Autor Thema: Offensive Kampfformen-Entglasungen, etc.  (Gelesen 59412 mal)

Nikita

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Offensive Kampfformen-Entglasungen, etc.
« am: 16:47:28 Sa. 23.Oktober 2010 »
Hier möchte ich einen Thread zu offensiven Kampfformen eröffnen, in dem Beispiele gepostet werden sollen. Für Diskussion zum Thema, bitte einen anderen Thread aufmachen.

Nikita

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Angriff auf Arbeitsamt, FDP und Schlecker
« Antwort #1 am: 16:47:59 Sa. 23.Oktober 2010 »
https://directactionde.ucrony.net/node/824

Angriff auf Arbeitsamt, FDP und Schlecker

Frankfurt 20. Oktober 2010

Folgendes Schreiben wurde uns zugeschickt:

"wir haben in der nacht zum 19.10 mit farbe und steinen das arbeitsamt in frankfurt bockenheim, das fdp büro in bad homburg und eine schlecker filiale im frankfurter nordend angegriffen.
symbolisch haben wir diese orte ausgewählt um auf einige unzumutbarkeiten des kapitalistischen alltags hinzuweisen. während auf der arbeitsagentur täglich hunderte menschen unter steten schikanen für eineuro jobs und ein leben an der existenzgrenze anstehen, bei schlecker systematisch arbeitnehmer_innen rechte untergraben werden und die fdp für eine asoziale umverteilung von unten nach oben eintritt, konnten & können wir diesem schauspiel nicht länger tatenlos zusehen.

wir lehnen dieses system und diesen staat ab und treten für eine solidarische weltgesellschaft ohne ausbeutung und unterdrückung ein.
wir sind solidarisch mit allen genoss_innen die das selbe ziel verfolgen, sowie allen menschen die für ein besseres leben für alle eintreten. wir begrüßen die kämpfe in frankreich und griechenland sowie ganz lokal die kampagne gegen den verband hessischer unternehmer.

für einen heissen herbst, frühling, sommer und winter! für die krise des kapitalismus!

arbeitsscheue autonome farbexpert_innen"

Presse:

-Unbekannte werfen mit Pflastersteinen die Scheiben des FDP-Büros in Bad Homburg ein - und kündigen in einer Bekenner-Mail an die FR einen "heißen Herbst" an.

Die FDP trete für eine asoziale Umverteilung von unten nach oben ein, heißt es in einer Bekenner-E-Mail mit dem Absender „feuer loescher“ an die FR. Der oder die Absender kündigen „einen heißen Herbst“ an.

„Die Täter haben in der Nacht zu Mittwoch mit Pflastersteinen zwei Fensterscheiben und die Scheiben einer Jugendstiltür eingeworfen“, sagt der stellvertretende Bad Homburger FDP-Vorsitzende Philipp Herbold. Die Wand des Gebäudes in der Kaiser-Friedrich-Promenade hätten sie mit der Parole „Krise gleich Kapitalismus“ und dem roten Antifa-Zeichen besprüht. Es sei erheblicher Schaden entstanden. Die Freidemokraten haben Anzeige erstattet.

Die Polizei in Bad Homburg bestätigte den Anschlag. Derzeit werde die FDP-Zentrale observiert. Warum die Kripo die Öffentlichkeit nicht über den Vorfall informierte, vermochte gestern ein Sprecher nicht zu erklären. Ermittlungstaktische Gründe hätten nicht vorgelegen, sagte er.

-Bislang unbekannte Täter begingen in der Zeit zwischen Montag, dem 18. Oktober und Dienstag, den 19. Oktober 2010 Sachbeschädigungen an der Hausfront der Bundesagentur für Arbeit in der Hersfelder Straße. Die Täter beschmierten die Hausfront mit Farbe und zerstörten mehrere Scheiben mit vermutlich mitgebrachten Steinen. Der Mitarbeiter einer Securityfirma hatte heute gegen 05.30 Uhr den Schaden festgestellt. Eine weiträumige Absuche um die Liegenschaft erbracht keine weiteren Hinweise. Die Ermittlungen dauern an.

Personen, die sachdienliche Hinweise zum Tatgeschehen bzw. den Tätern geben können, werden gebeten, sich mit dem 13. Polizeirevier unter der Telefonnummer 069-XXXXXXXX in Verbindung zu setzen.

Quelle: Frankfurter Rundschau, Presseportal.de

anti-hartz4

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Re:Offensive Kampfformen-Entglasungen, etc.
« Antwort #2 am: 23:54:08 Sa. 23.Oktober 2010 »
Zitat
der Parole „Krise gleich Kapitalismus“ und dem roten Antifa-Zeichen besprüht. Es sei erheblicher Schaden entstanden.

Jaa Stimmt doch. >:D Durch den menschenverachtenden Kapitalismus,ist erheblicher Schaden am Volk entstanden!!

Zitat
Die Freidemokraten haben Anzeige erstattet.

Eine Selbstanzeige wäre das richtige.
Widerstand dem Kapitalgesindel

Sir Vival

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Re:Offensive Kampfformen-Entglasungen, etc.
« Antwort #3 am: 14:04:26 So. 24.Oktober 2010 »
Von mir aus kann das so weitergehen.

Dann merken sie vielleicht mal, dass nicht eine einzige Gruppe nötig ist, großes zu leisten, sondern auch viele kleine Gruppierungen (oder Einzelpersonen) eben ein bissl kleineres (auch großes in diesem Sinne) beitragen können.
In meinen Augen viel gefährlicher für den Staat, denn dann verteilt sich das mehr, wenn flächendeckend. Wäre ja schon fast eine Revolution.

Der Tod stellte seine Sense in die Ecke und bestieg den Mähdrescher, denn es ward Krieg!
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Paulpanzer

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Re:Offensive Kampfformen-Entglasungen, etc.
« Antwort #4 am: 20:01:02 Do. 11.November 2010 »
Warum den gleich dinge zerstören die wir mit steuergeldern bezahlt haben?

Mein vorschlag:
 Mauerbau!

Vor den Eingangsbereich der BA eine Mauer hochziehen die den freien Zugang so behindert das sie erst abgerissen werden muß bevor jemand reinkommt
und darauf die Fahne der ehemaligen DDR malen

RAFdichauf

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Re:Offensive Kampfformen-Entglasungen, etc.
« Antwort #5 am: 16:36:18 So. 02.Januar 2011 »
Zitat
https://directactionde.ucrony.net/node/937

Farbe gegen Arbeitsagentur und Jenarbeit

Jena 20. Dezember 2010

In der Nacht von Sonntag dem 19.12.2010 zu Montag dem 20.12.2010 haben wir Jenarbeit (Tatzendpromenade 2a) und die Jenaer Agentur für Arbeit (Stadtrodaer Str. 1) mit Farbbomben angegriffen. Dieser Angriff ist ein Zeichen unserer Wut auf dieses Gesellschaft und unseres Protestes dagegen. Wir ertragen es nicht länger, permanent kontrolliert, eingeschränkt, gegängelt, bevormundet und auf 1000 andere Arten unterdrückt zu werden.

Wir haben das Arbeitsamt als eine Institution von vielen angegriffen. Es ist nur eine von vielen Einrichtungen, die uns hemmt und beschränkt. Doch gerade der perfide, bürokratische und menschenfeindliche Umgang mit Arbeitslosen steht symptomatisch für diese Gesellschaft.

Bis in fast alle Bereiche ihres Lebens werden arbeitslose Menschen kontrolliert und gesteuert. Sei es dadurch, dass über die Höhe der Bezüge bestimmt wird, was mensch essen darf, welche Orte die Personen aufsuchen können, was mensch in seiner Freizeit tun kann. Oder sei es die permanente Kontrolle des Alltags über Pflichttermine und zu erbringende Belege für sinnlose Zwangsmaßnahmen. Sei es die bis ins Intimste reichende Kontrolle bei Fragen zur Persönlichkeit. Sei es die absolute Kontrolle über Alltag, Sein und Tun der Menschen, indem man sie in sinnlose Zwangsarbeitsmaßnahmen steckt.

Arbeit hat ihre Bedeutung als sinnvolle und befriedigende Tätigkeit längst verloren. Sie dient primär dazu unser Leben bis ins Persönlichste fremd zu bestimmen. Sie ist der Hintergrund für unser Alltagshandeln, unsere sozialen Beziehungen, unserer Entscheidungen darüber, wie wir unser leben führen wollen. Selbst das nimmt sie uns ab, denn: Wer nicht arbeitet soll auch nicht essen“ und damit ergo auch nicht leben. Arbeit ist also der Indikator dafür, was ein Mensch „wert“ ist. Durch die permanente Drohung mit der Arbeitslosigkeit und im Falle selbiger, mit dem sozialen Aus, werden die Menschen gezwungen, Arbeit als höchstes Gut zu akzeptieren und zu verehren.

Tief eingebettet in dieses repressive System, findet der Charakter dieser Gesellschaft seinen Ausdruck in der Logik und Praxis der Arbeits- und Sozialämter sowie den der Leiharbeitssklaverei.

Degradiert zu Nummern und Kunden in einem Kaufhaus, in dem es längst nichts mehr zu holen gibt, sind die Menschen gezwungen, ihr Leben zwischen Terminen beim Sachbearbeiter, Zwangsarbeit und sinnloser Hoffnung auf sinnlose Jobs, zu fristen.

Wir richten uns mit unserer Aktion gegen jeden Leistungszwang, (Lohn)arbeitssklaverei sowie staatliche Kontrolle und Reglementierung des Alltags. Arbeit ist ein Herrschaftsinstrument.

Für eine selbstverwaltete, solidarische und herrschaftsfreie Gesellschaft.

Quelle: https://linksunten.indymedia.org/de/node/30969

Sir Vival

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Re:Offensive Kampfformen-Entglasungen, etc.
« Antwort #6 am: 19:19:25 So. 02.Januar 2011 »
inhaltlich bin ich voll dabei!
Der Tod stellte seine Sense in die Ecke und bestieg den Mähdrescher, denn es ward Krieg!
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Nikita

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Re:Offensive Kampfformen-Entglasungen, etc.
« Antwort #7 am: 11:47:15 Mi. 09.März 2011 »
https://directactionde.ucrony.net/node/1056

Zitat
Farbe gegen zwei H&M-Filialen

Berlin 7. März 2011

Folgende Mitteilung erreichte uns:

"Anlässlich des Internationalen Frauenkampftages haben wir heute die Eingangsbereiche der H&M-Filialen in der Karl-Marx- und der Friedrichstraße Berlin mit großen Pfützen roter Farbe markiert.
Mit dieser Aktion gegen das Textilunternehmen wollten wir symbolisch das sichtbar machen, was beim Kauf der günstigen Kleidung hinter der glitzernden, modischen Fassade der H&M-Geschäfte im Verborgenen bleibt: die blutigen Arbeitsbedingungen, unter denen Textilarbeiterinnen in Ländern wie Bangladesh, Indonesien oder Thailand die Produkte für den Moderiesen anfertigen müssen. Blutig im wahrsten Sinne des Wortes, wie das Beispiel Bangladesch zeigt:

Nach mehreren Bränden in der Fabrik des Textilherstellers Garib&Garib, dessen Hauptabnehmer H&M ist, haben im April 2010 tausende Textilarbeiterinnen den Arbeitskampf aufgenommen. Sie streikten und demonstrierten gegen Hungerlöhne, gegen den Zwang zu unbezahlten Überstunden, gegen Arbeitstage von bis zu 14 Stunden, gegen das Ausbleiben von Arbeitsverträgen, gegen Sicherheitsmängel in den Fabriken sowie gegen Beschimpfungen, körperliche Gewalt und sexuelle Übergriffe seitens der Vorarbeiter.
Die Auseinandersetzungen zwischen Arbeiterinnen und Sicherheitskräften forderten Verletzte und Tote; hunderte Arbeiterinnen wurden entlassen und festgenommen; viele GewerkschafterInnen mussten untertauchen. Als Folge der Proteste wurde der Lohn von 19 Euro monatlich auf 31 Euro angehoben – eine Entscheidung, die bei den meisten Arbeiterinnen auf Unzufriedenheit stieß, da ihre Forderungen nach einem Lohn von 51 Euro und der reellen Verbesserung der Arbeitsbedingungen unerfüllt blieben.
Seitdem gehen die Proteste für höhere Löhne und sichere Arbeitsbedingungen weiter – Grund dazu gibt es genug: der immer noch viel zu niedrige Mindestlohn wird in zahlreichen Fabriken nicht ausgezahlt, erneut sind Textilarbeiterinnen bei einem Fabrikbrand zu Tode gekommen und noch immer wird gegen die Protestierenden mit harter Repression vorgegangen. Währenddessen profitiert H&M als eines von vielen Textilunternehmen weiterhin von der unter menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen billig gefertigten Ware und wäscht sich seine Weste rein, indem es den Zulieferbetrieben die Schuld zuschreibt.
Dass diese vorgeblich reine Weste in Wirklichkeit mit Blut besudelt ist, sollte durch die Aktion für alle sichtbar sein!
Im Rahmen des Internationalen Frauenkampftages rufen wir zum vielfältigen und solidarischen Protest gegen kapitalistische, patriarchale und rassistische Herrschaftsverhältnisse auf, welche die beschriebene Ausbeutung in Bangladesch und weltweit erst ermöglichen!"

Polizeiticker dazu:

Niederlassungen von Textilgeschäft mit Farbe beschädigt

Unbekannte haben gestern Nachmittag zwei Textilgeschäfte in Neukölln und Mitte durch Farbe verunreinigt. Die Täter kippten gegen 16 Uhr 45 rote Farbe in die Geschäftseingänge in der Karl-Marx-Straße und der Friedrichstraße, wodurch auch Kleidungsstücke beschädigt wurden. Die Ermittlungen zu den Hintergründen der Tat hat die Kriminalpolizei übernommen.

Sir Vival

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Re:Offensive Kampfformen-Entglasungen, etc.
« Antwort #8 am: 20:03:10 Mi. 09.März 2011 »
.... immer noch dabei (gedanklich)..... >:D >:D
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Kuddel

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Re:Offensive Kampfformen-Entglasungen, etc.
« Antwort #9 am: 12:33:55 Do. 14.April 2011 »
Zitat
Evakuierung in Offenbach
Stinkbombe legt Rathaus lahm

Rund 300 Menschen werden evakuiert, weil im Offenbacher Rathaus Buttersäure ausläuft. Ein Unbekannter soll die Flüssigkeit vor der Tür eines Mitarbeiters des Kassen- und Steueramts verschüttet haben.
http://www.fr-online.de/rhein-main/stinkbombe-legt-rathaus-lahm/-/1472796/7199812/-/index.html

Kuddel

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Re:Offensive Kampfformen-Entglasungen, etc.
« Antwort #10 am: 17:11:28 Do. 14.April 2011 »
Zitat
Eierattacke auf Wulff



Ein rohes Ei trifft das Staatsoberhaupt bei seinem Antrittsbesuch in Wiesbaden. Der Bundespräsident reagiert gelassen, nur sein Jackett muss er tauschen. Der Werfer ist Wiederholungstäter - er attackierte schon Wulffs Vorgänger Köhler.
http://www.ftd.de/politik/deutschland/:zwischenfall-in-hessen-eierattacke-auf-wulff/60039580.html

Sir Vival

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Re:Offensive Kampfformen-Entglasungen, etc.
« Antwort #11 am: 19:56:19 Fr. 15.April 2011 »
Stand bei uns heute auch in der Zeitung.
Die Frage, die sich bestimmt viele 08/15-Leser NICHT stellen:
Warum ist das eigentlich passiert?
Der Tod stellte seine Sense in die Ecke und bestieg den Mähdrescher, denn es ward Krieg!
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Kuddel

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Re:Offensive Kampfformen-Entglasungen, etc.
« Antwort #12 am: 20:04:17 Fr. 15.April 2011 »
Sieht aber so aus, als würden sich 08/15 Normalbürger rechts im Bild köstlich amüsieren.

Senor_Ding-Dong

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Re:Offensive Kampfformen-Entglasungen, etc.
« Antwort #13 am: 20:42:59 Fr. 15.April 2011 »
^^ Offensive Kampfform: Auslachen!  ;D

Senor_Ding-Dong

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Politisch motivierter Dachschaden
« Antwort #14 am: 20:41:54 Mo. 16.Mai 2011 »
 ;D
Zitat
Auf einer Fläche von 15 Quadratmetern klafft ein Loch im Dach des Wohnhauses in der Liebigstraße 14. Ersten Vermutungen zufolge waren Mitglieder der linksautonomen Szene in der Nacht zu Samstag über die angrenzenden Dächer geklettert und hatten eine Dachluke des Hauses gewaltsam geöffnet.

Sie klauten Ziegel, sägten Dachbalken an und traten eine Heizungsleitung kaputt - allerdings nicht die der leerstehenden Liebig 14, sondern die des angrenzenden Wohnhauses in der Rigaer Straße 96. Das Wasser verursachte Schäden in mehreren Etagen. Mieter waren bis zum Morgen damit beschäftigt, ihre Sachen in Sicherheit zu bringen und die Fluten mit Eimern und Handtüchern einzudämmen.

Bereits gegen Mitternacht hatten Bewohner der umliegenden Häuser dunkel gekleidete Personen auf dem Dach bemerkt und verdächtige Geräusche auf dem Dachboden gehört. Die herbeigerufene Polizei konnte aber wohl nichts feststellen und zog wieder ab, ohne in das verschlossene Haus eingedrungen zu sein. Erst als die Einbrecher gegen zwei Uhr nachts zwei Heizungsrohre kaputt traten und Wasser seinen Weg durch die Etagen der Rigaer Straße 96 bahnte, betraten Einsatzkräfte das Haus. Einem der Bewohner gelang es schließlich, den Haupthahn für die Wasserzufuhr des Hauses im Keller abzudrehen.

Wegen der angesägten Dachbalken war die Feuerwehr bis zum frühen Samstagmorgen mit Abstützarbeiten beschäftigt. Zwischenzeitlich bestand die Gefahr, dass der Dachboden einstürzen könnte. Sämtliche Bewohner der Rigaer 96 hätten beinahe das Haus wegen Gefahr für Leib und Leben verlassen müssen.

Das Haus in der Liebigstraße 14 wird seit der Räumung von Anfang Februar von den Eigentümern renoviert. Die Liebig 14 gehört wie die angrenzenden Häuser Rigaer 96, 95 und 94 der Lila GbR mit den beiden Gesellschaftern Suitbert Beulker und Edwin Thöne. Sie hatten die Häuser im Januar 1999 erworben.

Seitdem kam es in der Liebig 14 immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen dem neuen Vermieter und den Bewohnern des Anfang der 90er Jahre besetzten und wenig später durch Mietverträge legalisierten Hauses. Der Streit fand seinen vorläufigen Höhepunkt, als Bewohner vor der polizeilichen Räumung das Gebäude verbarrikadierten und verwüsteten.

Zunächst kontrollierte ein Wachschutz das Gebäude, der inzwischen offenbar abgezogen wurde. Knapp drei Wochen nach der Räumung hatte es bereits einen Brandanschlag auf das Haus gegeben. Die Flammen an der Haustür konnten von Arbeitern gelöscht werden. Dem Vernehmen nach soll das Haus schon im Juni wieder vermietet werden. Entsprechende Anzeigen in einem Immobilienportal wurden jedoch wieder aus dem Internet gelöscht.

Da die Polizei von einer politisch motivierten Tat ausgeht, hat der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen.
http://www.tagesspiegel.de/berlin/polizei-justiz/politisch-motivierter-dachschaden/4174480.html