Autor Thema: Schmutzige Tricks gegen Wikileaks-Gründer Julian Assange  (Gelesen 13593 mal)

Kuddel

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Re: Schmutzige Tricks gegen Wikileaks-Gründer Julian Assange
« Antwort #105 am: 08:34:19 So. 23.Februar 2020 »
Die Links zur Legal Tribune Online funktionieren nicht.
Ich gehe davon aus, daß das Rechtssystem nicht nur in den USA nicht funktioniert, sondern weltweit.
All die westlichen Demokratien, "unsere freiheitlichen Werte", alles nur ein Witz.
Es geht um Macht und Einfluß einiger weniger, nicht um Recht, Gesetz oder gar Moral.

Kuddel

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Re: Schmutzige Tricks gegen Wikileaks-Gründer Julian Assange
« Antwort #106 am: 08:53:53 So. 23.Februar 2020 »
 

Kundgebung vor dem Australia House in London, der diplomatischen Vertretung Australiens in Großbritannien.

Troll

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Re: Schmutzige Tricks gegen Wikileaks-Gründer Julian Assange
« Antwort #108 am: 15:00:14 So. 23.Februar 2020 »
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Verhindert die Auslieferung von Julian Assange an die USA!
Free Julian Assange before it is too late. Stop USA extradition!


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QUELLE:
https://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/sendung/doku-assange-ueberwacher-102.html :


Zitat
.
ARD - Das ErsteReportage und Dokumention
[ Das nur im Google-Index hierzu angegebene Datum ist: 20. Februar 2020 ]

[ Die Autorin, die / Der Autor, der diesen Text formuliert hat ist im
ORIGINAL dieser Reportage leider nicht angegeben; darum kann ich auch hier darüber keine Angaben machen. ]

Sendungsübersicht


Julian Assange – Die Überwacher

Was für ein Unternehmen ist UC-Global?

UC-Global ist eine spanische Sicherheitsfirma mit Sitz in Jerez de la Frontera, Südspanien. Zu ihren Kunden gehörten Prominente wie der US-Milliardär und Trump-Unterstützer Sheldon Adelson oder der ehemalige Präsident von Ecuador, Rafael Correa. Die Firma bietet neben dem Personenschutz auch die Sicherung von Frachtschiffen oder Fabriken an. Geschäftsführer der Firma ist der ehemalige Elite-Soldat David Morales. Bekannt wurde das Unternehmen, weil es Wikileaks-Gründer Julian Assange in der ecuadorianischen Botschaft in London beschützt und gleichzeitig überwacht hat.

Was war der Auftrag?

Das Unternehmen sollte anfangs vor allem für die Sicherheit von Julian Assange sowie der Botschaftsmitarbeiter sorgen. Später wurde die Firma von der ecuadorianischen Regierung auch damit beauftragt, Assange und seine Gäste zu überwachen. Dokumente, die NDR und WDR einsehen konnten, zeigen, dass von vielen Besuchern die Pässe sowie ihre Telefone und Laptops fotografiert, Passwörter und Textnachrichten abgeschrieben wurden. Darüber hinaus hat UC-Global Video- und Audioaufnahmen von Julian Assange und seinen Besuchern angefertigt. Von den Überwachungsmaßnahmen waren auch Berufsgeheimnisträger wie Ärzte, Anwälte, Abgeordnete und Journalisten betroffen.

Was wird dem Unternehmen vorgeworfen?

UC-Global-Geschäftsführer David Morales wird unter anderem vorgeworfen, mit seiner Firma umfangreiche Verstöße gegen Datenschutzbestimmungen und das Recht auf Privatsphäre begangen zu haben. Gespräche mit Anwälten beispielsweise unterliegen einem besonderen Schutz, denn sie können der Vorbereitung der eigenen juristischen Verteidigung dienen. Darüber hinaus soll Morales Informationen, Fotos und Videoaufzeichnungen an die USA geliefert haben. Interne Mails sowie eidesstattliche Versicherungen ehemaliger UC-Global-Mitarbeiter legen das nahe. Morales selbst streitet diesen Vorwurf ab. Er sagt: Sein Unternehmen habe lediglich im Auftrag Ecuadors gehandelt.

Was sind die Konsequenzen?

Mittlerweile beschäftigt sich die spanische Justiz mit dem Fall. Sie ist wegen des Firmensitzes von UC-Global zuständig. Bereits im Herbst 2019 hatten spanische Ermittler Geschäftsräume des Unternehmens sowie Privathäuser durchsucht, Bargeld beschlagnahmt und den Geschäftsführer David Morales vorübergehend festgenommen. Vor dem Nationalen Gerichtshof in Spanien ist nun ein Verfahren gegen das Unternehmen und Morales anhängig. Ausgangspunkt der Ermittlungen war eine Strafanzeige von Julian Assange und seinen spanischen Anwälten. Da auch drei Journalisten des Norddeutschen Rundfunks betroffen waren, stellte im vergangenen Herbst der NDR ebenfalls Strafanzeige. UC-Global weist alle Vorwürfe einer illegalen Überwachung zurück. Es bezeichnet die Vorwürfe als konstruiert und beschuldigt Mitarbeiter von Wikileaks, selbst verdeckte Audioaufnahmen von Treffen innerhalb der Botschaft angefertigt zu haben.

Ist UC-Global noch immer für die Sicherheit in der Botschaft zuständig?

Im Sommer 2018 übernahm ein anderes Unternehmen die Absicherung der ecuadorianischen Botschaft in London: PromSecurity. Diese Firma wird von einem ehemaligen ecuadorianischen Geheimdienst-Oberst geführt. Auch gegen PromSecurity haben Julian Assanges Anwälte Strafanzeige gestellt. Denn auch hier steht der Verdacht im Raum, dass Gespräche mit Anwälten aufgezeichnet wurden. Im März 2019 wurde der Wikileaks-Chefredakteur Kristinn Hrafnsson von einer spanischen Gruppe kontaktiert. Sie habe kompromittierende Überwachungsvideos von Julian Assange. Entweder Wikileaks zahle drei Millionen Euro oder sie veröffentliche die Videos. Bei einem Treffen zeigten die Erpresser umfangreiche Dokumente und Videos, aus denen unter anderem hervorgegangen sein soll, dass PromSecurity Unterlagen von Assanges Anwalts Aitor Martinez mit dessen Verhandlungsstrategie für die Verteidigung von Julian Assange ausspioniert haben soll. Die spanische Polizei hat zwei der Erpresser festgenommen. Wikileaks Chefredakteur Kristinn Hrafnsson und Aitor Martinez haben Strafanzeige gestellt.
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Siehe auch folgende diesbezügliche Reportage in englischer Sprache:
ABC-News (Australia) »Julian Assange and his Australian lawyers were secretly recorded in Ecuador's London embassy«
ABC Investigations
By Dylan Welch, Suzanne Dredge and Clare Blumer
( very comprehensive and detailed ! )
( mid- to late-February 2020; constantly updated; ABC investigations are ongoing ) @
https://www.abc.net.au/news/2020-02-23/surveillance-of-julian-assange-captured-lawyers-conversations/11985872

.
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Re: Schmutzige Tricks gegen Wikileaks-Gründer Julian Assange
« Antwort #109 am: 20:58:09 So. 23.Februar 2020 »
Zu danken ist dem UN-Sonderermittler für Folter, dem Schweizer Nils Melzer. Ohne dessen eindeutige Stellungnahme für Assange hätten die Mainstreammedien dies nie zum Thema machen wollen. Die hatten seinen Fall durch eisernes Schweigen während der letzten Monate so gut wie nicht thematisiert. Erst der Bericht Mälzers brachte dann mediale Bewegung in die Angelegenheit.
»Wir wissen, so wie es ist, kann es nicht weiter gehen. Aber es geht weiter.«
(Autor unbekannt)

Martin Mitchell

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Re: Schmutzige Tricks gegen Wikileaks-Gründer Julian Assange
« Antwort #110 am: 06:08:18 Mo. 24.Februar 2020 »
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Folgendes hatte ich auch HIER schon mal zuvor posten wollen, aber dann wieder vergessen :

Also dann heute ( denn es bleibt auch heute noch alles weiterhin aktuell ) :


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Verhindert die Auslieferung von Julian Assange an die USA!
Free Julian Assange before it is too late. Stop USA extradition!


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Die lesenswertesten und wichtigsten Artikel in dieser Angelegenheit, eine Angelegenheit, die uns alle betrifft !! :

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Zitat
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[ QUELLE: https://www.deutschlandfunk.de/wikileaks-gruender-vor-gericht-es-wird-nicht-nur-ueber.724.de.html?dram:article_id=470584 ]

Deutschlandfunk

18.02.2020

Wikileaks-Gründer vor Gericht

Es wird nicht nur über Julian Assange verhandelt

Im Prozess gegen Wikileaks-Gründer Julian Assange in Großbritannien geht es nicht nur um seine Auslieferung an die USA, wo er wegen Geheimnisverrats angeklagt werden soll. Seine Unterstützer und selbst der UNO-Sonderberichterstatter für Folter sehen darin eine Bewährungsprobe für freie Demokratien.

Von Friedbert Meurer und Christoph Sterz

[ FOTO: Weltweit setzen sich Mensche für Julian Assange ein und verurteilen das Vorgehen gegen ihn (dpa / picture alliance / Sputnik / Justin Griffiths-Williams) ]

„Collateral Murder“ heißt das Video, das vor knapp zehn Jahren um die Welt geht. Veröffentlicht hat es die Enthüllungsplattform Wikileaks. Es zeigt einen Einsatz der US-Armee im Irak. Zu sehen ist, wie mehrere Menschen getötet werden; und zu hören, wie US-amerikanische Soldaten ihre Opfer verhöhnen. Später stellt sich heraus, dass bei dem Angriff mehrere Zivilisten gestorben sind, darunter zwei Journalisten. Die USA kommen dadurch stark in die Kritik – und der Mann, der das Video veröffentlicht hat, hat auch heute noch mit den Folgen dieser und anderer Veröffentlichungen zu tun:

Julian Assange, Australier, Jahrgang 1971, schlohweißes Haar, abgebrochenes Physik-Studium, Hacker – und Gründer von Wikileaks. Ein Mann, der viele Geheimnisse enthüllt hat, egal wie vertraulich sie waren; vom Vorgehen der Scientology-Sekte über Kriegsverbrechen der USA, Lauschangriffe der US-amerikanischen Geheimdienste bis zu illegalen Hinrichtungen in Kenia.

„Wir wollen eine transparente Regierung, keine transparenten Menschen. Wir sagen auch nicht, dass das Außenministerium keine Geheimnisse haben sollte. Wir sagen vielmehr, dass, wenn es Leute im Außenministerium gibt, die meinen, dass dort etwas schief läuft, und es keine geeigneten Maßnahmen zur internen oder externen Aufklärung gibt, dass es einen Kanal braucht. Einen Kanal, um solche Informationen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Und wir sind dieser Kanal.“

Julian Assange sagt das 2011 dem Fernsehsender CBS News. []

[ ……… ]

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BITTE DIESEN SEHR LANGEN ARTIKEL IM ORIGINAL WEITERLESEN.

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Zitat
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M - Merkur.de - MITTWOCH, 19. FEBRUAR 2020

Aktualisiert: 18.02.20 14:52 Uhr [Mittel-Europäische-Zeit]

[ QUELLE: https://www.merkur.de/politik/julian-assange-wikileaks-usa-anhoerung-auslieferung-london-aerzte-lebensgefahr-twitter-zr-13545992.html ]

ANHÖRUNG AM 24. FEBRUAR

„Zu Tode gefoltert“? Ärzte in Sorge um Julian Assange - Aufregung um Twitter-Bann

von Florian Naumann

Die Veröffentlichung von US-Kriegsverbrechen brachte Julian Assange ins Visier der USA. Er ist in London in Haft; jetzt geht es um seine Zukunft und seine Gesundheit.

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BITTE DAS GANZE IM ORIGINAL LESEN UND STUDIEREN.

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Zitat
.
Watson ℅ FIXXPUNKT AG, Zürich, Schweiz

19.02.2020, 17:56 Uhr [Mittel-Europäische-Zeit]

[
QUELLE: https://www.watson.ch/schweiz/romandie/372867362-wikileaks-genf-unterstuetzt-humanitaeres-visum-fuer-julien-assange ]


Wikileaks: Genf unterstützt humanitäres Visum für Julien Assange

In Genf gibt es Bestrebungen, den Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks, Julien Assange, mit einem humanitären Visum in die Schweiz zu holen. Der 48-Jährige befindet sich derzeit in einem Hochsicherheitsgefängnis in London, wo er nach Überzeugung von Experten unter psychologischer Folter leidet.
.

BITTE DIESEN SEHR DETAILLIERTEN ARTIKEL IM ORIGINAL WEITERLESEN.
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Re: Schmutzige Tricks gegen Wikileaks-Gründer Julian Assange
« Antwort #111 am: 07:23:50 Di. 25.Februar 2020 »
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QUELLE: DW - DEUTSCHE WELLE @ https://www.dw.com/de/ausweg-f%C3%BCr-julian-assange-gesucht/a-52454641 :

Zitat
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PERMALINK: DW - DEUTSCHE WELLE @ https://p.dw.com/p/3Y5qb :

WIKILEAKS

Ausweg für Julian Assange gesucht

Datum: 20.02.2020
Autorin/Autor: Barbara Wesel (Paris)


Bald startet in London das Auslieferungsverfahren gegen Wikileaks-Gründer Julian Assange. Um eine Überstellung in die USA zu verhindern, kommt von seinen Anwälten ein überraschender Vorschlag. Von Barbara Wesel, Paris.

[ FOTO: UK, London - Julian Assange nach seiner Verhaftung am 11. April 2019 - © Reuters / S.Dawson ]

Es ist eine internationale Gruppe von Anwälten, die sich an der Verteidigung von Julian Assange beteiligen. Bevor am Montagmorgen [ 24.02.2020 ] das Auslieferungsverfahren vor einem Gericht im Londoner Stadtteil Woolwich beginnt, wollen sie noch einmal auf die Einzigartigkeit dieses Auslieferungsverfahrens hinweisen. "Die 175 Jahre Gefängnis, die die US-Justiz ihm androhen, sind eine unwürdige, unerträgliche Strafe", sagt der französische Verteidiger Eric Dupont-Moretti. Die Verfolgung von Assange sei nach jedem juristischen Maßstab ein politischer Prozess.
[/font]

Poltisches Asyl in Frankreich?

Assange habe von 2007 bis 2010 in Frankreich gelebt, dort wohnten auch seine Ex-Frau und sein Sohn. Außerdem sei Wikileaks noch in Frankreich registriert - der Jurist versucht offensichtlich, einen Fall zu konstruieren, der eine Frankreichnähe des Australiers belegen soll. Abgesehen davon enthalte die Verfassung des Landes einen Absatz, wonach politisch verfolgten Menschen Asyl gewährt werden könne. "Wir halten die Situation für schwerwiegend genug, dass wir mit Präsident Macron darüber reden sollten", sagt Dupont-Moretti.

[ FOTO: Eric Dupont-Moretti - © Getti-Images/AFR/F.Guillot ]


Frühere französische Präsidenten waren mit der Auslegung dieser Regel teilweise sehr großzügig. Es ist allerdings eine politische Entscheidung und die Frage ist, ob Emmanuel Macron Interesse daran hat, einen offenen Konflikt mit US-Präsident Donald Trump anzuzetteln. Die Wahrscheinlichkeit erscheint nicht sehr hoch. Der Vorstoß allerdings scheint auch ein gewisses Maß an Verzweiflung bei den Verteidigern zu zeigen, die wohl nicht sicher sind, ob das Auslieferungsverfahren in London mit herkömmlichen juristischen Mitteln zu gewinnen ist.

Dennoch listet der Franzose einmal mehr alle Verstöße gegen Assanges Rechte auf. Gründe, die dafür sprechen, ihn umgehend aus der Haft zu entlassen und das Auslieferungsverfahren gegen ihn abzuweisen. Die jahrelange Isolation in der Londoner Botschaft von Ecuador und die darauf folgende monatelange Einzelhaft im Belmarsh-Gefängnis in der britischen Hauptstadt hätten den seelischen und gesundheitlichen Zustand von Assange schwer beeinträchtigt.

Erst kürzlich waren dem UN-Beauftragten für Folter, Nils Melzer, bei Assange Symptome aufgefallen, die bei Folteropfern vorkommen. Anfang der Woche
forderten 175 Ärzte im Fachmagazin "Lancet" die Entlassung des Wikileaks-Gründers, weil dessen Zustand keine weitere Inhaftierung erlaube [ Siehe @ https://www.dw.com/de/%C3%A4rzte-kritisieren-haft-von-wikileaks-gr%C3%BCnder-assange-als-folter/a-52412264 ].

Er habe Probleme, sich auszudrücken, fügt Dupont-Moretti hinzu, "er kann sich nicht verteidigen und die Unterlagen nicht analysieren". Das Verfahren gegen ihn sei nicht fair und außerdem gefährde es alle Journalisten in ihrer Freiheit, Informationen zu veröffentlichen.


Trump soll Assange Begnadigung angeboten haben

Der prominenteste unter Assanges Verteidigern ist Balthasar Garzon, ein früherer spanischer Richter, der dafür bekannt ist, dass er versucht hatte, den chilenischen Diktator Pinochet anhand internationalen Rechts anzuklagen. Der Spanier engagiert sich seit Jahren für den Wikileaks-Gründer und sagt, er habe in seiner Karriere "einen solchen Fall noch nicht erlebt, was die Menge der juristischen Verstöße gegen die Rechte eines Beschuldigten" angehe.

[ FOTO: »Verteidiger Garzon: "Einen solchen Fall habe ich noch nicht erlebt"« - © Getti-Images/AFR/F.Guillot ]

Garzon weist noch einmal auf eine mutmaßliche Verstrickung der spanischen Sicherheitsfirma hin, die Assange in der ecuadorianischen Botschaft während seines jahrelangen Asyls dort bewachen sollte. Dieses Unternehmen habe sich von der US-Regierung anwerben lassen, Assange zu bespitzeln. Aus dem inzwischen in Spanien anhängigen Verfahren würden die Details bekannt werden, wonach alle Besuche, auch von seinen Anwälten und die geführten Gespräche in der Botschaft an US-Stellen weitergereicht worden seien. Das bedeute in jedem Fall einen schweren Verstoß gegen das Recht von Assange auf Verteidigung.


[ Siehe @ https://www.dw.com/de/trump-soll-assange-begnadigung-angeboten-haben/a-52437623 : ] Garzon wiederholte auch die Behauptung, dass US-Präsident Donald Trump dem Australier Assange eine Begnadigung angeboten habe, wenn Assange damit aufhören würde, russische Hacker für die Veröffentlichung von privaten E-Mails der einstigen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton verantwortlich zu machen. Das Weiße Haus hat dies zurückgewiesen. Der spanische Anwalt erklärt dagegen, am kommenden Dienstag werde seine Londoner Verteidigerin Jennifer Robinson vor dem dortigen Gericht Beweise dafür vorlegen.

Der Vater kämpft unermüdlich

"Ich kann für mein Leben nicht begreifen, warum er noch im Gefängnis ist", sagt John Shipton, Vater von Julian Assange. Er tourt unermüdlich durch Europa und lässt in den vergangenen Wochen keinen öffentlichen Termin aus, um Aufmerksamkeit für seinen Fall zu gewinnen. "Die Bewährung zu brechen, das ist doch nur ein Vergehen, es ist unbegreiflich. Es gibt überhaupt keinen Grund, warum Julian nicht nach Hause entlassen werden kann". Sein Onkel sowie ein Cousin lebten in Großbritannien, dort könne er leben, wenn man ihn unter Auflagen aus der Haft entlassen würde.

"Wenn man der Richtung folgt, wie er in den vergangenen zehn Jahren behandelt wurde, dann wird das ein Schauprozess", sagte Shipton der DW. Aber seine Anwälte seien so zuversichtlich und stark, dass er hoffe, das Gericht in London werde seinen Irrtum einsehen. "Was ich fürchte, ist natürlich, dass Julian in die USA gebracht wird".

[ FOTO: »Assange-Vater Shipton: "Das wird ein Schauprozess"« - © Getti-Images/AFR/F.Guillot ]

Er habe seinen Sohn in der vorigen Woche sehen können und wolle ihn auch in den nächsten Tagen wieder besuchen, fügt der Vater hinzu. Seit eine Gruppe von Häftlingen im Belmarsh-Gefägnis sich für ihn eingesetzt hätte, sei er in die Abteilung für ältere Häftlinge verlegt worden und sein Zustand habe sich gebessert.

"Ich frage immer wieder, warum er nicht entlassen werden kann. Die Königin, die ein Gnadenrecht hat, habe durch ihre Beamten antworten lassen, der Fall sei eine politische Angelegenheit. Wenn es aber ein politischer Fall ist, dann folgt daraus auch, dass Julian nach britischem Recht nicht ausgeliefert werden darf", sagt John Shipton. Er hat offenbar schon auf allen Wegen versucht, seinen Sohn aus dem Gefängnis zu holen.

Ob die britischen Behörden jetzt Nachsicht zeigen, ist unsicher. Denn das Verfahren wird sich hinziehen. In der nächsten Woche werden zunächst in einer ersten Runde die Argumente der Staatsanwaltschaft und der Verteidiger ausgetauscht. Dann wird das Verfahren bis Mai unterbrochen, um der Verteidigung mehr Zeit zu geben, weil die Anwälte bisher wenig Gelegenheit hatten, ihren Mandanten zu treffen. Ein Urteil wird erst im Mai erwartet. Entscheidet die erste Instanz, ihn ausliefern zu lassen, ist zu erwarten, dass die Assange-Anwälte Berufung einlegen und bis zum Obersten Gerichtshof gehen.


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» Menschenrechtler weiter besorgt um Julian Assange
Nach jahrelanger Isolation zeige der Wikileaks-Gründer Julian Assange deutliche Zeichen psychischer Folter, sagt der UN-Berichterstatter Nils Melzer. Im Februar soll über seine Auslieferung in die USA entschieden werden. (19.12.2019) [ Siehe @ https://www.dw.com/de/menschenrechtler-weiter-besorgt-um-julian-assange/a-51742516 ]

» Breiter Appell für Freilassung von Wikileaks-Gründer Assange
Mehr als 130 Persönlichkeiten aus deutscher Politik und Kultur rufen Großbritannien auf, den Wikileaks-Gründer Julian Assange freizulassen. Zur Begründung verweisen sie auf seinen kritischen Gesundheitszustand. (06.02.2020) [ Siehe @ https://www.dw.com/de/breiter-appell-f%C3%BCr-freilassung-von-wikileaks-gr%C3%BCnder-assange/a-52274494 ]

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Datum: 20.02.2020
Autorin/Autor: Barbara Wesel (Paris)
Themenseiten:
Hillary Clinton, Frankreich, Donald Trump, Emmanuel Macron, Großbritannien, Wikileaks, Vereinigte Staaten von Amerika (USA),
Schlagwörter:
Julian Assange, Wikileaks, Großbritannien, Frankreich, USA, Donald Trump, Emmanuel Macron, Hillary Clinton,
Permalink:
https://p.dw.com/p/3Y5q :

.

Für weitere Empfehlungen von Deutsche Welle, siehe das ORIGINAL @ https://www.dw.com/de/ausweg-f%C3%BCr-julian-assange-gesucht/a-52454641 ( dort bis zum Ende der Seite runterscrollen ).
.
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Re: Schmutzige Tricks gegen Wikileaks-Gründer Julian Assange
« Antwort #112 am: 12:08:21 Mi. 26.Februar 2020 »
.
Obwohl ich selbst kein Fan von Donald Trump bin, muß ich dies trotzdem teilen:
Even though I myself am not a fan of Donald Trump, I must share this:

( am 25.02.2020 ) Jemand schrieb in einem anderen Diskussionsforum das Folgende:

Zitat
.
Man stelle sich das vor, Donald Trump würde Julian Assange begnadigen. Was wäre das für ein innenpolitischer Gewinn für ihn vor der Wiederwahl. Die Verbrechen, die andere im Nahen Osten zuvor begangen haben, kann man nur seinen Vorgängern anlasten. Das wäre ein Affront den früheren US-Eliten gegenüber und er würde mit der Begnadigung politisch nur gewinnen.
Hoffen wir also für Julian Assange das Beste, dass dieses widerliche Anklagverfahren eingestellt wird und er frei kommt!

.

( on 25.02.2020 ) Somebody wrote in another discussion forum the following:

Zitat
.
Imagine, Donald Trump would now actually formally and unconditionally pardon Julian Assange. Changing tack and playing the Trump Card would place him at a huge advantage in respect of domestic politics and his re-ellection in November. He most certainly cannot be held responsible for the crimes committed by others (Americans), in the Middle East in years past, under his predecessors. Such a move – to unconditionally pardon Julian Assange – on the part of Donald Trump, would be an affront to the former political elite in North America; he could only win by issuing such a pardon.
Let us hope for the best for Julian Assange, and that this disgraceful and spiteful political witch hunt which he – the journalist Julian Assange – has been and continues to be subjected to will cease forthwith and that he will be released without further ado!

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Re: Schmutzige Tricks gegen Wikileaks-Gründer Julian Assange
« Antwort #113 am: 12:34:01 Mi. 26.Februar 2020 »
Schwachsinn!

Wir geben Trump Tipps, wie er zu einem innenpolitischen Erfolg kommt?
Wir sollen "hoffen", daß Julian Assange frei kommt?

Wie bescheuert ist das denn!?!

Wir müssen fordern und dafür kämpfen, daß er frei kommt.
Hoffen und Harren hält manchen zum Narren.

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Re: Schmutzige Tricks gegen Wikileaks-Gründer Julian Assange
« Antwort #114 am: 09:39:58 Do. 27.Februar 2020 »
OK, wir müssen also dafür beten daß sich Donald Trump in etwas weitsichtig, weltoffenes verwandeln lässt.
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
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Re: Schmutzige Tricks gegen Wikileaks-Gründer Julian Assange
« Antwort #115 am: 10:26:17 Do. 27.Februar 2020 »
Ich wünsche mir, das er "irgendwie" aus dem Knast entweichen könnte und es gibt ja
genug Ecken, wo er Symphatie hat und ihm behilflich wären unter zu tauchen.

Wat die Appelsiene von Trump so von sich lässt, kann in einer Sekunde später
gegenteilige Geltung haben.. Solange der nicht abgewählt ist, sehe ich kaum
Chancen für Julian.
Erst begnadigen und kaum ist er greifbar, ihm eine (erfundene) neue Tat
vorwerfen etc. ? Besser nicht..

Knastmauerspecht über Peditionen gut und schön, aber m.E. reicht das nicht..
So manch mächtiges Spielzeug für Maurer würden einer Lösung flott näher
kommen. Knastumstellungen (Menschenketten) picken auch ganz gut  ::)

Lass Dich nicht verhartzen !

BGS

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Re: Schmutzige Tricks gegen Wikileaks-Gründer Julian Assange
« Antwort #116 am: 13:16:49 Do. 27.Februar 2020 »
OK, wir müssen also dafür beten daß sich Donald Trump in etwas weitsichtig, weltoffenes verwandeln lässt.

Amen.

MfG

BGS
"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

https://forum.chefduzen.de/index.php/topic,21713.1020.html#lastPost
(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)

NachbarArsch

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Re: Schmutzige Tricks gegen Wikileaks-Gründer Julian Assange
« Antwort #117 am: 15:42:16 Do. 27.Februar 2020 »
OK, wir müssen also dafür beten daß sich Donald Trump in etwas weitsichtig, weltoffenes verwandeln lässt.

Witzig...
Assange hat mit den Enthüllungen das gesamte Narrativ von bürgerlicher, freiheitlicher, rechtstaatlicher Demokratien bzw der sog. "freien westlichen Welt" ins Wanken gebracht. Der ist zusammen mit Snowden Staatsfeind Nr. 1
Da auf irgendein Staat oder Regierungschef zu setzen, halt ich ja echt für naiv.

Ne nette Doku dazu:


Ich mag ja diese öffentlich rechtliche finazierten  Youtube Kanäle wie Y-kollektiv, Str_F, oder reporter. Für mich ein Lichtblick in einer immer düsteren Presse und Medienwelt
https://www.youtube.com/channel/UCV6W8_nrWxJLQakqBHEvT3Q
https://www.youtube.com/channel/UCLoWcRy-ZjA-Erh0p_VDLjQ
https://www.youtube.com/channel/UCfa7jJFYnn3P5LdJXsFkrjw
https://www.youtube.com/channel/UCeWYsa2ynPc0VNwqL-vF2wQ

Frauenpower

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Re: Schmutzige Tricks gegen Wikileaks-Gründer Julian Assange
« Antwort #118 am: 11:26:44 Fr. 28.Februar 2020 »
Aus dem Knast entweichen würde aber meine ich auch das Problem von untertauchen müssen und verfolgt sein bedeuten. Das fände ich schade.

#Free Julian Assange!

Martin Mitchell

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Re: Schmutzige Tricks gegen Wikileaks-Gründer Julian Assange
« Antwort #119 am: 21:47:06 So. 01.März 2020 »
.
Schilderung des Geschehens im Gerichtssaal im Auslieferungsprozess von Julian Assange in London (Februar 2020).

QUELLE: https://www.change.org/p/verhindert-die-auslieferung-von-julian-assange-an-die-usa/u/25810727 :

Zitat
.
Verhindert die Auslieferung von Julian Assange an die USA!

PETITION UPDATE

[ bezüglich PETITION 2:
http://chng.it/5GPSst4KSR (Pentent: der Deutsche Thilo Hahn);
bis zu diesem Zeitpunkt 406203 Unterschriften. ]


Dritter Tag des Auslieferungsprozesses von Julian Assange im Gebäude des Woolwich Crown Court.

AUFSTAND AM WOOLWICH COURT
27. FEBRUAR 2020


Thilo Hahn
PF, Germany

Bericht von Monika Karbowska (übersetzt aus dem Französischen mit DEEPL [ hier gemeint ist https://www.deepl.com/en/translator Computer-Übersetzungsprogramm DEEPL ])

[ Die gesamte Gerichtsverhandlung in London findet natürlich in englischer Sprache statt! ]

[ Dieser deutsche Text wurde, in den Grenzen dessen was zur Verfügung steht, von MM, korrektur gelesen und wo notwendig dementsprechend verbessert. Die Formatierung und das Setzen von Satzzeichen wurde ebenso, wo seines Ermessens nach für notwendig emfunden, von MM überarbeitet. Mehrfachwiederholungen in gleichlautendem Wortsatz in dem hier vom Französischen ins Deutsche übersetzen Text wurden von MM völlig gestrichen, bzw. ausgelassen. ]

Mittwoch, 26. Februar 2020. Dritter Tag des Auslieferungsprozesses von Julian Assange im Gebäude des Woolwich Crown Court [das betreffende Londoner Gerichtsgebäude].

Drei Tage intensiver Kämpfe, Gewalt und Emotionen.

Am ersten Tag [Mo. 24.02.2020]: Lesung der Anklageschrift. Darauffolgend Edward Fitzgeralds Plädoyer und seine Präsentation der Geschichte der Tatsachen für seinen Mandanten Julian Assange.

In der öffentlichen Galerie konnten [wegen Platzmangel in diesem kleinen Gerichtssaal!] [Woolwich Crown Court] nur 18 Personen ihre Plätze einnehmen.

Der Lärm der "Gelben Westen" [Demonstranten] dringt von draußen in den Gerichtssaal ein, gedämpft, aber präsent. Dutzende Journalisten nehmen einen Platz in der Halle und im Nebengebäude des Innenhofs des Gerichtgebäudes ein. Julian Assange erscheint schließlich in Person – aus unterirdischen Gängen herbeieskortiert und von Wachleuten umgeben und in einen sich im Gerichtssaal befindenden Glaskasten plaziert – und wir können ihn mehrere Stunden lang sehen, obwohl er persönlich im Gerichtssaal nicht sprechen darf und schwach und traurig aussieht.

Am nächsten Tag [Di. 25.02.2020] nehmen wir an Mark Summers Plädoyer für die Verteidigung teil, das den Fall der Staatsanwaltschaft [dh. des Auslieferungsantragstellers - der USA] widerlegt. (Das Anwaltsteam der USA setzt sich zusammen aus James Lewis, Clair Dobbin und Joel Smith; alle drei natürlich britische Juristen.)

[Di. 25.02.2020] Julian Assange ist sichtlich viel schwächer; er beobachtet die Ereignisse regungslos und niedergeschlagen.

Mittwoch, 26. Februar 2020, Edward Fitzgerald für Julian Assange präsentiert die Argumente, die die Auslieferung ungültig machen, da der bilaterale Auslieferungsvertrag zwischen Großbritannien und den Vereinigten Staaten von 2003 die Auslieferung aus politischen Gründen verbietet.

Die Atmosphäre ist angespannt, alle sind müde. Julian Assange ist am schlimmsten dran. Er bemüht sich sehr, auf der Anklagebank aufrecht zu sitzen, sein Teint ist sehr blass und nachmittags ist er wütend. Sein Leiden ist spürbar, wir können es trotz seinem Eingekerchertsein in diesem Glaskasten und 20 Meter Entfernung fühlen. Der Ausdruck auf seinem Gesicht ist gefroren, er ist niedergeschlagen. Wir sind fünf Frauen, die links neben der Publikumsbox zusammensitzen. Wir ermutigen ihn mit unseren Blicken und unserem Verstand, wobei uns jede Geste nach den Regeln des Gerichts verboten ist.

Um 15 Uhr [am Mittwoch, den 26. Februar 2020] passiert das Außergewöhnliche: Während der Staatsanwalt, James Lewis (für die USA), durch ein verlorenes Dokument in seinem Fortfahren stockt, steht Julian Assange im Glaskasten auf und erhebt seine Stimme; er protestiert. Er ist fassungslos, er hat die Regeln gebrochen, er rebelliert, er besteht darauf gehört zu werden. Die Richterin Vanessa Baraitser unterbricht ihn und sagt zu ihm: "Was Sie verlangen, ist nicht üblich, Sie müssen durch Ihren Anwalt sprechen." Aber Julian Assange spricht erschöpft weiter und seine Stimme ist nach so vielen Monaten des Schweigens gedämpft. Die Anwälte geraten in Panik. Gareth Peirce (der dritte Anwalt im Verteidigungsteam) geht auf Julian zu, unterbricht ihn aber nicht. Die anderen wundern sich. Die Richterin unterbricht Julian Assange ein zweites Mal; er aber besteht ein drittes Mal darauf weiter gehört zu werden. Er spricht ein paar Minuten; wir sehen ihn Gesten der Verzweiflung und des Ärgers zu machen.
Die Leute in der ersten Reihe hören ein wenig, während wir in der Publikumsbox normalerweise nur hören, was über das Mikrofonsystem gesagt und übertragen wird. Auf engstem Raum stehen die 18 Anwesenden auf, mit Emotionen gestikulierend. Während des Hin und Hers haben wir rekonstruiert, was Julian Assange geäussert hat: Er beklagt sich über seinen Zustand, dass er auf jeder Seite von einem Wachmann umgeben ist (ich denke, es war hauptsächlich der Wachmann von der privaten Sicherheitsfirma Mityes, der ihm feindlich gesinnt ist, mehr als der Wachmann aus dem Belmarsh-Gefängnis; der saß am anderen Ende der Anklagebank).
Julian Assange sagt, er ist erschöpft und kann sich nicht konzentrieren ... Wir wissen, dass es schlimmer ist. Er steht kurz vor dem Zusammenbruch. Richterin Vanessa Baraitser weiß das, weil sie ihn von vorne sieht. In der Konfiguration des Gerichtssaals befinden sich seine Anwälte von ihm abgewandt. Die Wache aus dem Belmarsh-Gefängnis jedoch sitzt mit ihm und direkt neben ihm im Glaskasten auf der Anklagebank.

Richterin Baraitser ist schlußendlich beeindruckt von der Revolte des Gefangenen und setzt die Anhörung aus. Julian Assange wird von den Wachmännern aus dem Glaskasten genommen und verschwindet mit ihnen in unterirdischen Gängen. Julians Anwälte, Edward Fitzgerald, Mark Summers and Gareth Pierce gehen in den Korridor, um sich zu beraten. Die Reporter und Staatsanwälte sind aufgeregt und erstaunt. In unserer Kabine rennt unsere verängstigte Wache weg, um Anweisungen zu erhalten, die nicht eintreffen. Wir sind alleine und haben endlich das Recht, für die Pause im Gerichtssaal zu bleiben; wir reden und wir agitieren. Als die Richterin Vanessa Baraitser fünf Minuten später in den Gerichtssaal zurückkehrt und ihren Platz einnimmt, wird Julian Assange auf unterirdische Weise wieder zurück in den Glaskasten gebracht, weigert sich jedoch, sich zu setzen. Er steht vor dem Gericht und der gesamten im Gerichtssaal versammelten Audienz und hört seinem Anwalt Edward Fitzgerald zu, der die Richterin bittet, den Rest der Anhörung auf morgen zu verschieben, "damit er sich hier innerhalb der Mauern des Gerichts mit seinem Mandanten beraten kann".

Dann passiert das zweite Außergewöhnliche: Richterin Vanessa Baraitser schlägt vor, „einen Antrag auf Kaution“ zu „stellen“!

Wir kämpfen seit 9 Monaten, sicherlich nicht um Kaution, sondern um vollständige Freilassung, aber meiner Meinung nach ist dieser Vorschlag endlich eine Tür, die sich öffnet! – Die Idee, dass Julian Assange seine Freiheit und seinen Zugang zu der Pflege, die er benötigt, wiedererlangen könnte, leitet unser Handeln seit 6 Monaten. – Wikijustice hat 4 Anträge auf gebrauchsfertige Freilassung gestellt, und jetzt urteilt die harte Richterin selbst, dass es besser wäre, wenn der politisch Gefangene aus England während des Prozesses nicht vor ihr infolge der höchstwahrscheinlich erlittenen Misshandlung und Folter sterben werde, aber dass er sein Leben retten und behandelt werden könne. – Ich möchte an dieses Wunder glauben, an diese Wende!

Leitender Verteidigungsanwalt Edward Fitzgerald übernimmt dann die Führung und zum ersten Mal seit dem Prozess nähert er sich dem Glaskasten wo Julian Assange eingekerchert steht und fragt ihn etwas Süßes. Wahrscheinlich bittet er ihn um eine formelle Vereinbarung, um diesen Antrag zu stellen, da er der Richterin, die geduldig auf eine Antwort zu ihrem Vorschlag wartet, dann auch antwortet. Er entschuldigt sich auch "mit allem Respekt" bei dem Staatsanwalt, James Lewis, dessen Rede durch das Aufbegehren des Gefangenen unterbrochen wurde.

Richterin Vanessa Baraitser beschloss jedoch, den Staatsanwalt (James Lewis) seine Abschlussrede vor Gericht im Auslieferungsverfahren im Fall Julian Assange beenden zu lassen. Dies dauert eine weitere Stunde. Niemand hört mehr auf den Staatsanwalt (James Lewis). In unserer Kabine sind alle aufgeregt und verfluchen ihn laut. Julian Assange schläft fast ein und umklammert die Bankakte [
Was ist „Bankakte“? MM ]. In unserer Nähe schlafen auch andere Anwesende im Gerichtssaal. Der Staatsanwalt (James Lewis) muss das Gefühl haben, dass jeder darauf wartet, dass er fertig wird und wir gehen können. Wir sind alle von dieser wunderbaren Nachricht einer möglichen Veröffentlichung geprägt. Die politische Wirkung der Anklage wegen „Verschwörung mit Chelsea Manning“, „Komputereingriff“ und „Diebstahl von Verschlusssachen in einer Besprechung“ ist verschwunden. Die amerikanische Staatsanwaltschaft und ihre Komplizen auf britischem Boden stießen auf einen Aufstand. Ich sagte zu einem meiner Kollegen im Publikum: "Dieses Land braucht eine kleine Revolution." Sie antwortet "nur eine kleine?".

Der Aufstand war kurz, aber intensiv, aber seine Auswirkungen müssen ausgenutzt werden, und wir gehen davon aus, dass die Anwälte von Assange den Antrag auf Freilassung morgen [Do. 27.02.2020] um 9.30 Uhr einreichen werden, wie die Richterin sie dazu aufgefordert hat.

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Not only must justice be done; it must also be seen to be done.
Recht muss nicht nur gesprochen werden, es muss auch wahrnehmbar sein, dass Recht gesprochen wird.
IN DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND GESCHIEHT VIELFACH BEIDES NICHT.