Autor Thema: ZEIT (neoliberal bis zum Erbrechen)  (Gelesen 6196 mal)

Troll

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Re:ZEIT (neoliberal bis zum Erbrechen)
« Antwort #15 am: 13:13:26 Do. 20.Juli 2017 »
Zu viele Wissenchaftler lassen sich kaufen und verraten alles wofür sie eigentlich einstehen sollten, aber man wundert sich dann nach gefundener Erkenntnis über das aufblühen von Verschwörungstheorien und Fake-News, ja holla.
Bei Gentechnik bzw. industrieller Landwirtschaft kommt bei oben genannter Problematik schon gar kein Diskussionsbedarf meinerseits auf, Nährwertuntersuchungen von Pflanzen die ihren Inhalt nur aus dem versprühten Mitteln beziehen können weil der Boden eben Tot ist ergibt Fake-Nahrung. Direkt Nachteilig wirkt sich deren Verzehr nicht aus, aber es war z.B. in Amerika der verfütterte Genmais der Kühe/Bullen nach einiger Zeit unfruchtbar machte, es ist nicht absehbar, keiner hat mit so einer Wirkung gerechnet, bzw. ob es involvierte Wissenschaftler gewusst od. vermutet haben werden wir kaum erfahren, die Offenheit/Transparenz mit der immer ausgiebiger geprahlt wird hört beim negativen schlagartig auf, muß am "nur Positiv denken" Glaubenssatz liegen.

Ach, noch zu angereicherten Feldfrüchten, ist mir zu pauschal, im Rundumschlag alle mit dem gleichen zu füttern empfinde ich grundsätzlich als falsch, jaja jeder ist ein Individium aber da machen wir dann mal eine Ausnahme, wir wollen ja nur helfen, gelle.

Diesen Unternehmen nehme ich ihre selbstlose Hilfsbereitschaft nicht ab.
Und Wissenschaftlern die diese PR in ihr Forschungsergebnis mit übernehmen auch nicht, es gibt Forscher die sich intensiv mit der ausreichenden Ernährung der Welt beschäftigen aber die kommen eher nicht aus Patentschmieden.
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
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Kuddel

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Re:ZEIT (neoliberal bis zum Erbrechen)
« Antwort #16 am: 14:10:05 So. 15.Juli 2018 »
Vor einigen Jahren hätte es sich nicht einmal die BILD getraut zur Disposition zu stellen, ob Migranten überleben sollten oder nicht.
Für die ZEIT hat sich der Wirnd gedreht und die Hemmschwellen sind gefallen:

Zitat
Man sollte es lassen
Niklas Franzen über die »Zeit«-Debatte zu Seenotrettung




Die »Zeit« fragt: »Oder sollte man es lassen?« Damit meint das Kampfblatt der linksliberalen Selbstvergewisserung nicht etwa Fotos vom Mittagessen bei Instagram oder den diesjährigen Sommertrend der XXL-Luftmatrazen. Die »Zeit« fragt, ob die Seenotrettung von Geflüchteten im Mittelmeer legitim ist – und hat dafür auf ihrer Seite drei eine Pro- und Contra-Debatte abgedruckt. Nochmal: Auf Seite drei der größten deutschen Wochenzeitung wird über das Für und Wider von Seenotrettung diskutiert.

Die Journalistin Mariam Lau argumentiert, dass alles nicht so einfach sei, wie es von den Seenotrettern dargestellt wird. Diese hätten »null und nichts« zur Lösung von Problemen beizutragen und wirkten an der »Vergiftung des politischen Klimas in Europa« mit. Mit solchen Aussagen schrammt sie nur knapp an der Hetze der Scharfmacher aus München, Rom und Budapest vorbei. Ebenso mit ihrer Verteidigung der Menschenjäger von Frontex. Sogar das Argument, dass Retter »Teil des Geschäftsmodells der Schlepper« seien und diese die oft tödliche Flucht über das Mittelmeer beförderten, wird in dem Text wiedergekaut. Das ist nicht nur falsch, wie viele Studien zeigen, sondern auch politisch höchst problematisch.

Ein Ausrutscher also? Nein, überraschend sind solche Töne nicht. Denn: Ein Rechtsruck hat eben auch in sich, dass weite Teile der Gesellschaft nach rechts rücken – auch die vermeintliche links-liberale Mitte. Nun mag man einwenden, dass eine Debatte in einer Zeitung zwei Seiten darstellen soll - und dabei auch mal zuspitzen darf. Das ist richtig, dennoch: Über Grundwerte wie die Rettung von Menschenleben diskutiert man nicht. Die »Debatte« zeugt vor allem von einem gesellschaftlichen Klima, in dem Rechte immer mehr die Marschrichtung bei politischen Auseinandersetzungen vorgeben. Das ist kein journalistischer Pluralismus, sondern Anbiederung an gesellschaftliche Stimmungen. Man sollte es lassen.
https://www.neues-deutschland.de/artikel/1094143.die-zeit-und-seenotrettung-man-sollte-es-lassen.html

Troll

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Re:ZEIT (neoliberal bis zum Erbrechen)
« Antwort #17 am: 14:29:37 So. 15.Juli 2018 »
So langsam kommen alle wieder Heim ins Reich, ist wahrscheinlch auch alternativlos  ?(
Zitat
AfD-Wahlkämpfer der Woche: Jakob Augstein (NDS-link)
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Kuddel

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Re:ZEIT (neoliberal bis zum Erbrechen)
« Antwort #18 am: 19:44:36 Mo. 23.Juli 2018 »
Die politische Ausrichtung der Leitmedien spottet jeder Beschreibung.

Die ZEIT hält es für diskutierenswert, ob man den Tod von Migranten verhindern sollte. Einem solchen Medium sollte man auf der Stelle die Lizenz entziehen. Aber was passiert?

Hilfe naht Hilfe von einem Schweizer Leitmedium: Die Baseler Zeitung

Dort gibt es nicht nur die "Das wird man wohl noch sagen dürfen!"-Rethorik, sondern es wird zur Gegenattake geblasen:
Die Empörung sei nur "Hysterie und moralische Überheblichkeit" und " alle selbsternannten Moralhüter zusammen" wollten die Meinungfreiheit untergraben.

Sie klingt das im O-Ton:
Zitat
Der schleichende Tod der Meinungsfreiheit
Eine Journalistin der linksliberalen Zeitung «Zeit» erlebt einen Shitstorm, weil sie es gewagt hatte, sachliche Kritik an den Flüchtlingsrettern zu äussern.


Falls Sie es noch nicht mitbekommen haben, liebe Leser, wir stehen kurz vor dem Untergang unserer Zivilisation. Der soziale Frieden ist nachhaltig zerstört. Zerstört hat ihn ein einziger Essay in einer deutschen Zeitung – und alle selbsternannten Moralhüter zusammen konnten die Ketzerschrift nicht verhindern.
(...)
Lau ist keine verwirrte Nazi-Braut. Seit 2010 schreibt sie für die linksliberale Zeit. Ihr Text ist sachlich und differenziert formuliert. Dennoch ist er für viele Publizisten und Politiker aus dem eher linken Spektrum mehr als unzumutbar.
(...)
https://bazonline.ch/leben/gesellschaft/der-schleichende-tod-der-meinungsfreiheit/story/25178529

Die großen Medien trauen sich nun, den offen rechtsradikalen Kurs zu fahren.

Allerliebst ist die Formulierung "die linksliberale Zeit". Andere kommen zu anderen Schlüssen. Der Threaderöffner Hakuna_Matata nannte das Medium bereits vor 10 Jahren (!) "neoliberal bis zum Erbrechen".

Kurz noch ein paar Worte zur Schweizer BAZ:

Die BAZ galt als "linksliberal" und hatte bis zur Übernahme und der Änderung der Machtverhältnisse über 80.000 Leser.
Mit Christoph Blocher als Mitgesllschafter wurde ein politisch anderer Kurs eingeschlagen. Blocher ist Politker der rechten und wirtschaftsliberalen SVP (Klimaspektiker, die 68er sind an allem schuld und Ausländer rrrraus!). Schwizer BAZ Kritker gehen "von einem starken Einfluss von Blocher- und SVP-Vertrauten aus". Seitdem hat sich die Leserschaft etwa halbiert.



Die Wurzeln der Zeit wurden hier im Forum auch schon erwähnt:
Zitat
Die Zeit... gehört ... zur Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck.

Die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck GmbH (auch Holtzbrinck Publishing Group) ist eines der großen Medienunternehmen Deutschlands und auch international tätig.

Der Grundstein der Verlagsgruppe war der von Georg von Holtzbrinck bereits seit 1931 betriebene Aufbau eines Zeitschriften- und Buchwerbungsgeschäfts. Dessen Erfolg ermöglichte ihm 1936 den Erwerb der Deutschen Verlagsexpedition (Devex), die einen Vertrag mit der Deutschen Arbeitsfront (DAF) abschloss. Seine NSDAP-Mitgliedschaft seit 1933 und Beziehungen eines Verwandten zur Privatkanzlei Hitlers waren dabei hilfreich. Die Devex übernahm für zwei Jahre den Vertrieb der DAF-Zeitschriften Schönheit der Arbeit und Freude und Arbeit.

Bei der Entnazifizierung 1948 mit einer Geldstrafe von 1200 RM belegt,[8] wurde der Grundstein für die Nachkriegszeit in Form der Stuttgarter Hausbücherei, gegründet 1948 von Georg von Holtzbrinck, gelegt. Sie firmierte ab etwa 1959 unter Deutscher Bücherbund.
https://de.wikipedia.org/wiki/Verlagsgruppe_Georg_von_Holtzbrinck

Das Pack hat sich wirklich preisgünstig entnazifiziert. Bei so geringem Risiko macht es richtig Spaß sich zu renazifizieren.

Kuddel

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Re:ZEIT (neoliberal bis zum Erbrechen)
« Antwort #19 am: 21:44:27 Fr. 27.Juli 2018 »
Tim Wolff, Chefredakteur des Titanic-Magazins, startete eine Umfrage: «Zeit»-Mitarbeiter auf offener Strasse erschiessen?»

Tiefrot

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Re:ZEIT (neoliberal bis zum Erbrechen)
« Antwort #20 am: 16:56:41 Sa. 28.Juli 2018 »
Zitat
«Zeit»-Mitarbeiter auf offener Strasse erschiessen?»

Dafür !
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Kuddel

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Re:ZEIT (neoliberal bis zum Erbrechen)
« Antwort #21 am: 17:48:53 Mi. 01.August 2018 »
Wat'n Drecksblatt!

Zitat
Die ZEIT-Redaktion entdeckt...
Funktionsdenken:
Ich-Erfolge

Wenn Akademiker schlecht über Schwache reden, muss das kein Ausdruck von Boshaftigkeit sein. Hinter dem Bruch mit den Konventionen steht funktionsorientiertes Denken.
https://www.zeit.de/2018/31/funktionsdenken-ich-erfolg-boshaftigkeit-akademiker

Tiefrot

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Re:ZEIT (neoliberal bis zum Erbrechen)
« Antwort #22 am: 19:45:46 Mi. 01.August 2018 »
Das Sommerloch scheint schlecht für deren Psyche zu sein. Watt'n Blödsinn !  :o
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Fritz Linow

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Re:ZEIT (neoliberal bis zum Erbrechen)
« Antwort #23 am: 22:27:43 Mo. 24.September 2018 »
Der dumme Philosoph Wolfram Eilenberger hat sich Gedanken gemacht:
Zitat
Asozial, autonom, autark!

Nicht jeder kann ein Held oder eine Gründerin sein: was wahre Elite auszeichnet und warum die restlichen 99 Prozent ohne sie verloren wären.

https://www.zeit.de/kultur/2018-09/elite-exzellenz-gesellschaftliche-bedeutung

Es lohnt sich nicht, den Blubb zu lesen. Letztendlich geht es darum, die Debatte ein Stückchen weiter Richtung Faschoscheiße zu schieben. Dazu vermengt und verquirlt er Dinge, die nicht zusammen gehören. Es geht um Verwirrung. Innerhalb dieser Verwirrung legt er seinen dünngeistigen Anker ausgerechnet an der Schabracke an, die in den USA der 50er eine ideologische Wegbereiterin der heutigen Zustände war: Ayn Rand

Diese olle Schabracke ist nun endlich auch in Deutschland angekommen, auf dass die totale Elite ihren Kulturkampf erfolgreich weiterführen kann. Dafür war die ZEIT schon immer da. Es ist erstaunlich, dass dieses Blatt mit seinen nichtssagenden, schwubbelwabernden Texten überhaupt als Leitmedium gilt. Andererseits will es die Leserschaft nicht anders, und solche dummen Philosophen wie Wolfram Eilenberger oder dieser Precht bedienen halt das Publikum. Je größer der finanzielle Druck auf die Verlage, desto blöder die Artikel…so scheint’s. (Was aber eine Diskussion über Eliten ganz und gar nicht überflüssig macht, im Gegenteil.)

Kuddel

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Re:ZEIT (neoliberal bis zum Erbrechen)
« Antwort #24 am: 10:30:02 Di. 25.September 2018 »
Danke. Ich bin morgens als erstes über besagten Zeitartikel gestolpert und habe die Tastatur vollgekotzt.
Man könnte denken, nur ein beschissener Artikel unter vielen, doch dieser Text ist exemplarisch: Er zeigt, wie die Leitmedien Verblödung und Rechtsruck vorantreiben.

Kuddel

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Re:ZEIT (neoliberal bis zum Erbrechen)
« Antwort #25 am: 11:04:45 Fr. 28.September 2018 »
Die neoliberal gecastete Pseudojugendbewegung Z2X³ arbeitet auch mit dem simplen Trick, indem man in der Liste angeblich kritischer Geister auch "Gründer" auftauchen läßt, als wäre es eine interessante Subkultur.

Was sind "Gründer" eigentlich? Beschissene Jungunternehmer, die Kaffee Latte trinken.
Entweder Pseudoselbstständige, die sich selbst verarschen und weder Feierabend noch Wochenende kennen oder Möchtegernausbeuterschweine.

Auf genau diese Hipness des Selbstständigentums und der Ausbeutung versucht auch SPON aufzuspringen:
Zitat
Vorbild Elon Musk
Warum gibt es in Deutschland so wenige Einhörner?

Wir brauchen Erfinder und keine Abstauber. Wir brauchen Zauberer und keine Erbsenzähler.
http://www.spiegel.de/plus/elon-musk-und-co-warum-gibt-es-in-deutschland-so-wenige-einhoerner-a-00000000-0002-0001-0000-000159547667

Als Anmerkung dazu ein Zitat aus dem Managermagazin:
Zitat
Die US-Börsenaufsicht SEC verdächtigt Tesla-Chef Elon Musk des Betrugs und hat ihn verklagt. Sie drängt auf ein Beschäftigungsverbot von Musk als Vorstand in börsennotierten Unternehmen und spricht ihm damit seine Eignung als verantwortungsvoller Firmenlenker ab.
http://www.manager-magazin.de/unternehmen/autoindustrie/us-boersenaufsicht-sec-verklagt-tesla-chef-elon-musk-a-1230534.html

Kuddel

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Re:ZEIT (neoliberal bis zum Erbrechen)
« Antwort #26 am: 13:53:11 Sa. 17.November 2018 »
Zitat
Ohne Kapitalismus ist das Herz der Stadt verloren

Die Wände bröckeln, die Balkone brechen ab. Trotzdem herrscht Aufbruchsstimmung in Havannas Altstadt. Mutige richten hier private Geschäfte, Galerien und Werkstätten ein.
https://www.zeit.de/entdecken/reisen/merian/habana-vieja-altstadt-neues-zentrum-havanna

Widerliches Schmierblatt!

Tiefrot

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Re:ZEIT (neoliberal bis zum Erbrechen)
« Antwort #27 am: 21:51:47 Sa. 17.November 2018 »
Warum fällt mir grade der Begriff Gentrifizierung dazu ein ?  :rolleyes:
Denke dran: Arbeiten gehen ist ein Deal !
Seht in den Lohnspiegel, und geht nicht drunter !

Wie bekommt man Milllionen von Deutschen zum Protest auf die Straße ?
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Kuddel

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Re:ZEIT (neoliberal bis zum Erbrechen)
« Antwort #28 am: 08:41:34 So. 18.November 2018 »
Zitat
Mutige richten hier private Geschäfte, Galerien und Werkstätten ein.

Den ersten Molli in eine Galerie werfen...

Kuddel

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Re: ZEIT (neoliberal bis zum Erbrechen)
« Antwort #29 am: 16:46:07 So. 03.Februar 2019 »
Ich beobachte mit Fassungslosigkeit die Entwicklungen im Internet im Allgemeinen und im Onlinejournalismus im Speziellen. Hier war die ZEIT Vorreiter. Vor etwa einem Jahr (oder zwei Jahren) leistete sich die ZEIT ein paar hochtalentierte Designer und gestalteten den Onlineauftritt mit einer völlig neuer Optik.

Bilder wurden zum zentralen Bestandteil jedes Artikels und die Bilder und Grafiken waren nicht mehr einfach nur Pressefotos. Man bediente sich bei der Fotokunst, bei subkulturellen Sichtweisen, bei Gegenkultur. Die Grafiken sind mal, wie aus einer alternativen Hinterhofgalerie entsprungen oder aus einem politischen Undergroundmagazin.

Nach der Optik folgten die Themen. Man wanzt sich an Subkulturen ran und mokiert sich über Spießigkeit. Man quasselt von seinen Drogenerlebnissen, von Eindrucken aus der Moshpit beim Heavymetal Konzert, vom One-Night-Stand oder von der Vinylsammlung und der eigenen Stilsicherheit, wenn man sich Klamotten aus dem Second Hand Laden holt.

All das machte Schule und breitete sich im Onlinejournalismus aus, wie eine Seuche. Jetzt gibt es diverse Agenturen, die den Schweinejournalismus mit künstlerischem Bildmaterial beliefern, gern auch im 60er, 70er Jahre Look. Das ist jetzt standard überall, der FREITAG ist diesem Rotz ebenso gefolgt, wie der Spiegel.

Diese Subkulturellen Ausdrücke dienten einst der Abgrenzung von den herrschenden Verhältnissen. Heute haben die herrschenden Verhältnisse sich alles unterworfen, alles ist zum Schmieröl kapitalistischer Zustände geworden. Auch das, was mal als "linksradikal" oder "Underground" galt.