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Die Macht des Adels

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Kuddel:
Ich wollte schon immer mal das blaublütige Pack und dessen antidemokratischen Traditionen thematisieren. Es ist nicht so einfach belegbare Fakten, z.B. über den noch heute großen Landbesitz, zu finden. Ein Artikel im FREITAG und das Hochzeitspektakel in London sind jedoch gute Gründe das Thema ins Forum zu stellen.

Ein Ausschnitt aus dem Artikel:


--- Zitat ---Stets auf dem richtigen Posten

In den Bundestag wurden sieben Abgeordnete mit adliger Herkunft gewählt. Verglichen mit der Gesamtbevölkerung ist das sehr viel: Während Deutschland etwa 82 Millionen Einwohner hat, gibt es Schätzungen zufolge nur 80.000 bis 120.000 Adlige. Zwar hat der Adel seinen rechtlichen Status nach 1945 verloren, der Adel in der DDR seinen Besitz und große Teile des ostelbischen Adels auch seine Heimat. In der alten Bundesrepublik hat es der Hochadel aber geschafft, sich als exklusive Gruppe zu konservieren und sein Vermögen, seine Schlösser und sein Land zu behalten.

Seit der Wende jedenfalls gewinnt der Adel wieder an Einfluss. Jüngere Adlige interessieren sich für die Familientraditionen und gehen unbefangen damit um. Laut Adelsforscherin Monika Wienfort haben sich viele adlige Familien nach der Wende auf ihre Geschichte zurückbesonnen und Adelsvereine sowie Familientreffen wiederbelebt. Und derzeit beweisen der Rummel um die Hochzeit des britischen Prinzenpaars William und Kate, die Karl-Theodor-Fangruppen im Fall Guttenberg sowie eine florierende Regenbogenpresse: Der „gemeine Bürger“ hat sich sein Interesse an den Blaublütern nicht aberziehen lassen – weder von Marktliberalen, noch von Sozialisten. Auch wenn der Adel längst nicht mehr an allen Schaltstellen des Staats sitzt: Er besitzt mehr Macht als viele denken.

Verglichen mit seiner Größe ist der Adel in fast allen wichtigen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens überproportional vertreten, zum Beispiel in der Wirtschaft: In den 30 Dax-Unternehmen kommen zwei Vorstandsvorsitzende und ein Aufsichtsratsvorsitzender aus dem alten Adel. Das ist viel angesichts der Tatsache, dass der Adel nur ein Promille der Bevölkerung ausmacht, sagt Eliteforscher Michael Hartmann. Ihre Netzwerke würden Adligen helfen, schneller aufzusteigen als andere Gruppen. Hochadelsfamilien wie die zu Bismarcks kämen allein schon durch ihr Eigentum in Kontakt mit Aufsichtsräten, die auch in anderen Unternehmen an der Spitze sind. Auch auf privaten Veranstaltungen lernten sie Leute aus der Wirtschaft kennen und erführen zugleich, wie sich Unternehmen entwickeln und wer dort die Fäden zieht. Dieser Informationsvorsprung ist laut Hartmann entscheidend.

Einer, der diesen Vorteil besonders gut zu nutzen wusste, ist August Baron von Finck, einer der zehn reichsten Deutschen. Von Finck stammt aus einer Bankiersfamilie, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts nobilitiert wurde. Als sein Vater starb, übernahm von Finck die Privatbank Merck Finck & Co. Seit er sie 1990 verkauft hat, vermehrt er sein Geld, indem er in Immobilien, Brauereien, Chemiekonzerne und Versicherungen investiert. Seinen politischen Einfluss wiederum steigerte er, indem er mehrere Millionen Euro an die FDP, die CSU, aber auch den rechtsgerichteten Euro-Gegner Manfred Brunner spendete.

Viele Privatbanken waren noch bis vor wenigen Jahren in Adelshand. Die Vorfahren der adligen Bankiers waren meist im Kaiserreich nobilitiert worden, neben den von Fincks etwa auch die von Oppenheims und die von Bethmanns. Zwar mussten in der Finanzkrise viele verkaufen, ihre Häuser existieren aber häufig noch als Töchter anderer Banken. Eigenständig ist noch das Bankhaus Metzler, das vollständig im Familienbesitz ist.

Mehr Kontinuität zeigen die adligen Großgrundbesitzer: Der größte Privatwald Deutschlands ist in der Hand der Familie von Thurn und Taxis – mit 28.000 Hektar ist er etwa halb so groß wie die Fläche des Bodensees. Aber auch die Grafen Fugger, die Fürsten Hohenlohe und Hohenzollern-Sigmaringen besitzen im Südwesten Deutschlands Wälder, die sich über weite Gebiete erstrecken. Da passt es, dass Karl-Theodor zu Guttenbergs Bruder, Philipp zu Guttenberg, Präsident des Waldbesitzerverbandes ist. Bei der Forstwirtschaft allein bleibt es oft nicht, viele adlige Familien öffnen die Tore ihrer Anwesen, um mit Tourismus Geld zu verdienen.

Oft behaupten Adlige, der Titel habe für sie keine Bedeutung mehr. Er tue sich schwer, sich als Adligen zu bezeichnen, sagte etwa Prinz Georg Friedrich von Preußen einmal, Chef des Hauses Hohenzollern und Ururenkel von Kaiser Wilhelm II. Nicht selten sind solche Sätze jedoch Untertreibunen. Hans-Georg von der Marwitz nennt seinen Adelstitel einen Namenszusatz, „nicht mehr und nicht weniger“. Ein Blick auf seine Internetseite zeigt jedoch ein anderes Bild: Dort kann der Leser seine Familiengeschichte nachlesen, er erfährt etwas über den „festen Charakter“ der Familie und über einen Ahnen, der sich als preußischer General dem Befehl Friedrich des Großen widersetzte, ein Jagdschloss zu plündern. Seine Mitarbeiter hätten die Seite eingerichtet, um den Anfragen Rechnung zu tragen, entschuldigt sich von der Marwitz. Beeindruckt sei er aber schon von der Haltung seiner Vorfahren. Dass er jetzt die Tradition wieder in Anspruch nehmen könne, das bedeute für ihn vor allem Verantwortung. Er selbst sehe sich als Statthalter des Betriebs in Friedersdorf. Wie ein Geschenk sei es für ihn, dort wieder verwurzelt zu sein, wie viele Generationen vor und womöglich auch nach ihm. „Das gibt einem eine ganz andere Kraft, es schafft politisch eine innere Freiheit und Unabhängigkeit, ja eine Geborgenheit.“

Es ist diese gefühlte Unabhängigkeit, wegen der ein Politiker wie Karl-Theodor zu Guttenberg als zukünftiger Kanzler gehandelt wurde, und Ursula von der Leyen als Bundespräsidentin. Die Hoffnung: Adlige kleben nicht am Job. Wenn sie etwas nicht verantworten können, treten sie zurück; wenn sie aber überzeugt sind, dann verfolgen sie ihre Ziele auch gegen harten Widerstand. Selbst wenn sich dieses Bild meist als Mischung aus Projektion und Inszenierung erweist: Das Image hilft adligen Politikern, beliebt und erfolgreich zu werden.

Trotz des Einflusses, den der Adel heute ausübt, wäre es vorschnell, von einer zielgerichteten, gemeinsamen Standespolitik zu sprechen. Dafür sei der Adel inzwischen viel zu heterogen, sagt der Historiker und Adelsforscher Eckart Conze von der Universität Marburg. Der Adel als soziale Gruppe habe alle Prozesse der Differenzierung durchlaufen, den auch andere Gruppen durchgemacht hätten. Alleine der Habitus und das Auftreten verbindet Politiker wie von der Leyen und zu Guttenberg – wobei etwa schon Thomas de Maizière wieder einen anderen Politikstil vertritt. Die Historikerin Monika Wienfort glaubt gar, dass sich der Habitus, der adligen Politikern zugeschrieben wird, gar nicht so sehr von dem des Hanseaten unterscheidet. Es hänge eben viel von eigenen Projektionen ab. Der Bürger sehe das, was er sehen wolle.

Sehnsucht nach Führung

Das Phänomen zu Guttenberg sei dennoch kein Zufall, sondern habe mit dem Glaubwürdigkeitsverlust der Politik zu tun, sagt Eckart Conze. Es habe sich der Eindruck verstärkt, dass Politiker ihre Überzeugungen je nach Stimmungslage über Bord schmissen. Laut Conze wächst deswegen die Sehnsucht nach Führungsfiguren, die durch Beständigkeit und nicht durch Wendigkeit auffallen. Nicht bloß die Bevölkerung, auch Politiker glaubten wohl eher, im Adel fündig zu werden.

Ein Blick auf die politische Realität zeigt jedoch: Adligen Politikern nach 1945 ging es weniger um Beständigkeit in der Politik als um eine gute Figur auf der großen Bühne und darum, das Land zu repräsentieren, wie es etwa Richard von Weizsäcker als Bundespräsident tat. Schließlich war der Adel schon immer in der Diplomatie stark vertreten, auch heute noch. Viele Adlige werden heute noch Botschafter, weil sie einer „familiären Adelstradition“ nachgingen, sagt Monika Wienfort. Die Grundlage dafür schaffen die Eltern: Erziehung, Internate und Eliteuniversitäten im Ausland bereiten die Sprösslinge vor.

Seine größte Macht erhält der Adel jedoch durch die Aufmerksamkeit der Medien. Ein Politiker wie zu Guttenberg sei eben viel unterhaltsamer als ein Gewerkschafter aus Bottrop-Süd, der nach langen Jahren mit einem Mandat belohnt wird, sagt Eckart Conze. Er stellt weniger eine Revitalisierung des Adels fest, als eine Medialisierung der Politik. „Seine Bedeutung erhält der Adel als Prominentengruppe“, sagt der Historiker. Das sei ein Geben und Nehmen. Den Adligen sei die Aufmerksamkeit bewusst und sie wüssten, wie sie sich das zu Nutze machen und „Anerkennungsprofite“ sammeln können.

Ein Gegenmodell verfolgen Jutta Ditfurth und Hermann Otto Solms. Beide stammen aus alten Adelsgeschlechtern, haben ihren Titel aber abgelegt. Das passe einfach nicht zur Demokratie, begründete das Solms, immerhin ein geborener Prinz.
--- Ende Zitat ---
http://www.freitag.de/wochenthema/1117-gnade-der-geburt

Kuddel:

--- Zitat ---Adel vernichtet

Auch wenn sie es bestreiten: Aristokraten fühlen sich anderen überlegen. Zu solchen Leute wollte ich nicht gehören - und erlebte, was "adlige Werte" in Wahrheit bedeuten

Es war im Jahr 1981, als mich die beiden CDU-Abgeordneten Alexandra Prinzessin von Hannover und Helga Gräfin Haller von Hallerstein am Rand einer Parlamentssitzung zur Seite nahmen. Ihre Gesichter waren streng, ihr Ton pikiert, ihre Worte voller Dünkel. Sie warfen mir vor, die „Standesregeln“ sowie die „Ehre“ meiner Familie zu verletzen. Ich war für die Grünen in den Frankfurter Römer gewählt worden und glaubte mich zurückversetzt in den Adelsverband und das Internat.

Ende der Siebziger hatte ich das „von“ aus meinem Namen gestrichen und bestand nun auch im Frankfurter Rathaus auf der veränderten Anrede. Damit hatten die beiden Frauen aus vom Adel-und-Banken-Flügel der CDU-Fraktion Probleme. Sie empfahlen mir allen Ernstes, meinen Namen ganz abzulegen, damit ich dem „Stand“ und meiner „Familie“ nicht weiter Unehre zufügte.

Des deutschen Adels Erbfeind waren stets das republikanische Frankreich, die Russische Revolution sowie die niedergeworfene deutsche Novemberrevolution – allesamt „jüdisch-bolschewistische“ Verschwörungen „Fremdrassiger“. Eine Bedrohung der ökonomischen Interessen und der Privilegien des Adelsstandes. Der alte Adel hat in seiner tausend Jahre dauernden Geschichte vorzugsweise inneradlig geheiratet. Es ist die Ausnahme, wenn zwei der heute etwa 80.000 bis 120.000 „Adligen“ nicht miteinander verwandt sind. Die „Familie“ – gemeint ist stets der adlige Großverband und nicht die bürgerliche Kleinfamilie –, die es von „Bolschewisten“ und „Fremdrassigen“ reinzuhalten gilt, ist also immer auch die eigene. Das verbarg sich hinter dem Geplapper der beiden Damen, auch wenn es ihnen selbst verborgen blieb.

Lauter seltsame Einzelfälle

Was ich seit 1990 beobachte, halten manche Linke immer noch für skurrile Einzelfälle. Aber sie sollten sich umschauen: Berliner Reaktionäre diskutieren über ein neues Schloss. Linke schicken ihre Kinder in Privatschulen. Frankfurts Oberschicht baut sich im Bündnis mit Geschäftstüchtigen und wild gewordenen KleinbürgerInnen eine nagelneue Altstadt samt Rekonstruktion des alten Krönungswegs! Das soll diejenigen beruhigen, denen längst angesichts der sozialen und ökologischen Verrohung ihrer Stadt mulmig geworden ist.

Einige meinen, die Begeisterung für den Adel sei nichts als ein Medienhype, der dadurch gefüttert wird, dass viele Menschen sich nach Führungsfiguren sehnten, die über dem parteitaktischen Tagesgeschäft zu schweben scheinen. Ja, hinter der Schwärmerei für den adligen Zinnober verberge sich gar die Suche nach positiven Werten. Aber wozu suchen und warum ausgerechnet dort? Solidarität, soziale Gleichheit, Emanzipation – diese Werte liegen doch offen da. Dass sie nicht gewählt werden, ist eine Sache von Interesse und Entscheidung. Wahrscheinlich liegt es auch am autoritären Denken und am deutschen Untertanengeist, der immer auch die Bereitschaft einschließt, sich und andere zu unterwerfen – unter eine traditionsreichere Obrigkeit. Wilhelm Zwo statt Westerwelle, Guttenberg statt Rösler.

Und um welche positiven Werte handelt es sich? Seit Jahren biete ich vergeblich eine Wette an: dass es in der Geschichte keinen einzigen Fall einer Nobilitierung gab, der eine humanistische Prüfung überstünde. Immer war die Erhebung in den Adelsstand der Dank eines Herrschenden für Raub, Mord, Niedertracht oder zumindest für effizientes Hofschranzentum. 200 Jahre nachdem meine Vorfahren in Pommern Slawen und Sorben „missionierten“, schien es dem durch Kriege, Kreuzzüge und Wegelagerei reich gewordenen Adel im 14. und 15. Jahrhundert angesichts blühender Städte und eines durch Handel wohlhabenden Bürgertums angeraten, die Bauern noch mehr auszupressen. Sie raubten ihnen Freiheit, Land und die Früchte ihrer Arbeit.

Die Bauern erhoben sich im 16. Jahrhundert gegen ihre Peiniger, um am Ende massakriert zu werden. Die Überlebenden erlitten die Leibeigenschaft erneut, vormals freie Bauern wurden „gelegt“, enteignet und versklavt, ihre Frondienste in neue Dimensionen gesteigert. Auf dem Land herrschten Patrimonialgerichtsbarkeit, Stock und Peitsche regierten. Erst drei französische Revolutionen – 1798, 1830, 1848 – und eine unvollendete deutsche – 1848 – brachen in die deutschen Zwangs- und Gewaltverhältnisse ein. Mein Urgroßonkel Börries Freiherr von Münchhausen schrieb 1924 im Deutschen Adelsblatt: „Wenn Adel einen Sinn und Wert haben soll […] so kann es nur dies sein: Menschenzüchtung.“ Durch jüdische Ahnen „rassisch verunreinigten“ adligen Familien empfahl er die Ablegung des Adeltstitels. Als ich 2003 der sächsischen Stadt Kohren-Sahlis empfahl, den Antisemiten Münchhausen nicht zu ehren, beschimpfte man mich als „Nestbeschmutzerin“, die nicht legitimiert sei, „an Land und Leuten Rufmord“ zu begehen. Die Nachfahren der massakrierten Bauern haben kein Bewusstsein ihrer Herkunft mehr, der Adel aber kennt seine genau – die wirkliche und ihre Mystifikation.

Nützliche Märchen

Einer der erfolgreichsten Mythen ist der vom adligen Widerstand gegen die Nazis. Dabei war die Zahl der Adligen, die die Juden nicht verabscheuten und die Weimarer Republik nicht auf den Scheiterhaufen wünschten in Wahrheit winzig. Marion Gräfin Dönhoff war die einflussreichste Märchentante des 20. Juli und außerordentlich nützlich. Als die bürgerliche Feministin Alice Schwarzer ihr eine untertänige Biografie widmete, war das Projekt abgeschlossen – Emanzipation auf deutsch.

Der Adel ist eine Kaste, die glaubt, sie sei durch Geburt und Tradition anderen Menschen überlegen – auch wenn ihre Angehörigen dies in der bürgerlichen (!) Öffentlichkeit bestreiten. Die Einbildungen über den Adel taugen – vermehrt seit 1990, als wieder Bauernland in adlige Erbenhand geriet – bürgerlichen Eliten als Quelle der Distinktion. Sie schicken ihre Kinder in Etikettekurse und Privatschulen, auf dass sie sich nicht mit dem „Pöbel“ gemein machen. Dort geht es nicht um Solidarität, soziale Gleichheit, Emanzipation, sondern um Beziehungen, Netzwerke und soziale Abgrenzung. Genau darin liegt heute der Nutzwert des „Adels“ für das sozial verrohende Bürgertum. Die Erziehung zu „adligen Werten“ ist immer eine, die mit Elitedenken, sozialer Ignoranz, Blut und Rassismus verbunden ist. Es gibt sie nicht anders.

--- Ende Zitat ---
http://www.freitag.de/wochenthema/1117-adel-vernichtet

schmetti:
Sorry, auch wenn es nicht zum Thema passt:

Ich frage mich, wie sich manche Leute beim Kacken verhalten. Also nicht, dass mich das interessieren würde, das ist lediglich ein Gedankenspiel. Im Fall des Hardcore-Adels: Trägt man da Einweg-Handschuhe bei, wenn man das Toilettenpapier ansetzt?

Ist hier einer aus dieser Fraktion im Forum und könnte darüber Auskunft geben? Oder fällt das unter intimste Intimsphäre?
(Gewiss!)

Hedgegina:

--- Zitat ---Für die Zukunft ist die Familie, wie man im Sport sagen würde, gut aufgestellt. "Eine Stärke des Adels sind viele Kinder", sagt Ernst F(v)E. "Sie sollen gut aufwachsen und erzogen werden, Werte übernehmen und verbreiten." Das Paar hat drei Kinder und drei kleine Enkel. "Später möchte ich ihnen Böhmen, Berlin und andere Orte zeigen. Das wird lustig." Nicht zuletzt wegen des Startvorteils fast aller Großeltern: "Ich will mit ihnen reisen. Um die Erziehung sollen sich die Eltern kümmern."
--- Ende Zitat ---

Quelle: http://www.kleinezeitung.at/kaernten/familien/2748641/alter-adel-hauch-scherz.story

Ich glaube, wenn man inmitten dieser "Adels-Kaste" sich befindet, dass man da nicht wirklich mehr etwas merkt, worauf obiges Zitat hindeuten soll. Der Blaublüter/Die Blaublüterin (vorsicht : Ironie) nimmt sich selbst inmitten dieser Kaste wahr, nimmt auch andere "Kasten-Mitglieder" wahr, der Rest ist unwichtig, solange er nicht im "Konzert von Geld, Wirtschaft und Politik" (sehr schöner Ausdruck (vorsicht: Ironie!) Zitat auch aus obiger Quelle, hab lange überlegt, ob ich diesen Artikel verlinken soll oder nicht) eine Rolle spielt.

Ich kenne jedoch ausreichend Menschen, die diesen verklärten Blick auf eine Menschengruppe, die unerreichbar (anscheinend) über ihnen steht, die sie anhimmeln können, (anscheinend) einfach brauchen! Fragt mich echt nicht warum, vielleicht zu wenig Grimm´s Märchen in der Kindheit vorgelesen bekommen, ich weiß es nicht. Da ist etwas, das rein, unverfälscht und schön (in deren Ansicht) ist, das einem (anscheinend) Hoffnung gibt, und die eigene (anscheinend) unwerte Existenz vergessen lässt.

I kenn mi do nimmer aus....

Ich habe mal eine Reportage gesehen über unverheiratete Adelsfrauen zwischen 30, 40 und 50, die von Party zu Party und zu Empfang (innerhalb ihrer Kaste) reisen, um sich doch noch zu verheiraten - denn es darf kein "Bürgerlicher" sein. Hab vergessen, wo die mal lief - fand ich echt krass.

Aloysius:

--- Zitat von: schmetti am 23:23:58 Sa. 14.Mai 2011 ---Sorry, auch wenn es nicht zum Thema passt:

Ich frage mich, wie sich manche Leute beim Kacken verhalten. Also nicht, dass mich das interessieren würde, das ist lediglich ein Gedankenspiel. Im Fall des Hardcore-Adels: Trägt man da Einweg-Handschuhe bei, wenn man das Toilettenpapier ansetzt?

Ist hier einer aus dieser Fraktion im Forum und könnte darüber Auskunft geben? Oder fällt das unter intimste Intimsphäre?
(Gewiss!)

--- Ende Zitat ---

Also, ich habe früher mit einem Angehörigen des 'Geldadels' eine Band gehabt. (Er war Erbe eines kleineren Konzerns). Unser Probenraum war da im Sousterrain, nebenan Pool mit Gegenstromanlage, Orientteppiche und ein Flügel, recht luxuriös :)

Da gab es im Bad zwar keine Handschuhe, aber in einem Regal neben dem Waschtisch mit kleinen schneeweißen Handtüchern, und auf der anderen Seite ein kleines Loch in der Wand da warf man das Handtuch nach dem Benutzen rein und es fiel direkt in den Hauswirtschaftsraum unten, wo es dann gewaschen wurde.

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