Autor Thema: Streik bei Kitas?  (Gelesen 41278 mal)

Kuddel

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Re:Streik bei Kitas?
« Antwort #15 am: 23:50:00 Di. 11.Mai 2010 »
Zitat
Proteste gegen mögliche Mittelkürzungen für Kitas

Ein Aktionsbündnis hat am Montag landesweit gegen mögliche Kürzungen im Kita-Bereich in Schleswig-Holstein protestiert. Dazu wurden an zahlreichen der insgesamt 1600 Kitas im Land Banner mit der Aufschrift «Kürzt den Kindern nicht die Zukunft. Uns reicht's» enthüllt. Zudem war eine Demonstration in Schwarzenbek (Kreis Herzogtum Lauenburg) geplant.




«Wir haben ein frühkindliches Bildungs-Notstandsgebiet», sagte der Vorsitzende des Elternverbandes, Andreas Henschel, in Kiel. Das Land dürfe sich im Zuge der Sparbemühungen nicht aus der Kita-Finanzierung zurückziehen.

Das Aktionsbündnis forderte die Beibehaltung des kostenlosen dritten Kita-Jahres und die Aufrechterhaltung der Kita-Standards. Der Zuschuss des Landes beträgt seit 2004 rund 60 Millionen Euro jährlich. Die Gruppengröße sei zwar auf 20 festgeschrieben, betrage in der Praxis derzeit aber bereits 22 oder mehr Kinder, sagte Henschel.

An dem Aktionsbündnis beteiligen sich neben Eltern und Gewerkschaft auch die beiden Kommunen Norderstedt und Flensburg. Am 19. Mai will das Bündnis vor der Landtagssitzung in Kiel protestieren. Zu der Demonstration werden mehrere Hundert Teilnehmer erwartet. Dann sollen Postkarten des Bündnisses gegen mögliche Kürzungen an Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) überreicht werden.

(unsere-kinder-unsere-zukunft.de)

ddp/akl/kos
http://www.ad-hoc-news.de/proteste-gegen-moegliche-mittelkuerzungen-fuer-kitas--/de/News/21287580

Kuddel

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Re:Streik bei Kitas?
« Antwort #16 am: 13:10:10 Sa. 23.Oktober 2010 »
Zitat
Streik der Erzieherinnen in AWO-Kitas

Alle fünf AWO-Kindertagesstätten waren gestern dicht / Eine Notgruppe in Haslach eingerichtet.


Die fünf Kindertagesstätten der Arbeiterwohlfahrt (AWO) mit ihren 19 Gruppen blieben gestern geschlossen, weil die meisten der 63 Erzieherinnen streikten; lediglich in der Kita Kampffmeyerstraße in Haslach war eine Notgruppe eingerichtet. Die Eltern der insgesamt 334 Kita-Kinder waren bereits am Dienstag über den Streik informiert worden und hatten sich um eine anderweitige Betreuung ihrer Kleinen kümmern müssen.

Als die Erzieherinnen sich gestern früh mit Plakaten, Fahnen und unterstützt von der holländischen Hütehündin Ayla trafen, war die Stimmung gut. Es ging mit einem von der Gewerkschaft Verdi organisierten Bus zur Bezirkskonferenz der AWO nach Weinheim. "Wir verdienen mehr Geld und mehr Anerkennung für diesen Beruf", meinte Rita Uchtenhagen, Erzieherin in der Weingartener Kita Norsinger Weg. Derzeit laufen die Tarifgespräche zwischen der Gewerkschaft Verdi und dem AWO-Arbeitgeberverband Baden-Württemberg: Verdi will sechs Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 110 Euro pro Monat, die AWO-Arbeitgeber wollen 1,2 Prozent mehr bezahlen und argumentieren, der Sozialverband könne nicht auf Steuermittel zurückgreifen. Die Streikenden finden dennoch: Es könne nicht sein, dass sie weniger verdienen als Erzieherinnen im öffentlichen Dienst. Um dem Nachdruck zu verleihen, machten sie die Kitas gestern dicht und sich auf den Weg zur Bezirkskonferenz. Erzieherin Babett Höfflin: "Ein bisschen Öffentlichkeit ist ganz gut, zumal dort viele Ehrenamtliche der AWO sind."  
http://www.badische-zeitung.de/freiburg/streik-der-erzieherinnen-in-awo-kitas--36874738.html

Kuddel

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Re:Streik bei Kitas?
« Antwort #17 am: 11:59:15 Di. 01.März 2011 »
Zitat
Erzieher-Streik wird fortgesetzt

Berlin - Der Streik in öffentlichen Kindertagesstätten wird zu Beginn dieser Woche auf weitere Bundesländer ausgedehnt.


Erzieher und Sozialarbeiter in kommunalen Kitas und Jugendämtern wollen am Montag und Dienstag auch in Bayern und Niedersachsen die Arbeit niederlegen, kündigte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) am Sonntag an. Weitere Schwerpunkte werden wieder Baden- Württemberg und das Saarland sein. Bereits am vergangenen Freitag hatten 11 000 Erzieher gestreikt. In sieben Bundesländern wurden hunderte Kitas lahmgelegt.

Die Gewerkschaften GEW und ver.di wollen für die bundesweit 220 000 Erzieherinnen und Sozialarbeiter bei den Kommunen einen Gesundheitsschutz-Tarifvertrag durchsetzen. Die unbefristeten Streiks begannen am Freitag in Nordrhein-Westfalen, Hessen, dem Saarland, Rheinland-Pfalz, Bremen, Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg.

Zu Wochenbeginn legen auch in Niedersachsen Beschäftigte der kommunalen Kindertagesstätten, Jugendzentren und sozialen Beratungseinrichtungen die Arbeit nieder. Vor allem Einrichtungen in Hannover und Umland, Lüneburg, Braunschweig, Wolfenbüttel und Oldenburg würden Schwerpunkte sein, sagte ein ver.di-Sprecher am Sonntag. Am Freitag waren bereits mehrere hundert Erzieher und Sozialpädagogen des Landes Bremen in den Streik getreten.

Auch in Bayern müssen sich Eltern auf geschlossene Einrichtungen einstellen. Allein in München sollen es 400 kommunale Kitas sein. In Nürnberg wird in 120 Kindergärten zum Streik aufgerufen, wie ver.di mitteilte. Gestreikt wird auch in Fürth und Erlangen. Am Dienstag sollen Kindergärten in Regensburg und Unterfranken hinzukommen.

In Baden-Württemberg weiten die Erzieherinnen am Montag den Arbeitskampf auf das ganze Bundesland aus. Schwerpunkt wird nach ver.di-Angaben die Region Stuttgart sein. Am Freitag hatten rund 700 Beschäftigte in mehreren Städten ihre Arbeit niedergelegt. In Hessen soll der Streik auf die Landeshauptstadt Wiesbaden ausgeweitet werden. Auch in Frankfurt wird gestreikt.

GEW-Verhandlungsführerin Ilse Schaad sagte am Sonntag laut Mitteilung in Frankfurt: “Die Arbeitgeber werden mit ihren Einschüchterungsversuchen keinen Erfolg haben.“ Sie reagierte damit auf Äußerungen der kommunalen Arbeitgeber, der Streik sei nicht rechtmäßig. “Sie hätten spätestens nach den Warnstreiks am 6. Mai reagieren und ein konstruktives Verhandlungsangebot vorlegen können“, sagte Schaad.

Der Geschäftsführer der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA), Hartmut Matiaske, hatte den Gewerkschaften am Samstag im Deutschlandradio Kultur vorgeworfen, den Arbeitgebern keine Zeit eingeräumt zu haben, eine Entscheidung in ihren Gremien herbeizuführen. “Das ist der erste Streik, den ich erlebe, wo die Gewerkschaften zu einem Streik aufrufen, ohne dass vorher Verhandlungen stattgefunden haben.“

Die Präsidentin des Deutschen Städtetags, Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU), zeigte zwar grundsätzlich Verständnis dafür, dass Erzieherinnen für bessere Arbeitsbedingungen kämpfen. Sie nannte im Magazin “Der Spiegel“ den Streikaufruf der Gewerkschaften zum jetzigen Zeitpunkt jedoch “völlig unnötig“, weil die Arbeitgeber Verhandlungen über den Gesundheitsschutz gar nicht abgelehnt hätten. Zugleich unterstützte sie eine bessere Bezahlung der Erzieher. “Mittelfristig müssen wir auch über bessere Ausbildung und die Qualität in den Einrichtungen reden“, sagte sie.

Matiaske kündigte an, die VKA werde bei der nächsten Runde der Verhandlungen über die tarifliche Eingruppierung von Erziehern am 27. Mai zu den Forderungen Stellung beziehen.
http://www.ovb-online.de/nachrichten/politik/zr-erzieher-streik-wird-fortgesetzt-300406.html

Kuddel

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Re:Streik bei Kitas?
« Antwort #18 am: 15:27:34 So. 27.März 2011 »
Zitat
Schleichwerbung in der Kita
Werbung zum Ausmalen

Viele Kitas können sich kein Papier mehr leisten. Da helfen Unternehmen gerne aus und schicken Malbücher, Comics und Aufkleber - mit Markenlogos
. VON NINA MARIE BUST-BARTELS

Der Kinderhort Gropiusstadt in Berlin ist knapp bei Kasse. "Wir freuen uns über jede Unterstützung", sagt Erzieherin Astrid Meier. Seit etwa zwei Jahren bekommt der Kindergarten immer wieder Pakete mit Geschenken. Diesmal dabei: Aufkleber, Comic-Hefte und Malbücher.

Die Aufkleber zeigen einen roten Elefanten, bekannt aus den matschigen Abdrücken von Kindergummistiefeln der Marke Elefanten. Auch in den Comics ist der Held ein roter Elefant, Elefantös heißen die Hefte. Und für jedes Kind ist ein Malbuch dabei. Bärchen sind auf die Seiten gedruckt zum Ausmalen. Der Umschlag des Malbuchs zeigt die rosafarbene Wurst der Fleischerei Reinert – in Bärchenform.

"Kindergärten sind schlecht ausgestattet, vor allem Papier ist oft Mangelware", sagt Ulf Lucas, Geschäftsführer von Blattwerk Media. Die Firma findet Sponsoren für Kindergärten und Grundschulen. "Unternehmen versprechen sich natürlich Produktplacement und einen Imagegewinn. Gleichzeitig versuchen wir einen pädagogischen Wert des Sponsoring zu gewährleisten", erklärt Lucas. Kindergartensponsoring entlaste öffentliche Kassen und Eltern.

Vierzehn Prozent aller Kindergärten in Deutschland befinden sich im Sponsoring-Pool der Vermittlungsfirma. Der Papiermangel wird hier mit Malbüchern und XXL-Malplakaten bekämpft. Neben den Wurstbärchen malen die Kinder die Heldinnen der Kindersendungen von Super RTL aus. Nebeneffekt: Die Plakate lassen sich nach dem Ausmalen auch aufhängen.

Etwa hundert Unternehmen arbeiten mit Blattwerk Media zusammen. Das Angebot ist breit. Unternehmen platzieren ihre Werbebotschaften auf Puzzles, Essunterlagen, Bastelmaterial, Spielen, Stiften, Zahnbürsten sowie in Mitmach-Aktionen und Gewinnspielen. Auch Produktproben bringt die Firma an das Kind.

Diesen Text über Werbung im Kindergarten und viele weitere spannende Artikel lesen Sie in der sonntaz vom 5./6. März 2011 – ab Sonnabend zusammen mit der taz an ihrem Kiosk oder am eKiosk auf taz.de erhältlich. Die sonntaz kommt auch zu Ihnen nach Hause: per Wochenendabo. Foto: taz

Großes Aushängeschild ist die Aktion "Klassik für Kinder". Die Firma organisiert, ganz im Sinne eines humanistischen Bildungsideals, Klassikkonzerte und kümmert sich um Sponsoren für die Finanzierung.

Eltern sind einverstanden

Jacqueline Lucks ist Erzieherin bei Kindergärten City in Berlin. Sie bekommt von Blattwerk Media Probepakete für ihre Kindergruppen. Säfte sind dabei, von FruchtTiger, Bärchenwurst, Babyprodukte von Milupa und Backutensilien von Aurora. Dazu die passenden Malbücher - mit Tiger, Bärchen und dem kleinen Aurora-Koch. "Wir haben die Eltern von Anfang an über das Sponsoring informiert", sagt Lucks. "Die Reaktionen waren positiv."

Manchmal ist in den Paketen auch etwas für die Eltern dabei, die ebenfalls zur Zielgruppe gehören, denn die Kinder zeigen ihre Meisterwerke aus den Malbüchern stolz zu Hause vor. Die Jungen und Mädchen erfahren nicht, woher die Geschenke kommen. Die seien zu klein, um das Konzept von Werbung zu verstehen, und "Malen schadet ja nicht", fügt Astrid Meier hinzu.

Doch beim nächsten Supermarktbesuch, mit Papa vor dem Kühlregal, erkennt das Kind die Bärchen aus dem Malbuch in Fleischrosa wieder - als Bärchenstreich. Den lustigen Tiger sieht es im Saftregal. "Das Ausmalen von Identifikationsfiguren der Produktwerbung stellt natürlich ein Produktplacement dar", sagt Petra Sandhagen, Dozentin der Medien- und Entwicklungspsychologie an der Uni Hildesheim.

Professor Peter Cloos vom Niedersächsischen Forschungsverbund Frühkindliche Bildung und Entwicklung kritisiert, dass Kinder im Vorschulalter die Wirkung von Werbung nicht reflexiv, kritisch und distanziert bearbeiten können.

Blattwerk Media ist nicht die einzige Firma, die Unternehmen den Zugang zur Zielgruppe Kind ermöglicht. Immer mehr Vermittlungsfirmen gründeten sich in den letzten Jahren. "Wir sehen uns als Makler zwischen Unternehmen und Kindergärten", meint André Mücke, Geschäftsführer von DSA Youngstar.

Spannende Zielgruppe

Die Firma betreibt Bildungsmarketing in 5.000 Kindergärten, 9.000 Schulen und 150 Hochschulen. "Kinder und Jugendliche sind eine der spannendsten Zielgruppen überhaupt. Sie entwickeln Markenpräferenzen, die häufig für viele Jahrzehnte prägend sind", führt Mücke an.

Sponsoring in Kindergärten und Schulen ist in allen Bundesländern erlaubt, auch wenn die genauen Ausgestaltungen je nach Bundesland variieren. "Gesetzlich hatten wir keine Probleme", bestätigt Ulf Lucas.

Ohne die Vermittlungsfirmen hätten Unternehmen kaum eine Chance, ihre Werbung in Kindergärten zu platzieren. "Am Anfang waren wir skeptisch, aber der pädagogische Anspruch hat uns überzeugt", meint Astrid Meier. "Das ist etwas anderes, als wenn uns jemand nur Werbung schickt. Hier haben die Kinder etwas davon."

Die private Hand rühmt sich damit, unterfinanzierte Kindergärten pädagogisch wertvoll zu unterstützen. Doch geht es dabei kaum um die in der Aktion "Klassik für Kinder" suggerierte ganzheitliche Bildung der Kinder. Die Unternehmen nutzen das Problem für ihre eigenen Zwecke und ziehen mit subtilem Produktplacement in pädagogischen Zuwendungen eine neue Generation Konsumenten ihres Produkts heran.

"Der Kindergarten hat eine lange Tradition eines Schonraums. Kinder sollen sich hier in einem geschützten Rahmen entfalten können", sagt Erziehungswissenschaftler Cloos.

Durch diesen Schonraum wabert nun der Geruch von Bärchenstreich, an den Wänden prangen die Malplakate der Super-RTL-Heldinnen. Und die Kinder sind längst schon zur Zielgruppe degradiert.
http://www.taz.de/1/zukunft/bildung/artikel/1/werbung-zum-ausmalen/

Kuddel

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Re:Streik bei Kitas?
« Antwort #19 am: 17:23:04 So. 26.Januar 2014 »
Zitat
Kleve
Lebenshilfe Kleve lehnt Moderator für den Kita-Streik ab
Kleve. Schon seit zweieinhalb Wochen streiken die Mitarbeiterinnen der vier Kitas der Klever Lebenshilfe in Kranenburg, Kranenburg-Nütterden, Bedburg-Hau und Uedem. Sie wollen, dass ihre Entlohnung an den im öffentlichen Dienst üblichen Tarifvertrag (TvÖD) angeglichen wird.
Von Dieter Dormann

Die Lebenshilfe lehnt dies nach wie vor mit dem Argument ab, dass dies nicht zu finanzieren sei. Betroffen von dem Streik sind vor allem die Eltern der Kita-Kinder, die nun eine Ersatzbetreuung organisieren, dennoch aber weiter Betreuungsbeiträge an die Lebenshilfe zahlen müssen. Lediglich etwa 15 Kinder werden in einer Notbetreuung an täglich wechselnden Standorten durch immer andere Mitarbeiterinnen versorgt.

Der Streik ist unbefristet – und ein Ende ist auch deshalb nicht absehbar, weil die Fronten seit gestern noch mehr verhärtet zu sein scheinen. Das Angebot der Gewerkschaft ver.di vom vergangenen Montag, Josef Neumann – SPD-Landtagsabgeordneter, langjähriger Gewerkschaftsfunktionär und Geschäftsführer der Lebenshilfe Solingen – als Moderator einzuschalten, hat der Geschäftsführer der Klever Lebenshilfe, Hermann Emmers, gestern abgelehnt. Josef Neumann sei wegen seiner politischen Nähe zur Gewerkschaft als Moderator nicht akzeptabel, sagte Hermann Emmers. Grundsätzlich lehnt der Lebenshilfe-Geschäftsführer die Einschaltung eines Moderators ab, da die dazu nötige Einigung zu lange Zeit in Anspruch nehmen würde.

Und die Zeit drängt laut Hermann Emmers, da derzeit die Anmeldungen für das neue Kita-Jahr ab 1. August erfolgen würden. Wegen des Streiks könnten in den vier Lebenshilfe-Kitas aber keine Anmeldungen erfolgen, da keine Mitarbeiterinnen diese annehmen würden. Dies wiederum habe zur Folge, dass die Lebenshilfe ihre finanzielle Situation ab August gar nicht beurteilen könne, deshalb auch keine weiteren Verhandlungen, zu denen man immer bereit sei, möglich seien. Hermann Emmers appelliert an die Vernunft der Streikenden, fordert sie auf, den Arbeitskampf zu beenden. Erneute Verhandlungen seien seiner Meinung nach erst ab Mitte März sinnvoll, wenn die Lebenshilfe ihre finanzielle Situation für das neue Kita-Jahr einschätzen könnte.

"Fassungslos" machte Harald Hüskes von ver.di die Entscheidung der Lebenshilfe, der Moderation im Kita-Streik nicht zuzustimmen. Der Gewerkschafter betonte, der Streik werde weiter fortgeführt werden. Der Landrat sei nun noch einmal mehr gefordert. Offenbar könne man diese Auseinandersetzung dem Geschäftsführer der Lebenshilfe nicht mehr allein überlassen.
http://www.rp-online.de/nrw/staedte/kleve/lebenshilfe-kleve-lehnt-moderator-fuer-den-kita-streik-ab-aid-1.3984392

Kuddel

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Re:Streik bei Kitas?
« Antwort #20 am: 15:54:46 Do. 12.Februar 2015 »
Zitat
Erzieherinnen
Eltern fürchten langen Streik in den Kitas

Die laufenden Tarifverhandlungen für Angestellte im Erziehungs- und Sozialdienst könnten auf einen Arbeitskampf hinauslaufen. Der Gesamtelternbeirat der Stuttgarter Kitas fordert einen Streik, der Rücksicht auf die Belastung der Eltern nimmt.

http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.erzieherinnen-eltern-fuerchten-langen-streik-in-den-kitas.8aadf046-b6ea-4112-a192-0d8d06d0cf21.html

Kuddel

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Re:Streik bei Kitas?
« Antwort #21 am: 12:29:38 So. 19.April 2015 »
Zitat
Landesweiter Kita-Streik:
Große Unterschiede in den Städten

Die Gewerkschaft Verdi bestreikte am Mittwoch (15.04.2015) wieder Kindertagesstätten und Kindergärten. Zu spüren bekamen das in erster Linie die Eltern in Dortmund. In anderen Städten sahen die Verwaltungen dem Streik dagegen gelassen entgegen. Zur zentralen Kundebung am Vormittag in Dortmund kamen nach Angaben von Verdi 12.000 Teilnehmer.


http://www1.wdr.de/studio/dortmund/themadestages/kitastreik148.html

Kuddel

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Re:Streik bei Kitas?
« Antwort #22 am: 19:11:28 Do. 25.Juni 2015 »
Der Schlichterspruch zum KITA Arbeitskampf war ein Witz. Ein verdammt schlechter.

Zitat
Bei den Streikdelegierten von ver.di war der Schlichterspruch hingegen auf heftige Kritik gestoßen. Die Mitgliederbefragung soll nun in den kommenden fünf Wochen stattfinden, sagte ver.di-Chef Frank Bsirske. In dieser Zeit soll es keine weiteren Streiks in kommunalen Kindertagesstätten geben. Den Mitgliedern empfehle er eine "ruhige, nüchterne Abwägung" zwischen dem vorliegenden Ergebnis und dem, was wünschenswert sei, sagte Bsirske.
http://www.zeit.de/wirtschaft/2015-06/keine-einigung-im-kita-tarifstreit

Bsirske empfiehlt in bester DGB Tradition "ruhige, nüchterne Abwägung", also abwiegeln, aussitzen und einen weiteren Arbeitskampf verhindern.
Dieser Arsch sollte lebenslang nicht mehr als eine Erzieherin verdienen.

Kuddel

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Re:Streik bei Kitas?
« Antwort #23 am: 16:16:09 Mi. 30.September 2015 »
Zitat
Streikpläne vom Tisch  
Verdi verkündet Durchbruch im Kita-Tarifstreit




Gute Nachtrichten für Eltern: Im Tarifstreit um die Kitas haben die Gewerkschaften und die kommunalen Arbeitgeber einen Durchbruch erzielt. Das teilte Verdi-Chef Frank Bsirske mit. Wenn die Gewerkschaftsbasis zustimmt, sind die für Oktober angedrohten Kita-Streiks vom Tisch.

Verbesserungen sind vor allem für jüngere Erzieherinnen und Sozialarbeiter vorgesehen. Vollzeitbeschäftigte sollen zwischen 93 und 138 Euro mehr im Monat erhalten.
http://www.t-online.de/eltern/kleinkind/id_75615780/kita-streik-vom-tisch-verdi-verkuendet-durchbruch-im-tarifstreit.html

Da werden die Mitarbeiter sich aber bei Bsirske bedanken!

Zitat
Die vereinbarten neuen Tarife sollen den Angaben zufolge rückwirkend zum 1. Juli 2015 in Kraft treten und eine Laufzeit bis Ende Juni 2020 haben
Das sind keine 2% pro Jahr (die Post erhöht das Briefporto innerhalb eines Jahres um 14%) und es bedeutet ein Streikverbot für die nächsten 5 Jahre. Tolle Wurst!

Kuddel

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Re:Streik bei Kitas?
« Antwort #24 am: 18:15:43 Mi. 30.September 2015 »
Zitat
Das Ergebnis bedeutet keine grundlegende Verbesserung gegenüber dem Schlichterspruch, den die Gewerkschaftsbasis im August aus gutem Grund abgelehnt hatte. Selbst Verdi-Chef Frank Bsirske muss einräumen, dass die geforderte „signifikante Ausweitung des Verteilungsvolumens“ nicht erreicht werden konnte.
http://www.taz.de/Kommentar-Einigung-im-Kita-Streik/!5234779/

Hoffentlich fliegt ihm das Ergebnis um die Ohren!

Kuddel

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Re:Streik bei Kitas?
« Antwort #25 am: 19:19:22 Di. 08.November 2016 »
Es ist einfach zum Kotzen wenn Kita Beschäftigte sich damit abspeisen lassen, daß sie etwas vernüftiges machen. Wenn man lautstark erkärt einen Job, der auf die Gesundheit schlägt und man dem dem Lohn keine Familie ernähren kann, zu lieben, muß etwas faul sein. Das Helfersyndrom scheint jeden klaren Gedanken zu verhindern...

Zitat
"Von meinem Gehalt könnte ich keine Familie ernähren"

Überstunden sind nichts Ungewöhnliches, die Arbeit schlägt auf das Immunsystem und den Rücken und die Bezahlung ist ein Witz. Trotzdem liebt diese Erzieherin ihren Job.


Name: Anonym
Alter: 27
Position: Erzieherin/Facherzieherin für Krippen- und Kleinkindpädagogik
Branche: Soziale Arbeit

Eines hat mein Beruf vielen anderen voraus: Die Vereinbarkeit mit der Familie gelingt. Dafür ist die Bezahlung auch nach landesweiten Streiks noch immer nicht angemessen. Von meinem Gehalt könnte ich keine Familie ernähren.
http://www.zeit.de/campus/2016-10/erziehung-soziale-arbeit-bezahlung-streik

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Re:Streik bei Kitas?
« Antwort #26 am: 19:39:48 Di. 08.November 2016 »
Naja Kuddel, eine Arbeit ansich kann auch bei schlechter Bezahlung als angenehm empfunden werden. Das ändert aer nichts daran, dass die schlechte Bezahlung zu kritisieren ist.
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Kuddel

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Re:Streik bei Kitas?
« Antwort #27 am: 20:43:24 Di. 08.November 2016 »
Daß der Umgang mit Kindern etwas anderes ist als ein Fließbandjob, ist klar.
Aber daß man den Job "liebt", halte ich für übertrieben, zumal wenn die Arbeitsbedingungen eine Respektlosigkeit darstellen.
Ich möchte schon die Naivität angreifen, die die Ausbeutung im gesamten sozialen Bereich so leicht macht.

Kuddel

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Re:Streik bei Kitas?
« Antwort #28 am: 13:11:40 Di. 12.September 2017 »
Zitat
Bündnis fordert besseren Betreuungsschlüssel – Proteste in Leipzig und Dresden

Bei der Kinderbetreuung hinkt Sachsen weiter hinterher. Dagegen regt sich nun Widerstand: Das Bündnis „Die bessere Kita“ hat für den 20. September zu Protest aufgerufen – in Leipzig ist ein Weckerkonzert geplant.




Leipzig. Volle Krippen,  Kitas und Horte, aber zu wenig Personal – Sachsen gibt beim Betreuungsschlüssel kein gutes Bild ab. Bei den Krippen ist der Freistaat bundesweit Schlusslicht, auch bei den Kitas sieht es nicht viel besser aus. Dagegen regt sich nun Protest: Für den 20. September, dem Weltkindertag, hat das Bündnis „Die bessere Kita“ zu einer Demo, Kundgebungen und Aktionen aufgerufen und fordert einen besseren Betreuungsschlüssel. Die Proteste unter dem Motto „Weil Kinder Zeit brauchen“ sind in Leipzig, Dresden, Chemnitz und Freiberg geplant.

Das Bündnis, das unter anderem aus Kitaträgern, Landeselternräten und der Leipziger Kita-Initiative besteht, kritisiert, dass Sachsen zwar einen Bildungsplan eingeführt habe, „seither jedoch erst ab 2014 minimale, schrittweise Verbesserungen im Blick auf die verbundenen Anforderungen zugestanden“. Tatsächlich will der Freistaat den Betreuungsschlüssel bei den Über-Dreijährigen bis Ende 2018 auf 1:12 senken. Damit liegt das Land aber immer noch weit hinter Spitzenreiter Baden-Württemberg, dort kommen im Schnitt 7,2 Kinder auf einen Erzieher. „Es hat sich große Unzufriedenheit an der Basis angestaut“, so Bündnissprecher Jens Kluge. „Die Verantwortlichen schieben sich über Jahre die Bälle zu. Darüber werden Kinder groß und Mitarbeiter vor Ort verschlissen.“

Weckerkonzert in Leipzig

Kernort der Aktionen ist die Landeshauptstadt: Dort startet am 20. September ein Demozug und zieht ab 16 Uhr vom Rathaus zum Kultusministerium von Brunhild Kurth (CDU). In Leipzig konzentriert sich der Protest auf das Rondell am Clara-Zetkin-Park, von 14 bis 19 Uhr steigt dort ein Familienfest. Von 16.59 bis 17 Uhr will das Bündnis die Politik mit einem Weckerkonzert wachrütteln. Die Veranstalter rufen deshalb dazu auf, Wecker mitzubringen.

Neben der Verbesserung des Betreuungsschlüssels fordert das Bündnis zudem eine Anerkennung der mittelbaren pädagogischen Arbeit, eine Anrechnung von Ausfallzeiten wie Fortbildung oder Krankheit auf den Personalschlüssel, eine Freistellung für Leitungsaufgaben und eine Strategie des Freistaates bei der Gewinnung, Bindung und Qualifizierung von Fachkräften.
http://www.lvz.de/Mitteldeutschland/News/Buendnis-fordert-besseren-Betreuungsschluessel-Proteste-in-Leipzig-und-Dresden

Kuddel

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Re: Streik bei Kitas?
« Antwort #29 am: 19:21:19 Di. 29.Januar 2019 »
Zitat
Tarifverhandlungen in Berlin GEW-Sprecher:
Mehr als 2500 Erzieher am Streik beteiligt



Über 40 öffentliche Kitas blieben bis mittags geschlossen.
https://www.tagesspiegel.de/berlin/tarifverhandlungen-in-berlin-gew-sprecher-mehr-als-2500-erzieher-am-streik-beteiligt/23921996.html#