Autor Thema: Hirnwäsche, Propaganda & Zensur - Das Abrutschen des jounalistischen Mainstreams  (Gelesen 280860 mal)

Kuddel

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Die Öffentlich Rechtlichen:

Zitat
Diskussion um Kürzungen bei ARD-Politmagazinen
"Trivialisierung des Programms"

Offenbar plant die ARD, seltener Politmagazine zu zeigen.
https://www.sueddeutsche.de/medien/politmagazine-ard-georg-restle-1.5337530

Wir dürfen den Rechten nicht das Feld der Medienkritik überlassen.
Wir müssen die Politik der ÖR analysieren und eigene Forderungen aufstellen.

Troll

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Aber es wird dann kräftig über diejenigen hergezogen denen das kritische Feld überlassen wurde, z.B. Ken Jebsen, RT-deutsch, massen an krtischen YT-Kanälen (gerne Ultrarechts), da wird der Zustamd bejammert den die ÖR erst geschaffen haben.
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
Jiddu Krishnamurti

Kuddel

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An den Tendenzen in den Medien ist vieles zu kritisieren.
Die Entpolitisierung. Die Boulevardisierung. Trash-Journalismus.

Man sollte aber nicht vergessen, daß Medien parteiisch sich und nicht nur Leser/Zuschauer wollen, sondern Inhalte vermitteln:

Zitat
Osteuropäische Pflegekräfte kämpfen für eine faire Bezahlung. Deutschen Medien schmeckt das überhaupt nicht
Wie rassistisch die deutsche Medienlandschaft ist, konnte man gut in den vergangenen Tagen beobachten...
https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/mindestlohn-nicht-mit-uns

Troll

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  • A Dry Sponge is a Happy Sponge
Investigativer Journalismus ala ZDF -> Betreutes Gucken #11

Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
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Kuddel

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admin

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Ich mache mir ernste Sorgen über den heutigen Journalismus.
Das Verschwinden jeglicher journalistischer Standards soll an dieser Stelle nicht beklagt werden.

Es geht um eine politische Gleichschaltung, der sich scheinbar nicht nur die Medienkonzerne unterwerfen, sondern auch die Öffentlich Rechtlichen.

Im Zuge der weltweiten Krisenentwicklungen kommt es zu einer Verrohung der Politik. Die Menschen haben ein Recht darauf, von Verstößen gegen Völkerrecht und Menschrechten zu erfahren, auch wenn sie im Rahmen westlicher Militär- und Wirtschaftsbündnisse stattfinden.
  • Seit Monaten setzt die Türkei in ihrem völkerrechtswidrigen Krieg gegen kurdische Guerillas an der Grenze zum Irak verbotene chemische Kampfstoffe ein.
  • Frontex bricht immer wieder Menschenrechte - auf See & an Land - & untergräbt sowohl das individuelle Recht auf Asyl als auch das völkerrechtlich anerkannte Non-Refoulement-Gebot.
  • Seit Wochen ist die Situation im belarussisch-polnischen Grenzgebiet katastrophal. Menschen werden systematisch aus Polen zurück in eine militärisch abgeriegelte Pufferzone gedrängt & dort festgehalten. Sie sind schutzlos Kälte, Nässe & Hunger ausgeliefert. Mindestens acht Menschen sind bereits gestorben, teils nach gewaltsamen Pushbacks von polnischen Grenzsoldat*innen.
  • Auch in Deutschland setzt die Regierung auf Entrechtung und Abschottung. Innenminister Seehofer & die Bundespolizeigewerkschaft fordern Grenzkontrollen & Patrouillen an der deutsch-polnischen Grenze & machen damit den Weg für faschistische Aufmärsche in den Grenzgebieten frei.
Es ist unerträglich, wenn die Medien auf den massiven Abbau rechtsstaatlicher Verhältnisse mit Wegschauen reagieren.

Troll

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  • A Dry Sponge is a Happy Sponge
"Bedrohliche" Krisen jeder Art sind willkommen, Verschwörungen schießend aktuell wie Unkraut aus dem Boden, die werden "gemeinsam" hart bekämpft und in diesem Propaganda/Faktenkrieg gibt es auch Kollateralschäden, aber keine Angst, helfende Blockwarte sind in jeder Ecke des Internets zu finden. Dieses Chaos hat längst auch die Journalisten erreicht, etwas echtes/relevantes zu finden wird schwieriger bis unmöglich, es ist wie Homöopathie, verdünnt bis nichts mehr Substanzielles übrig ist.
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Dieter Hildebrandt
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Tiefrot

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Nuja, was die Nachrichtenlage grade seit Corona betrifft,
nehme ich das Ganze nur noch zur Kenntnis.
Zumal dem Publikum zumeist für das eine oder andere Thema schlicht die Ahnung fehlt.

Beim Noppenball ist das am deutlichsten zu sehen.  ::)
Denke dran: Arbeiten gehen ist ein Deal !
Seht in den Lohnspiegel, und geht nicht drunter !

Wie bekommt man Milllionen von Deutschen zum Protest auf die Straße ?
Verbietet die BILD und schaltet Facebook ab !

admin

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Es geht hier nicht einfach nur um schlechten Journalismus und um schlecht informierte Menschen.

Es geht um einen politischen Dammbruch, es geht um die Zukunft der politischen Verhältnisse.
Es geht um ein Abgleiten in die Barbarei, wenn Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte ihre Bedeutung verlieren.

Das ist keine Frage der politischen Ausrichtung. In dieser Frage sollte es egal sein, ob man sich als links oder als konservativ definiert. Wenn Behörden es nicht mehr für nötig halten, sich an herrschende Regeln und Gesetze zu halten und wenn die Medien dies nicht mehr kritisieren, befinden wir uns an einem politischen Abgrund.

Wenn die rechtsnationalistische polnische Regierung der PiS Partei gegen Geflüchtete vorgeht, mindestens acht Menschen unter diesen Bedingungen ungekommen sind, der deutsche Innenminsiter Seehofer zusätzliche Hundertschaften an die deutsch-polnische Grenze schickt, den Bau einer Grenzbarriere zu Belarus unterstützt, während die rechtsradikale Partei der 3.Weg auf eigene Faust Grenzkontrollen organisiert, ist es nicht hinnehmbar, wenn selbst in den Nachrichten des DLF die Flüchtlinge als Bedrohung dargestellt werden. 

ManOfConstantSorrow

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Vor dem NDR in Hannover und dem SWR in Mainz haben Aktivist:innen dagegen protestiert, dass die Chemiewaffenangriffe der türkischen Armee in Kurdistan in den deutschen Medien vollständig ausgeblendet werden.

https://anfdeutsch.com/aktuelles/chemiewaffen-deutsche-medien-brecht-das-schweigen-29415
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Kuddel

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  • Fischkopp
In Cadiz wird der Metallarbeiterstreik mit harten Bandagen geführt. Der Klassenkampf erinnert zunehmend an einen Klassenkrieg. Brennende Barrikaden, Tränengas und Gummigeschosse. Gestern fuhren Panzerwagen auf.


https://twitter.com/Autonomie_Mag/status/1462820220826001410?s=20
https://twitter.com/altepunks/status/1462872847764885510?s=20

Das kommt in der Berichterstattung der großen bundesdeutschen Medien nicht vor.

Nikita

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Cadiz ist übrigens Spanien und nicht Kolumbien oder Äthiopien, wie man anhand der Bilder denken könnte.

Kuddel

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  • Fischkopp
Ich höre eigentlich gern Informationssendungen im Radio. Und einmal täglich stöbere ich durch die bürgerlichen Medien, egal ob in Printform oder online, auch Wirtschaftsmedien, die können auch informativ sein.

Ich finde aber immer weniger Informationen. Es sind nur noch Emotionen. Es wird von einem ominösen "wir" geredet und ich werde von Journalisten geduzt. Radiosprecher sind zu einem emotionalen Singsang übergegangen, das oft von einem herzlichen Lachen unterbrochen wird und onlinemedien bieten nur noch Clickbaiting-Stuß mit überflüssigen Fotos und nervigen Grafiken. Wirrer, bunter, inhaltsleerer Scheiß.

Ich könnte diesen Dreck nur noch wegbomben.

Kuddel

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  • Fischkopp
Wenn wir den herrschenden Machtverhältnissen kritisch gegenüberstehen, wenn wir ihnen die Stirn bieten wollen, müssen wir es auch mit den Medien machen.

Auch wenn es gute und kritische Journalisten geben mag, spielen die Medien nicht die Rolle eines kristischen Korrektivs im demokratischen System, sondern sie sind eine tragende Säule der herrschenden Machtverhältnisse. Wenn wir die Machtverhältnisse stürzen wollen, müssen wir auch die Macht der Medien verstehen, ihre Rolle und die Macht- und Besitzverhältnisse hinter ihnen.

Diese Meldung ist mehr als eine Kleinigkeit. Sie läßt tief blicken:

Zitat
Wenn Journalisten Regierungssprecher werden, befeuern sie einen pauschalen Verdacht

Die „Spiegel“-Redakteurin Christiane Hoffmann, der frühere „Spiegel“-Chefredakteur Wolfgang Büchner und der „taz“-Redakteur Ulrich Schulte arbeiten künftig als Pressesprecher:innen für die Bundesregierung. Andere ehemalige Journalist:innen tun das schon länger.


(...) Die Welten des Journalismus und der Politik müssen – gerade beim Wechselspiel von Nähe und Distanz – stets durch eine rote Linie getrennt sein. Übertreten verboten!

Aber der Übertritt hat eine lange Tradition. Die Regierung Brandt lockte den stellvertretenden Chefredakteur des „Spiegel“, Conrad Ahlers, auf die andere Seite, Helmut Schmidt den Intendanten von Radio Bremen, Klaus Bölling. Helmut Kohl machte den früheren „Bild am Sonntag“- und „Welt“-Chefredakteur Peter Boenisch zu seinem Sprecher, Gerhard Schröder Uwe-Karsten Heye, der zuvor für ARD und ZDF gearbeitet hatte.

Sogar zwei Ikonen des unabhängigen Journalismus waren durchaus bereit, über die rote Trennungslinie zu treten. Der Investigativreporter Seymour Hersh diente 1968 dem demokratischen Senator Eugene McCarthy bei dessen Bewerbung für eine Präsidentschaftskandidatur als Pressesprecher. Und sogar „Tagesthemen“-Moderator Hanns Joachim Friedrichs dachte 1990 darüber nach, als Sprecher in die Regierung eines möglichen SPD-Kanzlers Oskar Lafontaine einzutreten. (...)
https://uebermedien.de/66477/wenn-journalisten-regierungssprecher-werden-befeuern-sie-einen-pauschalen-verdacht/?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE

Die taz ist nun auch Sprungbrett für traumhafte Karrieren. Der Kurswechsel der einst linksradikalen Postille macht sich bezahlt.

Eine Kurzvorstellung:

Steffen Hebestreit, Regierungssprecher und des Chefs des Bundespresseamtes, 2002 Redakteur und ab 2006 Hauptstadtkorrespondent der Frankfurter Rundschau, ab 2010 Hauptstadtkorrespondent bei der DuMont Redaktionsgemeinschaft von Frankfurter Rundschau sowie Kölner Stadt-Anzeiger, Berliner Zeitung und Mitteldeutscher Zeitung. 2014 wurde er Sprecher der SPD Generalsekretärin und wurde auch Mitglied der Partei. 2015 Leiter der Vertretung der Freien und Hansestadt Hamburg beim Bund in Berlin. 2018 Leiter der Unterabteilung Kommunikation im Bundesministerium der Finanzen und Sprecher von Bundesfinanzminister Olaf Scholz.

Christiane Hoffmann, stellvertretende Regierungssprecherin, Mitglied der Atlantik-Brücke e. V., 1994 bis 2012 Frankfurter Allgemeine Zeitung und Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. 2013 Büroleiterin Hauptstadtbüro des Magazins Der Spiegel.

Wolfgang Büchner, stellvertretender Regierungssprecher, kurzzeitig für die Bildzeitung in Magdeburg tätig, 1999  Chef vom Dienst der Financial Times Deutschland, bis Dezember 2014  Chefredakteur Der Spiegel. Zuvor war er Chefredakteur der Deutschen Presse Agentur (dpa) und davor Co-Chefredakteur des Nachrichtenportals Spiegel Online (2008–2009). 2015 - 2016 war er Geschäftsführer der Schweizer Blick-Gruppe des Ringier-Konzerns. 2017 wurde er Chief Content Officer bei der Madsack Mediengruppe sowie Chefredakteur und Geschäftsführer von deren Gemeinschaftsredaktion, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Er war berief beim Spiegel Nikolaus Blome (ehemaliger stellvertretender Chefredakteur der Bild-Zeitung) zum stellvertretenden Chefredakteur und Leiter des Spiegel-Hauptstadtbüros. Von ihm war der Spiegel-Titel "Stoppt Putin jetzt" im Sommer 2014.

Ulrich Schulte, Sprecher des Bundesumweltministerims und der Bundesministerin Steffi Lemke. Leitete das Parlamentsbüro der Berliner Tageszeitung "taz".



Und modern ist dieses Personal auch.
Zitat
Hebestreit kündigte bei seiner Einführung an, das Bundespresseamt weiter zu modernisieren. „Dem Kanzler kann ich versprechen, dass er demnächst Tiktok tanzen wird, wenn wir das gemeinsam entscheiden“, sagte er.
taz


Medienkritik dürfen wir nicht den "Lügenpresse"-Schreiern überlassen.

Kuddel

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Zitat
So schimpfen sie bei der AfD über die eigene Partei
Zitat
Man muß sich Katja Kipping als glüklichen Menschen vorstellen
[Beides Überschriften im heutigen spiegel-online]

Was hat dieser Quatsch mit Journalismus zu tun?