Autor Thema: Organisierung von Berufskraftfahrern  (Gelesen 33363 mal)

admin

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Organisierung von Berufskraftfahrern
« am: 16:20:42 Mo. 13.Juni 2011 »
Unter dem zunehmenden Druck auf die Arbeitsbedingungen der Fahrer kündigt sich eine Unruhe in der Speditionsbranche an.

Dieses Forum ist bemüht den kämpferischen Teil des Gewerbes nach Kräften zu unterstützen.

Wir werden hier einige Artikel und Beiträge sammeln, neu ordnen und so brauchbarer für eine Nutzung machen.

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Re:Organisierung von Berufskraftfahrern
« Antwort #2 am: 18:04:26 Do. 16.Juni 2011 »
Ich schätze mal, es war die Inspiration aus Nordafrika...
Berufskraftfahrer versuchen sich nun über ein soziales Netzwerk zu organisieren.
"Mein VZ"
Bei der Suche nach Gruppen "LKW" eingeben, oder "streiken", dann stößt man drauf.

Direktlink: http://www.meinvz.net/Forum/Threads/9df0101d408f181b

antonov

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Re:Organisierung von Berufskraftfahrern
« Antwort #3 am: 06:58:25 Di. 21.Juni 2011 »
schade dass man genötigt ist sich bei StasiVZ anzumelden um was lesen zu können

wen wollen die denn damit erreichen ?  entweder die machen sowas mit einem öffentlich zugänglichen forum wegen mir auch mit einem geschützten bereich für intime plaudereien oder das ist schon von anfang an zu scheitern verurteilt

ich würde jedenfalls niemanden ein forum empfehlen wo man sich bei solchen zweifelhaften netzwerken anmelden muss

admin

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Re:Organisierung von Berufskraftfahrern
« Antwort #4 am: 12:50:09 Di. 21.Juni 2011 »
Ich bin auch nicht begeistert. Es ist eine Initiative, die von Berufskraftfahrern selbst initiert wurde.
Viele von denen sind in diesen Netzwerken, egal was man von ihnen halten mag. Ich sagte bereits, die Idee war inspiriert durch die Revolten im arabischen Raum. Die Medien sprachen ja stets von der "Facebook Revolution".

In gewisser Weise scheint die Initiative zu funktionieren. Täglich bekommte die Gruppe LKW Streik neue Mitglieder.

Kuddel

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Re:Organisierung von Berufskraftfahrern
« Antwort #5 am: 22:18:09 Di. 26.Juli 2011 »
Mir ist unter den vielen Fahrerforen "Truckerfeunde" posititv aufgefallen.
Hier ein Beitrag:

Zitat
Ohne uns läuft nix!

Ich schaue gelegentlich auch in andere Foren. Die Diskussion ist überall ähnlich. Es herrscht große Unzufriedenheit, manchmal regelrechte Wut. Jeder sagt, so geht es nicht weiter. Es muß was passieren.

Aber dann gibt es immer die Gewerkschaftsdiskussion.
Ob VERDI den notwendigen Kampf organisieren kann? Ob man lieber in eine der anderen winzigen Fahrervertetetungen eintreten soll? Oder muß man eine neue Gewerkschaft gründen?

Ganz ehrlich, mir geht diese Diskussion völlig am Arsch vorbei!
Ich glaube nicht, daß VERDI einen anstehenden Kampf organisieren kann, ich glaube nichteinmal, daß verdi daran interessiert ist so etwas zu organisieren. Ich glaube auch nicht an alternative, neue Gewerkschaften.

Wir haben es selbst in der Hand. Wenn wir uns kollektiv nicht hinters Lenkrad setzen, dann ist Zappenduster. Dann läuft nix mehr. Da können sich alle auf en Kopp stellen. Alle Parteien und Politiker können reden was sie wollen. Es ist egal. Sie bringen weder das Brot in die Supermärkte, noch das Benzin in die Tankstellen. Auch die Gesetzeslage ist egal. Auch wenn alle Trucker im Knast sind, gibt es weder Brot noch Benzin. Da ist's auch egal, welche Waffen die Polizei oder die Bundeswehr hat. Ohne uns läuft nichts. Da können sich alle auf den Kopp stellen. Es ist so und es bleibt so.

Klar habe ich mich jetzt weit vorgewagt in meinen Gedanken. Ich weiß, wie wie viele Deppen unterwegs sind, die den Begriff "Solidarität" nicht verstehen wollen und ihren Kollegen jederzeit in den Rücken fallen würden. Ich kenn auch die anderen Probleme, es gibt keine Tradition von Kämpfen und es mangelt an allem Möglichen... logo.

Trotzdem.
Es ist notwendig Neuland zu betreten. Ich glaube, wir brauchen sie nicht, die Gewerkschaften. Es kommt auf uns an. Es gibt kaum einen Berufstand, der (theoretisch) so viel Macht hat, wie wir. Es kommt drauf an, was wir draus machen.
http://www.truckerfreunde.de/board141-l%C3%A4nderecke/board145-s%C3%BCdeuropa/34207-streik-in-italien/index2.html

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Re:Organisierung von Berufskraftfahrern
« Antwort #6 am: 18:55:32 Do. 04.August 2011 »
Ich hatte Erfolg beim Werben um Solidarität bei einer anderen Berufsgruppe: Den Hafenarbeitern.
Ich habe eine Zusage, daß sie an der Hafenpforte jedem LKW Fahrer, der in den Hafen will, einen KILOMETERFRESSER in die Hand drücken.

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Re:Organisierung von Berufskraftfahrern
« Antwort #7 am: 08:43:55 Fr. 14.Oktober 2011 »

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Re:Organisierung von Berufskraftfahrern
« Antwort #8 am: 18:45:51 Di. 18.Oktober 2011 »
Ein kleiner Zwischenbericht:
Es liegt in der Natur der Sache, daß Berufskraftfahrer viel unterwegs sind und einander eher zufällig treffen. Sie sind meist Individualisten und manchmal etwas kauzig. Es war deshalb relativ leicht, diesen versprengten Haufen unter Druck zu setzen. Die Löhne sind seit 25 Jahren nahezu gleich geblieben und der Zwang auch jenseits rechtlicher Bestimmungen (Lenk- und Ruhezeiten) zu arbeiten, ist noch gewachsen. Die Schmerzgrenze ist längst überschritten. Doch meist entlud sich die Wut in Verbalattacken, manchmal in Streit untereinander. Unter deutschen Fahrern gibt es halt nicht nicht die kämpferischen Traditionen, wie in Spanien oder Frankreich. Vieles muß neu erlernt werden.

Genau hier muß man sich ausprobieren. Das simple, aus dem Chefduzenumfeld stammende Flugblatt "Kilometerfresser", wird auf Autobahnraststätten verbreitet. Vielleicht ist es auch dieser Initiative zu verdanken, daß es nun in der Diskussion nicht mehr um Dieselpreise geht, wie 2008, sondern um die Arbeitsbedingungen. Ein Riesenfortschritt!

Die Medien schweigen die Problematik tot, obwohl die wachsende Zahl überarbeiteter und übermüdeter Fahrer zu einem Anwachsen schwerer Unfälle führt. Das Buch "Geschlafen wird am Monatsende" von dem Ex-Trucker und Journalisten Jochen Dieckmann schafft es zu einem gewissen Maße, dem Schweigen der Mainstreammedien entgegenzuwirken. Mit seinen Lesungen versucht der Autor Fahrer und Öffentlichkeit in der Diskussion zusammenzuführen.

In der Diskussion miteinander spielt das Internet eine gewaltige Rolle. Die Idee Youtube Clips zum Befeuern des Kampfgeistes zu nutzen, bewies sich als erfolgreicher, als erhofft. Die Kilomerterfresser TV Kurzberichte ernteten auch Widerspruch, doch lösten sie einen Stimmungswandel in den Fahrerforen aus. Die Notwendigkeit sich gemeinsam mit den in der Branche herrschenden Bedingungen auseinderzusetzen, ist nun zu einem zentralen Thema geworden. Es wurden bereits regionale Stammtische organisiert, um sich weiter auszutauschen.

Es ist etwas in Bewegung gekommen. Es dürfte noch spannend werden.

Kuddel

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Re:Organisierung von Berufskraftfahrern
« Antwort #9 am: 15:47:50 Mi. 01.Februar 2012 »
Das Netz bleibt wohl das zentrale Mittel für Kommunikation und Vernetzung unter den verstreuten Fahrern. Es gibt eine ganze Reihe an Truckerforen. Sie haben unterschiedliche Qualität und Ausrichtung. Das Problem ist, einige der Foren werden von Spediteuren, also Unternehmen betrieben. Andere werden von Fahrern betrieben, die eine Alternative zu ihrem Job suchen und Truckerzeitschriften herhausbringen und auch die Internetprojekte kommerziellen Zwecken unterwerfen. Gerade aus der Ecke der Spediteure kommt ein unangenehmer, gelegentlich sogar rechtsgerichteter Ton. Man muß sich da selbst orientieren mit diesem Hintergrundwissen. Persönlich gefällt mir truckerfreunde.de am Besten. trucker-forum.de finde ich auch nicht übel, da ist aber nicht soviel los.

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Re:Organisierung von Berufskraftfahrern
« Antwort #10 am: 16:51:53 Sa. 03.März 2012 »
Die Arbeit der Rechtspopulisten in unseren Nachbarländern Dänemark und Holland trägt Früchte.
Medien sprechen von einem "Truckerkrieg". Es gibt dort zunehmend Übergriffe auf osteuropäische Fahrer und Sabotageakte gegen ihre Fahrzeuge.

Wenn man sich nicht um die Situation verzweifelnder Menschen kümmert, kann es gut sein, daß andere sich der Sache annehmen, um ihr eigenes Süppchen drauf zu kochen...

Kuddel

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Re:Organisierung von Berufskraftfahrern
« Antwort #11 am: 17:38:20 Mo. 05.März 2012 »
Es ist interessant, wie man sich anderenorts beginnt zu organisieren in Zeiten, in denen die Gewerkschaften (z.T.) ihre eigentliche Aufgabe und ihre Macht verloren haben.

Gerade die Aktivitäten an den amerikanischen Häfen halte ich für faszinierend. Dort gibt es eine Zusammenarbeit von Stadtteilgruppen, Jugendzentren, Migrantenorganisationen und ähnlichem, die sich um die Organisierung von Truckern und Hafenarbeitern kümmern. Auch Umweltorganisationen versuchen ihre Forderungen mit denen in Arbeitskämpfen zu verbinden. Die Jahrelangen Diskussionen und gemeinsamen Aktivitäten tragen dort bereits Früchte.

Hier haben wir noch einiges nachzuholen.

(Leider nur auf englisch: )
Stadtteilgruppen und Studenten befragen Trucker:
Community Allies Begin Monitoring for a Fair Union Election...

http://cleanandsafeports.org/


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Re:Organisierung von Berufskraftfahrern
« Antwort #12 am: 19:35:32 Fr. 08.Juni 2012 »
Es bewegt sich ein wenig in diesem Bereich. Es wird allerhöchste Zeit.
Ich beobachte, wie Menschen, die sozial unter Druck sind und auf keinerlei schützende Strukturen und Solidarität hoffen können, ihren Halt bei Rechtspopulisten suchen. Das ist auch hierzulande so.

Wer eine wirkungsvolle Antifa Politik betreiben möchte, darf nicht nur Nazis im Auge haben. Man muß die Gebeutelten und Verwirrten unterstützen bei ihrer Selbstverteidigung gegen soziale Angriffe.

Man wird dem rechten Spuk nur ein Ende bereiten können in der Kombination, faschistische Strukturen anzugreifen und gleichzeitig den Nazis das Wasser abzugraben, indem man soziale Kämpfe organisiert und so den einfachen Menschen hilft ihre Selbstachtung wiederzufinden.

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Re:Organisierung von Berufskraftfahrern
« Antwort #13 am: 21:34:48 Mo. 25.Juni 2012 »
Hier stellen sich diejenigen vor, die mit der Organisierung des Widerstands begonnen haben.

Kilometerfresser TV (Die KCD stellen sich vor)

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