Autor Thema: Studium des Elends  (Gelesen 6109 mal)

Dave

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Studium des Elends
« am: 16:06:55 Sa. 20.Dezember 2003 »
Ich habe mir hier einige Postings durchgelesen, wie Leute sich so durch´s Leben schlagen müssen. Angesichts der aktuellen Studentenproteste will ich hier mal meine eigenen Erfahrungen schildern. Viele Studenten scheinen sich überhaupt kein Bild zu machen, was auf sie zukommt.

Natürlich gibt es ein paar Studierende, die können sich das Studium aus reinem Interesse gönnen und es gibt auch einige, die wurden gleich mit Mitgliedschaft im Tennisverein oder Yachtclub geboren. Und die wissen, daß sie eines Tages Vatis Kanzelei oder Praxis übernehmen werden.

Doch die meisten gehören nicht zu dem erlauchten Kreis. Ich hab auch nie dazugehört. Ich hab irgendwann Grafikdesign studiert, weil ich dachte, damit werd ich nie schwer arbeiten müssen. Als die Computerbranche boomte, sah alles auch noch ganz rosig aus. Ich sah das mit dem Studium auch nicht so verkniffen und so zog es sich über längere Zeit hin. Ich bekam schließlich Höchstsatz Bafög. Als ich es irgendwann doch erfolgreich abgeschlossen hatte, war die New Economy Blase längst geplatzt und ich konnte mir mit dem Abschluß den Arsch abwischen. Es gab beim besten Willen nichts in meinem Bereich. Ich landete beim Sozialamt. Da durfte ich kafkaeske Erfahrungen von Beleidigungen und Erniedrigungen machen. Wer das nicht selbst erlebt hat, macht sich kein Bild! Um dem zu entgehen suchte ich mir einen Job in einem Copyshop. Und da bin ich dann hängengeblieben. Es kamen dann die Rechnungen für die Bafög-Rückzahlung. Weit über 20 000 EUR. Ich machte mich schlau wie hoch denn der Lohn sein darf, bevor etwas gepfändet werden kann. Ich redete mit meinem Chef und richtete meine Arbeitszeit so ein, daß der Lohn stets einen Cent unter der Pfändungsgrenze liegt. Der Betrag wird auch nicht höher, während alles teurer wird. Es ist noch Zeit für Freundin und Band drin, Rotwein geht auch noch, aber an einen Wagen oder Urlaub brauche ich garnicht zu denken! Und meine Eltern hatten mir doch immer erzählt, ich soll studieren damit etwas aus mir wird. Ja, ist wirklich toll das Leben als Akademiker!!!

Für jede verschissene Berufsausbildung wird eine (wie miese auch immer) Vergütung gezahlt. Das man heutzutage an der der Institution Hochschule sogar noch dafür bezahlen soll sich ausbilden zu lassen, wie es der Wirtschaft gefällt, ist schon absolut absurd!

Kuddel

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Studium des Elends
« Antwort #1 am: 18:16:44 Sa. 04.Februar 2006 »
In den 60 Jahren waren Studenten fast so etwas wie die Avantgarde der politischen und sozialen Rebellion.

Heute scheinen die Studies reichlich verblödet. Man halst sich nicht nur nen Riesenberg Schulden auf mit seinem fagwürdigen Studium, nein,  jetzt ist man auch Avantgarde im Lohndrücken und Duckmäusertum.

Politische Aktivisten an Unis sollten nicht nur Studiengebühren thematisieren, sondern auch das Leben ausserhalb der Uni: Viele Callcenter z.B. könnten mit ihren Dumpinglöhnen nicht durchkommen, gäbe es nicht so viele Studentenjobber, die es mit sich machen ließen. Auch diese "Jobber" müssen sich klarmachen, daß es nicht nur für sie selbst schlecht ist, wenn sie ihre Arbeitskraft zu billig verkaufen, sie fallen damit auch ihren Kollegen in den Rücken. Sie müssen sich dringendst mit folgenden Dingen auseinandersetzen: Welche Rechte hat man? Wie wehrt man sich? Wie etabliert man einen Betriebsrat? Was unternimmt man bei einem Betriebsrat, der auf Seiten des Managemets steht?

All das sind zwar Fragen auf Kindergartenniveau, aber ich habe den Eindruck, die sogannte Elite von morgen hat sie sich bisher nicht gestellt.

jensen

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Studium des Elends
« Antwort #2 am: 18:58:55 Sa. 04.Februar 2006 »
(.)
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Klassenkampf

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Studium des Elends
« Antwort #3 am: 11:32:26 So. 05.Februar 2006 »
Zitat
Sie müssen sich dringendst mit folgenden Dingen auseinandersetzen: Welche Rechte hat man? Wie wehrt man sich? Wie etabliert man einen Betriebsrat? Was unternimmt man bei einem Betriebsrat, der auf Seiten des Managemets steht?

Die prekär-beschäftigte Elite von morgen muß sich also mit kindischen Fragen auseinandersetzten, mit Fragen, denen schon lange Antworten hätten folgen müssen. Und aus dieser Erkenntnis heraus, erscheint es schier unmöglich, daß die Studierenden gegen soziale Ungleichheit an sich unternehmen - eigene Einschränkungen mag man noch anklagen, doch die gesamte Gesellschaft in Frage stellen, scheint denen, die sich Kinderfragen nicht widmen können, eine Utopie.

Und doch ist der jugendliche Elan Grundbasis ideologischer Zeitenwende. Nicht umsonst wurde mehrfach darauf hingewiesen, daß das europäische Revolutionspotenzial deswegen aufgebraucht sei, da Europa zunehmend einer Vergreisung zum Opfer fällt - Mitvierziger und Senioren seien zu behäbig dazu.
Jugendliches Ungestüm war mehrfach Auslöser gesellschaftlicher Wandlung, nicht zuletzt in den Sechzigerjahren. Selbst die Studenten der Weimarer Zeit waren maßgeblich an der Ideologiefestigung der Nationalsozialisten beteiligt: Der NSDStB (Nationalsozialistische Deutsche Studentenbund), unter der Leitung Baldur von Schirachs, gewann in einer Reihe von Hochschulen die Wahlen der AStA (Allgemeiner Studierendenausschuß) - diese Formierung einer akademischen Basis von 1929-31 nimmt den politischen Durchbruch der NSDAP vorweg.

Interessant auch: Dieses Hinwenden zum Nationalsozialismus ist als Folge Weimarer "Reliktsverehrung" zu begreifen. Nicht umsonst wurde die Weimarer Republik als "Republik der Älteren und Alten" bezeichnet, und alleine Haffner war es nicht, der den wilhelminisch-preußischen Elan bis in die Anfangszeit der späteren Bundesrepublik verspürte (was auch nicht verwunderte, zumal Bundeskanzler Adenauer ein Kind dieser Epoche war). Weimar war ein Kampf der Revolution gegen die Reaktion, Linke gegen ehemalige Machteliten - später entstand ein romantisch-verklärter Konservatismus, gepaart mit Kriegskult ehemaliger, nun aussortierter Frontsoldaten, der den Machteliten als Basis und Sprungbrett dienen sollte.
Die antiquierte Politik der Weimarer Epoche vermag es nicht, die Jugend anzusprechen. 40 Prozent der Wahlberechtigten von 1932/33 waren 1919/20 noch nicht wahlberechtigt, sind also geprägt von Entbehrungen und Schmach, von antiquierter Elitenpolitik und linker Verpuffung. Das parlamentarische System, mit seinen Legionen von Fraktionen, den ständigen Kompromissen um der Macht willen, mit seinen Wahlen als Dauerzustand, konnte keine Demokraten formen, nicht die Jugend als Basis der Demokratie vereinnahmen.

Diese Studenten waren Kinder ihrer Zeit: Auch sie favorisierten eine starke Hand, einen Einzelnen, der diese Mißstände beseitigt, ohne stets auf Kompromiß bedacht zu sein. Und in der NSDAP und deren Agitator Hitler fand sich dieser Messias. Die studentische Jugend - die politisierte Jugend an sich - flüchtet sich ins Extreme: Rassisches und aus der Asche entsprungenes Großdeutschland oder Sowjetrepublik Deutschland!
Aufgrund der Verpuffungserscheinung linker Visionen in den Jahren zuvor, der verpaßten Umsetzung nach Kriegsende, flüchteten sich Horden Jugendlicher und Studenten in die Arme der völkischen und nationalen Verbände und Parteien - letztendlich der NSDAP.

Der Nationalsozialismus war Jugendbewegung: Ab 1933 besetzten Deißigjährige führende Positionen im Reich. 1930 waren 70 Prozent aller Parteimitglieder jünger als 40 Jahre, davon mehr als die Hälfte sogar jünger als 30 Jahre. Jung- und Neuwähler wählten die NSDAP!
Lediglich 10 Prozent der SPD-Fraktion von 1930 ist unter 40 Jahre, bei NSDAP und KPD (den Parteien der Extreme) sind es knapp 60 Prozent. Je mehr Jahrgänge wahlmündig wurden, desto mehr verloren die älteren und alten Jahrgänge an Boden. Familienspaltung: Die Väter sind deutschnational oder liberal, die Kinder Anhänger der NSDAP - die Väter wählen die SPD, deren Kinder die KPD.

Keinesfalls sollte damit formuliert sein, wohin die studentische Energie dieser Tage fließen sollte. Doch darf es als Beispiel dienen, wie sehr jugendlicher Elan vonnöten ist, um die Gesellschaft zu verändern. Und im groben Maße scheint es tatsächlich so, als wären die Studierenden heute wenig politisiert und trotz schwerer finanzieller Belastung und notwendiger Arbeit nebenbei (zudem in ausbeuterischen Maßstäben) relativ selbstgefällig und zufrieden - der Widerstand gegen die Politik, die sich gegen Bildung stellt, ist nicht mehr als ein laues Lüftchen.
Auch sollten die Ausführungen aufzeigen: Eine parlamentarisches System, welches den Ansprüchen und Forderungen der Jugend nicht gerecht wird, verliert schnell an Boden und läuft Gefahr, hamelnsche Rattenfänger auf die Jugendlichen anzusetzen.
Freilich: Die Bundesrepublik ist nicht Weimar, kein Demokratiegebilde ohne Tradition, doch die ignorierten Jahrgänge werden nicht weniger. Doch trotz fehlender Politisierung vieler Studenten und Jugendlicher, läßt sich eines feststellen: Treue Republikaner, gar treue Demokraten finden sich nicht mehr in einer Fülle, wie man es erwarten könnte - Visionen allerdings sind ebenso Mangelware und haben den Makel des Unmachbaren: Anarchismus und faschistoider Nationalismus alá NPD (des zweiteren bedient man sich, getreu deutscher Geschichte, nun gerne im Lager der konservativen Kräfte - der Union und dem rechten Flügel der Sozialdemokraten).

Überhaupt hat man in dieser Gesellschaft das Gefühl, als wäre das Wort "Utopie" ein Unwort. Wer von einer anderen, besseren, edleren Gesellschaft träumt, wird als Utopist bezeichnet, was man schon beinahe als Beleidigung versteht. Das Primat des Kapitalismus, welchen man hierzulande als freien Markt bezeichnet, läßt keine Nebenideologien zu - dieses System legt sich selbst Absolutheitsanspruch auf. Utopisten sind also zwar Träumer, aber auch - und deshalb gilt es sie zu diskreditieren - absolutheitsuntergrabende Subjekte. So gilt: Utopisten und Defätisten stehen dem Kapitalismus entgegen.

Wie aber soll Zukunft gestaltet werden, wenn sich der Mensch in seinem heutigen Dasein zufrieden wähnt und glaubt er müsse nicht an einem Mehr arbeiten? - Einem Mehr an Recht und Gerechtigkeit, einem Mehr an Sicherheit, einem Mehr an Gleichheit, einem Mehr an Toleranz.
Utopie ist die Grundlage dieses Mehr, Utopie ist der Zustand in dem wir leben - wäre dem mittelalterlichen Lehensherrn nicht utopisch erschienen, mit seinen Bauern gleich vor dem Gesetze zu stehen?
Utopien gilt es zu schmieden, Utopisten gilt es nicht zu schmähen und machen sich Studenten auf, eine Utopie zu fordern, so sollte sie die Gesellschaft - wir alle - nicht belächeln, sondern ihnen Lob zollen. Vielleicht wagt es dann die Studentenschaft eher, sich der Gesellschaft mit Elan zu widmen, und nicht - wie derzeit - lediglich eigene Mißstände zaghaft zwischen Trillerpfeife und Dosenbier zu plakatieren.

Eine Weltkarte, in der das Land Utopia nicht verzeichnet ist, verdient keinen Blick, denn sie läßt nie eine Küste aus, wo die Menschheit ewig landen wird. Und wenn die Menschheit da angelangt ist, hält sie Umschau nach einem besseren Land und richtet ihre Segel dahin. Der Fortschritt ist die Verwirklichung von Utopien. Soweit Oscar Wilde im Jahre 1891.
Utopien - das Streben nach Veränderung - sind nicht alleine Aufgabe der Studierenden, ja nicht einmal Aufgabe der Jugend alleine. Jeder darf schmieden, der sich im Hier und Jetzt unzufrieden, ausgebeutet, determiniert fühlt.
„Diese Verhältnisse sind nicht die von Individuum zu Individuum, sondern die von Arbeiter zu Kapitalist... Streicht diese Verhältnisse, und ihr habt die ganze Gesellschaft aufgehoben.“
--- Karl Marx, "Das Elend der Philosophie" ---

Kuddel

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Studium des Elends
« Antwort #4 am: 16:10:18 So. 05.Februar 2006 »
Weia, Studenten und die NSDAP....

Ich wollte eigentlich keinen Rundumschlag, ich wollte nur wenig Praxisnähe studentischer Politik und ein paar Illusionen zerstören.

Die wenigsten Studies werden einmal zur Elite gehören. In heutigen Zeiten ist es ein Teil einer gewöhnlichen Berufsausbildung und man hat sich dann als Malocher durchzuschlagen, der bestenfalls um harte körperliche Arbeit herumkommt. Ansonsten: same shit!

Wenn man sich Gedanken um Zusammenhänge macht, dann sollte man auch seine eigene Position hinterfragen. Was mache ich nach dem Studium? Was für  Studijobs mache ich während des Studiums?

Soetwas sollten der Asta auch als öffentlche Diskussion entfachen.
Und nicht nur der ASTA. Aktuell ist ja das buw Callcenter in diesem Forum ein großes Thema. Wenn dort die Studentischen Kräfte sich am meisten gefallen lassen und zum Problem werden, wenn es darum geht bessere Arbeitsbedingungen zu erkämpfen, dann muß sowas auch offen diskutiert werden.

Flugblätter zum Thema auf die Mensatische!

Aber vorsicht: in diesem freien Land ist die Meinungfreiheit ein Minenfeld. Als in Kiel auf dem Campus Fluglätter über die Arbeitsbedingungen verteilt wurden, erhielt der presserechtlich Verantwortliche eine kostenpflichtige Abmahnung von der Freenet-AG.

ManOfConstantSorrow

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Studium des Elends
« Antwort #5 am: 18:15:59 Do. 15.Februar 2007 »
Eine vom DGB in Auftrag gegebene Studie ergab, dass 37 Prozent der frisch gebackenen Akademiker ein Praktikum nach dem Studium machen, 11 Prozent sogar noch ein zweites. Dabei sind es ausschließlich junge Frauen, die mehr als zwei Praktikas machen. Die "Praktikas" haben oft überhaupt nichts mit Ausbildung zu tun: Die Hälfte der für die Studie Befragten gab an, dass die Ergebnisse ihrer Arbeit fest in den Unternehmensablauf eingeplant waren - missbraucht als billige Arbeitskraft! Die Hälfte solcher "Angebote" ist sogar unbezahlt, wer Geld bekommt erhält durchschnittlich 600 Euro.
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Carinchen

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Studium des Elends
« Antwort #6 am: 23:00:35 Mo. 19.Februar 2007 »
Zitat
Ja, ist wirklich toll das Leben als Akademiker!!!

Das kann ich nur bestätigen. Man hangelt sich von einem Job zum Anderen. Aber immerhin habe ich noch einen Job und kein Praktikum :(

Zitat
Die Hälfte der für die Studie Befragten gab an, dass die Ergebnisse ihrer Arbeit fest in den Unternehmensablauf eingeplant waren - missbraucht als billige Arbeitskraft! Die Hälfte solcher "Angebote" ist sogar unbezahlt, wer Geld bekommt erhält durchschnittlich 600 Euro.

Das Problem ist, dass es viele mit sich machen lassen. Ich war da immer konsequent. Viele große Unternehmen planen Praktikanten ein und streichen volle Stellen :(

Die Stellen, die dann noch übrigen bleiben sind nicht gerade üppig bezahlt, häufig befristet etc.
Ich würde jedem raten nicht zu studieren. Viel Investition für wenig Gegenleistung.

Allerdings gibt es einige die sahnen richtig ab nach dem Studium. Aber die wissen eben wie es geht ;)

LG
Carinchen
Thank god it's Wednesday.

TagX

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Studium des Elends
« Antwort #7 am: 23:20:50 Mo. 19.Februar 2007 »
Zitat
Original von Carinchen
Ich würde jedem raten nicht zu studieren.

Das würde ich nicht.
Warum hast du denn studiert? Um später abzusahnen? Also eigentlich sind die Gründe für ein Studium anderer Natur.

LG
TagX
Grüße


Sozialismus!

Carinchen

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Studium des Elends
« Antwort #8 am: 00:20:49 Di. 20.Februar 2007 »
Zitat
Das würde ich nicht.

Jedem das Seine...

Zitat
Warum hast du denn studiert? Um später abzusahnen? Also eigentlich sind die Gründe für ein Studium anderer Natur

Ich habe in keinem Satz geschrieben, dass ich absahnen will...

Ich habe studiert, damit ich das beruflich machen kann, was mir Spaß macht und das ich später sorgenfrei leben kann.

Ich lasse jedem seine Erfahrung. Aber meine Meinung werde ich ja wohl noch sagen dürfen, lieber TAG X.

Oder hast Du nur aus rein altruistischen Gründen studiert oder wolltest Du deine Weisheit vervollkommen ;) ? Dafür wären mir wiederum Bafög-Rückzahlungen und Studiengebühren zu hoch. Aber, wie gesagt: Jedem das Seine!

VG
Carinchen
Thank god it's Wednesday.

Magnus

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Studium des Elends
« Antwort #9 am: 17:24:28 Mi. 21.Februar 2007 »
Zitat
Original von Klassenkampf
...
Überhaupt hat man in dieser Gesellschaft das Gefühl, als wäre das Wort "Utopie" ein Unwort. Wer von einer anderen, besseren, edleren Gesellschaft träumt, wird als Utopist bezeichnet, was man schon beinahe als Beleidigung versteht. Das Primat des Kapitalismus, welchen man hierzulande als freien Markt bezeichnet, läßt keine Nebenideologien zu - dieses System legt sich selbst Absolutheitsanspruch auf. Utopisten sind also zwar Träumer, aber auch - und deshalb gilt es sie zu diskreditieren - absolutheitsuntergrabende Subjekte. So gilt: Utopisten und Defätisten stehen dem Kapitalismus entgegen.

...

Eine der zugelassenen Utopien für die Jugend ist die, ein Superstar werden zu können.

Natürlich geht es da nicht um ein utopisches Ganzes sondern um etwas individuelles, etwas egoistisches.

Vielleicht ist insgesamt zuviel Egoismus in der Gesellschaft

Oder zuwenig Zusammengehörigkeitsgefühl - mit wem auch?

Gehirnwäsche erfolgreich.

ManOfConstantSorrow

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Studium des Elends
« Antwort #10 am: 19:32:42 Mi. 20.Februar 2008 »
Zitat
Hoch motiviert, qualifiziert und unterbezahlt. Bei der angespannten Haushaltslage an deutschen Universitäten wird eine sichere Karriereplanung immer schwieriger. Statt unbefristetem Super-Job winkt der Putz-Nebenjob. In Uni-Kreisen spricht man von "wissenschaftlichem Prekariat".
http://www.stern.de/unterhaltung/buecher/:Arbeitsplatz-Universit%E4t-Akademiker-Armutsfalle/611685.html
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Lustig

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Studium des Elends
« Antwort #11 am: 16:27:31 Sa. 08.März 2008 »
Erst in Lichtenstein Bildung und Abbildung, dann kommt die Weiterbildung wie von selbst.
Die Bildung ist die Abbildung des Staates.
Lustig

Kuddel

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Re: Studium des Elends
« Antwort #12 am: 10:52:24 Mo. 05.Oktober 2020 »
Zitat
Knapp eine Milliarde Schulden für Studierende

Weniger Jobs durch die Corona-Krise, teure Mieten, Not-Kredite. "New Normal": Die Finanzkraft der Eltern entscheidet nochmal mehr bei der Ausbildung
https://www.heise.de/tp/features/Knapp-eine-Milliarde-Schulden-fuer-Studierende-4919280.html