Autor Thema: Kilometerfresser  (Gelesen 35483 mal)

BakuRock

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Re:Kilometerfresser
« Antwort #15 am: 03:17:13 Mi. 28.September 2011 »
Ein dickes THX fuer diese Initiative !

von einem Trucker, der schon viele Kilometer auf dem Zaehler hat.

Hier mal, zur Verdeutlichung, ein Beispiel was wirklich laeuft in dem Gewerbe. Es ist eine (Selbst)Ausbeutung ohne Skrupel und ohne Ende - "Hauptsache Arbeit!" - ist der duemmste aber gewalttaetigste und wirkungsvollste Ausspruch dieser, ach so modernen, Arbeitswelt. Fuer knapp 1.800 EUR Brutto habe ich sowas verbrochen, auch weil ich "schon ueber 40" war (es blieb nichts anderes ausser der "Alternative" ALGII:

Zitat
Lkw/Bus- Transferfahrer (Regelwoche)

Sonntag:   S-Bahn Berlin / Zug nach München   

Montag:   S-Bahn München / Taxi z. Kunden (10h)
      Übernahme LKW / quer d. Deutschland / Pause auf Fähre n. Dänemark

Dienstag:   quer durch Dänemark (14h) / Pause auf Fähre nach Schweden

Mittwoch:   Übergabe an Kunden in Stockholm (SE / 24h)
      Übernahme neues Fahrzeug (ca. 5h Wartezeit) / Tanken / Pause auf
      Fähre nach Dänemark (10h) / quer d. Dänemark / Pause auf Fähre nach Deutschland

Donnerstag:   Abstellen bei Hamburg (5h) / Taxi zum Bahnhof / Zug n. Hamburg / Zug
      n. Salzgitter / Taxi zum Kunden / Übernahme Gas-Gelenkbus (4h) /
      quer d. Deutschland / Tanken in München

Freitag:   Übergabe in St. Agatha Bolognese (IT / 25h)
      Taxi z. Bahnhof / Zug n. Bergamo (zwei Umsteiger) / Bus z. Flugplatz (8h)

Samstag:   Ankunft Tegel / Taxi nach Hause (5h). Am WE Rechnungen schreiben.


Ständiges Gepäck:
Koffer mit Rollen (ca. 25-30kg) und Rucksack (ca. 10-15kg).

Neben "ganz normalen" LKW (ab 30 Tonnen Nutzlast) habe ich auch Spezialfahrzeuge, wie z.B. Mischerpumpen, Kommunalfahrzeuge, Flugzeugenteiser und Militärtransporter (bis 100 Tonnen), überführt.
An die Sozialvorschriften für das Fahrpersonal (also "normale" Speditionsfahrer) sind Fahrzeugüberführer nicht gebunden. Wann ich Pause brauchte habe ich selbst entschieden.

Arbeiten, Pause, Fressen; Schlafen...... ist, in dem Bereich, nicht geregelt - es ist eine "Grauzone" die, imho,  zunehmend von den Speditionen gefordert und gefoerdert wird. Fahrer werden m.E. immer weiter und zunehmend aus festen und vertraglich verbindlichen - und damit aus berechenbaren - Jobs verdraengt, in unsichere "Tageloehner"Jobs.

Es wird Zeit das sich in "Berchem" die Europaweiten Fahrer nicht nur den "kostenlosen (Bon) Kaffee" schmecken lassen, sondern sie sich auch miteinander ueber "ihre Situation" unterhalten in der sie alle gemeinsam "stecken" (in die sie gebracht wurden).

Stellt euch vor: Alle Fahrer ziehen gemeinsam die Bremse und kein Discounter bekommt Nachschub - ein Horror fuer "Schnaeppchenjaeger" .......  ::)
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Wenn eine Idee am Anfang nicht absurd klingt, gibt es f�r sie keine Hoffnung. .... A. Einstein

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Re:Kilometerfresser
« Antwort #16 am: 09:52:11 Mo. 31.Oktober 2011 »

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Re:Kilometerfresser
« Antwort #17 am: 14:04:37 Do. 08.Dezember 2011 »


aus TRUCKER 1/2012 Fernfahrer Printmagazin

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Re:Kilometerfresser
« Antwort #18 am: 15:30:03 Do. 29.Dezember 2011 »

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Re:Kilometerfresser
« Antwort #19 am: 21:33:37 Mi. 11.Januar 2012 »

Kuddel

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Re:Kilometerfresser
« Antwort #20 am: 20:37:17 Mi. 18.Januar 2012 »

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Re:Kilometerfresser
« Antwort #21 am: 14:48:16 Mo. 06.Februar 2012 »
Ein neuer Beitrag von Kilometerfresser TV

US Hafentrucker und die Occupy Bewegung

Arbeitskämpfe und soziale Bewegungen, Umweltschutz und Verbesserung der Arbeitsbedingungen gehen durchaus zusammen...


Kilometerfresser TV (US Trucker & "OCCUPY")


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Re:Kilometerfresser
« Antwort #22 am: 13:27:08 Mi. 22.Februar 2012 »
Die Arbeitsbedingungen im Transportgewerbe sind höchst unterschiedlich. In einigen Regionen gibt es Tendenzen zu 3. Welt Löhnen. Viele Fahrer schämen sich dieser Situation und sprechen nicht darüber. Simone Hoyer aus dem Vogtland redet Klartext.

Kilometerfresser TV (Truckerlady Interview)

BGS

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Re:Kilometerfresser
« Antwort #23 am: 18:34:10 Mi. 22.Februar 2012 »
Sie bringt es auf den Punkt:

Würden alle LKW-Fahrer, oder zumindest die Hälfte in deutschland und anderswo zusammenhalten und gegen die teilweise absolut unmöglichen Arbeitsbedingungen und -zeiten streiken, so wären die Regale schnell leer, es gäbe bald keine neuen Autos mehr zu kaufen, kein Benzin an den Tankstelln etc.

Auch würde dann die Wertschätzung des Berufes schnell sich erhöhen.

MfG

BGS
"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

http://www.chefduzen.de/index.php?topic=21713.msg298043#new
(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)

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Re:Kilometerfresser
« Antwort #24 am: 14:01:40 Fr. 06.April 2012 »

admin

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Re:Kilometerfresser
« Antwort #25 am: 20:52:07 Fr. 04.Mai 2012 »
Damit die Wut sich nicht in die falsche Richtung entlädt:

Kilometerfresser TV (Nicht gegeneinander!)

Bangbuex

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Re:Kilometerfresser
« Antwort #26 am: 14:58:38 Sa. 05.Mai 2012 »
Könnte, sollte, würde ...........
Ist es aber nicht !
Es ist ein allgemein gesellschaftliches Problem - der Egoismus.
Da ist der "Trucker" keine Ausnahme und so lange es der Mehrheit noch
halbwegs "gut" geht, ist sie auch nicht bereit für andere den

Allerwertesten hinzuhalten.

Wieviele Aktionen bzw. Bündnisse gibt bzw. gab es in Sachen "Fahrer aufwecken"
eigentlich schon ?

So lange kann man doch garnicht schlafen - oder ?

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Re:Kilometerfresser
« Antwort #27 am: 00:45:18 Fr. 11.Mai 2012 »
Internationale Proteste haben begonnen.
Es könnte eine Welle daraus entstehen...

Kilometerfresser TV (Truckerprotest in Antwerpen)

Bangbuex

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Re:Kilometerfresser
« Antwort #28 am: 07:29:59 Do. 17.Mai 2012 »
ja, sicher - man muss nur lange genug dran glauben.

Troll

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Re:Kilometerfresser
« Antwort #29 am: 09:32:21 Do. 17.Mai 2012 »
ja, sicher - man muss nur lange genug dran glauben.

Widerstand hat schon eine gehörige Portion Frustpotential, allerdings was bleibt auf der anderen Seite übrig, alles freudig schlucken, RTL glotzen, Friede, Freude, Eierkuchen vorspielen, Selbstbetrug, nö, daß ist auch nicht gesund für einen kritischen Verstand.
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
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