Autor Thema: Massenphänomen Altersarmut  (Gelesen 155207 mal)

Strombolli

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Re:Massenphänomen Altersarmut
« Antwort #45 am: 18:47:53 Mi. 08.Februar 2012 »
Dann nehme ich mir meinen Salzheimer und schreibe an Adenauer!  ;)
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Kuddel

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Re:Massenphänomen Altersarmut
« Antwort #46 am: 12:11:19 Mi. 28.März 2012 »
Zitat
Millionen Frauen droht die Altersarmut
140 Euro Rente nach 45 Jahren Arbeit

Millionen Frauen müssen fürchten, im Alter arm zu werden. Laut einem Bericht haben Frauen, die jahrelang in einem Minijob arbeiten, selbst nach 45 Versicherungsjahren nur Anspruch auf 140 Euro Rente.

http://www.stern.de/wirtschaft/news/millionen-frauen-droht-die-altersarmut-140-euro-rente-nach-45-jahren-arbeit-1806053.html

jacha

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Re:Massenphänomen Altersarmut
« Antwort #47 am: 10:23:36 Do. 29.März 2012 »
...Wobei dieser Mist, der "Grundsicherung" nennt genauso schlimm ist wie Hartz-IV. Da muß man dann regelmäßig seine Kontoauszüge beim Amt und es kommen einem die Sozialdetektive ins Haus. Das Mobbing geht also mit dieser sogenannten "Grundsicherung" weiter.
Noch sind keine "Eingliederungsvereinbarungen" vorgesehen. Das ist doch schon was. Die kommen aber noch: Diese Frau vdL will ja Zuverdienstgrenzen fuer Rentner anheben. Nach der naechsten Wahl wird sie daraus vll. eine Zuverdienstpflicht für Sozialrentner machen, deren Erwerbsfaehiogkeit die eines Halbtoten uebersteigt - wenn man sie laeßt.
cetervm censeo h.IV esse delendam

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Re:Massenphänomen Altersarmut
« Antwort #48 am: 10:26:41 So. 01.April 2012 »
Zitat
SWR Tele-Akademie
Prof. Dr. Gerd Bosbach

Die instrumentalisierte Zukunftsangst:
Gesetzliche oder private Rentenversicherung, wer hat den Nutzen?


Müssen wir die demographische Entwicklung wirklich fürchten?
Warum wird seit der Jahrtausendwende so viel über Bevölkerungsstatistik gesprochen? Wieso soll die private Rente „demographiefest“ sein? Und wem nutzt das alles?
Gerd Bosbach kennt durch seine langjährige Tätigkeit als Statistikberater in der Politik und im Gesundheitsbereich die Kraft scheinbar objektiver Zahlen - und deren interessengeleitete Interpretation. Aus dieser Erfahrung heraus beschreibt er oft übersehene, wichtige Zusammenhänge. So zeigt der Blick in das letzte Jahrhundert eine massive Alterung ohne Einschnitte in das soziale Netz, ganz im Gegenteil. Bestimmt die Demographie wirklich das Wohlergehen von Gesellschaften oder übernimmt sie nur die Rolle des Sündenbocks, um von anderem abzulenken?

Quelle: SWR

Vortrag (Video)

Link zum video geändert, jetzt dort auch zum Download als mp4-Datei (257MB)
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Re:Massenphänomen Altersarmut
« Antwort #49 am: 00:49:02 Mo. 16.April 2012 »
Am 17.4 um 22.15 Uhr gibt es im ZDF einen Beitrag zum Thema Altersarmut. Das Video ist nach der Ausstrahlung abrufbar:
http://37grad.zdf.de/ZDFde/inhalt/24/0,1872,8507192,00.html

counselor

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Re:Massenphänomen Altersarmut
« Antwort #50 am: 13:47:40 Mo. 23.April 2012 »
Rentenerhöhung und „Zuschussrente“ - Deutschland künftig ein Rentnerparadies?

23.04.12 - „Gute Nachricht für die 20 Millionen Rentner in Deutschland. Renten steigen ab Juli um gut zwei Prozent.“ So oder ähnlich lauten dieser Tage die Schlagzeilen. Und Sozialministerin Ursula von der Leyen lässt verkünden, „die kräftige Rentensteigerung, die mit Rücklagen gut gefüllte Rentenkasse und die Beitragssenkung sind zusammen Ausweis des stabilen, demografiefesten gesetzlichen Rentensystems.“ Deutschland also künftig ein Rentnerparadies? Von wegen.

Die Kritik des Sozialverbandes VdK, dass die aktuelle Rentenerhöhung nicht einmal die Inflation ausgleicht und seit 2004 die Renten real um 9 Prozent gekürzt wurden, wird von der Rentenversicherung lapidar zurückgewiesen: „Die gesetzliche Rentenversicherung berechnet bei der jährlichen Rentenanpassung keine Geldentwertung ein.“ Aber nicht nur die Inflationsrate frisst die Rente systematisch auf. Laut offizieller Berechnung der Rentenversicherung müsste die Rente 80 Prozent des letzten Lohns betragen, um im Ruhestand den bisherigen Lebensstandart zu halten. Heute beträgt die so genannte Durchschnittsrente nur noch 47 Prozent und sinkt bis zum Jahr 2030 automatisch weiter auf 40 Prozent. Millionen der heutigen Werktätigen werden also im Alter arm sein, obwohl sie arbeiten ...

Quelle: RF News
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Re:Massenphänomen Altersarmut
« Antwort #51 am: 09:48:51 Di. 24.April 2012 »
"Kräftige" Rentenerhöhung unterhalb der Inflation, "kräftige" Lohnerhöhungen unterhalb der Inflation, eine Demographiefeste Rente für die Aussterbenden Deutschen, die deutschen starben das erste mal 1930 aus, dann 1950, dann 1990 und jetzt (~20xx) erst recht, scheinbar sind wir alle schon längst ausgestorben, kein Wunder das wir keine Rente mehr bekommen.
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Re:Massenphänomen Altersarmut
« Antwort #52 am: 10:47:55 Di. 24.April 2012 »
Zitat
"Geringe Renten sind kein Indiz für geringe Gesamteinkommen im Alter"

Arbeit und Soziales/Antwort - 23.04.2012

Berlin: (hib/BOB) Geringe Renten sind kein Indiz für geringe Gesamteinkommen im Alter. Darauf weist die Bundesregierung in ihrer Antwort (17/9117) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (17/8928) hin. Die Nettogesamteinkommen von Rentnerhaushalten lägen deutlich über den durchschnittlichen Renten. Alleinstehende Männer verfügten im Alter im Durchschnitt über rund 1.451 Euro monatlich, bei alleinstehenden Frauen seien es rund 1.188 Euro. Rentnerehepaaren stehe durchschnittlich ein Nettogesamteinkommen von rund 2.248 Euro im Monat zu Verfügung. Tatsächlich liege der Anteil der Bevölkerung im Alter ab 65 Jahren, der Leistungen der Grundsicherung beziehe, nur bei knapp 2,5 Prozent. Rund 16,4 Millionen Menschen in dieser Altersgruppe– das seien rund 97,5 Prozent – sei nicht bedürftig.

Quelle: hib-Meldungen

Isch abe gar kein Auto, ups, es gibt kein Indiz für Altersarmut, wenigsten dürfen wir darüber lesen das es uns hervorragend geht.
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Re:Massenphänomen Altersarmut
« Antwort #53 am: 21:58:53 Di. 24.April 2012 »
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Re:Massenphänomen Altersarmut
« Antwort #54 am: 18:05:09 Mo. 28.Mai 2012 »
Zitat
Alterarmut - Status quo und Reformvorschläge

Vortrag von Martin Staiger, Diakonisches Werk Württemberg

Quelle und Download (pdf od. ppt)

Über Duckhome darauf gestoßen, bin noch nicht ganz durch ist bisher sehr informativ.
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Re:Massenphänomen Altersarmut
« Antwort #55 am: 16:23:30 Sa. 02.Juni 2012 »
Zitat
Schuften bis 80 - Wenn die Rente nicht reicht
Samstag, 02.06.2012, 15:30 Uhr im Ersten


Sie sind längst im Ruhestand, doch sie putzen Treppenhäuser, tragen Zeitungen aus oder arbeiten als Hausmeister, weil ihre Rente kaum zum Leben reicht. 660000 Senioren haben laut Bundesarbeitsministerium einen Nebenjob und Wirtschaftsexperten warnen: Niedriglöhne, Scheinselbstständigkeit und unterbrochene Erwerbszeiten werden die Altersarmut in Zukunft noch massiv verschärfen. NDR-Autorin Ute Jurkovics wollte wissen: Wer sind die älteren Menschen, die noch arbeiten müssen, um über die Runden zu kommen? Eine von ihnen ist Renate Eberhard. Sie gehört zu den rund acht Millionen Senioren in Deutschland, deren Rente weniger als 600 Euro beträgt. Die 73-jährige Hamburgerin zieht an drei Tagen in der Woche mit ihrem Hackenporsche auf Flohmärkte und verkauft gebrauchte Armbanduhren, alte Barbiepuppen und Schmuck. Wenn sie Pech hat, bekommt sie an einem Tag für stundenlanges Rumstehen bei Wind und Wetter gerade mal 15 Euro. Auch Marianne Kreil verdient sich auf Flohmärkten ein paar Euro dazu. Außerdem putzt sie werktags in einer Zahnarztpraxis und am Wochenende in einem Büro. Obwohl sie 40 Jahre lang als Reinigungshilfe gearbeitet und eingezahlt hat, liegt ihre Rente nur knapp über dem Sozialhilfeniveau. Mit Flohmarktgeschäften halten sich auch Rudi Meissner und seine Frau über Wasser. Weil er als Möbelpacker seine Bandscheiben ruinierte, wurde er schon mit 60 verrentet. Heute bekomm...

ARD-Mediathek (Video)

Zukunftsaussichten!
Alle selbst Schuld, weil sie so faul waren.  kotz

Es ist eindeutig, wir werden von asozialen Verbrechern regiert.
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Re:Massenphänomen Altersarmut
« Antwort #56 am: 14:26:23 Mi. 08.August 2012 »
Jetzt ist mal wieder stürmer-online dran und ruft auf zum Sozialdarwinismus:

Zitat
Die Alten leben auf Kosten der Jungen. Höchste Zeit, dass die Jugend gegen ihre Eltern auf die Barrikaden geht.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/warum-die-euro-krise-ein-generationenkonflikt-ist-a-848758.html

Ich finde Neonazis noch harmlos gegen die Schreibtischtäter in den Massenmedien.

Rudolf Rocker

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Re:Massenphänomen Altersarmut
« Antwort #57 am: 14:56:56 Mi. 08.August 2012 »
Die ältere Generation hatte noch die Chance, 45 Jahre zu arbeiten und dabei auch einen guten Lohn zu bekommen!
Das dies heute nicht mehr der Fall ist, ist aber nicht die Schuld der älteren Generation, sondern die der jetzigen!

Dieser Drecksartikel will nur von den echten Verursachern dieses Problems ablenken!

counselor

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Re:Massenphänomen Altersarmut
« Antwort #58 am: 15:17:43 Mi. 08.August 2012 »
Die Alten leben auf Kosten der Jungen. Höchste Zeit, dass die Jugend gegen ihre Eltern auf die Barrikaden geht.
Die versuchen mal wieder, die Einheit von jung und alt in den sozialen Kämpfen zu spalten.

"Neben den erwachsenen Kämpfern, deren Pflicht es ist, zu wägen, müssen jugendliche Elemente stehen, die wagen wollen." (Clara Zetkin, Ausgewählte Reden und Schriften, Bd. 1, S. 439).

Ohne den aktiven Beitrag der Jugend können wir nicht siegen, deshalb ist die Herstellung der Aktionseinheit von jung und alt von Bedeutung.
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Eivisskat

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Re:Massenphänomen Altersarmut
« Antwort #59 am: 19:42:45 Sa. 01.September 2012 »
Zitat


Immer mehr Rentner müssen arbeiten - Arbeiten weil die Rente nicht reicht

Immer mehr Menschen im Rentenalter müssen zusätzlich arbeiten, weil die Rente zum Leben nicht ausreicht. Für den Sozialverband VdK ist daher die stark gestiegene Zahl an Minijobbern unter den Rentnern ein Hinweis für die wachsende Altersarmut in Deutschland. Seit dem Jahr 2000 ist die Zahl der über 65-Jährigen mit einem Minijob um fast 60 Prozent auf 761.000 gestiegen. 120.000 von ihnen sind 75 Jahre und älter.

120.000 der über 75-Jährigen müssen arbeiten
Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbands VdK: "Diese Zahlen sind alarmierend. Ich glaube nicht, dass Rentner Zeitung austragen, im Wachdienst arbeiten oder Regale im Supermarkt einräumen, weil Sie den Kontakt zu Menschen suchen oder Erfüllung in ihrer Arbeit finden wollen. Sie üben diese wenig attraktiven Jobs aus, um ihre karge Rente aufzubessern. Bei den 120.000 über 75-Jährigen Minijobbern wird es sich nicht um Universitätsprofessoren oder Banker handeln."

Die Zahlen spiegeln laut VdK wider, "dass immer mehr Menschen Probleme haben, mit ihrem Alterseinkommen auszukommen und mit Hilfe von Minijobs versuchen, sich finanziell über Wasser zu halten." Für diesen Trend macht der VdK die Rentenentwicklung der letzten Jahre verantwortlich. "Man erkennt, dass das Absenken des Rentenniveaus, nicht spurlos an der Lebenswirklichkeit der Rentner vorbei geht", erklärte Mascher.

Die durchschnittlichen Rentenzahlbeträge bei den Neurentnern gehen ständig zurück. Besonders deutlich ist dies bei den Erwerbsminderungsrenten. Diese liegen jetzt bereits auf Grundsicherungsniveau. Hinzu kommt, dass seit 2004 die Rentner vier Nullrunden und drei Mini-Anpassungen von 0,5 Prozent bzw. 1 Prozent hinnehmen mussten.

Kaufkraftverlust von neun Prozent
Somit haben die Rentner seit 2004 einen Kaufkraftverlust von neun Prozent verkraften müssen. Ältere sind von den Preissteigerungen für Lebensmittel und bei den Energie- und Stromkosten besonders betroffen. Auch Medikamente und Hilfsmittel, die aus eigener Tasche bezahlt werden müssen, schmälern bei Rentnern das Haushaltseinkommen mehr als bei anderen. Dass auf der anderen Seite Handys und Computer billiger geworden sind, hilft den Älteren wenig.

Mascher: "Die Armut unter den Rentnerinnen und Rentnern wächst, bleibt aber häufig im Verborgenen. Nach wie vor scheuen sich viele alte Menschen zum Sozialamt zu gehen, weil sie sich schämen oder glauben, dass ihre Kinder dann herangezogen werden. Deshalb bleibt vielen Rentnern nichts anderes übrig, als einen Minijob zu suchen, um gerade so über die Runden zu kommen und vielleicht den Enkelkindern auch einmal etwas zum Geburtstag schenken zu können." (Michael Pausder)


http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/immer-mehr-rentner-muessen-arbeiten-9001091.php


Zitat
Na, was bin ich doch rüstig

 Ich, der Rentner/die Rentnerin, ich strotze vor Rüstigkeit. Ich bin fit wie ein Turnschuh, ein Markenturnschuh natürlich, nicht so ein ausgelatschter von Aldi. Der Traum meines Lebens ist es, am Arbeitsplatz zu sterben. Ich bin so hoch gebildet, dass es mir Spaß macht Zeitungen auszutragen.

 Nein, nein, ich mache das nicht, damit ich mit meiner Rente so über den Monat komme. I wo, wer denkt denn so was.

 Mein Berufung ist es, Werbung in die Briefkästen zu stecken, Flaschen zu sammeln, die andere wegwerfen, oder Zeitungspapier aufzuklauben. Ich liebe es!

 Es ist auch voll cool, wenn ich im Supermarkt Waren auffülle, so 2 Stunden am Tag oder Wächter zu spielen. Das macht mich noch fitter. Fit, fitter am fittesten! Den Superlativ gibt es wirklich. Und der trifft dann auf mich zu.

 Es ist so geil, arbeiten zu gehen.

 Ich habe soviel Geld, ich bräuchte das eigentlich gar nicht. Rentner sind eben reich. Die kennen keine Armut. Ich reise nicht, leiste mir kaum einen Gaststättenbesuch, gehe nicht ins Konzert, nichts ins Theater oder kleiner: ins Kino. Ich arbeite aus Lust an der Freude.

PS: Die Zahl der Minijobber über 65 ist um 60% gestiegen. 60% mehr glückliche Menschen, die sich um Arbeit reißen, die unqualifiziert ist? 60% mehr, die es eigentlich gar nicht nötig hätten, zu arbeiten? So jedenfalls meint es das Institut der deutschen Wirtschaft.

 Reicht es nicht langsam mit der Propaganda? Es ist nur Propaganda und es ist ätzend. Es ist wieder einmal ein DDR-déjà-vu. Vom Regen in die Traufe gekommen!


http://heut-schon-gedacht.blogspot.de/