Autor Thema: Kompromiss-Modell für die Zeitarbeit  (Gelesen 2595 mal)

darkvova

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Kompromiss-Modell für die Zeitarbeit
« am: 01:13:51 Sa. 05.Februar 2011 »
Vor dem morgigen Spitzengespräch zur Hartz-IV-Reform zwischen SPD, Grünen, Union und FDP ist ein Teil-Kompromiss in Sicht. Wie die »Rheinische Post« am Freitag berichtete, will Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) ein Kompromiss-Modell für die Zeitarbeit vorstellen. Demnach sollen Leiharbeiter nach drei oder vier Monaten den gleichen Lohn erhalten wie ihre angestellten Kollegen. Der Begriff »Equal Pay« soll sich aber nur auf den reinen Lohn beziehen. Weihnachts- und Urlaubsgeld blieben außen vor. In den vergangenen Tagen war das Thema auch innerhalb der Koalition heiß umstritten. Zwar ist man sich einig, dass die Branche einen Mindestlohn braucht, doch bislang sperrte sich vor allem die FDP gegen eine Gleichbehandlung der Zeitarbeiter. Inwiefern die Liberalen den Kompromissvorschlag nun mittragen, war gestern nicht bekannt. Letzte Meldungen besagten, dass die FDP für das »Equal Pay« eine »Einarbeitungsfrist von sechs Monaten« verlangt. Die SPD will die Frist auf maximal vier Wochen begrenzen.

Der Streit um den Mindestlohn ist Teil des Geschachers um die stecken gebliebene Hartz-IV-Reform der Koalition. Neben der Regelsatzerhöhung um fünf Euro beinhaltet sie auch ein Bildungspaket für arme Kinder. Ursprünglich sollte die Reform zum 1. Januar dieses Jahres in Kraft treten. Doch im Bundesrat fiel die Reform im Dezember durch, weil Schwarz-Gelb dort keine Mehrheit hat. So ist die Regierung auf Stimmen der Opposition angewiesen. Diese macht ihre Zustimmung aber von Zugeständnissen abhängig. So etwa beim Mindestlohn. Auch um das Bildungspaket für Kinder – das etwa Geld für Nachhilfe und Zuschüsse zum Schulessen vorsieht – wird gestritten. Dabei konnte die Opposition einen Teilsieg verbuchen. Anders als vom Bundesarbeitsministerium vorgesehen, sollen jetzt die Kommunen für die Umsetzung zuständig sein. Von der Leyen wollte die Kompetenzen für das Bildungspaket bei den Arbeitsagenturen ansiedeln. Allerdings wirft der Kompromiss neue Probleme auf. Denn das Grundgesetz untersagt dem Bund, Gelder direkt an die Kommunen weiterzuleiten. Und so bleiben nur zwei Möglichkeiten: Entweder die Verfassung wird mal wieder geändert oder aber der Bund zahlt zuerst an die Länder, die das Geld dann durchreichen müssten.

Die Zeit drängt. Sollte die Hartz-IV-Spitzenrunde am Sonntag zu keiner Einigung kommen, dann wird es wirklich knapp. Denn der Bundesrat soll bereits auf seiner nächsten Sitzung am 11. Februar über die Reform abstimmen. Doch auch beim Streit um die Regelsätze zeichnet sich noch keine Einigung ab. Die Regierung hält die von ihr berechneten Sätze in Höhe von 364 Euro pro Monat und Hartz-IV-Bezieher für verfassungskonform. Die Opposition bezweifelt dies und verlangt ein nachgebessertes Angebot. Das steht bislang noch aus.

http://www.neues-deutschland.de/artikel/190212.kompromisse-dringend-gesucht.html

dejavu

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Re: Kompromiss-Modell für die Zeitarbeit
« Antwort #1 am: 02:39:24 Sa. 05.Februar 2011 »
Bisher ging der Radio Eriwan-Witz über Equal-Pay so:
Stimmt es das Leiharbeiter in Deutschland gleichen Lohn für gleiche Arbeit bekommen?
Im Prinzip ja, aber 1) nur dann wenn keine "Gewerkschaft" einen Billiglohn aushandelt und
2) nur dann wenn keine Gewerkschaft einen Billiglohn aushandelt.
Jetzt soll der Witz so gehen:
Stimmt es das Leiharbeiter in Deutschland gleichen Lohn für gleiche Arbeit bekommen sollen?
Im Prinzip ja, aber 1) sollen wesentliche Lohnbestandteile ausgeklammert werden und
2) soll es Eaqual-Pay erst nach mehreren Monaten im Entleihbetrieb geben, also für die meisten am St.nimmerleinstag.

Es kann sein das Equal-Pay das Äußerste ist, was in naher Zukunft politsch erreichbar ist. Bei der  Abschaffung der Leiharbeit kann man sich also keineswegs allein auf die Politik verlassen. Ohnehin sind Politsche Entscheidungen machmal nur allzu leicht reversibel.

Deswegen: auch dies lesen, ein "Patentrezept" ist die dort geschilderte Vorgehensweise auch nicht, sie ermöglicht aber Erfolge!
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Ziggy

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Re: Kompromiss-Modell für die Zeitarbeit
« Antwort #2 am: 10:07:28 Sa. 05.Februar 2011 »
Wenn EQ erst nach einigen Monaten greifen soll, wird eben häufiger "durchgewechselt". Die meisten Leihkeulen werden es also nie erleben.
Um seine Liebe zu beweisen, erklomm er die höchsten Berge, durchschwamm die tiefsten Meere und zog durch die weitesten Wüsten. Doch sie verließ ihn – weil er nie zu Hause war.

DJ1980

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Re: Kompromiss-Modell für die Zeitarbeit
« Antwort #3 am: 10:37:58 Sa. 05.Februar 2011 »
Tja, was soll ich dazu sagen.......?
Egal, was ich hier schreibe: Es handelt sich dabei niemals um eine Rechtsberatung, sondern Grundsätzlich nur um meine eigene Meinung ohne Anspruch auf Richtigkeit.
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Patrik

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Re: Kompromiss-Modell für die Zeitarbeit
« Antwort #4 am: 12:30:11 Sa. 05.Februar 2011 »
Sie tricksen herum

Wir werden für einen Mindestlohn von unter 8 Euro Brutto "verkauft"
Und die SPD täuscht das Dummvolk mit ihrer Pseudo sozialen Propaganda.
Wer die noch wählt ist nicht mehr zu retten.

Was das blockieren der Reform angeht: Es war von vornerein ein abgekartetes böses Spiel.
Die sind sich doch schon längst einig. Wird nur viel tam tam drumherum gemacht. Damit Dummvolk sieht: Ach die bemühen sich doch richtig ::)

Seneca

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Re: Kompromiss-Modell für die Zeitarbeit
« Antwort #5 am: 14:47:17 Sa. 05.Februar 2011 »
Wenn EQ erst nach einigen Monaten greifen soll, wird eben häufiger "durchgewechselt". Die meisten Leihkeulen werden es also nie erleben.

Zu dieser Vorgehensweise hat ja auch schon Dummer, oh sorry, Dieter Hundt öffentlich aufgerufen.

Die Politiker haben diesen asozialen Aufruf natürlich geflissentlich überhört.

MfG

seneca

Jonny79

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Re: Kompromiss-Modell für die Zeitarbeit
« Antwort #6 am: 22:58:40 So. 06.Februar 2011 »
Da mehr als die Hälfte der Leihkeulenarbeitsverhältnisse ohnehin keine 3 Monate andauern, braucht man noch nichtmal sehr viele Sklaven "durchwechseln".

Wenn jetzt keine sinnvolle Lösung herkommt, dann wird die jetzt getroffene, die nächsten 3-5 Jahre bestand haben, denn man hat ja dann "verantwortungsbewusste" Lösungen gefunden. Weiter muss man dann ja erstmal jahrelang analysieren, wo überhaupt Missbrauch entsteht etc. etc.
EP MUSS nach 2 bis SPÄTESTENS 4 Wochen Anwendung finden.

Und Vorsicht: Ein Freund von mir hat mal in ner Spedition gearbeitet: Die Festangestellten haben mit dem Stapler die LKWs beladen und die Leiharbeiter und 400€ Krafte nur zugearbeitet. EP wäre da nur schwer umzusetzen. Wer sagt uns denn nicht, das Hundt und anderes Gesockse, zukünftig nicht ähnlich tricksen???
Und schon sind wir wieder bei dem Thema "Scheißarbeit verbieten".
Ich bin arm, aber sexy!

dejavu

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Re: Kompromiss-Modell für die Zeitarbeit
« Antwort #7 am: 23:16:06 So. 06.Februar 2011 »
Ich weiß sowiso nicht was der ganze beschissene Kuhhandel im Moment soll. So nach dem Motto: Für die Leiharbeiter ein praktisch vollkommen wertloses Zugeständnis und im "Gegenzug" für die H4 Empfänger nix. Nicht zu fassen. Eigentlich hätte es bei den Verhandlungen ja primär darum gehen sollen H4 verfassungskonform zu gestalten.
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DJ1980

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Re: Kompromiss-Modell für die Zeitarbeit
« Antwort #8 am: 08:05:51 Mo. 07.Februar 2011 »
Und da sieht man es wieder:

Es gibt keinerlei Kompromiss zur Leihsklaverei! Nur ein Verbot der selben kann etwas bringen! Ohne wenn und aber!
Egal, was ich hier schreibe: Es handelt sich dabei niemals um eine Rechtsberatung, sondern Grundsätzlich nur um meine eigene Meinung ohne Anspruch auf Richtigkeit.
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Pfiffi

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Re: Kompromiss-Modell für die Zeitarbeit
« Antwort #9 am: 09:09:17 Mo. 07.Februar 2011 »
Gleiche Arbeit=Gleicher Lohn, da kann man doch auch erst nach 4 Monaten dann anfangen zu arbeiten, vorher nur lernen und rumsitzen, vll. mal ein Käffchen trinken. ;) ;) ;D
Jeder kennt den "Dreisatz", welcher ist davon bei den JCs anzuwenden?

JC Dreisatz: Warum?  Wo steht das? Alles nur schriftlich!!