Autor Thema: TAZ  (Gelesen 19920 mal)

Kuddel

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TAZ
« am: 12:23:00 Mi. 02.März 2011 »
Ich war Abonnent der ersten Stunde. Nach dem radikalen Kurswechsel habe ich das abo bereits in den 90er Jahren gekündigt.

Zitat
...hätte nicht die taz entschieden, ihrerseits ein Auge zuzudrücken und in der Ausgabe vom Montag eine ganzseitige Bild-Anzeige zu schalten, deren Inhalt eben dieser Brief in voller Länge ist. Taz-Redakteur Sebastian Heisers Erklärung dazu im taz-Hausblog: „Weil die BILD-Zeitung uns dafür bezahlt. (...) Unabhängiger Journalismus muss schließlich bezahlt werden und je mehr Geld wir haben, desto mehr können wir davon machen. “ Bild als Unterstützer von unabhängigem Journalismus? Am Ende hat dann doch wieder nur einer gewonnen: die Bildzeitung.
http://www.freitag.de/community/blogs/christine-kaeppeler/preis-fuer-beste-regie-kai-diekmann-und-bild


Zitat
Weil die BILD-Zeitung uns dafür bezahlt. Laut unserer Anzeigenpreisliste kostet eine ganzseitige, vierfarbige Anzeige unter der Woche 12.555 Euro. Das sind schon ein paar Monatsgehälter für einen taz-Mitarbeiter. Daher drucken wir auch Anzeigen von Atomkraftunternehmen wie Vattenfall oder von Ölkonzernen wie BP. Wir würden sogar gerne noch mehr bezahlte Anzeigen von BILD, Vattenfall und BP drucken, aber leider wollen die nicht häufiger bei uns Anzeigen schalten. Unabhängiger Journalismus muss schließlich bezahlt werden und je mehr Geld wir haben, desto mehr können wir davon machen.
http://blogs.taz.de/hausblog/2011/02/27/bild-zeitung_wirbt_mit_holofernes-absage/

Ein Leserbrief im Freitag:
Zitat
Und die taz. Die taz ist wie die Grünen, sie haben sich von ihren ursprüglichen Idealen meilenweit entfernt, verkaufen sich aber immer noch mit ihnen. Auf beide Imagekampagnen bin ehrlicherweise lange hereingefallen
http://www.freitag.de/community/blogs/christine-kaeppeler/preis-fuer-beste-regie-kai-diekmann-und-bild

Kuddel

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Re:TAZ
« Antwort #1 am: 19:44:43 So. 13.März 2011 »
Im Medienmagazin von RadioEins hat Moderator Jörg Wagner mit taz-Chefredakteurin Ines Pohl über die jüngste BILD-Anzeige in der taz gesprochen. Gier ein Auszug aus dem längeren Interview



Zitat
Jörg Wagner: … Und als hätte man noch ein Beispiel gebraucht, hat die BILD-Zeitung in der taz eine Anzeige geschaltet mit einem geklauten Text von Judith Holofernes von „Wir sind Helden“. Ist das nicht auch zynisch, dass man zum Streikbrecher wird als taz?

Ines Pohl: Streikbrecher verstehe ich nicht, warum Streikbrecher?

Jörg Wagner: Na ja, in diesem Text wird ja eindeutig klar, dass Judith Holofernes eine Werbekampagne ausschließt für die BILD-Zeitung. Dieser Text wurde als Werbeanzeige geschaltet und ihre eigene Haltung wird damit paralysiert. Das ist wie wenn man streikt und dann gehen doch Arbeiter ins Werktor. Die Botschaft ist: Du kannst sagen, was Du willst, Du wirst – unabhängig von Deinem Willen – eingespannt für eine Werbekampagne. Und da hat die taz mitgeholfen.


Ines Pohl: Nein, ich sehe das ganz anders. Zum einen vorweggeschickt: In der taz ist wie in jedem anderen ordentlichen Zeitungshaus eine strikte Trennung zwischen Redaktion und Anzeigen.

Jörg Wagner: Also ist das tatsächlich eine Bestätigung des alten Spruchs: Jeder hat seinen Preis? Auch die taz?

Ines Pohl:
Richtig ist, dass der Platz in der taz – im Printprodukt wie auf der Online-Seite – seinen Preis hat. Ja, den kann man kaufen, um Anzeigen zu schalten.


schmetti

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Re:TAZ
« Antwort #2 am: 23:43:04 So. 13.März 2011 »
Auch wenn selber nie gelesen, hab ich die TAZ eigentlich immer für etwas vernünftiger als den Großteil der anderen Printmedien gehalten, aber beim durchforsten meiner Lieblingsblogs in letzter Zeit wird mir immer bewusster, dass ich diese Ansicht wohl in die Tonne treten muss.

Welches Medium das was auf sich hält steigt in die Dschungelcamp-Berichterstattung ein?
Nur weil da 'n 68er-Rebell seine Restwürde begräbt? Nur als Beispiel.

Und zu der Bildanzeige...
... da wissen wir ja: Auch die sind käuflich. Entweder ich hab Prinzipien oder nicht. Aber die haben ihre mit Füßen getreten, also, vorausgesetzt, die hatten überhaupt je welche. Das ist wie Prostitution: eigentlich schäm ich mich dafür, aber die Kohle stimmt wenigstens!  8)

Kuddel

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Re:TAZ
« Antwort #3 am: 16:48:15 Fr. 18.April 2014 »
Wie gesagt, ich war Abonnent der ersten Stunde. Ich habe die Werbetrommel für die TAZ gerührt. Habe, noch als Schüler, die Redaktion besucht, weil ich die Stimme der Unzufriedenen und der Rebellen kennenlernen wollte.

Ich bin heute derart angewidert von diesem schmierigen Scheißdreckblatt, ich kann es einfach nicht fassen, was aus dieser einst radikalen Zeitung geworden ist.

Rudolf Rocker

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Re:TAZ
« Antwort #4 am: 19:05:52 Fr. 18.April 2014 »
Wenn ich mich richtig erinnere ist die TAZ scheiße geworden, als die Grünen scheiße wurden!
Also zum Zeittpunkt der Rot/ Grünen Koalltion.
Und je neoliberaler die Grünen werden umso schlimmer wird die TAZ!

Kuddel

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Re:TAZ
« Antwort #5 am: 20:06:20 So. 27.April 2014 »
Rudi, da liegst du wohl richtig mit.

Und nun die verpißte Taz von heute:
Zitat
Kommentar Ostukraine
OSZE als Geisel missbraucht

Mitglieder der militärischen Beobachtermission sind in der Gewalt von prorussischen Milizen. Der Westen muss auf einer bedingungslosen Freilassung bestehen.


Es ist an Dreistigkeit kaum zu überbieten, Mitglieder der militärischen Beobachtermission der OSZE nicht nur ihren Job nicht machen zu lassen, sondern sie auch noch wie Schwerstverbrecher festzusetzen...
http://www.taz.de/Kommentar-Ostukraine/!137441/

Meine spontanen Gedanken dazu:
Ist die Taz plötzlich das Presseorgan der Bundesregierung!?! Die werden nicht als Geiseln mißbraucht. Sie haben in der Ukraine als westliche Militärs nichts verloren! Nach Aussagen der OSZE sind sie nicht in OSZE Auftag unterwegs. Sie wurden in einem militärischen Konflikt gefangengenommen. Sie werden von mir aus als "Geiseln" nicht mißbraucht, sondern gebraucht zum Austausch gegen Geiseln, die die illegitime Regierung in Kiew genommen hat.

Wenn es nach mir ginge, sollte man die gesamte Bundeswehr in Kleingruppen und unbewaffnet in alle Länder dieser Erde schicken, die vom Westen verarscht werden, damit man sie dort als Geiseln "mißbraucht". Vielleicht können diese Länder mit einem solchen Faustpfand zumindest etwas für sich aushandeln.

Diese Taz ekelt mich einfach nur an.

Rudolf Rocker

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Re:TAZ
« Antwort #6 am: 20:42:06 So. 27.April 2014 »
In der Tagesschau das gleiche Bild: Überall das Gerede von OSZE- Mitarbeitern.
Dabei sagt sogar die OSZE selber, das es keine ihrer Mitarbeiter sind.

Das ist ganz klar eine millitärische Aufklärungsmission.
Stellt Euch mal vor was hier los wäre, wenn eine handvoll russischer Offiziere durch´s Land fahren würde und Karten dabei hätten, auf denen millitärische Anlagen eingezeichnet wären.

Kuddel

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Re:TAZ
« Antwort #7 am: 12:35:34 Mo. 28.April 2014 »
Die TAZ ist nicht einfach nur ein Scheißblatt.
Die ehemals linksradikale Tageszeitung ist nicht nur ekelig und schmierig, sondern gefährlich reaktionär geworden.

Es sind bereits die von hippen Werbeagenturen gestalteten Werbekompagnen des Blattes unerträglich und Sparten wie der "Futiklub" (welch Wortkreation!), in dem bärtige und Hornbrille tragende Hipster über Balltreter vor einer roten Ziegelwand diskutieren, zeugt von dem kulturellen Niveau der Zeitung der gebildeten Besserverdiener.

Es ist unfaßbar welch gefährliche Idioten in dem Blatt schreiben und und was für reaktionäre Arschlöcher über das entscheiden, was ins Blatt gehört.

Z.B. dieser antideutsche Spinner...

Philip Meinhold  

Zitat
Betonen Sie unbedingt und gebetsmühlenartig, dass gerade Sie als Deutscher und Linker die Pflicht haben, israelkritisch zu sein, da Sie zu neuem Unrecht nicht schweigen dürften. Zitieren Sie einen israelkritischen Juden, denn wer einen Juden zitiert – das liegt in der Natur der Sache –, der kann die Juden nicht hassen.
Zitat
Zur einschlägigen Widerstandsfolklore gehört auch die Montagsdemo.
Zitat
Von Dortmund bis Berlin gehen Menschen derzeit für den so berechtigten wie frommen Wunsch aller Christen und Dreijährigen auf die Straße: den Weltfrieden, für den allerdings ausschließlich der Westen verantwortlich ist, will er doch die russische Annexion der Krim und womöglich der Ostukraine nicht einfach jubelnd zur Kenntnis nehmen



Man muß es erstmal hinkriegen so reaktionär zu werden, daß es selbst dem Spiegel zu bunt wird:
Zitat
Ein Plädoyer für die Todesstrafe, ausgerechnet in der "taz"? In ihrer Wochenendausgabe veröffentlichte die Zeitung einen Gastbeitrag einer weißrussischen Journalistin

So mancher "taz"-Leser dürfte sich am Wochenende gewundert haben: Vier Seiten hatte die Zeitung in ihrer Samstagsausgabe den Teilnehmern eines Workshops für junge osteuropäische Journalisten freigeräumt - der größte und am spektakulärsten aufgemachte Artikel nahm eine ganze Zeitungsseite ein. Es handelte sich um ein Plädoyer für die Todesstrafe.

Verfasst hatte es Liza Krasavtceva aus Weißrussland. Unter der Überschrift "Begnadigung oder Genickschuss?" beschäftigte sich die Autorin mit der Todesstrafe in ihrem Heimatland. Und kam zu dem Schluss: "Wenn du jemandem das Leben genommen hast, dann sei bitte so gut und gib auch deins dafür." "Ja, hätte man sie begnadigen und ihnen im Gefängnis vielleicht noch Internet, einen Fernseher, eine weiche Matratze und drei Mahlzeiten pro Tag zur Verfügung stellen sollen?"

Nach Protesten von Lesern verteidigte die für die Veröffentlichung verantwortliche Auslandschefin der Zeitung, Barbara Oertel, den Beitrag im "taz"-Blog.
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/taz-artikel-verteidigt-todesstrafe-a-885483.html

Tscha, jetzt hat auch die TAZ ihre "Exilkubaner"...


Barbara Oertel

Zitat
Statt vorwärts nach Europa geht es unter Janukowitsch zurück in die sowjetische Vergangenheit.
Zitat
Und der Westen? Er darf sich auf keinen Fall auf den von Ponomarjow vorgeschlagenen Kuhhandel einlassen und muss auf einer bedingungslosen Freilassung der OSZE-Beobachter bestehen. Alles andere wäre absurd!

Bereits der HINTERGRUND mußte sich über diese reaktionäre Leiterin des TAZ Auslandsressorts auskotzen: http://www.hintergrund.de/201401212958/politik/politik-eu/vorwaerts-mit-neonazis.html


Kuddel

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Stell Dir vor, es gibt Krieg und die Opposition macht mit
« Antwort #8 am: 19:31:46 So. 04.Mai 2014 »
Zitat
Alle EU-Staaten sollten gemeinsam beschließen, den Verteidigungshaushalt um mindestens ein Drittel anzuheben, parallel zum Aufstocken konventioneller Streitkräfte und technologischer Innovationen. Das würde in Moskau zur Kenntnis genommen werden. Putin wird dem nur wenig entgegensetzen können, hat er doch die heimische industrielle Basis eigenhändig demontiert. Der Westen würde nur wiederholen, was US-Präsident Ronald Reagan in den 1980ern vorexerzierte.

Dieser Ratschlag für einen Rückfall in die Eiszeit des kalten Krieges wurde nicht in der Springerpresse, sondern in der grünennahen Taz veröffentlicht.


weiter: http://www.heise.de/tp/news/Stell-Dir-vor-es-gibt-Krieg-und-die-Opposition-macht-mit-2182068.html

Rudolf Rocker

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Re:TAZ
« Antwort #9 am: 19:59:33 So. 04.Mai 2014 »
Meinen Kommentar zum deutschen Journalismus möchte ich hier nicht nochmal wiederholen, er trifft aber auf die TAZ Journalisten im ganz besonderen zu!! >:(

Rappelkistenrebell

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Taz wirbt für die rechtspopulistische AfD
« Antwort #10 am: 20:17:25 So. 18.Mai 2014 »
Gegen System und Kapital!


www.jungewelt.de

Kuddel

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Re:TAZ
« Antwort #11 am: 21:13:21 So. 18.Mai 2014 »
In der Anfangsphase der TAZ habe ich massiv für sie geworben.
Heute hasse ich dieses grüne Yuppiedrecksblatt inbrünstig!!!

Rappelkistenrebell

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Re:TAZ
« Antwort #12 am: 20:51:28 Do. 22.Mai 2014 »
Gegen System und Kapital!


www.jungewelt.de

dagobert

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Re:Taz wirbt für die rechtspopulistische AfD
« Antwort #13 am: 23:05:27 Do. 22.Mai 2014 »
Taz wirbt für die rechtspopulistische AfD
AfD verlost „taz“-Abonnements
Eine Hand wäscht die andere.

Kuddel

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Re:TAZ
« Antwort #14 am: 14:35:54 Mo. 14.Juli 2014 »
Ich kann bei diesem Dreck einfach nicht zur Tagesordnung übergehen. Die TAZ war mal ein undogmatisch linksradikales Blatt. Ich hatte in der Anfangszeit für die Zeitung gespendet und Abonennten geworben.  Der jetztige Rechtsruck folgt der Parteipolitk der Grünen, man versucht noch reaktionärer zu sein, als die Springerpresse.

Es ist unglaublich, die Vorstellung eine "umstrittene" Facebookstudie könne vom Pentagon mitfinanziert worden sein, wird in lustigster Dieter Nuhr Manier in die Reihe abstruser Verschwörungstheorien gestellt. 

Die Krönung ist jedoch diese Buchbesprechung:

Zitat
Neues Buch von Chantal Mouffe
Ankommen im Sozialdemokratischen

Eine Art Revisionismus: Die linke Theoretikerin fremdelt in „Agnostik“ erfrischend offen mit der zeitgenössischen radikalen Linken.


Chantal Mouffe ist in der akademischen, unorthodoxen, radikalen und kunstaffinen Linken, in der man das elementare Dagegensein hochhält und mit normaler Politik – notabene Parteipolitik – schon aus Lebensstilgründen nichts zu tun haben will, seit Jahren schon eine große Nummer. Bedenkt man, wie schnell man in den Augen dieser Blase vom guten Radikalen zum bösen reformistischen Verräter werden kann, ist es erstaunlich, nein: regelrecht mutig, wie Mouffe in ihrem neuesten Buch gegen den Common Sense dieses Juste Milieu anschreibt.

„Agonistik“ markiert zwar keine Wende in Mouffes Denken, aber doch ein Ankommen im Sozialdemokratischen.
http://www.taz.de/Neues-Buch-von-Chantal-Mouffe/!142230/

Bei der TAZ hat man noch feuchte Träume von der Sozialdemokratie.