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U-Bahnstreik München

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Kuddel:
Der U-Bahn Streik in München scheint etwas besonderes zu sein.


--- Zitat ---"Heit fahr ma nimmer raus und der Boss flippt aus"

Im Depot an der Einsteinstraße singen die Fahrer Streiklieder, die Pendler nehmen Ausfälle gelassen - Eindrücke eines Vormittags, an dem nur wenig funktioniert wie sonst
(...)
Denn dieser Warnstreik war heftig und von einem Ausmaß, wie München es nicht oft erlebt.
(...)
"Die brauchen eben eine Plattform und die erreicht man im Berufsverkehr", sagt sie über die streikenden Fahrer. Sie hoffe einfach, dass noch eine Tram kommt. "Und zur Not laufe ich halt eine halbe Stunde." Auch Anja Rosner ist zuversichtlich - und versteht den Streik: "Man kann sich ja darauf einstellen. Wenn man mehr Geld will, muss man eben streiken."

Die streikenden Fahrer treffen sich derweil am Tramdepot an der Einsteinstraße. Auf den Warnwesten steht "Ohne uns kein Verkehr". Die Stimmung ist gut, teilweise ausgelassen. Es gibt Akkordeon-Musik, Streiklieder werden gesungen. "Heit fahr ma nimmer raus, und der Boss flippt aus", ist eine der beliebtesten Zeilen. Nur immer dann, wenn eine Tram vorbeikommt, am Steuer offenkundig ein Streikbrecher, lassen die Streikenden ihn ihre Wut spüren.

200 Euro mehr im Monat fordern sie, auch wenn das nur ein "Tropfen auf den heißen Stein" sei, aber eben ein nötiger. Franz Schütz von Verdi, der die Verhandlungen führt, begründet dies damit, dass das Grundgehalt zu niedrig sei. 2408 Euro brutto seien "zu wenig für jemand, der Tag und Nacht die Leute befördert". So berichtet ein 46-jähriger Bus- und Tramfahrer, dass er mit 16 Euro in der Stunde nur schwer seine fünfköpfige Familie ernähren könne.
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https://www.sueddeutsche.de/muenchen/arbeitsniederlegung-im-oeffentlichen-nahverkehr-heit-fahr-ma-nimmer-raus-und-der-boss-flippt-aus-1.4518263


--- Zitat ---Arbeitgeber und Gewerkschaft treffen sich an diesem Mittwoch erneut. Der Personalchef will sogar mehr Geld mitbringen, als Verdi fordert - und trotzdem scheint die Verhandlung an zwei Punkten zu hängen.

Verdi will 200 Euro mehr im Monat für jeden, das wären knapp zehn Prozent, und eine Laufzeit des Tarifvertrags von 14 Monaten, also bis Ende August 2020. Denn es gibt auch den Tarifvertrag im öffentlichen Nahverkehr, der besser ist und der fast überall in Bayern gilt, etwa auch für jene Münchner Bus- und Bahnfahrer, die noch alte Arbeitsverträge mit den Stadtwerken haben. Nur eben nicht für die MVG. Dieser Vertrag läuft ebenfalls im nächsten Sommer aus, die Laufzeiten will Verdi unbedingt angleichen. Münchens Verdi-Chef Heinrich Birner nennt das die beiden "Knackpunkte".

Die MVG wiederum bietet nach eigenen Angaben eine 30-monatige Laufzeit (was Birner ein "No-go" nennt) mit drei Lohnerhöhungsschritten. Schon nach zwei Jahren stünde ein Plus von 300 Euro, auch über höhere Schichtzulagen, mehr Urlaubstage bei Gehaltsverzicht und bessere berufliche Weiterentwicklungsmöglichkeiten will Personalchef Albrecht sprechen. "Ich bringe morgen mehr Geld mit, als Verdi möchte", verkündet er. Nur eine Laufzeit von 14 Monaten lehne er ab. "Ich habe kein Interesse, in einem Jahr wieder bestreikt zu werden." Zumal dann möglicherweise synchron in ganz Bayern, mit der Wiesn-Zeit als perfekter Drohkulisse für die Gewerkschafter.
--- Ende Zitat ---
https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-mvg-verdi-tarifverhandlungen-1.4518266

Hier sieht man mal wieder, wie wichtig den Bossen die längere Laufzeit von Tarifverträgen ist. Andernorts kommen die Gewerkschaften der Forderung nach einem längeren Streikverzicht gern nach, das Münchner U-Bahnpersonal will jedoch nicht eine ihrer stärksten Waffen aus der Hand zu legen.

Kuddel:

--- Zitat ---Tarifstreit bei der MVG geht weiter, neue Streiks vorerst ausgeschlossen - bis zu diesem Tag


--- Ende Zitat ---
https://www.merkur.de/lokales/muenchen/stadt-muenchen/muenchen-ort29098/muenchen-mvg-tarifstreit-neue-streiks-vorerst-ausgeschlossen-bis-zu-diesem-tag-12776130.html

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