & VERARSCHT IN DEUTSCHLAND! - Ich habe mit Dir fertig

Nick N.

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Re:Ausser Kontrolle
« Antwort #67 am: 01:02:19 Sa. 28.Januar 2012 »
"Die Gesamtsumme [der Sponsoring-Gelder, mit denen politische Entscheidungen eingekauft werden] könnte deshalb bei fünfzig Millionen Euro im Jahr liegen."
Während die dadurch verursachten Schäden hunderte Milliarden kosten. Ich nenne mal den europäischen Rettungsschirm und bezeichne die Gesamtsumme als Schaden.
Man könnte sich mal ausrechnen, was es kostet, Atommüll ein paar hunderttausend Jahre zu lagern. Auch das ein Schaden dieser Politik. Oder die Haftungsrisiken der Atomkraft.
Oder die wirtschaftlichen Schäden, die in Privathaushalten, bei Arbeitnehmern, aber auch bei kleinen und mittelständischen Unternehmen entstehen.
Die Schäden am Gesundheitssystem. Undsoweiter.
Satyagraha

Kuddel

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Re:Ausser Kontrolle
« Antwort #68 am: 16:53:54 Di. 31.Januar 2012 »
Zitat
Yakuza, die japanische Mafia
Frauen für das Sexgewerbe und Männer für Fukushima


Von Christoph Neidhart


Die japanische Mafia-Organisation Yakuza ist eine Wirtschaftsmacht. Ihr Einfluss reicht von den größten Konzerne des Landes über Prostitution bis in die Tiefen des Atommüllgeschäfts in Fukushima. Seit kurzem machen die Mafiosis auch in Hedgefonds.

     
In dem havarierten und von radioaktiven Strahlen verseuchten Atomkraftwerk Fukushima I verrichten Männer die gefährlichsten Jobs, die von der Yakuza, der japanischen Mafia, rekrutiert wurden. Jedenfalls ist das oft der Fall. Einige wurden dazu gezwungen, weil sie der Yakuza gegenüber "schwere Schulden" hätten.

Das sagt Tomohiro Suzuki, der als verdeckt arbeitender Journalist im Sommer selber als Hilfsarbeiter in der zerstörten Atomanlage gearbeitet hatte. Einige der "Fukushima-50", jener vermeintlich mutigen Männer, die in der Woche nach dem Atomunfall ihr Leben riskierten, waren Yakuza, so Suzuki. Die Verbrecherorganisationen kassieren als Arbeitsvermittler die Provisionen: je gefährlicher der Job, umso höher die Zahlung.

Auch in den Skandal um den Optik-Konzern Olympus soll die Yakuza verwickelt sein, schrieben japanische Medien. Bis heute hat Olympus nicht erklärt, wohin jene 1,5 Milliarden Euro verschwanden, deren Verlust der Optik-Konzern mit einem weltweiten Netz von Deckadressen vertuschte und die er mit fingierten Firmenübernahmen und Beraterhonoraren zu kompensieren suchte.

Olympus behauptet, das Management habe das Geld ungeschickt verspekuliert. Details sind dazu bisher keine bekannt, die Abteilung für organisiertes Verbrechen der Tokioter Polizei ermittelt. Der Kriminalreporter Jake Adelstein, einer der besten Kenner der Yakuza, weiß, dem Chef einer jener wertlosen Firmen, die Olympus für absurd hohe Summe übernommen hat, sei eine Yakuza-Verbindung nachgewiesen worden.

Seit kurzem macht die japanische Mafia auch in Hedgefonds


Die Yakuza ist einst aus Banden, die illegale Geldspiele organisierten und aus Gruppen fahrender Händler entstanden. Die Bosse der Marktfahrer wurden vom Staat als Führungsfiguren anerkannt. Nach dem Zweiten Weltkrieg organisierten sie den Schwarzmarkt. Seither machten sie mit Prostitution, Drogenhandel, illegalen Wetten und Geldspielen, der Erpressung von Schutzgeld, dem wucherischen Geldverleih und dem Eintreiben von Schulden ihre Profite.

Das 1991 eingeführte, erste Anti-Mafia-Gesetz Japans zwang die Gruppen, in die legale Wirtschaft zu diversifizieren, besonders in Immobilien, aber auch in die Finanzwirtschaft, jüngst in Hedge-Fonds. Von Tadamasa Goto, dem früheren Boss der mächtigen Yamaguchi-Gumi, heißt es, er sei zeitweise der größte Aktionär der nun bankrotten Japan Airlines gewesen.

Die Job-Agenturen, die Arbeiter ins Kernkraftwerk schicken, sind legal. Die bloße Mitgliedschaft in einer Yakuza-Bande ist in Japan nicht verboten, auch die "Gumi" genannten Gruppen sind legal. Die Polizei zählt derzeit 78.600 Yakuza-Mitglieder in 22 Gumi. Bisher unterhielten diese Gumi offizielle Büros. Eine neue Verordnung, die nach und nach von allen Präfekturen eingeführt wurde, fordert Private und Institutionen auf, Geschäfte mit der Yakuza zu unterlassen. Statt gegen die Yakuza vorzugehen, zielt die Polizei nun auf reguläre Firmen, die deren Treiben erst ermöglichen. Yakuza sollen keine Bankkonten mehr eröffnen können. Die Verordnung gilt theoretisch sogar für Paketdienste, die einer Yakuza-Organisation Post liefern.

Verpflechtung zwischen Politik und Mafia


Vielen Politikern werden Yakuza-Verbindungen nachgesagt; Shizuka Kamei, Minister für die Postreform in den Regierungen von Yukio Hatoyama und Naoto Kan, hat 2003 zugegeben, von Gotos Yamaguchi-Gumi Geld angenommen zu haben...

hier weiter: http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/yakuza-die-japanische-mafia-frauen-fuer-das-sexgewerbe-und-maenner-fuer-fukushima-1.1271563

Kuddel

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Re:Ausser Kontrolle
« Antwort #69 am: 13:00:30 Sa. 04.Februar 2012 »
Das Landespolizeipräsidium soll frühere Beamte für IT-Aufgaben angeheuert haben - regelwidrig und im Wert von mehreren Millionen Euro. Das wirft die Opposition Innenminister Boris Rhein (CDU) vor. Dieser nennt die Vorwürfe „nicht neu“

http://www.fr-online.de/rhein-main/vorwuerfe-gegen-hessische-polizei-polizei-soll-auftraege-an-ex-kollegen-vergeben-haben,1472796,11570272.html

Kuddel

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Re:Ausser Kontrolle
« Antwort #70 am: 11:23:58 Sa. 11.Februar 2012 »
In dieser Liste darf der Vatikan nicht fehlen...

Zitat
Dabei geht es zum Beispiel um das kirchliche Institut für religiöse Werke, das immer wieder von sich reden macht. Derzeit ermittelt offenbar sogar die Staatsanwaltschaft, weil die Kirchen-Firma etwa 180 Millionen Euro aus Italien ins Ausland geschafft haben soll. Der Verdacht reicht von Steuerbetrug bis Geldwäsche.

Erst kürzlich war ein internes Schreiben von Erzbischof Carlo Maria Viganò beim italienischen Fernsehsender La 7 gelandet. Viganò, 71, war Vize-Verwaltungschef des Vatikans, zuständig für die Gärten, Gebäude, Straßen und Museen. Der energische Jurist hatte ein ganzes System von Korruption und Vetternwirtschaft ausgemacht, Machtmissbrauch und Mauscheleien angeprangert.
http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,814625,00.html

Nick N.

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Re:Ausser Kontrolle
« Antwort #71 am: 02:50:53 So. 12.Februar 2012 »
Falls man überhaupt an die Kindermärchen von ewiger Verdammnis und Höllenfeuer glaubt, dann scheint eine Mitgliedschaft in dieser kriminellen Vereinigung doch eigentlich eher eher in die falsche Richtung zu führen.
Satyagraha

Troll

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Re:Ausser Kontrolle
« Antwort #72 am: 15:37:16 Di. 14.Februar 2012 »
Zitat
„Die Verarmung des Staates als strategischer Hebel“

....
Die Verarmung des Staates ist der strategische Hebel für allerhand: für Privatisierung, für Lohnsenkungen, für Aushungern des öffentlichen Dienstes und für die Verringerung der Versorgung mit den Gütern des öffentlichen Bedarfs. Die Verarmung des Staates führt zu ständigen Klagen über den Staat und setzt damit die Abkehr von Leistungen in öffentlicher Verantwortung fort.

In Griechenland wird die Strategie wieder einmal angewandt: Reformen, Sparen, Staatstätigkeit verringern, Beschäftigte entlassen. Auf Anweisung aus Berlin, Brüssel und Washington (IMF).

Für alle, die Verschwörungstheorien vermuten, hier noch ein Hinweis auf eine von Barbara Supp zitierte Äußerung eines „Experten“ der neoliberalen Bewegung. Es ist eingebettet in ihren Text:

"Dringend, schrieb in den neunziger Jahren so ein mehr in Wirtschaftskreisen bekannter Experte, müsse der Staat an Macht verlieren. Dagegen sei Widerstand zu erwarten. Zu lösen sei das Problem, indem man beispielsweise Steuern senke. Man brauche „das Diktat der leeren Kassen“. Man brauche „ein Defizit, das als anstößig gilt“. so könne man den Staat beschneiden. Ganz unverblümt steht es da: Nicht aus Notwendigkeit solle der Staat machtloser und ärmer werden, sondern aus Prinzip.
Der das schrieb, war kein Exot. Es war Herbert Giersch, ein vor anderthalb Jahren in hohem alter verstorbener Wissenschaftler, der jahrzehntelang als „Doyen der deutschen Volkswirtschaft“ galt. Er war Regierungsberater, Gründungsmitglied der „Fünf Wirtschaftsweisen“, Direktor des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, prägender Lehrbuchschreiber und Ausbilder mehrerer Generationen von Ökonomen, die heute in Banken, Verbänden, Unternehmen zu finden sind. Einer der führenden neoliberalen Wirtschaftswissenschaftler, wie Thatcher ein Hayek-Anhänger, auf den sich ja jede klassische marktliberale, jede klassisch unternehmerfreundliche Politik beruft."

....

Quelle und mehr: NDS

Also nur aus unserer Sicht "Ausser Kontrolle".
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
Jiddu Krishnamurti

Rudolf Rocker

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Re:Ausser Kontrolle
« Antwort #73 am: 16:04:38 Di. 14.Februar 2012 »
Bestätigt das, was ich eben irgendwo in einem anderen Thread schreibste:

Eigentlich müsste die Regierung an einem möglichst hohen Mindestlohn interessiert sein, weil dadurch mehr Sozialabgaben und Lohnsteuern reinkommen!
Sind sie aber nicht!
Warum?
Das könnte die neoliberale Strategie erklären!

Kuddel

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Re:Ausser Kontrolle
« Antwort #74 am: 12:46:31 Do. 16.Februar 2012 »
Zitat
Stromnetz
Händler manipulieren den Strommarkt

Mit illegalen Geschäften brachten Händler das Stromnetz bis vor wenigen Tagen fast zum Zusammenbruch. Das war offenbar Vorsatz, wie Insider dieser Zeitung berichten.


Der deutsche Strommarkt wurde bis vor wenigen Tagen durch gefährliche Handelsgeschäfte in die Nähe eines Zusammenbruchs gebracht. Aus Profitgier haben Stromhändler in der jüngsten Kälteperiode massiv und illegal auf Notreserven zugegriffen, statt reguläre Kraftwerke zu nutzen.
http://www.fr-online.de/energie/stromnetz-haendler-manipulieren-den-strommarkt,1473634,11643284.html

Wir werden mit der kriminellen Energie unserer Eliten regiert.