Autor Thema: Medienkasper freiwillig wehrlos  (Gelesen 27499 mal)

ManOfConstantSorrow

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Medienkasper freiwillig wehrlos
« Antwort #15 am: 17:25:24 Di. 01.Januar 2008 »
Neue Gags für Letterman: Nach fast acht Wochen Streik erste Einigung

US-Talkmaster nach Teil-Einigung: "Schritt in die richtige Richtung"

Nach fast acht Wochen Arbeitskampf in Hollywood hat erstmals eine Produktionsfirma die Bedingungen der streikenden Drehbuchschreiber akzeptiert. Late-Night-Star David Letterman und sein Studio einigten sich mit der Autorengewerkschaft auf einen vorläufigen neuen Tarifvertrag, berichtete die "Los Angeles Times" am Wochenende. Damit können die beiden beliebten Shows des Talkmasters im US-Fernsehkanal CBS von Mittwoch an wieder ganz normal auf Sendung gehen. "Das ist keine Lösung für den Streik, der leider weiter das Leben Tausender beeinträchtigt", erklärte Letterman. "Aber ich hoffe, es wird als ein Schritt in die richtige Richtung gesehen."

Fast alle großen US-Talkshows sind seit dem 5. November durch den Streik lahmgelegt. Sie sendeten seither nur noch Konserven und haben massive Einbrüche bei den Zuschauerzahlen und Werbeeinnahmen zu verkraften. Neben Letterman wollen auch die Late-Night-Shows der Konkurrenzsender nach Neujahr wieder aktuell auf Sendung gehen, sie müssen aber weiter auf ihre Gag- und Moderationsschreiber verzichten. Unklar bleibt weiter auch, wie die traditionelle TV-Gala zur Verleihung der Golden Globes am 13. Januar über die Bühne geht: Viele Schauspieler wollen aus Solidarität mit den Drehbuchschreibern nicht im Fernsehen auftreten, solange der Arbeitskampf andauert.

Mehr Geld für Autoren gefordert

Die Gewerkschaft, die mehr als 10.000 Mitglieder vertritt, verlangt mehr Geld für die Autoren bei der Weiterverwertung ihrer Arbeiten auf DVDs und im Internet. Letterman, der seine Shows in einer eigenen Produktionsfirma erstellt, akzeptierte dem Bericht zufolge diese Forderungen. "Wir sind eine Autoren-freundliche Firma", sagte sein Hauptgeschäftsführer Rob Burnett. "Wir haben kein Problem damit, den Schreibern das zu geben, was sie verlangen. Wir glauben, sie haben es verdient." Einzelheiten des Deals wurden nicht bekannt.

Schätzungen zufolge kostet der Ausstand in Hollywood täglich 21 Millionen Dollar (etwas mehr als 14 Millionen Euro) und gefährdet 15 000 Arbeitsplätze. Neben den Fernsehsendungen sind auch zahlreiche Filmprojekte betroffen. (APA/dpa)

http://derstandard.at/?id=3165803
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ManOfConstantSorrow

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« Antwort #16 am: 17:18:24 Mo. 14.Januar 2008 »
Fallen jetzt auch die Oscars aus?
 
13. Januar 2008 Gestern war heute, und heute ist schon morgen, das ist nicht bloß die lustige Formel des Films „Und täglich grüßt das Murmeltier“, in dem ein Mann immer wieder denselben Tag durchleben muss. Die Zeitschleife könnte auch die Wirklichkeit erfassen, wenn sich auf Bildschirmen und Kinoleinwänden die Wiederholungen wiederholen. Seit dem 5. November 2007 streiken in Hollywood die Drehbuchautoren, und wenn sie sich nicht bald mit dem Produzentenverband einigen, dann bleibt es nicht bei der Absage der für diesen Sonntag geplanten Golden-Globe-Gala: dann stehen die Oscars am 24. Februar auf dem Spiel.

http://www.faz.net/s/Rub8A25A66CA9514B9892E0074EDE4E5AFA/Doc%7EEC9595DAE58B24BFBBF1574BF751D7817%7EATpl%7EEcommon%7EScontent.html
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ManOfConstantSorrow

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« Antwort #17 am: 18:45:11 Di. 15.Januar 2008 »

Hollywood-Streik

TV-Studios feuern Drehbuchautoren

Angesichts des inzwischen mehr als zehn Wochen dauernden Autorenstreiks in Hollywood haben vier große TV-Studios zahlreiche Verträge von Drehbuchschreibern gekündigt. Wie die "Los Angeles Times" am Dienstag berichtete, berufen sich die Unternehmen auf höhere Gewalt.


Insgesamt seien seit Freitag mehr als 65 Verträge aufgehoben worden, schrieb das Blatt. Wie viele Menschen davon betroffen sind, blieb zunächst unklar, weil es sowohl um Einzel- wie auch um Gruppenverträge geht. "Die Dauer des Autorenstreiks hat unsere laufende Arbeit entscheidend beeinträchtigt. Wegen dieser veränderten Geschäftsbedingungen mussten wir einige unserer Vereinbarungen mit Autoren/Producern beenden", erklärte das Fernsehunternehmen NBC Universal. Auch 20th Century Fox Television, CBS Paramount Network Television und Warner Brothers bestätigten Vertragsannullierungen.

 Der bisher einmalige Schritt hat der Zeitung zufolge auch strategische Gründe. Zwar haben die Studios den Autoren seit Beginn des Streiks am 5. November ohnedies kein Gehalt mehr gezahlt. Sie müssen die Zahlungen jetzt aber auch nicht wieder aufnehmen, wenn der Arbeitskampf beendet wird. Eine Klausel im US-Arbeitsrecht erlaubt es den Produktionsfirmen, die Verträge einseitig zu kündigen, wenn "höhere Gewalt" wie ein Streik im Spiel ist.
 
Bei den Vereinbarungen geht es der Zeitung "Los Angeles Times" zufolge vor allem um die Entwicklung und Produktion von neuen TV-Shows für die nächste Saison. Diese Arbeit läuft normalerweise im Januar an und kostet die Studios bis zu zwei Millionen Dollar (bis zu 1,34 Millionen Euro) im Jahr für einen Schreiber und sein Team.

Die Drehbuchautoren sind seit Anfang November im Ausstand. Sie verlangen eine bessere Vergütung für die Weiterverwertung ihrer Arbeiten auf DVDs und im Internet, die Produzenten lehnen das ab. Durch den Streik sind seit Wochen zahlreiche Film- und Fernsehproduktionen lahmgelegt.

DPA

http://www.stern.de/unterhaltung/film/:Hollywood-Streik-TV-Studios-Drehbuchautoren/607934.html
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Kater

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« Antwort #18 am: 18:56:26 Di. 15.Januar 2008 »
Zitat
Streik der klugen Köpfe - Zeitenwende in der US-Filmbranche
Von Jörg Taszman

Beim Streik der US-Drehbuchautoren geht um das viele Geld, das Sender und Produzenten mit neuen Formen einer Verwertungskette verdienen, die früher nur aus Kino, Video, Pay-TV und Fernsehen bestand. Seit einigen Jahren nun wurde sie um die Wunderscheibe DVD und kürzlich auch durch Internet Downloads erweitert. Während der Umsatz auf DVD meist viel höher ist als bei der reinen Kinoauswertung, bekommen die Autoren etwa 4 Cent pro verkaufter DVD.

In Deutschland erregte die Hartnäckigkeit einer kleinen Lokführergewerkschaft seit Monaten die Gemüter. Noch verwunderter sind derzeit Amerikaner, die zum ersten Mal wegen eines Streiks auf die große Gala der "Golden Globes" verzichten müssen. Das ist nach der Oscarverleihung die wichtigste Veranstaltung der Film- und Entertainmentbranche.

Die USA gelten allgemein als das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, als das Mekka des westlichen Kapitalismus. Streiks, die das gesamte Land lahmlegen, kennt man dort nicht. Und doch sind einige Gewerkschaften in gewissen Branchen sehr mächtig, wie der monatelange Streik der WGA "Writers Guild of America" beweist. Der WGA steht die noch viel mächtigere Produzentenvereinigung "Alliance of Motion Picture and Television Producers" AMPTP gegenüber, der im übrigen auch die großen Hollywoodstudios wie Warner Brothers, 20th Century Fox oder Disney angehören.

weiter:

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/723639/

ManOfConstantSorrow

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« Antwort #19 am: 12:31:44 Mi. 13.Februar 2008 »
Zitat
Hollywood-Autoren beenden Streik

Folgenschwerster Ausstand in US-Film- und Fernsehindustrie nach drei Monaten beendet




Los Angeles - Der Streik der Hollywood-Drehbuchautoren geht nach drei Monaten zu Ende. Wie die Führung der Gewerkschaft WGA am Dienstag mitteilte, akzeptierten die Mitglieder bei einer Urabstimmung mit 92,5 Prozent der Stimmen ein am 2. Februar erzieltes Verhandlungsergebnis mit den Filmstudios. Die Autoren werden den Angaben zufolge die Arbeit am (heutigen) Mittwoch wiederaufnehmen. "Der Streik ist zu ende", sagte der Präsident der Gewerkschaft WGA (Writers Guild of America), Patric Verrone.

"Am Ende hat jeder gewonnen. Es ist eine faire Übereinkunft und eine, mit der die Studios leben können und die den großen Beitrag der Autoren für die Branche anerkennt", sagte der Chef der CBS Corp., Leslie Moonves. Er war einer der Medienvertreter, die das Abkommen mit ausgehandelt haben. Die am Wochenende erzielte Vereinbarung sieht einen neuen Vertrag mit dreijähriger Laufzeit und Gehaltserhöhungen von etwa drei Prozent pro Jahr vor.

Die Autoren für Film- und TV-Produktionen hatten eine bessere Beteiligung an den Einnahmen aus der Verwertung ihrer Arbeit in digitalen Medien gefordert. Ihr Streik, der erste seit 20 Jahren, hatte Tausende von Arbeitsplätzen in der Filmindustrie blockiert, die TV-Saison und die Filmproduktion auch für Endverbraucher deutlich wahrnehmbar beeinträchtigt und der Oscar-Saison Hollywoods den Glanz genommen. So mussten mehrere Fernsehserien und Talkshows eingestellt werden. Auch die Golden-Globe-Gala am 13. Jänner war wegen des Streiks ausgefallen.

Die Studios wollten das Honorar für Filme und Fernsehproduktionen im Internet auf eine Pauschale von 1.200 Dollar (800 Euro) begrenzen. Die Gewerkschaft verlangte jedoch eine prozentuale Beteiligung an den online erzielten Einnahmen. (APA/AP/AFP/Reuters)
http://derstandard.at/?id=3218938
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Kater

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« Antwort #20 am: 16:27:06 Fr. 15.Februar 2008 »
Zitat
NDR-Freie protestieren gegen Arbeitssperre

Sie kämpfen nicht für mehr Geld - sie kämpfen für eine längerfristige berufliche Perspektive. Rund 50 freie Mitarbeiter des Norddeutschen Rundfunks (NDR) waren gestern in einem gelben School Busin Hamburg unterwegs, haben sich beim Abendblatt, der "Morgenpost", beim "Spiegel" und anderen Medienunternehmen symbolisch beworben. Sie taten, was der Sender ihnen schon lange rät: Sie bemühten sich um ein zweites berufliches Standbein. Im gesamten Sendegebiet blieben den NDR-Redaktionen und Studios gestern rund 400 Freie fern. Zu Beeinträchtigungen im Programm kam es jedoch kaum, der Protest war angekündigt worden. Knapp 900 Journalisten sind derzeit mit Rahmenvertrag beim NDR beschäftigt.
 
Der Aktionstag soll auf die in der ARD einmalige Regelung aufmerksam machen, dass der NDR die Arbeitsverhältnisse der freien Mitarbeiter spätestens nach 15 Jahren für mehrere Monate unterbricht und bei einer Wiederbeschäftigung das Honorar auf maximal 18 000 Euro pro Jahr begrenzt. Der Sender will sich so vor Festanstellungsklagen schützen und verweist auf mit Gewerkschaften ausgehandelte Tarifvereinbarungen sowie ein Grundsatzurteil aus dem Jahr 1982.

Die Initiative "Freie im Norden" setzt nun auf den neuen Intendanten Lutz Marmor, der bereits Gesprächsbereitschaft signalisiert habe. Man sei bereit, "gemeinsam mit seinen freien Mitarbeitern über Verbesserungen nachzudenken", teilte der NDR gestern mit. Die "Freien im Norden" warten jetzt auf ein konkretes Angebot des Senders.

http://www.freie-im-norden.de

http://www.abendblatt.de/daten/2008/02/15/848139.html

ManOfConstantSorrow

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« Antwort #21 am: 15:31:37 Do. 21.Februar 2008 »


 Bei der Premiere des Films „Die Schwester der Königin" gab es am Freitagabend (15.2.2008) eine überraschende Wendung. Als Scarlett Johansson und Natalie Portman den roten Teppich vor dem Berlinale Palast betraten, erklommen Prekäre Superhelden die Großbildleinwand und entrollten ein Banner mit der Aufschrift „Mir reicht's nicht, Statistin in meinem eigenen Leben zu sein." Sie warfen Glückskekse mit Zitaten prekär Beschäftigter und skandierten glamouröse Superslogans: "Glamour, Glamour - prekär on tour!" Mit ihrer Aktion unterstützten die beiden Superhelden GlamGirl und IncrediBoy die Kampagne „Mir reicht's ... nicht!", die sich gegen unsichere Arbeitsbedingungen in der Kultur- und Wissensproduktion richtet.
Bei der Premiere des Kostümfilms „Die Schwester der Königin", einem der mit Spannung erwarteten Höhepunkte der Berlinale, gab es am Freitag, den 15. Februar 2008, eine überraschende Wendung. Als Scarlett Johansson und Natalie Portman den roten Teppich vor dem Berlinale Palast betraten, erklommen Prekäre Superhelden die dortige Großbildleinwand und entrollten ein Banner mit der Aufschrift „Mir reicht's nicht, Statistin in meinem eigenen Leben zu sein." Von der Leinwand herunter riefen sie: „Glamour, Glamour – prekär on tour!"



Die beiden Superhelden Glamgirl und Incrediboy forderten eine öffentliche Diskussion über prekäre Arbeits- und Lebensbedingungen: „Mir reicht's, dass es selbstbestimmte Arbeit nur im Tausch gegen Prekarität gibt. Mir reicht's nicht, nur 5,50 Euro die Stunde zu verdienen. Mir reicht's, dass nach jedem Filmprojekt der Absturz auf Hartz IV droht. Mir reicht's nicht, dass es das schöne Leben immer nur in der Zukunft gibt." Dabei warfen sie mit Glückskeksen, in denen sich statt Sinnsprüchen Zitate von Beschäftigten der Berlinale befanden: „Ich habe im Sommer gekellnert, um mir das Praktikum leisten zu können, dabei sein ist alles." (Praktikantin). Auch zwischen den Besuchern tauchten Prekäre Superhelden auf - sie hielten Sprechblasen hoch mit Statements wie „Immer wieder Hartz IV – für 'Vier Minuten' Plaisir" und „G.L'amour will ich mir leisten können!".

Mit ihrer spektakulären Kletterpartie unterstützten die Prekären Superhelden die Kampagne „Mir reicht's ... nicht!", die sich gegen unsichere Arbeitsbedingungen in der Kultur- und Wissensproduktion richtet. Gerade in der Filmbranche liegen Prekarität und Glamour oft dicht beieinander. Doch während bei der Berlinale alle Kameras auf den roten Teppich gerichtet sind, bleiben schlechte Arbeitsbedingungen und fehlende soziale Absicherung weitgehend unsichtbar. Prekäre Verhältnisse finden sich überall – in der Kulturbranche sind sie nicht nur weit verbreitet, sondern auch besonders akzeptiert. Das Versprechen von kreativer Selbstverwirklichung und das Rampenlicht der Filmbranche rechtfertigen unbezahlte Praktika und sebständige Dauerverausgabung.

Mit dem Auftritt der Prekären Superhelden setzte sich die Intervention der Kampagne „Mir reicht's... nicht!" auf der Berlinale fort. Bereits am Samstag, den 9.2., hatte im Roten Salon der Volksbühne die „Gala der Prekären Perspektiven" stattgefunden. Dort wurden beispielhafte Protestaktionen von Prekären Kulturproduzenten prämiert – etwa die Intermittents du Spectacle aus Paris, die einen Sommer lang die Musik- und Theaterfestivals in Frankreich lahmlegten.

Die Berlinale war nach der documenta 12 die zweite Station der Kampagne „Mir reicht's ... nicht!" Auch in Kassel waren zahlreiche Gespräche mit Kulturprekären geführt und über gemeinsame Strategien diskutiert worden.
  http://www.mirreichts-nicht.org



http://de.indymedia.org/2008/02/208411.shtml
http://www.youtube.com/watch?v=DG_KNFYItec
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Kuddel

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« Antwort #22 am: 11:09:56 Mi. 27.August 2008 »
Hier ein interessanter Versuch die "Freien" zu organisieren:

Zitat
Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir möchten Euch zu einer sehr einfachen und doch unglaublich wirksamen Aktion aufrufen: FREIER TAG am 2. Oktober.
Nehmt Urlaub, sperrt den Tag, habt andere Aufträge, fühlt Euch nicht oder wollt einfach nicht!
(...)
Die Delegierten haben beschlossen, Euch zu der Aktion aufzurufen.
Für uns, für multikulti, für den rbb!

Ein Tag, an dem wir Freien zeigen, wie abhängig der rbb von unserer Arbeit ist. Ein Tag, an dem wir zeigen: es ist uns aus ureigensten Interesse nicht egal, wenn 24 Stunden tägliches Programm weggespart werden.
(...)
Und wer sich fürchtet, sei beruhigt. Wir zitieren die Intendantin aus ihrer Dienstanweisung: Unter Paragraph 1 - Grundsätze heißt es:

„Freie Mitarbeiter/innen können ihren Urlaub frei wählen. Sie dürfen nicht aufgefordert werden, sich in etwaige Urlaubslisten einzutragen und sich den Urlaub genehmigen zu lassen.“
„Freie Mitarbeiter/innen sind nicht verpflichtet, angebotene Aufträge anzunehmen. Die Ablehnung eines Angebots – die keiner Begründung bedarf – darf kein Anlass sein, keine Aufträge mehr anzubieten.“
„Freie Mitarbeiter/innen sind nicht verpflichtet, ihre Arbeitskraft in einem bestimmten Umfang dem RBB zur Verfügung zu stellen.“
„Freie Mitarbeiter/innen sind nicht verpflichtet, regelmäßig beim RBB zu erscheinen.“

Dann also: !!FREIER TAG am 2. OKTOBER!!
http://www.rbbpro.de/index.php?option=com_content&task=blogcategory&id=1&Itemid=4

Kuddel

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Re:Medienkasper freiwillig wehrlos
« Antwort #23 am: 18:00:13 Di. 14.Juni 2011 »
"Wir sind mehr wert"
4 Spots über die Arbeitsbedingungen von Filmschaffenden

http://www.connexx-av.de/profil_socialspots.php

Troll

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Re:Medienkasper freiwillig wehrlos
« Antwort #24 am: 18:56:24 Mi. 01.Februar 2017 »
Zitat
Eine ZDF-Mitarbeiterin ist mit ihrer Klage auf mehr Gehalt gescheitert. Sie fand, dass sie (aufgrund ihres Geschlechtes?) diskriminiert würde, weil einige ihrer männlichen Mitarbeiter mehr Bezahlung bekommen. Das Arbeitsgericht Berlin hat die Klage abgewiesen, weil eine Diskriminierung nicht zu erkennen sei.

Das ZDF hatte vor Gericht argumentiert, dass die männlichen Kollegen der Klägerin mehr Berufserfahrung hätten. Bei der Entscheidung, wie viel jemand beim ZDF verdiene, sei das Geschlecht kein Kriterium. Die Vergütung der freien und festen Mitarbeiter werde weitgehend durch Tarifverträge bestimmt, sagte ein Sprecher. "Geschlecht, Alter, Religion etc. spielen hierbei keine Rolle."

Ich glaube ja, die Wurzel allen Übels ist, wenn man sein Gehalt mit dem anderer vergleicht. Vorher war man vielleicht nicht glücklich aber zufrieden, danach ist man vom Neid zerfressen und fühlt sich diskriminiert. Wenn das Gehalt objektiv zu wenig wäre, hätte man den Job halt nicht annehmen dürfen.

Ich weiß ja nicht, was für Gehaltsstrukturen das ZDF so hat, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass da irgendjemand Reichtum anhäuft. Der Vorstand vielleicht. Aber doch nicht Reporter!?

Update>/b>: Oha, das muss ich revidieren. Claus Kleber hatte 2008 einen Vertrag über 600.000 Euro. Heilige Scheiße!

Quelle: Fefes Blog

Zitat von: Aus dem Spiegel-Artikel
In der Verhandlung zeigte sich, wie verhärtet die Positionen sind. Als die Klägerin fragte, warum Männer in der Redaktion mit weniger Berufserfahrung trotzdem mehr verdienten als sie, antwortete der Vorsitzende Richter: "Weil die Kollegen besser verhandelt haben? Das nennt man Kapitalismus."

Siehste, selbst Schuld wenn das mit der Gleichberechtigung nicht hinhaut.

Besonders nett was man sich so einen Kleber kosten lässt, ein Regierungszäpfchen mit so einer Reichweite kostet eben was.
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
Jiddu Krishnamurti

Kuddel

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Re:Medienkasper freiwillig wehrlos
« Antwort #25 am: 18:39:41 So. 10.Dezember 2017 »
Zusammenschnitt aus einem ZEIT Artikel:

Zitat
Étienne Gillig, 64, ist freischaffender Künstler. „Ich arbeite als freischaffender Kabarettist, Schauspieler, Synchronsprecher und Übersetzer. Ich arbeite etwa 90 Stunden pro Woche. Ein richtiges Privatleben habe ich kaum. Nach Betriebskosten und Steuern bleibt am Ende ein Gewinn von durchschnittlich 150 Euro im Monat. Miete und Telefon sind da schon abgezogen. Das ist nicht viel, aber mir geht es gut damit. Ein Auto brauche ich, um meine Requisiten, mein Cello und das Bühnenbild für mein Kabarett zu transportieren. Gerade muss ich ohne Auto klarkommen, weil der TÜV uns voneinander getrennt hat. Jetzt leihe ich mir ab und an eins bei Freunden. Ich schlafe in meinem Büro, ein 100 Quadratmeter großes Atelier in einer alten Wäscherei in München. Dort arbeite ich und dort schlafe ich auf einem Sofa. Lebensmittel: 60 bis 100 Euro im Monat. Ich gebe im Zweifel lieber Geld für eine gute Schraube aus, um mein Bühnenbild zu reparieren, als mir etwas zu essen zu kaufen. Wenn ich unterwegs bin, habe ich oft Babygläschen für 65 Cent dabei, um mir das teure Sandwich zu sparen. Die schmecken gar nicht schlecht!
Sollte es wirklich mal eng werden und das Geld schon vor Monatsende aufgebraucht sein, liegen auf meinem Fensterbrett viermal 50 Cent, viermal ein Euro und viermal zwei Euro, von denen ich mich dann bedienen kann. In diesem Jahr habe ich den Stapel nur einmal angefasst. “
http://www.zeit.de/arbeit/2017-12/freischaffender-kuenstler-gehalt-arbeitszeit-schulden

Ganz toll.

dagobert

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Re:Medienkasper freiwillig wehrlos
« Antwort #26 am: 16:55:24 Di. 12.Dezember 2017 »
Was macht der, wenn er mal krank wird?

BGS

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Re:Medienkasper freiwillig wehrlos
« Antwort #27 am: 18:27:04 Di. 12.Dezember 2017 »
Bei 90 Sunden pro Woche hat er schlicht keine Zeit krank zu werden. Dann lieber früher sterben, wenn es schon keine Rente gibt.

MfG

BGS
"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

http://www.chefduzen.de/index.php?topic=21713.msg298043#new
(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)

Kuddel

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Re:Medienkasper freiwillig wehrlos
« Antwort #28 am: 13:06:40 Mo. 19.Februar 2018 »
Zitat
[Protestaktionen zur Berlinale 2018] Sitzverbot für Beschäftigte im Service beim Kinobetreiber CineStar


… Die Vereine Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat vor Beginn der Berlinale 2018 die Arbeitsbedingungen der meisten Berliner Spielstätten des Festivals überprüft. Die Überprüfung ergab, dass insbesondere von dem Kinobetreiber CineStar wesentliche gesetzliche Schutzbestimmungen im Gesundheitsschutz nicht eingehalten werden und dass die demokratische Mitbestimmung der Betriebsräte systematisch nicht beachtet wird. ver.di kritisiert zudem die permanente personelle Unterbesetzung in fünf von sechs Berliner CineStar Kinos, so werden über 50 Überlastungsanzeigen der Mitarbeiter im CineStar Tegel von der Geschäftsführung ignoriert. Durch die Unterbesetzung im Servicebereich müssen die Beschäftigten teilweise zwischen den Vorstellungen rennen, um die Kinos zu reinigen. Desweiteren kritisiert ver.di den mangelnden Gesundheitsschutz in den Berliner CineStar Kinos.
http://www.labournet.de/?p=128157

Zitat
»Von Werkvertrag zu Werkvertrag«. Mitarbeiter bei Filmfestivals arbeiten zu prekären Bedingungen
“Bei der Berlinale geht es im Vergleich zu anderen Festivals noch relativ gut zu, weil die Kulturschaffenden dort die miesen Arbeitsbedingungen in den vergangenen Jahren bereits thematisiert hatten. Dort ist man auf gutem Weg, trotzdem ist noch eine Menge zum Besseren zu verändern. Bundesweit gibt es immer noch sogenannte Volunteers: Die übernehmen die Kinobetreuung oder bringen Gäste zum richtigen Zeitpunkt an die richtige Stelle – für null Euro.
(...)
https://www.jungewelt.de/artikel/327520.von-werkvertrag-zu-werkvertrag.html

Kuddel

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Brotlose Kunst
« Antwort #29 am: 15:43:16 Mi. 27.Juni 2018 »
Zitat
Arte Povera
Armut. Berlin ist stolz auf seine Kreativbranche. Wer in ihr arbeitet, blickt wirtschaftlich meist in den Abgrund


Berlin verweist gerne auf Superlative, wenn es um die Künste geht: 30.000 Besucher verzeichnete soeben das Gallery Weekend, zur Art Week im Herbst strömten gar 110.000 Kunstinteressierte, rund 1.000 Künstler nahmen teil. Neben Festivals wie „Tanz im August“ oder der Transmediale, die sich seit einigen Jahren schon zum wichtigsten Event für Medienkunst gemausert hat, gehört die Art Week zu den vielen Leuchtturmprojekten der Berliner Kreativwirtschaft, mit denen die Stadt sich stolz brüstet, seitdem sie ihre Rolle als Industriestandort verloren hat.

Ganz anders sieht oftmals die persönliche Bilanz der Kreativen aus, die Veranstaltungen wie diese zum Leuchten bringen oder auch einfach dafür sorgen, dass kleinere Lesungen, Konzerte, Bühnenprogramme und Ausstellungen das Leben in der Stadt bereichern.
...
...weil die Stadt nach wie vor als billiges Mekka gilt und nach New York – bezogen auf die Bevölkerung – inzwischen die meisten bildenden Künstler beherbergt, bei 3,7 Millionen Einwohnern geschätzte 8.000 bis 10.000.

Doch die Lage der meisten Kreativarbeiter ist prekär. Nach den neuesten Berechnungen der Künstlersozialkasse liegt das Einkommen der 185.000 freiberuflichen Künstler in Deutschland erheblich unter dem Mindestlohn. Demnach verdient ein darstellender Künstler rund 16.000 Euro im Jahr, in etwa so viel wie ein bildender Künstler. Richtig schlimm wird es bei Musikern, die sich im Schnitt mit 3.000 Euro weniger begnügen müssen. Leben kann man davon nicht.
...
https://www.freitag.de/autoren/ulrike-baureithel/arte-povera