Autor Thema: Alles wächst und gedeiht wieder ... auch die Arbeitszeiten?  (Gelesen 2690 mal)

schmetti

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Alles wächst und gedeiht wieder ... auch die Arbeitszeiten?
« am: 11:31:28 Mo. 25.Oktober 2010 »
... ja, leben wir nur noch um zu arbeiten?

Ja, klar, war schon immer so. Arbeit ist doch geil. Gibt ja häufig mal Gesetzesänderungen bezüglich der Arbeitszeiten, gabs da nicht neulich was mit "Rente ab 67"? Da könnte ein Kleingeist schon vermuten, dass es hier ausschließlich nur darum geht, die Menschen so lange auszusaugen und buckeln zu lassen für Vater Staat und Mutter Wirtschaft, bis sie halt nicht mehr richtig laufen können oder ihre Hirnkapazitäten sich auf das Mindeste reduziert haben. Braucht man sie nicht mehr, werden sie mit der mickrigen Rente abgespeist, wehren können die sich dann eh nicht mehr, dafür haben die Absaugstellen der Kapitalistenpolitikersonstwas schon gesorgt.

Nein, nein, nein......... in Wahrheit geht es doch nur um eins: Wohlstand für Vater Staat (und Konsumfreiheit für uns)! Da bücken wir uns gerne für, dafür verkaufen wir uns und lassen uns ausschröpfen.  ;D

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Von SPON Online (Link: http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,724923,00.html)
Zitat
Ökonomen rechnen mit 45-Stunden-Woche

Die Wirtschaft wächst, jetzt klagen immer mehr Firmen über Fachkräftemangel. Experten warnen: Weil nicht genug gut ausgebildetes Personal zur Verfügung steht, müssen die Deutschen bald länger arbeiten.

Berlin - Es scheint nur diese beiden Alternativen zu geben: Entweder Deutschland wirbt mehr ausländische Fachkräfte an, oder die Bundesbürger müssen länger arbeiten. Angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels rechnen Experten mit einem deutlichen Anstieg der Wochenarbeitszeit für Arbeitnehmer.

Die Arbeitszeit könnte bis auf 45 Stunden pro Woche steigen, um den Mangel an Mitarbeitern auszugleichen, sagte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus Zimmermann, der "Bild"-Zeitung. "Mittelfristig geht es nicht ohne längere Arbeitszeiten. 37,5- oder 38-Stunden-Wochen sind in jedem Fall vorbei." Vor allem in den exportorientierten Branchen wie Maschinen- und Anlagenbau, aber auch in der Gesundheits- und der Pflegebranche werde es Bedarf nach längeren Arbeitszeiten geben.
Auch der Präsident des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), Ulrich Blum, sagte: "Mittelfristig werden wir um längere Arbeitszeiten nicht herumkommen." Dann könnte es 42- oder sogar bis zu 45-Stunden-Wochen geben. Der Vorsitzende der CDU/CSU- Mittelstandsvereinigung, Josef Schlarmann, sagte: "Der Fachkräftemangel kann nicht mit Arbeitslosen oder älteren Arbeitnehmern beseitigt werden."

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Weitere Links
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Thüringer Allgemeine (Link: http://www.thueringer-allgemeine.de/startseite/detail/-/specific/45-Stunden-Woche-gefordert-Thueringer-arbeiten-am-laengsten-589516039)
Zitat
45-Stunden-Woche gefordert: Thüringer arbeiten am längsten

Der Ruf nach einer Verlängerung der Wochenarbeitszeit auf bis zu 45 Stunden trifft in Thüringen auf Ablehnung. Im Schnitt arbeitet jeder zweite Thüringer heute schon länger als 40 Stunden, viele davon bringen es auf 45 und mehr.
Erfurt/Berlin. Seit zehn Jahren gilt für Thüringen: Hier wird am wenigsten verdient und am längsten gearbeitet. Beschäftigte im Freistaat erhalten laut DGB rund ein Drittel weniger Lohn am Monatsende als ihre Kollegen in Hessen oder Bayern, was die rote Laterne in ganz Deutschland bedeutet. Nur Mecklenburg-Vorpommern bewegt sich in ähnlich niedrigen Dimensionen. Dagegen stehen Arbeitszeiten, die sich nach offiziellen Erhebungen bei rund 40 Stunden pro Woche einpegeln.
Laut einer Befragung allerdings gibt jeder zweite Thüringer an, mindestens 40 Stunden und mehr zu arbeiten. Die Selbstständigen in Thüringen bringen es auf 42 Stunden pro Woche. "Dabei ist jene Grauzone gar nicht eingerechnet, wie viele Überstunden machen ohne sie abzurechnen und bezahlt zu bekommen", sagt die Chefin des DGB Thüringen, Renate Licht. Sie lehnt eine Ausweitung der Arbeitszeiten ab: "Wer mehr Fachkräfte will, der muss mehr Leute qualifizieren statt die Arbeitsstunden der Mitarbeiter in den Firmen nach oben zu treiben", so Licht. Im Übrigen gehören "menschliche Arbeitsbedingungen zu den Standortfaktoren, nach denen junge Leute entscheiden, ob sie im Lande bleiben oder nicht".
Eine wohl seltene Schützenhilfe erhält der DGB von den Arbeitgebern. Das Thema Arbeitszeit sei zuerst Sache der Tarifpartner, sagt die Sprecherin des Verbandes der Wirtschaft Thüringen Inge Schubert. Im Übrigen habe man seit Jahren eine Einigung mit vielen Betriebsräten erzielt, die Arbeitszeiten "atmen zu lassen". Je nachdem, wie es um die Auftragslage stehe, werden in Thüringen Arbeitszeitkonten genutzt, so Schubert. Für sie führt die Debatte um eine 45-Stunden-Woche "am Alltag in Thüringen vorbei".
Zuvor hatten sich führende Wirtschaftsexperten dafür eingesetzt, schrittweise die Arbeitszeiten zu erhöhen. Angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels gehe es mittelfristig nicht ohne 45-Stunden- Woche, sagte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus Zimmermann. Dem schloss sich der Präsident des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), Ulrich Blum, an.
Blum führt den Anstieg der Arbeitszeit auch auf die Rente mit 67 zurück. Es sei unmöglich, schwere körperliche Tätigkeiten bis in dieses hohe Alter auszuüben. Deshalb müssten viele Arbeitnehmer im Alter zwischen 50 und 55 Jahren umgeschult werden, sagte er der "Welt". Der Staat sei finanziell nicht in der Lage, die Beschäftigten während dieser Umschulungszeit zu unterstützen. Ulrich Blum plädierte daher für die Einführung von Lebensarbeitszeitkonten.
Auch der CDU/CSU-Wirtschaftsflügel erwartet deutlich längere Arbeitszeiten. Der Vorsitzende der Mittelstandsvereinigung (MIT), Josef Schlarmann, sagte, der Fachkräftemangel müsse auch durch die Zuwanderung von Fachkräften ausgeglichen werden. Wer das nicht wolle, müsse sich "für eine Anhebung der tariflichen Arbeitszeiten von deutlich über 40 Stunden bei entsprechendem Lohnausgleich stark machen", erklärte Schlarmann.

Und hier noch ein Kommentar zur Sache (auch von der Thüringer Allgemeinen): http://www.thueringer-allgemeine.de/startseite/detail/-/specific/Debatte-am-Leben-vorbei-951781856

EDIT: Hier stand ursprünglich ein Link zu BILD Online. Hab den mal ersetzt durch den hier: http://www.ad-hoc-news.de/ig-metall-lehnt-laengere-arbeitszeiten-ab--/de/News/21679209 ... steht das Gleiche drin (ist eine Pressemeldung). Damit vermeide ich es, auf dieses widerliche andere Medium zu verlinken.

Nochn paar Beiträge dazu:
http://need-to-know.de/?p=3458
http://www.meinpolitikblog.de/2010/10/24/die-deutsche-bourgeoisie-pfeift-fr-die-45-48-stunden-arbeitswoche/

Probleme für die Feuerwehren
Braunschweig und die Arbeitsagentur haben da auch was
Wie sieht die Zukunft Europas aus?


(Wer mehr Links hat, nur her damit..)



 Würd mich freuen wenn ihr eure Meinungen darüber schreibt. Sollte es einen ähnlichen Beitrag schon geben, dann möchte ich mich dafür entschuldigen. (Suchfunktion hat mir da nichts ausgespuckt)

Gruß


Sir Vival

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Re:Alles wächst und gedeiht wieder ... auch die Arbeitszeiten?
« Antwort #1 am: 21:37:18 Fr. 29.Oktober 2010 »
Zitat
......Die Arbeitszeit könnte bis auf 45 Stunden pro Woche steigen, um den Mangel an Mitarbeitern auszugleichen, sagte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus Zimmermann, der "Bild"-Zeitung.......

hohohohoho!

So ein hirnamputierter Affenarsch! Mangel an Mitarbeitern. So ein Quatsch! Aber das wissen wir doch ohnehin alle, oder?
Da sieht man mal wieder, wie/dass die soundsovielen eigentlich hochqualifizierten Leute ohne Arbeit in Deutschland einfach weggedacht, abgeschrieben oder vergessen werden.

Aber STOP!: Wirtschaftsaufschwung? Volle Auftragsbücher? BlaBlaBla usw.? Und dann die Erhöhung der Arbeitszeit? hmm........ ::)
Keine "carta", wie man evtl. qualifizierte VORHANDENE (!!!) Arbeitslose unterbringen kann?

Also wir (in unserer Firma) arbeiten eh schon knapp 50 h/Woche. OK, es ist ein Firma, die von der "Krise" (huch... :o ) rein gar nix mitbekommen hat. Der Laden brummt und es werden demnächst wohl noch Leute eingestellt. Komplettumzug in nagelneues Gebäude steht kurz bevor.
Bei Stundenlohn ist es eh egal, denn du bekommst das ohnehin bezahlt. ÜS-Zuschläge? Vergesst es. Das war mal! Gibbet fast nirgendwo mehr. Also ändert das recht wenig, denn (Stunden-) Lohnkürzung geht nicht so einfach!

Bei Gehalt (wie ich es bekomme) sieht´s anders aus. Da würde ich aber dann auch dementsprechend mehr Gehalt fordern für die erhöhte Grundarbeitszeit, sonst gibt´s ja weniger ÜS auf´s Konto. Denn teils gibt es "Gehältler", teils "Stundenlöhner" bei uns.



Es tofft viel Spass in Steckifee.........

schmetti

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Re:Alles wächst und gedeiht wieder ... auch die Arbeitszeiten?
« Antwort #2 am: 23:08:41 Fr. 29.Oktober 2010 »
Ja, das ist komisch.

Einerseits haben wir so viele arbeitswillige Arbeitslose, anderseits aber ein Mangel an arbeitswilligen Arbeitssklaven?
Die Mitarbeiter, die da so angeblich fehlen, scheinen über Qualifikationen verfügen zu müssen, die nur wenige arbeitslose Arbeitswilligen vorzuweisen haben.

Oh, und solange der Ökonom es dabei belässt, seine Prognosen in der BILD abzusondern, muss man sich doch keine großen Sorgen machen, oder? Obwohl, halt.... BILD? War das nicht dieses schmierige Propaganda-Blatt? Am Ende ist da der Teufel (Politik) mit im Spiel und benutzt dieses Organ dafür, um  die Bevölkerung schon mal auf verlängertes Sklaventum vorzubereiten ?

Hab noch 3 Links zugefügt:
Probleme für die Feuerwehren
Braunschweig und die Arbeitsagentur haben da auch was
Wie sieht die Zukunft Europas aus?


Kuddel

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Re: Alles wächst und gedeiht wieder ... auch die Arbeitszeiten?
« Antwort #3 am: 23:40:17 Mo. 16.Mai 2022 »