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Streik bei Kitas?

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ManOfConstantSorrow:

Das Beschäftigtenbündnis der Hamburger Kitas hat in Hamburg den Widerstand gegen die Kürzungen im Kitabereich organisiert und einen Teilerfolg errungen. Dennoch hat der Hamburger Senat bei den Kitas eine drastische Kürzung von 341 Millionen Euro beschlossen.
11 Frauen aus dem Bündnis haben am 27.10.2004 in der entsprechenden Bürgerschaftssitzung mit Wattebüschen und Flugblättern demonstriert und die Sitzung für einige Minuten unterbrochen. Dafür haben sir jetzt einen Strafbefehl erhalten mit 600 € Geldstrafe 2 Jahre zur Bewährung ausgesetzt und Übernahme der Verfahrenskosten. Die beschlossenen Kürzungen müssen zwar nun praktisch umgesetzt werden, sie werden aber von dem Bündnis nicht politisch akzeptiert. „Wir haben jetzt das Problem, dass wir vom Protest vor Einführung der Kürzungen zu einem Widerstand gegen die schon bestehenden Kürzungen kommen müssen. Wir sollten in der Diskussion mit den Kolleginnen und Kollegen sehr deutlich machen, dass durchgeführte Kürzungen auf Kosten eines Teils der Belegschaft auf alle zurück fallen werden.“ Gleichzeitig wird daher eine Befragung der Beschäftigten zur Bereitschaft zu Arbeitskampfmaßnahmen durchgeführt.

Mehr hier: http://www.bigut.de/

Kuddel:
Hamburger Justiz will Protestaktion gegen Kürzungen im Kitabereich kriminalisieren. Strafbefehle und Bewährungsstrafen wegen Werfen von Wattebäuschchen.

Bericht bei Junge Welt

ManOfConstantSorrow:
Hamburg, 08.07.05: Im Herbst letzten Jahres ließen in Hamburg elf Erzieherinnen während einer Bürgerschaftssitzung Wattebäusche und Flugblätter auf die Politiker herabrieseln! Dies war eine von vielen Protestaktionen gegen die vom Senat beschlossene Kürzung des Kinderbetreuungsetats um ca. 60 Millionen Euro. Ihr Motto war: "Die Wahlaussagen der CDU sind Schnee von gestern!" Die Sitzung musste für vier Minuten unterbrochen werden.

Jetzt erhielten die elf Erzieherinnen einen Strafbefehl mit einem Bußgeld über 600 Euro und eine zweijährige Bewährungsstrafe! Das allein ist bereits ein unglaublicher Vorgang. Aber es geht noch weiter. So haben acht Erzieherinnen Widerspruch dagegen eingelegt und stehen nun in Einzelverfahren vor Gericht. Die Anklage lautet "Störung eines Gesetzgebungsorgans" nach §106b des STGB.

Wie ein schlechter Krimi liest sich der weitere Verlauf dieser Verfahren: Zwei Frauen wurden freigesprochen. Eine nahm unter massivem Druck eine Strafmaßminderung auf 400 Euro an. Der Richter lies sie nicht neben ihrer Verteidigerin sitzen, drohte eine Ausdehnung des Verfahrens auf mindestens sechs Verhandlungstage an und gestattete nach Zurückziehen des Widerspruchs der Kollegin nicht einmal die sonst übliche Zahlungsfrist von bis zu sechs Monaten!

Und dann kam Oberstaatsanwalt Redder ins Spiel. Redder ist Abteilungsleiter für den Staatsschutz! Er kündigte an, gegen die Freisprüche in Revision zu gehen!
(Infos aus GEW-Zeitung)

ManOfConstantSorrow:
Die Arbeit macht krank: Erzieher im Warnstreik


MÜNCHEN  -  Erzieherinnen gehen oft in die Knie, um mit den Kindern auf Augenhöhe zu kommunizieren. Sie lieben ihre Arbeit. Doch sie stoßen dabei auch an ihre psychischen und physischen Grenzen. Denn zum Berufsbild gehört auch schweres Tragen, Lärm, mangelnde Anerkennung: Birgit Hammer-Sommer kennt das.

Sie ist seit 31 Jahren Erzieherin. Weil es so nicht mehr weitergeht, wird die Leiterin einer Kinderkrippe wie viele andere Kolleginnen am Mittwoch streiken. Viele Eltern werden sich deshalb für Mittwoch eine andere Betreuung suchen müssen.

Es wird gestreikt, weil sich die Arbeitgeber weigern zu verhandeln

Hammer-Sommer folgt dem Ruf der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. Die fordert einen Tarifvertrag zur betrieblichen Gesundheitsförderung, um die Belastung der Beschäftigten zu verringern. Vorgesehen ist etwa eine individuelle Gefährdungsbeurteilung des Beschäftigten am Arbeitsplatz.

„Hat jemand zum Beispiel ein Rückenleiden, soll schweres Tragen oder Heben vermieden werden.“ Lenkt der Arbeitgeber nicht ein, könnte eine Betriebs-Kommission bindend über Gesundheitsmaßnahmen entscheiden. Weil sich die Arbeitgeber weigern, darüber zu verhandeln, wird gestreikt.

6500 Münchner Beschäftigte der Sozial- und Erziehungsberufe im öffentlichen Dienst sind zu dem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Wie viele der etwa 2900 städtischen Kinderkrippen-, 16800 Kindergarten- und 11510 Hort- und Tagesheimplätze von dem Streik betroffen sind, ist noch unklar.

Stress, Lärm und geringe Wertschätzung gehören zum Berufsbild

Stefan Sass, Mitglied des Gesamtpersonalrats der Beschäftigen im öffentlichen Dienst München, rechnet damit, dass etwa ein Drittel aller Kinderbetreuungseinrichtungen geschlossen bleiben. Die Eltern wurden schon vor dem 1. Mai informiert und müssen jetzt Organisationstalent beweisen.

Zu den gesundheitlichen Beeinträchtigungen kommt die psychische Belastung durch Lärm und Stress. Auch die geringe materielle Wertschätzung wird beklagt. „Viele Erzieher müssen einen zweiten Job annehmen, um zu überleben. Wir müssen auch über eine neue Entgeltordnung verhandeln.“ Ob nach Mittwoch längerfristige Streiks folgen sollen, werden die Beschäftigten bis 14. Mai in einer Urabstimmung entscheiden.

http://www.abendzeitung.de/muenchen/103900

ManOfConstantSorrow:
Gesundheitsschutz: Tausende Erzieher und Sozialarbeiter streiken

© ZEIT online, Tagesspiegel | 06.05.2009 15:32

Mehrere tausend Kinder mussten heute unfreiwillig zu Hause bleiben. Bundesweit traten 19.000 Beschäftigte von Kindergärten und sozialen Einrichtungen in den Warnstreik. Mit dieser Aktion fordern ver.di und die Gewerkschaft für Erziehung und Wissen (GEW) bessere Arbeitsbedingungen.

Der Schwerpunkt der Aktion lag in Nordrhein-Westfahlen. In 23 Städten versammelten sich dort insgesamt 4500 Menschen zu Protestveranstaltungen. In Hannover protestierten 2000 Menschen, in Mainz kamen 1000 Erzieher zusammen, ebenso in Stuttgart. Nur Hamburg und Berlin waren von den Streiks nicht betroffen.

Kernforderung des Warnstreiks ist ein tarifvertraglich geregelter Gesundheitsschutz für die rund 220.000 bei Kommunen angestellten Erzieher und Sozialarbeiter. Viele Beschäftigte seien gerade in diesen Bereichen mit ihrer Arbeit überfordert und können sich nicht vorstellen, bei den gegenwärtigen Bedingungen das Rentenalter gesund zu erreichen. Am 30. April hat ver.di die Verhandlungen mit den Arbeitgebern für gescheitert erklärt. An diesem Donnerstag soll eine Urabstimmung über einen unbefristeten Streik beginnen, ein Ergebnis wird zum 14. Mai erwartet.

Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) kritisiert den Streik scharf. Die Forderung nach einem besseren Gesundheitsschutz sei nur Vorwand, um generell ein neues Bezahlungssystem zu erwirken. Der aktuelle Tarifvertrag gelte noch bis 2011, damit sei auch eine Friedenspflicht verbunden. (mm/dpa)

http://www.zeit.de/news/artikel/2009/05/06/2790960.xm

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