Autor Thema: Behindertenassistenz besser entlohnen!  (Gelesen 2425 mal)

Kuddel

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Behindertenassistenz besser entlohnen!
« am: 15:55:35 Mi. 29.September 2010 »
Behindertenassistenz besser entlohnen! Für transparente Vergütungsverhandlungen zwischen Senat und Anbietern persönlicher Assistenz! Einladung zu einer Podiumsdiskussion mit anschließender Ausstellungseröffnung

„Der Betriebsrat ambulante dienste e.V. und weitere Betriebsräte sowie Beschäftigte aus der Persönlichen Behindertenassistenz laden am Donnerstag, den 30.9.2010 um 19:00 Uhr zu einer öffentlichen Diskussionsveranstaltung über die Zukunft der Behindertenassistenz in Berlin. In Berlin arbeiten über 1000 Beschäftigte in der persönlichen Assistenz und ermöglichen Behinderten ein selbstbestimmtes und menschenwürdiges Leben. Der überwiegende Teil der Beschäftigten ist bei drei großen Anbietern, ein weiterer unmittelbar bei den Behinderten angestellt. Im Herbst 2010 wird der Vergütungsvertrag zwischen Kostenträgern und Anbietern von Persönlicher Behindertenassistenz, der Leistungskomplex 32, neu verhandelt. Nach jahrelanger Lohnstagnation und massiven Lohnabsenkungen für Neubeschäftigte fordern die in der Behindertenassistenz Beschäftigen deutliche Lohnsteigerungen und die Teilnahme an den Verhandlungen zwischen Senat und Anbietern...“ Aus der Pressemitteilung vom Betriebsrat ambulante dienste e.V. vom 24.9.2010. Im Anschluss an die Podiumsdiskussion eröffnet die Ausstellung „jenseits des helfersyndroms II – künstlerische Positionen zu Care Working und Behindertenassistenz“ in der Galerie ZeitZone in unmittelbarer Nachbarschaft zum Familiengarten. Podiumsdiskussion: Donnerstag, 30.9.2010 – 19:00 Uhr im Familiengarten, Oranienstr. 34, 10999 Berlin. Ausstellungseröffnung: Donnerstag, 30.9.2010 – 21:00 Uhr Galerie Zeitzone, Adalbertstr. 79, 10997 Berlin, vom 1.10.-13.10.2010, tgl. von 16:00-20:00 Uhr. Siehe dazu:

Prekäre Assistenz?
      Bei der Neuverhandlung der Entgelte für die persönliche Behindertenassistenz in Berlin sind die Beschäftigten mit ihren Interessen ausgeschlossen. Hintergrundinformationen zu den Neuverhandlungen der Entgelte für die persönliche Behindertenassistenz in Berlin: http://www.labournet.de/branchen/dienstleistung/gw/hintergrund_assistenz.pdf

Kuddel

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Re:Behindertenassistenz besser entlohnen!
« Antwort #1 am: 15:36:38 Fr. 22.Mai 2015 »
Zitat
Tarifvertrag jetzt - Geringfügig Beschäftigte organisieren sich

80 Menschen haben heute gegen prekäre Arbeitsbedingungen in der Behindertenhilfe protestiert. Bei einem lautstarken Spaziergang durch Frankfurt Hausen trugen Mitarbeiter der Lebenshilfe Frankfurt am Main e.V. sowie weiterer sozialer Träger ihre Forderung nach Abschluss von Tarifverträgen auf die Straße.



*Pressemitteilung der Betriebsgruppe Lebenshilfe der FAU Frankfurt*


Protest bei Lebenshilfe Frankfurt: Mitarbeiter kämpfen für Tarifvertrag

Frankfurt, 21.05.2015
80 Menschen haben heute gegen prekäre Arbeitsbedingungen in der Behindertenhilfe protestiert. Bei einem lautstarken Spaziergang durch Frankfurt Hausen trugen Mitarbeiter der Lebenshilfe Frankfurt am Main e.V. sowie weiterer sozialer Träger ihre Forderung nach Abschluss von Tarifverträgen auf die Straße.

Organisiert hatten den Spaziergang mehrere Beschäftigte der Lebenshilfe Frankfurt. Ein großes Banner mit der Aufschrift „Tarifvertrag jetzt!“ zeigte, worum es geht: „Wir fordern den Vorstand der Lebenshilfe dazu auf, endlich in Tarifverhandlungen mit uns einzutreten. Wir wollen und können nicht länger warten!“, erklärt eine der Beschäftigten. Auch Mitarbeiter des CeBeeF, sowie Mitglieder des Netzwerks der sozialen Arbeit haben sich dem Spaziergang angeschlossen, da sie ebenfalls für bessere Arbeitsbedingungen und eine angemessene Entlohnung bei sozialen Trägern eintreten. „Gerade bei freien Trägern im sozialen Bereich sind die Arbeitsbedingungen oftmals prekär und die Löhne liegen teilweise erheblich unter gängigem Tarif. Das wollen wir nicht länger hinnehmen und deshalb sind wir heute hier“, sagt einer der Anwesenden. Neben Mitarbeitern dieser zwei Träger waren auch zahlreiche weitere Kollegen aus dem sozialen Bereich vor Ort, um ihre Solidarität zu zeigen. Einige Eltern von Klienten, die von Mitarbeitern der Lebenshilfe betreut werden, unterstützen den Protest ebenfalls.

Um sich für die Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen einzusetzen, hatten sich einige der rund 60 geringfügig beschäftigten Mitarbeiter der Lebenshilfe vor mehreren Monaten in der basisdemokratischen Gewerkschaft FAU organisiert und fordern seitdem vom Vorstand der Lebenshilfe Volker Liedtke-Bösl die Aufnahme von Tarifverhandlungen. Die meisten der Minijobber sind neben dem Studium bei der Lebenshilfe tätig und unterstützen in Einzelbetreuungen Menschen mit geistiger Behinderung in ihrer Alltags- und Freizeitgestaltung. „Seit 12 Jahren wurde unser Gehalt nicht mehr spürbar angehoben.“, berichtet eine Betroffene. „Während unsere vollzeitbeschäftigten Kollegen in Anlehnung an den Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes bezahlt werden, verdient ein Großteil von uns nur zwischen 9€ und 9,50€ pro Stunde. Das ist nicht nur eine unangemessene Entlohnung für die verantwortungsvolle und wichtige Arbeit, die wir leisten, sondern auch viel zu wenig, um in einer teuren Stadt wie Frankfurt den Lebensunterhalt zu finanzieren!“

Bisher lehnt Liedtke-Bösl die Aufnahme von Tarifverhandlungen mit der FAU-Betriebsgruppe ab. Die Mitarbeiter hoffen darauf, dass der Vorstand nach dem heutigen Tag seine Entscheidung nochmals überdenkt. Ansonsten werden sie weiterkämpfen.
http://www.fau.org/artikel/art_150522-084830