Autor Thema: Iran  (Gelesen 10561 mal)

Kuddel

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Re:Iran
« Antwort #15 am: 14:31:23 Di. 02.Januar 2018 »
Klar.

Ich war auch gegen das Folterregime des Shah und auf Seiten der Revolution 1979, doch nach der Revolution übernahm das Mullahregime, steckte die Revolutionäre in den Knast und regierte mit weitaus mehr Folter und Mord als der Shah.

Ich war auf Seiten der Werftbesetzer in Gdansk, doch nach dem autoritär geführten "sozialistischen" Polen, kam das neoliberale Schweineregime katholisch-faschistischer Prägung.

Ich hatte Sympathie für die sozialen Proteste in Libyen, doch ihnen folgte ein Bürgerkrieg und nun Bandenherrschaft und brutale Machtausübung.

Auch freute ich mich, als die Bevölkerung sich in Syrien erhob, doch auch das ging über in einen Bürgerkrieg und mündete in einem unvorstellbaren Blutvergießen.

Deshalb klingeln bei mir die Alarmglocken, wenn Trump diese Proteste lobt.

Ich finde nicht, daß man die Proteste fürchten oder ablehnen sollte.
Das Problem bleibt, daß die Protestierenden unvorbereitet sind auf die Einmischung imperialistischer Staaten und keine Vorstellung haben von dem zerstörerischen Einfluß des internationalen Kapitals.

counselor

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Re:Iran
« Antwort #16 am: 15:22:08 Di. 02.Januar 2018 »
Genau. Die Proteste werden nur dann erfolgreich mehr Freiheit bringen, wenn sie antiimperialistisch geführt werden.
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Troll

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Re:Iran
« Antwort #17 am: 10:44:09 Do. 04.Januar 2018 »
Zitat
Iran: Aufstand der Hungrigen

Seit einer Woche demonstrieren bei Dunkelheit Menschen im Iran auf den Straßen. Der Staat und Eliten sind gespalten und verunsichert, die geopolitischen Gegner in Washington, Tel Aviv und Riad feiern eine Party. Es sind noch nicht die großen Massen, die in der Dunkelheit Parolen rufen. Doch diese Protestbewegung ist eine große Herausforderung für den iranischen Staat: Anders als die grüne Bewegung 2009 sind die spontanen Protesten sehr radikal und fordern das Ende der politischen Herrschaft des islamischen Klerus.
Ausgelöst wurden die Proteste durch einen Finanzskandal mehrerer Hedgefonds, die von reichen Mullahs betrieben wurden. Mit hohen Versprechen von 30-40% Zinsen wurden das Erstparte vieler Bürger in die Fonds gelockt. Durch Korruption verschwanden die Anlagen und die Hedgefonds gingen Pleite, viele Menschen verloren ihr letztes Hab und Gut. Bereits im Vorfeld wurden immer mehr Korruptionsskandale bekannt. Ausgerechnet der inzwischen aus dem Kreis der konservativen Mullahs ausgestoßene Ex-Präsident Ahmadinejad veröffentliche nach Festnahme seiner Mitarbeiter viele Fälle von Korruption in den religiösen Zirkel. Die Wut kochte hoch, und gerade im Mashhad, ein Hochburg des konservativen Klerus kam es zu Demonstrationen. Zunächst wurde der Rücktritt des reformorientierten Präsidenten Rohani gefordert. Doch binnen kurzer Zeit schrien die Menschen Parolen für das Ende des Mullah-Staats. Am deutlichsten war dieser Ruf an den ersten Demos an der Tehraner Universität: „Reformer oder Konservative: Das Spiel ist aus“!
Quelle: Pedram Shahyar

Via NDS
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Kuddel

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Re:Iran
« Antwort #18 am: 09:44:30 Fr. 05.Januar 2018 »
Die Solidarität von Trump und den deutschen Medien mit den Riots...
Man sollte diese Kommentare mal über die Bilder vom G20 in Hamburg legen.

Rudolf Rocker

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Re:Iran
« Antwort #19 am: 11:26:59 Fr. 05.Januar 2018 »
Zitat
Deshalb klingeln bei mir die Alarmglocken, wenn Trump diese Proteste lobt.
Das geht mir auch so!
In allen Fällen, in denen die Sympathien aus dieser Richtung kamen (also US- Regierung, BRD- Regierung, EU) ging es für die Menschen in dem Land fürchterlich in die Hose.
Siehe Tunesien, Ägypten, Libyen, Syrien, Ukraine, DDR, Jugoslawien, Georgien und so weiter!

Troll

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Re:Iran
« Antwort #20 am: 11:56:14 Fr. 05.Januar 2018 »
Wenn durch die Proteste dem Einfluss von außen Türen geöffnet werden dann ganz sicher.
Occupy ist in dieser Richtung leider sehr erfolgreich.
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BGS

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Re:Iran
« Antwort #21 am: 12:26:15 Fr. 05.Januar 2018 »
Die Solidarität von Trump und den deutschen Medien mit den Riots...
Man sollte diese Kommentare mal über die Bilder vom G20 in Hamburg legen.

Sehr gute Idee.

MfG

BGS
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http://www.chefduzen.de/index.php?topic=21713.msg298043#new
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Re:Iran
« Antwort #22 am: 20:44:28 Sa. 06.Januar 2018 »
Zitat
Nürnberg - Solidaritätskundgebung mit den Kämpfen im Iran

Gestern fand in der Nürnberger Innenstadt eine Protestkundgebung gegen das Mullah-Regime im Iran mit ca. 150 Menschen statt.

Die Proteste im Iran entzündeten sich an den steigenden Lebensmittelpreisen und der hohen Inflation im Land. Die Forderungen nach dem Rücktritt der Regierung nehmen im ganzen Land zu, etwa in 90 Städten hat es gestern Protestaktionen gegeben.

Ein Transparent wurde aufgestellt: „Ein Regimewechsel ist nur eine Angelegenheit der iranischen Bevölkerung.“ Die Nürnberger Kundgebung wandte sich entschieden gegen die Einmischung imperialistischer Kräfte.

Ein Flugblatt wurde verteilt mit den Forderungen: „Abschaffung der islamischen Republik, Freiheit (Religionsfreiheit, Meinungsfreiheit), Abschaffung der Todesstrafe, Freilassung aller politischen Gefangenen, mehr Frauenrechte, stabile Preise für Lebensmittel – Verbesserung der wirtschaftlichen Situation.“

Die anwesenden iranischen Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Kundgebung waren sehr besorgt um die weitere Entwicklung im Land und befürchten z.T.  Aktionen der Regierung Rohanis, die als faschistisches Regime gekennzeichnet wird, zur Niederschlagung der Proteste im Land.

Es wurden mehrmals Schilder hochgehalten mit der Losungen: "Weg mit der Diktatur!  Unsere Solidarität gehört dem iranischen Volk!"

Quelle: https://www.rf-news.de/2018/kw01/solidaritaetskundgebung-mit-den-kaempfen-im-iran
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Kuddel

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Re:Iran
« Antwort #23 am: 13:07:05 Do. 11.Januar 2018 »
Zitat
… Die Ursachen dieser Revolte sind vielschichtig und reichen Jahre, wenn nicht Jahrzehnte zurück. In den gängigen Nachrichten hört man, dass der eskalierende Eierpreis und Arbeitslosigkeit das Fass zum Überlaufen gebracht haben. In der Tat ist die Inflation im Iran desaströs und gemeinsam mit einem strikten Austeritätsprogramm übersteigt sie deutlich das Niveau der Löhne und Einkünfte. In vielen Fällen sorgen diese Faktoren dafür, dass nicht nur die Erwerbslosen, sondern auch die massenhaft prekär Beschäftigten Iraner*innen am Rande des Existenzminimums leben. Daher gibt es schon seit einer längeren Zeit im Iran Unruhen: die staatliche Organisation Isargara zählt über 1700 soziale Protestaktionen zwischen März 2016 und jetzt – von wilden Streiks der Fabrikarbeiter*innen über Aktionen von Renter*innen und Beschäftigte im öffentlichen Dienst – und das trotz drakonischer Strafen für jegliche (basis-)gewerkschaftliche Organisation und dergleichen. Das Ende der schmerzhaften UN-Sanktionen brachte die lang ersehnte ökonomische Erholung allenfalls für einige korrupte Mullahs und ihrem ökonomisch-militärischem Komplex, den Revolutionsgarden…
Hamid Mohseni, deutsch-iranischer Aktivist und freier Journalist in Berlin
 http://www.labournet.de/?p=126382

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Re:Iran
« Antwort #24 am: 19:03:59 Sa. 27.Januar 2018 »
Heute gab es bei uns in N eine Soli-Mahnwache für die Befreiungsbewegung im Iran. Es war den Iranern ein besonderes Anliegen, die Nichteinmischung Deutschlands und anderer Länder in Befreiungsbewegung zu fordern.
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Rappelkistenrebell

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Re:Iran
« Antwort #25 am: 23:08:03 Sa. 27.Januar 2018 »


Hier der Link zur deutschsprachigen Seite der Tudeh Partei des Irans.
Hier äußert sich die Partei regelmäßig zu Geschehnissen rund um den Iran und Arbeiterbewegung

http://www.tudehpartyiran.org/de/

Gegen System und Kapital!


www.mlpd.de

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Re:Iran
« Antwort #26 am: 22:33:56 Mo. 28.Mai 2018 »
Zitat
Internationalismus - Iranische Gewerkschafter auf Rundreise in Deutschland

Für die berufstätigen Menschen im heutigen Iran ist es äußerst schwierig, sich für ihre legitimen beruflichen Belange einzusetzen.

Sie werden drangsaliert, verfolgt und ins Gefängnis gesteckt, wenn sie sich gegen staatlich verordnete Betriebsschließungen und Privatisierungen wehren, oder wenn sie zum Beispiel ihre monatelang nicht bezahlten Löhne und Gehälter einfordern.
Kampf für bessere Arbeitsbedingungen unter schwersten Bedingungen

Trotz Verbot und massiver Unterdrückung jeglicher gewerkschaftlicher Aktivität sind kontinuierliche Bestrebungen zur Selbstbestimmung und Selbstorganisation offen sichtbar. Vertretungsorgane unter anderem der größeren Industriebetriebe, der Verkehrs- und Transportgesellschaften, der LehrerInnen und des Krankenhauspersonals kämpfen unter schwierigsten Bedingungen für ihre Rechte und bessere Arbeitsbedingungen.

Drei dieser Vertreter (zwei von der Teheraner Verkehrsgesellschaft und einer von der Lehrergewerkschaft) sind momentan auf einer Europarundreise und besuchen auch Deutschland. Sie berichten über die Lage der iranischen Werktätigen.

Sie sind am 30. Mai, um 19 Uhr in Frankfurt am Main, im Saalbau Gallus, Frankenallee 111.

Quelle: https://www.rf-news.de/2018/kw22/iranische-gewerkschafter-auf-rundreise-in-deutschland
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Kuddel

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Re:Iran
« Antwort #27 am: 12:08:13 Do. 28.Juni 2018 »
Kann es sein, dass es im Iran gerade richtig abgeht? Die sogenannten sozialen Medien sind jedenfalls voll mit Protest- und Prügelbildern.

Jaja, es scheint so, im Iran geht gerade die Wutz ab.
Aber soziale Unruhen und kämpfende Prolls, das ist nichts für unsere Medien.
Man berichtet süffisant, wenn es um irgendwas religiöses geht.
Oder es muß eine Sache der "Mittelklasse" sein. Vielleicht "junge überqualifizierte Menschen" oder "junge Kreative" (würg!).

Die verkackten Antideutschen berichteten bereits vor einigen Tagen in ihrer Jungle World
Erste Proteste der Mittelschichten im Iran
https://jungle.world/blog/von-tunis-nach-teheran/2018/06/erste-proteste-der-mittelschichten-im-iran

Telepolis berichtete gestern:
Zitat
Iran: Proteste gegen Regierung weiten sich aus



Bazarhändler in Teheran schließen sich dem Widerstand an, es wird über einen möglichen Putsch debattiert


In Iran begann das Jahr mit den größten landesweiten Protesten seit 2009. Mit der Verhaftung von rund 5000 Menschen und brutalen Polizeieinsätzen versuchte die Regierung in Teheran, die Kontrolle zurückzugewinnen. Doch wirklich beendet sind die Proteste seither nicht. Seit Monaten brodelt es im Land. Gewerkschaften und Arbeiter, darunter Lehrer und LKW-Fahrer, streiken immer wieder, regelmäßig werden Fabriken, Schulen und der Verkehr lahmgelegt. Trotz teils harter Intervention der Polizei und staatlicher Milizen beruhigt sich die Lage kaum.
...
Besonders dramatisch für das Regime ist die Tatsache, dass der Protest nicht wie 2009 von der städtischen Mittelschicht, sondern von Arbeitern und der Landbevölkerung ausgeht - also jenen Gruppen, die eigentlich meist hinter der Politik in Teheran stehen.
...
https://www.heise.de/tp/features/Iran-Proteste-gegen-Regierung-weiten-sich-aus-4093525.html

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Re:Iran
« Antwort #28 am: 18:32:07 Mi. 08.August 2018 »
Zitat
Massenproteste - Iran: „Die Menschen haben keine Angst mehr“

In den letzten Wochen mehren sich die Streiks und Demonstrationen im Iran. Allein in den vergangenen Tagen gab es Demonstrationen in mehreren Städten: in Teheran, Schiras, Karadsch, Ghom usw.

Quelle: https://www.rf-news.de/2018/kw32/es-aendert-sich-dass-die-menschen-keine-angst-mehr-haben
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Re:Iran
« Antwort #29 am: 21:48:27 Mo. 05.November 2018 »
Zitat
US-Sanktionen - Massenproteste im Iran – antiimperialistische Bewegung formiert sich

Wahrscheinlich Hunderttausende Menschen beteiligen sich aktuell an Massenprotesten in allen größeren iranischen Städten gegen die Verschärfung des Handelskriegs der imperialistischen Trump-Regierung gegen den neuimperialistischen Rivalen Iran.

Quelle: https://www.rf-news.de/2018/kw45/massenproteste-eine-antiimperialistische-bewegung-formiert-sich
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