Autor Thema: Offensive Kampfformen-Entglasungen, etc.  (Gelesen 59609 mal)

Onkel Tom

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Re:Offensive Kampfformen-Entglasungen, etc.
« Antwort #60 am: 14:16:06 Mi. 25.Oktober 2017 »
Ah ja, Linke haben gleich den Staatsschutz am Hintern..  kotz

Dazu mal eine Betrachtung aus der Glotze..

https://www.zdf.de/comedy/mann-sieber/mann-sieber-vom-24-oktober-2017-100.html
Lass Dich nicht verhartzen !

Kuddel

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Re:Offensive Kampfformen-Entglasungen, etc.
« Antwort #61 am: 18:19:24 So. 19.November 2017 »
Zitat
Farbe gegen Abtreibungsgegner

Frauenrechtler beschmieren ein Haus von Abtreibungsgegnern in Frankfurt. In einem Bekennerschreiben heißt es, die Farbattacke sei die Antwort auf die Mahnwachen vor der Beratungsstelle von „Pro Familia“.


Militante Feministinnen haben offenbar den Sitz eines Vereins ultrakonservativer Abtreibungsgegner in Niederursel mit Farbe und Parolen beschmiert. Wie eine Polizeisprecherin der Frankfurter Rundschau bestätigte, sei das Gebäude, in der die „Deutsche Vereinigung für eine Christliche Kultur“ (DVCK) ihren Sitz hat, in der Nacht zum vergangenen Donnerstag großflächig mit pinker Farbe besprüht worden. Zudem seien die Schriftzüge „My body my choice“ und „Gott ist tot“ angebracht worden.

In einem anonymen Bekennerschreiben, das der FR vorliegt, heißt es, die Farbattacke sei die Antwort auf die regelmäßigen Mahnwachen christlich-konservativer Abtreibungsgegner vor der Beratungsstelle von „Pro Familia“ im Westend, die von der DVCK unterstützt werden.

Man werte diese „widerlichen Aktionen“ als „Einschüchterungsversuch gegen Schwangere und alle Menschen, die sich bezüglich Sexualität und Selbstbestimmung informieren möchten“, schreiben die Autoren, die sich selbst als „einige autonome Feminist*innen“ bezeichnen. Wer öffentlich gegen das Recht auf Abtreibung agiere, müsse „immer und überall damit rechnen, gestört, aufgehalten und angegriffen zu werden“.

Die kleinen Mahnwachen vor dem Büro von Pro Familia werden von der DVCK beworben und vor allem von ultrakonservativen Mitgliedern der kroatischen Gemeinde in Frankfurt getragen. Sie zielen letztlich darauf ab, alle Frauen, die bei Pro Familia eine Schwangerschaftskonfliktberatung in Anspruch nehmen wollen, von einer Abtreibung abzuhalten. Eine solche Beratung ist gesetzlich vorgeschrieben, damit eine Abtreibung straflos bleiben kann. Die Mahnwachen waren seit dem Frühjahr bereits mehrfach von linken und feministischen Aktivisten gestört worden.

Mathias von Gersdorff, Mitglied der DVCK, der nach eigenen Angaben selbst in dem beschmierten Haus wohnt, sagte der FR, man wolle ihn ganz offensichtlich einschüchtern und in seiner Nachbarschaft „richtig an den Pranger stellen“. Während die Diskussion um Abtreibungen früher mit politischen Argumenten ausgetragen worden sei, würden gerade christliche Abtreibungsgegner seit einigen Jahren immer massiver angegangen. „Die Aggressivität ist immer größer geworden“, sagte von Gersdorff. Er werde sein langjähriges Engagement gegen Schwangerschaftsabbrüche dennoch nicht aufgeben.

Razzia wegen Konfetti?


Ein Hintergrund der Schmierereien sind ganz offensichtlich auch mehrere Hausdurchsuchungen in Frankfurt, die sich bereits in der vergangenen Woche ereignet hatten. Sie hängen unmittelbar mit dem Protest gegen die christlichen Abtreibungsgegner zusammen und werden auch in dem anonymen Bekennerschreiben erwähnt. Eine Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft bestätigte der FR am Freitag lediglich, dass es in einem Verfahren wegen des Verdachts auf Landfriedensbruch gegen drei junge Männer Hausdurchsuchungen gegeben habe. Einer der Beschuldigten habe mittlerweile Beschwerde gegen die Beschlagnahmung der bei ihm gefundenen Gegenstände eingelegt.

Nach FR-Informationen geht es bei den Vorwürfen gegen mindestens zwei der drei Beschuldigten darum, dass diese sich an einer Protestaktion gegen die Mahnwachen vor dem Büro von Pro Familia beteiligt haben sollen. Am 8. März, dem Internationalen Frauentag, hatten etwa 30 Gegendemonstranten die Abtreibungsgegner mit Konfetti beworfen und Feuerwerk gezündet. Offenbar wird den beiden Männern wegen ihrer mutmaßlichen Beteiligung an dieser Aktion jetzt Landfriedensbruch vorgeworfen. Bei den Durchsuchungen ihrer Wohnungen wurden demnach Kleidungsstücke, Computer, Handys und Datenträger sichergestellt.
http://www.fr.de/frankfurt/frankfurt-farbe-gegen-abtreibungsgegner-a-1390230

Kuddel

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Re:Offensive Kampfformen-Entglasungen, etc.
« Antwort #62 am: 12:43:51 Mo. 20.November 2017 »
Zitat
Proteste in Griechenland
Anarchisten dringen in Hof des Verteidigungsministeriums ein

Die linksautonome Aktivistengruppe „Rubikon“ hat protestiert. Die Anarchisten richteten sich mit Flyern und Sprüchen gegen die militärische Kooperation Griechenlands mit den USA und Israel – eine von vielen Aktionen.


AthenAus Protest gegen die militärische Kooperation Griechenlands mit den USA und Israel sind griechische Anarchisten vorübergehend in den Hof des Verteidigungsministeriums in Athen eingedrungen. Sie erreichten anschließend den Eingang, warfen Flugblätter mit dem Spruch „Solidarität mit dem Volk Palästinas“ und skandierten Sprüche wie „Stoppt die Kriege der Imperialisten“, wie das Staatsfernsehen ERT am Freitag berichtete.

Die Autonomen erinnerten zudem an einen vor 44 Jahren blutig niedergeschlagenen Studentenaufstand gegen die Militärjunta in Griechenland (1967-1974). Der Protest der Studenten im Athener Polytechnikum am 17. November 1973 gilt als Höhepunkt des Widerstandes gegen die Militärregierung unter den Diktatoren Georgios Papadopoulos (1967-1973) und Dimitrios Ioannidis (1973-1974). Bei der Niederschlagung dieses Aufstandes wurden Dutzende Menschen getötet und Hunderte verletzt. In Erinnerung an diesen Aufstand fanden am Freitagnachmittag in mehreren Städten Griechenlands Demonstrationen statt.

Die Aktion der rund 20 Anarchisten am Verteidigungsministerium habe nur wenige Minuten gedauert. Sie hätten dann das Gelände in der griechischen Hauptstadt wieder verlassen. Niemand sei festgenommen worden, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Kreisen des Verteidigungsministeriums.

Die linksautonome Aktivistengruppe „Rubikon“ (Griechisch: Ruvikonas) versucht immer wieder mit ähnlichen Aktionen auf sich und ihre anarchistischen Thesen aufmerksam zu machen.
http://www.handelsblatt.com/politik/international/proteste-in-griechenland-anarchisten-dringen-in-hof-des-verteidigungsministeriums-ein/20599896.html

tleary

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Re:Offensive Kampfformen-Entglasungen, etc.
« Antwort #63 am: 01:58:55 Fr. 24.November 2017 »
Großartige Aktion! Solidarische Grüße!
Das ist so weit weg von dem, auf das sich die DGB-Gewerkschaften haben reduzieren lassen. Sollte hier Schule machen.
Der DGB mit seinen Untergewerkschaften sind doch nur "Co-Management" der Unternehmen! - Witzfiguren!
»Wir wissen, so wie es ist, kann es nicht weiter gehen. Aber es geht weiter.«
(Autor unbekannt)

Kuddel

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Re:Offensive Kampfformen-Entglasungen, etc.
« Antwort #64 am: 19:29:41 Fr. 24.November 2017 »
Zitat
Brandstiftung
Unbekannte setzen mehrere Autos in Brand

Unbekannte haben Mittwochnacht Autos in Friedrichshain-Kreuzberg und Tegel angezündet. Der Staatsschutz ermittelt.


Berlin. In Berlin haben in der Nacht zu Donnerstag mehrere Autos gebrannt. in Freidrichshain-Kreuzberg brannten zwei Transporter des Versandhändlers Amazon - vermutlich handelte es sich um Brandstiftungen. Der Staatsschutz habe die Ermittlungen übernommen und überprüfe auch, ob es einen Zusammenhang gibt, teilte die Polizei mit.

In Kreuzberg hatte ein Anwohner der Hornstraße einen lauten Knall gehört und dann das brennende Fahrzeug entdeckt, wie die Polizei mitteilte. Die Feuerwehr löschte die Flammen, der Lieferwagen brannte im vorderen Bereich aus. Zwei Autos und ein weiterer Transporter wurden durch das Feuer beschädigt, wie die Polizei mitteilte.

Auch in Tegel brannte ein Wagen

In Friedrichshain bemerkten Passsanten am Platz der Vereinten Nationen Feuer unter einem Amazon-Transporter. Polizisten konnten die Flammen löschen. Der Wagen wurde nicht beschädigt. Es wird wegen versuchter Brandstiftung ermittelt.

Auch in Tegel brannte am Mittwochabend ein Fahrzeug. Zeugen hatten gegen 19 Uhr in der Bernauer Straße einen explosionsartigen Knall gehört und dann Flammen an einem parkenden VW bemerkt. Mitarbeiter der Feuerwehr löschten die Flammen. Verletzt wurde niemand. Die Ermittlungen wegen des Verdachts des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion dauern an.
https://www.morgenpost.de/berlin/polizeibericht/article212628135/Amazon-Transporter-angezuendet-Staatsschutz-ermittelt.html

Fritz Linow

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Re:Offensive Kampfformen-Entglasungen, etc.
« Antwort #65 am: 22:32:58 So. 14.Januar 2018 »
Korrekt:
Zitat
The group Economic Freedom Fighters organised protests against H&M clothing stores in South Africa over a controversial ad which depicted a young black child next to the text 'coolest monkey in the jungle'.
https://www.youtube.com/watch?v=y_Bql_xSWUU

Kuddel

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Re:Offensive Kampfformen-Entglasungen, etc.
« Antwort #66 am: 10:55:10 Mo. 15.Januar 2018 »
 :D  astrein!  :D

Kuddel

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Re:Offensive Kampfformen-Entglasungen, etc.
« Antwort #67 am: 13:14:43 Do. 08.Februar 2018 »
Zitat
Haft nach Tortenwurf auf von Storch
Aber bitte ohne Sahne

Eine Studentin warf im November eine Torte auf Beatrix von Storch. Statt Geldstrafe wählte sie zwei Wochen Haft. Torten werfen will sie weiterhin.




So hatte sich Beatrix von Storch die AfD-Wahlveranstaltung in Kiel im November 2016 nicht vorgestellt: Am Ende tropfte ihr weiße Soße vom Kopf, ihr Sakko war verschmiert und die Laune – vermutlich – im Keller. Trotz Taschenkontrollen schmuggelte eine Studentin eine Torte mit Rasierschaum in den Saal und warf sie der AfD-Politikerin ins Gesicht.

„Liebes Linkspack, Eure Gewalt wird uns nicht stoppen“, empörte sich von Storch daraufhin auf Facebook. Gegen Gewalt zu protestieren, darum ging es auch der Tortenwerferin Loris S. (auch unter dem Pseudonym „Julie Pie“ bekannt). Sie demonstrierte mit der Aktion unter anderem gegen von Storchs (später dementierte) Äußerung, es sollen notfalls mithilfe von Schusswaffen illegale Grenzübertritte verhindert werden, auch die von Kindern.

Das Amtsgericht Kiel verurteilte Loris S. wegen wegen Beleidigung zu einer Geldstrafe von 150 Euro. Sie entschied sich aber dafür, stattdessen zwei Wochen ins Gefängnis zu gehen. Am Montag trat Loris S. die Haftstrafe in der Justizvollzugsanstalt Lübeck an. Sie erklärte gegenüber der SHZ: „Ich möchte durch das Absitzen der Strafe darauf aufmerksam machen, dass Strafe und Knast nicht dabei helfen, gesellschaftliche Probleme zu lösen. Ich werde weiterhin mit Torten werfen, wenn sich PolitikerInnen wie Beatrix von Storch so menschenverachtend äußern.“

Damit spielt die Studentin unter anderem auf einen Tweet der AfD-Politikerin an, in dem diese von „barbarischen, muslimischen, gruppenvergewaltigenden Männerhorden“ schrieb. Vor Gericht nannte Loris S. ihre Aktion einen kreativen Protest und forderte, dass niemandem eine Bühne geboten werden solle, der sich dafür ausspreche, auf Geflüchtete zu schießen.

Zitat
Loris S.

„Ich werde weiterhin mit Torten werfen, wenn sich PolitikerInnen wie Beatrix von Storch sich so menschenverachtend äußern.“

Die AfD fordert Toleranz und Respekt

Der AfD stieß die Rasierschaum-Torte sauer auf. Carsten Ubbelohde von der Berliner AfD twitterte ein Bild von Beatrix von Storch, auf dem geschrieben steht: „Tortenwerferin geht ins Gefängnis. Leider nur für zwei Wochen!“ Dabei fragte Ubbelohde: „Wer kümmert sich danach um die Erziehung der Studentin, wer vermittelt Toleranz und Respekt?“ Die AfD vermutlich nicht, mutmaßen Twitter-Nutzer. „Ist das Ironie oder schon Realitätsverlust?“ retweetet ein Nutzer und ein anderer schreibt: „Ihr Spinner steht für Toleranz und Respekt? Ihr, die Gewalt gegen Linke und Flüchtlinge predigt?“

So sieht das auch Loris S. Ginge es nach ihr, würde kein AfD-Politiker ohne die dazugehörige Torte eine Bühne betreten. Mit ihrem Protest möchte sie auch darauf aufmerksam machen, dass sich mit Strafen und Gefängnissen keine gesellschaftlichen Probleme lösen ließen. Und die heutige Zeit erfordere nunmal unkonventionelle Aktionsformen. Deshalb hat Loris S. auch nicht vor, aufzuhören. Sie schreibt in einem Statement auf der Homepage des antifaschistischen Infoladens „Subitus“: „Jetzt trifft es mich, aber gemeint sind wir alle. Diesmal ist mein Platz eben im Knast, aber bald schon werde ich wieder hinter den Barrikaden stehen. Hoffentlich gemeinsam mit euch“.
http://www.taz.de/Haft-nach-Tortenwurf-auf-von-Storch/!5483319/

NachbarArsch

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Re:Offensive Kampfformen-Entglasungen, etc.
« Antwort #68 am: 16:59:42 Do. 15.Februar 2018 »
Joa, die Geschichte is ja noch nicht durch.
Durch etwas Stress von aussen ist die Person jetzt im offenen Vollzug:
http://subtilus.blogsport.de/anarchist-black-cross/tortenwerferin-im-knast/pressemitteilung-knastkritische-kletteraktion/

Ach nette Sache sind ihr Knasttagebücher und einige stellungnahmen.
Mir erscheint aber die Solidarität mit anderen Gefangenen am wichtigsten.
Hier eine Petition der Gefangenen Gewerkschaft:
https://secure.avaaz.org/en/petition/JVA_Leitung_Gegen_die_hohen_Verkaufspreise_in_der_JVA_Neumunster/

Bowie

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Re:Offensive Kampfformen-Entglasungen, etc.
« Antwort #69 am: 18:05:15 So. 18.Februar 2018 »
Sind noch nicht ausgestorben: Menschen mit Rückgrat.
Respekt!

Kuddel

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Re:Offensive Kampfformen-Entglasungen, etc.
« Antwort #70 am: 09:37:15 Do. 15.März 2018 »
Zitat
Türkei-Einsatz in Afrin
Farbattacken auf Büros von CDU und SPD

Unbekannte protestieren gegen die türkische Militäroffensive in Afrin, indem sie zwei Parteibüros in Marburg mit Farbe besprühen. Der Staatsschutz übernimmt die Ermittlungen.
http://www.fr.de/rhein-main/tuerkei-einsatz-in-afrin-farbattacken-auf-bueros-von-cdu-und-spd-a-1467671

ManOfConstantSorrow

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Re:Offensive Kampfformen-Entglasungen, etc.
« Antwort #71 am: 19:05:36 Mi. 28.März 2018 »
Zitat
„Sie setzen sich wenigstens für mich ein“

Über die Beliebtheit der anarchistischen Gruppe „Rouvinokas“ in Griechenland – ein Kommentar von Pa Shan


Volksnahe Anarchisten

„Sie setzen sich wenigstens für mich ein“. Das hört man in Deutschland heutzutage nicht mehr allzu häufig über die parlamentarischen Parteien. Nicht einmal die Protestparteien Linke und AfD werden von einfachen Menschen so gelobt, geschweige denn die völlig korrupten Regierungsparteien dazwischen. Auch aus dem Mund eines Griechen dürfte solch ein Satz gegenüber den großen Parteien schwer fallen.
Anders ist es, wenn es um die anarchistische Gruppe „Rouvinokas“ („Rubikon“) in Griechenland geht. Rouvinokas engagiert sich selbstlos für die Interessen der einfachen Menschen und nutzt spektakuläre Aktionen, um auf sich aufmerksam zu machen. Die Gruppe wird daher anders wahrgenommen als die anarchistische oder linke Szene. Sie wirkt volksnah. Und sie handelt offensichtlich im Gegensatz zu den Karrieristen in der griechischen Politik.

Spektakuläre Aktionen


2015 wurde die Gruppe bekannt, als sie die Zentrale der korrumpierten Linkspartei Syriza besetzte. 40 AktivistInnen entrollten ein Banner, um gegen den elitären Kurs der Partei zu protestieren. Später tauchten ihre Leute sogar beim Regierungschef Tsipras zuhause und vor dem Parlament auf. Auch die Zentrale von SIEMENS  und das Finanzministerium  wurden gestürmt. Anfang 2018 griff die Gruppe den Pharmakonzern Novartis an, der führende Politiker bestochen haben soll.
„Finger weg von den Wohnungen der Witwen“, riefen die Rouvinokisten bei der Erstürmung einer Versicherung. Bei dieser Aktion ging es darum, einer 62-jährigen arbeitslosen Näherin zu helfen, der die Pfändung ihrer Wohnung und Obdachlosigkeit drohten. Bei einer anderen Aktion wurde ein offenbar korrupter Chefarzt bedroht, weil er die Not seiner PatientInnen ausgenutzt haben soll. Heise online sprach von einer „Gruppe wohlsituierter und vernetzter, korrupter Mediziner“, die so von den Anarchisten in ihre Schranken verwiesen wurden.
„Wird ein Tod eines Arbeiters zum Arbeitsunfall erklärt, ein korrupter Arzt in den Medien bekannt oder Schmiergeldzahlungen zwischen Wirtschaftsvertretern und Politikern öffentlich – wie jüngst bei dem Schweizer Pharmakonzern Novartis -, kann damit gerechnet werden, dass Rouvikonas das Thema aufgreift.“

Eine Perspektive für den Widerstand?

Erklärtes Ziel der Gruppe ist es, zu einer Kraft des alltäglichen Widerstands auf den Straßen des Landes zu werden. Durch ihre Aktionen hat die Gruppe, die sich auf heroische Weise gegen die Korrupten, Reichen und Mächtigen wehrt, in der verzweifelten Bevölkerung Griechenlands bereits hohes Ansehen gewonnen. Am Küchentisch, auf den Straßen und in den Supermärkten wird sie von einfachen Menschen gelobt. Aber bietet Rouvikonas eine ernst zu nehmende Perspektive für den massenhaften Widerstand gegen die kapitalistische Politik in Griechenland?

Es gibt Anzeichen dafür, dass die Gruppe großes Potenzial hat. Denn anders als viele linke Grüppchen, die Protestaktionen durchführen, besteht Rouvinokas offenbar nicht nur aus Jugendlichen. Viele haben ein mittleres Alter erreicht und sind damit jenseits der Grenze des ungestümen Jugendprotests. Auch rekrutieren sie sich vielfach nicht aus der anarchistischen Szene, die nur für sich selbst existiert. Der Protest von Rouvinokas ist diszipliniert und wohl koordiniert. Und er richtet sich nicht gegen abstrakte Feindbilder, sondern gegen ganz konkrete Übeltäter vor Ort. Das macht ihren Protest greifbar. Die Gruppe ist nicht mit einer Partei verbunden, die wie die „linke“ Syriza oder wie zuvor die sozialdemokratische Pasok auf Teufel komm raus regieren will. Ein Mitglied der Gruppe, das als Schiffsarbeiter sein Brot verdient, sagte dazu: „Wir haben diesem Affentheater wieder und wieder zugesehen“.  Jetzt gelte es zu handeln.

Der Trend zu solchen Protestformen ist nicht nur auf Griechenland beschränkt. Auch in den USA und Großbritannien gibt es „Solidarity Networks“ und neuerdings auch in Deutschland das „Solidaritätsnetzwerk“, welche ähnlich agieren, aber die Betroffenen selbst beim Protest involvieren. Immer sammelt sich eine Gruppe von Menschen, um gemeinsam konkrete Ziele im Kampf gegen bestimmte Widersacher zu erreichen. Zwar ist es schon nicht leicht, auch nur 30 bis 40 Menschen für die Erstürmung eines Büros zu mobilisieren. Und schon kleine Hilfen für einzelne Menschen in Not sind beachtlich und lobenswert. Aber bei Protesten gegen Ausbeutung ist nur die Selbstorganisation der Massen Gold wert. Eine ernsthafte Perspektive des Widerstands bietet solch eine Gruppe wie Rouvikonas daher nur, wenn sie es schafft, größere Massen von Menschen zu beteiligen und für den Protest zu mobilisieren. Mit den neu gegründeten Solidaritätsnetzwerken in Köln, Düsseldorf, Berlin, Cottbus und Freiburg wird offenbar der Versuch gemacht, dies zu erreichen.
https://perspektive-online.net/2018/03/sie-setzen-sich-wenigstens-fuer-mich-ein/

http://soli-net.de/
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Kuddel

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Re:Offensive Kampfformen-Entglasungen, etc.
« Antwort #72 am: 14:56:40 Fr. 06.April 2018 »
Normalerweise sind koreanische Arbeitnehmer für ihre Zurückhaltung bekannt. Doch nachdem General Motors seinen Mitarbeitern im Werk Incheon verkündet hatte, dass der Bonus dieses Jahr nicht ausgezahlt wird, reagierten diese ungewohnt rabiat. Sie nahmen kurzerhand das Büro des Chefs auseinander.

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/streit-um-bonuszahlungen-koreanische-gm-mitarbeiter-zerlegen-das-buero-des-chefs/21148272.html

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Kuddel

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Re:Offensive Kampfformen-Entglasungen, etc.
« Antwort #73 am: 09:12:05 Fr. 30.November 2018 »
Zitat
Angriff auf Wohnhaus von Olaf Scholz in Hamburg

14 noch unbekannte Täter sollen vor dem Mehrfamilienhaus einen Autoreifen angezündet und es mit mit Farbe gefüllten Marmeladegläsern beworfen haben.
https://www.sueddeutsche.de/politik/bundesregierung-angriff-auf-wohnhaus-von-olaf-scholz-in-hamburg-1.4233493

counselor

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Re:Offensive Kampfformen-Entglasungen, etc.
« Antwort #74 am: 15:22:05 Fr. 30.November 2018 »
Wundert mich nicht. Bei der Politik ...
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!