Autor Thema: Schwarze Liste in Hamburg?  (Gelesen 1217 mal)

Habenichts

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Schwarze Liste in Hamburg?
« am: 22:13:24 Fr. 10.Dezember 2010 »
Dienstag steht der Erste Einigungstermin zu meiner Kündigungsschutzklage an. Und dazu brauche ich ne Menge Text zur Vorbereitung.
Mein Chef ist sich ja sicher, das er alle guten Karten auf seiner Seite hat.Was er nicht weiss: das er die natürlich sowieso hat. Die Beweise, die Zeugen, den teureren Anzug für den gediegenen Auftritt....glücklicherweise wissen Arbeitsrichter das mittlerweile auch!
Was sollte ich schon in der Hand haben, welcher Arbeitskollege würde wohl - auch nur "neutral", Aussagen von mir bestätigen wollen?????
In einem mittelgroßen Taxibetrieb einer Großstadt im Norden der Republik?
Er denkt ja, er hat quasi schon gewonnen, wie er da grinsend, herablassend sass, beim ersten Lohnfortzahlungs-Einigungstermin; gekleidet als wollte er zu 'ner Hochzeit gehen. Ja, bravo der feine Herr! Ich kann mir jedenfalls solch feine Klamotten nicht leisten. Nicht von den 43% Umsatzbeteiligung minus Zulagen. Ist eigentlich schon mal irgendeinem angestellten Taxifahrer aufgefallen, das jede "Zulage" die er berechnet bekommt, seinen theoretischen Grundlohn senkt, und somit die Höhe seiner mögl. Lohnfortzahlung, ALG, Rente?
Aber das ist ein andere Thema. Ich will mich nicht beschweren, ich habs ja so gewollt den Prozess. Der feine Herr hatte mir ja angeboten ich hätte faire 5 Wochen Zeit mir "in Ruhe" einen  neuen Job zu suchen, nach 10 Jahren. Er fand das sehr sozial und anständig von sich.
Formell kündigen wollte er mir nicht, das ist im Taxigewerbe nicht üblich und hatte er wohl auch noch nie gemacht: man sieht es an der dilettantischen Kündigung die ich nach einigen Notwehr-Provokationen denn doch bekommen habe. Er drohte nämlich damit mich notfalls weitere 10 Jahre "aussitzen" zu wollen. Aber er müsse ja schön blöd sein wenn er mir auch nur ein Euro Abfindung zahlte! Gräßliche Vorstellung! Der größte Witz an der Sache: Er wollte mir keinerlei Verbindlichkeiten unseres Arbeitsvertrages zubilligen(z.B. Auto vor der Tür), weil wir schliesslich keinen Arbeitsvertrag (schriftlichen) hätten. Stimmt! Bei nächster Gelegenheit fordert er verbindliche Arbeitszeiten ein, schließlich hätten wir ja zumindest einen "gefühlten" Arbeitsvertrag. Und Lohnfortzahlung für ausgefallene Fahrzeiten gibts sowieso nicht; "das gleicht sich alles irgendwie aus". Soso, das ist doch auch ne feine Sache gell? Schöne Taxifahrerfreiheit.
Wenn ich keinen Umsatz einfahre, habe ich auch keinen Lohn verdient....hört sich irgendwie fair an! Schöne Unternehmerwelt!
Na, schaun wir mal , wie's am Dienstag weiter geht. Ich wäre ja mit diesem einen "Ich müsste ja schön blöd sein"-Euro zufrieden, incl. einer Blödheitsbestätigung. Von mir bekommt er denn ein 'Entblödungszertifikat' da ich bereit bin diese innere Größe  denn auch anzuerkennen. Und die sache Sache ist erledigt und man klopft sich sportlich-freundschaftlich auf die Schulter. das fändi ich zumindestens salomonisch!
Fortsetzung folgt......

Habenichts

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Re:Kündigungsschutzklage
« Antwort #1 am: 02:21:12 Fr. 04.März 2011 »
Schade, das so wenige Taxikollegen sich hier beteiligen.Alle so zufrieden? Auf der Strasse höre ich sie immer meckern....

Habenichts

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Schwarze Listen in Hamburg?
« Antwort #2 am: 02:50:10 Fr. 04.März 2011 »
Schwarze Liste in Hamburg?
Nun ist es also soweit: >Mein Kündigungsschutzprozess nach über 10 Jahren Betriebszugehörigkeit ist gelaufen. Chef sass da mit großen Augen und musste sich anhören das in Deutschland ein gesetzlicher Kündigungsschutz auch für Taxifahrer gilt. Das empfand er als unmöglich und als Einmischung in seine Freiheit Wohltaten oder Bestrafungen nach Gutdünken zu verteilen. Er wäre mit seiner Kündigung nicht durchgekommen. Ich hab mich aber trotzdem auf eine Aufhebung des Arbeitsverhältnisses eingelassen - bei fortlaufendem Lohn und Freistellung von der Arbeit für die Zeit der mehrmonatigen Kündigungsfrist. das hat ihn unglaublich gewurmt.Und die "Rache" (haha!) folgte bald.Ich will vom Taxigewerbe weg will und schon gar nicht so einem Hanswurst seine Häuser, Wohnungen und Autos mitfinanzieren will, bei eigener drohender Altersarmut mit dem Verdienst. Interessanterweise bin ich nun also plötzlich bei einer Funkzentrale gesperrt - und wer weiss bei wie vielen noch.....!? Hab noch nicht alles rausbekommen. Angeblich bei allen (so drohte er es einmal an)Erklären will man mir aber offiziell nichts. So quasi in der Luft hängen lassen. Im Prinzip ist es mir ja Wurst, aber es interessiert mich einfach: Hat jemand schonmal gleiche Erfahrungen mit "auf ner schwarzen Liste stehen" gemacht?
Besonders im Taxigewerbe natürlich. Und gleich bei mehreren Funkzentralen! Wenn mich - theoretisch nun mal ein Unternehmer fahren lassen wollte - kriegt er dann Druck von seinen Kollegen/Zentrale, das sein zu lassen?
Machen tatsächlich - unrecheriert - alle Funkzentralen so etwas einfach mit?
Würde mich wirklich brennend interessieren ob jemand dazu was sagen kann/will/traut.
Habenichts

hanni reloaded

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Re:Schwarze Liste in Hamburg?
« Antwort #3 am: 11:41:27 Fr. 04.März 2011 »
Nicht vom Fach, aber schwarze Listen gibt es überall.
Natürlich nie offiziell, aber es gibt sie.

Beispiel: Handwerk.
Da telefoniert man schon mal miteinander und es fallen durchaus Namen.
Von zahlungsunwilligen Kunden und eben auch von renitenten Mitarbeitern.

Beweisen wirste aber nix können, leider