Autor Thema: Riesiger Ansturm auf Obdachlosenheime  (Gelesen 1622 mal)

Eivisskat

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Riesiger Ansturm auf Obdachlosenheime
« am: 07:53:39 Sa. 24.Juli 2010 »
Zitat
NOTSCHLAFSTELLEN SIND KNAPP -  Riesiger Ansturm auf Obdachlosenheime

Auf die Obdachlosen-Heime von Hamburg herrscht ein riesiger Ansturm. "Hinz+Kunzt"-Sozialarbeiter Stephan Karrenbauer (47) in der MOPO über die Not in den Notschlafstellen.


Für Hamburgs Obdachlose wird es eng: Obwohl viele von ihnen die Einrichtungen im Sommer meiden und nur im Winter nutzen, platzen die Notschlafstellen "Pik As" (Neustadt) und "FrauenZimmer" (Borgfelde) aus allen Nähten. Nach Recherchen des Straßenmagazins "Hinz+Kunzt" sind die Einrichtungen bis zu 120 Prozent ausgelastet.

Die MOPO sprach mit dem "Hinz+Kunzt"-Sozialarbeiter Stephan Karrenbauer (47) über die Not in den Notunterkünften.


Mopo: Warum platzen die Notschlafstellen "Pik As" und "FrauenZimmer" ausgerechnet jetzt aus allen Nähten?

Karrenbauer: Die Einrichtungen müssen Leute aufnehmen und dürfen niemanden abweisen. Die Wohnunterkünfte, in die viele dieser Menschen anschließend weitervermittelt werden, sind derzeit hoffnungslos überfüllt. Es gibt keinen Abfluss. Die Gründe dafür sind laut Sozialbehörde zum einen der Mangel an günstigen, kleinen Wohnungen, zum anderen die steigende Zahl der Zuwanderer.

Mopo: Was für Leute kommen in die Unterkünfte?

Karrenbauer: Menschen, die kein Dach über dem Kopf haben -aus den unterschiedlichsten Gründen.

Mopo: Von wie vielen Menschen sprechen wir?

Karrenbauer: Von ungefähr 1020. Die Stadt kann froh sein, dass nicht alle kommen: Nur ein kleiner Teil der Obdachlosen nimmt die Notunterkünfte in Anspruch.

Mopo: Ist es so schlimm in den Einrichtungen?

Karrenbauer: Geschlafen wird in Etagenbetten. Meist in Vier-, Sechs- oder Acht-Bett-Zimmern. Nur Kranke bekommen Einzelzimmer. Bad, WC und Schlafzimmer muss man sich mit Fremden teilen. Die Stimmung ist regelrecht depressiv. Diese Menschen sind allesamt in großer Not. Viele schlagen sich lieber allein durch, als sich das anzutun.

Mopo: Bereits jetzt sind die Notunterkünfte überfüllt. Wie soll das erst im Winter werden?

Karrenbauer: Das ist es ja! Es muss jetzt etwas geschehen. Es gibt zwar ein Winternotprogramm, bei dem in der gesamten Stadt weitere 190 Schlafplätze bereitgestellt werden, aber das wird nicht reichen.

Mopo: Was muss die Stadt jetzt tun?

Karrenbauer: Wir haben in Hamburg viele leerstehende Gebäude -beispielsweise alte Krankenhäuser. Dort kann man günstige Ein-Zimmer-Appartements einrichten. Damit wäre vielen schon geholfen.



http://www.mopo.de/2010/20100724/hamburg/panorama/riesiger_ansturm_auf_obdachlosenheime.html

http://www.hinzundkunzt.de/?p=7475

Eivisskat

  • Gast
Re:Riesiger Ansturm auf Obdachlosenheime
« Antwort #1 am: 20:23:42 Mo. 19.November 2012 »
Zitat
Horrorbericht aus dem Obdachlosenhaus

Menschen schlafen auf dreckigen Fußböden, Betrunkene stolpern über sie hinweg, das Licht geht an und aus, die ganze Nacht. Die Notunterkunft für Obdachlose an der Spaldingstraße (Hammerbrook) ist heillos überfüllt – ein Insider hat sich jetzt bei der MOPO gemeldet, berichtet über menschenunwürdige Zustände.

30 Quadratmeter hat der Raum, in dem erst vor wenigen Tagen rund 15 Menschen übernachteten, schreibt der Insider in einer Mail an die MOPO. Er möchte anonym bleiben, sei gezwungen gewesen, zwei Nächte in der Winternotunterkunft an der Spaldingstraße zu verbringen – schlimme Nächte.

 „Für die Menschen waren weder Bettzeug noch Laken übrig. So lagen die meisten auf dem von Kaffeeflecken, Zigarettenasche und Schuhabdrücken verdreckten Boden“, schreibt er. Einige hätten sogar auf Stühlen übernachtet, von Erholung könne dabei keine Rede sein. Lediglich „wegen Entkräftung“ sei es irgendwann möglich gewesen, ein Auge zuzumachen.


weiter: http://www.mopo.de/nachrichten/hammerbrook--horrorbericht-aus-dem-obdachlosenhaus,5067140,20902386.html

Dazu auch: http://www.hinzundkunzt.de/mehr-platze-in-der-spaldingstrase/#more-22169