Autor Thema: Arbeit macht frei ... und andere Texte  (Gelesen 2835 mal)

Tom_

  • Gast
Arbeit macht frei ... und andere Texte
« am: 11:45:36 Mo. 27.Juni 2011 »
Zitat
Ein Berater eines Bundeskanzlers sagte in einem Interview: "Wir werden gezwungen von den Armen zu nehmen und den Reichen zu geben, weil die Reichen weggehen könnten, die Armen nicht."Geld wird in der Welt fast überall akzeptiert, Möglichkeiten zu arbeiten und sich den Lebensunterhalt zu verdienen, sind überall weitgehend eingeschränkt. Die Marktwirtschaft agierte sozialorientiert, bis Abwehrsysteme gegen "Sozialneid"technisch perfektionierter wurden, die Reichen lassen sich asozial werden. Die Armen werden ghettoisiert und müssen sich, um zu überleben, wenn sie nicht kriminell werden wollen, Ersatzmöglichkeiten zu leben, finden. Ghettos können abgesperrt werden.

"Arbeit macht frei"- aber es gibt keine Jobs. Millionen Menschen müssen in Deutschland wie im Offenen Strafvollzug leben. Sie erhalten das Existenzminimum, verlieren aber Bürgerrechte wie das Recht auf Datenschutz, Schutz der Privatsphäre, sie könnten in jede Arbeit gezwungen werden, auch wenn sie nicht ihren Fähigkeiten entspricht und der Lohn unter dem Existenzminimum liegt. Auch Menschen, die arbeiten, aber keinen oder keinen ausreichenden Arbeitslohn erhalten, müssen im Status Offener Strafvollzug/Arbeitslosengeld2empfänger leben.

Die Technische Entwicklung ermöglicht, dass jeder Mensch nur zwei bis drei Stunden in Zwangssituationen für andere arbeiten müsste, um die Existenz abzusichern. Darüber hinaus könnte er frei bestimmt leben und arbeiten.

Der Zwang zur Arbeit bedingt, dass Arbeitsvermittler nicht darauf achten müssen, dass Fähigkeiten von Arbeitslosen und Anforderungen der Jobgeber zusammenpassen. Eine Bürokauffrau musste in einer Fischfabrik Fische sortieren, während Fischfrauen arbeitslos blieben. Ein Mann, der eine Programmiersprache lernen wollte, wurde von der Arbeitsagentur gezwungen, wochenlang Kreuzworträtsel zu lösen und Kurse über die Einführung in die Computertechnik zu besuchen. Diese Fehlentscheidungen werden mit Steuermitteln finanziert. ...

http://www.textlandschaft.de/woerter/arbeit_macht_frei.php

Es finden sich auf der Website noch viele andere sehr interessante Texte

xyu

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 584
Re:Arbeit macht frei ... und andere Texte
« Antwort #1 am: 15:21:44 Di. 28.Juni 2011 »
hallo tom,

der satz "arbeit macht frei" ist ja mal gebraucht worden für etwas qualitativ anderes als arbeitszwang per androhung der leistungskürzung. ich frage mich, was diese "mode", die ich in manchen anti-hartz-4-kreisen wahrnehme (zB der "asozial"-winkel aus dem dritten reich mit hartz4-aufdruck oder eben deine überschrift) soll: ist das provokation (meiner meinung nach eine recht geschmacklose) oder glaubst du wirklich, das das ein sinnvoller vergleich ist ?

gruß,
xyu

Kuddel

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 14460
  • Fischkopp
Re:Arbeit macht frei ... und andere Texte
« Antwort #2 am: 15:49:36 Di. 28.Juni 2011 »
Natürlich ist es kontraproduktiv und auch geschmacklos jeden Scheiß gleich mit dem NS Regime und Holocaust zu vergleichen.

Andererseits geht mir auf den Sack, wenn die Antideutschen es geschafft haben, daß man Vergleiche plötzlich nicht mehr ziehen "darf", die auf der Hand liegen. Wir haben keine "Machtergreifung" zu erwarten, die antidemokratischen und menschenverachtenden Tendenzen setzen sich innerhalb dieses Systems zunehmend durch, schleichend.  Meiner Meinung nach muß man diese Schweinereien auch jetzt benennen. Ich sehe es nicht so, daß man es "jetzt" nicht darf, und irgendwann "muß". Sollen wir eine Hürde legen, ab wievielen Opfern wir dieses System als
a.) kritisierenswert
b.) unmenschlich
c.) faschistoid
d.) faschistisch
bezeichnen dürfen?

Mir ist es immernoch lieber, wenn Leute über das Ziel hinausschießen, als wenn sie die organisierte Unmenschlichkeit für "normal" halten.

Ich halte es absolut gerechtfertigt schon dem deutschen Arbeitsethos den Stempel

aufzudrücken, auch dem, den Sozialdemokraten und Gewerkschafter vertreten.

Tom_

  • Gast
Re:Arbeit macht frei ... und andere Texte
« Antwort #3 am: 16:48:17 Di. 28.Juni 2011 »
Bitte erst einmal den ganzen Artikel lesen und auch die anderen Beiträge dort ansehen. Dann wird klarer warum, weshalb und wieso. Die Schreiber wissen sehr genau, warum sie das so und nicht anders formuliert haben.

Die Website stammt von professionellen Künstlern/Autoren. Bitte dabei nicht übersehen.

Pfiffi

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1367
Re:Arbeit macht frei ... und andere Texte
« Antwort #4 am: 17:30:54 Di. 28.Juni 2011 »
Die Texte sind nicht neu, und es sind auch keine "Fantasien" , für diese Texte gibt es in der Wirklichkeit reele Vorlagen, das eine ist ein Positionspapier von Kurt Biedenkopf wenn ich nicht irre, und das andere ist von einem Ministerialbeamten Namens Siebenhaar, dieser Mensch hat ein Positionspapier herausgebracht in welchem unverblümt drin steht, was H4 ist, nämlich Selektion ohne Rampe.
Wenn jemand den link zum nachlesen benötigt hier bitte:
http://www.hanze.nl/NR/rdonlyres/B0DAF757-8FF5-4532-B7A1-BFF3ABE1C4F7/0/DE19puntencasemanagement.pdf

Langer Text aber sehr aufschlußreich wer es im Jahr X des sogenannten 3. Reiches immer noch nicht kapiert hat.
Jeder kennt den "Dreisatz", welcher ist davon bei den JCs anzuwenden?

JC Dreisatz: Warum?  Wo steht das? Alles nur schriftlich!!

ManOfConstantSorrow

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 6922
Re:Arbeit macht frei ... und andere Texte
« Antwort #5 am: 19:17:54 Mo. 20.Juli 2015 »
Zitat
Politische Gefangene in der DDR
„Arbeitsscheu“ gleich illegal

Wer keinen Beruf lernte, galt in der DDR als asozial und wurde inhaftiert. Heute kämpfen die Verurteilten um Anerkennung als politisch Verfolgte.
http://www.taz.de/Politische-Gefangene-in-der-DDR/!5213937/
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Caterham

  • Newbie
  • *
  • Beiträge: 9
Re:Arbeit macht frei ... und andere Texte
« Antwort #6 am: 19:41:27 Mo. 20.Juli 2015 »
Zu DDR-Zeiten war es aber kein Problem, eine Stelle zu finden, von der man leben konnte, was jetzt nicht mehr möglich ist. Zeitarbeit, Minijobs und PAV zählen für mich nicht.

Kuddel

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 14460
  • Fischkopp
Re:Arbeit macht frei ... und andere Texte
« Antwort #7 am: 20:08:43 Mo. 20.Juli 2015 »
Trotzdem sollte man den Gedanken zulassen, daß Arbeit nicht für jedermann das höchste Ziel ist.

Tiefrot

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 3659
  • Rote Socke
Re:Arbeit macht frei ... und andere Texte
« Antwort #8 am: 20:26:17 Mo. 20.Juli 2015 »
Korrekt. Es gibt wichtigere Dinge, als eigentlich wertlosem Buntpapier hinterherzurennen.
Nur so lange niemand begreift, was Geld in Wirklichkeit ist, wird auch der Kapitalismus
weiterhin funktionieren.  :rolleyes:
Denke dran: Arbeiten gehen ist ein Deal !
Seht in den Lohnspiegel, und geht nicht drunter !

Wie bekommt man Milllionen von Deutschen zum Protest auf die Straße ?
Verbietet die BILD und schaltet Facebook ab !

Troll

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 8376
  • A Dry Sponge is a Happy Sponge
Re:Arbeit macht frei ... und andere Texte
« Antwort #9 am: 10:54:04 Di. 21.Juli 2015 »
Das "Buntpapier" ist eine äußerst praktische Erfindung, erst die Abkopplung von realen Gegenwerten lies das Geld absurd fiktiv werden.
Nur weil ich dir mit einem Hammer den Schädel einschlagen kann ist es ein trotzdem ein gutes Werkzeug um Nägel in die Wand zu klopfen, erst die Anwendung als Mordinstrument macht aus hilfreich nützlichem Werkzeug ein ungutes Instrument/Werkzeug. Das Geld wurde dem eigentlichen Sinn entfremdet und mißbraucht.
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
Jiddu Krishnamurti

Rudolf Rocker

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 13419
  • Waldkauz (8>
Re:Arbeit macht frei ... und andere Texte
« Antwort #10 am: 11:14:15 Di. 21.Juli 2015 »
Hühnereier als Währung finde ich noch viel unpraktischer!

Troll

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 8376
  • A Dry Sponge is a Happy Sponge
Re:Arbeit macht frei ... und andere Texte
« Antwort #11 am: 11:31:21 Di. 21.Juli 2015 »
Hühnereier als Währung finde ich noch viel unpraktischer!

Ach komm, ist doch lustig die Stromrechnung mit Hühnereiern zu bezahlen, oder einen Porsche, ok, den Porsche erst wenn du einen Lastwagen hast um die Eier zu transportieren.
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
Jiddu Krishnamurti

Rudolf Rocker

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 13419
  • Waldkauz (8>
Re:Arbeit macht frei ... und andere Texte
« Antwort #12 am: 11:43:16 Di. 21.Juli 2015 »
Der Vorteil: Du kannst deine Währung selber machen, wenn Du Hühner hast! ;D

Kuddel

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 14460
  • Fischkopp
Re:Arbeit macht frei ... und andere Texte
« Antwort #13 am: 13:45:43 Sa. 03.Oktober 2015 »
Das „Kapitalismustribunal“ in Berlin will an diesem Wochenende zu mehr Faulheit aufrufen. Gefordert wird ein wirklicher Generalstreik, der dem Arbeitswahn entsagt und den Müßiggang vorzieht.

http://www.fr-online.de/panorama/kapitalismustribunal-ein-hoch-auf-die-faulheit,1472782,32059376.html

Kuddel

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 14460
  • Fischkopp
Re: Arbeit macht frei ... und andere Texte
« Antwort #14 am: 18:49:19 Do. 13.Februar 2020 »
Zitat


„Arbeit ruiniert die Welt“ war der Untertitel eines grandiosen Buches, das Christian Schütze, einer der ersten große Umweltredakteure Deutschlands, 1989 schrieb. Alle Evolution sei Entmischung mit Hilfe von Sonnenenergie: Aus dem glühenden Urgemisch unseres Urplaneten habe die Evolution so im Laufe von Jahrmilliarden die Bodenschätze, Potenziale, Vielfalt und Wunder unserer Erde aufgebaut. Alle Arbeit aber, die Material nicht mit Sonnenenergie bewege, betreibe Vermischung, drehe die Evolution zurück. Sie verrühre die Vielfalt dieser Welt wieder zu einem großen Einheitsmischbrei aus Müll, Allerweltsarten, Abfalllandschaften und globaler Einheitszivilisation.

„Entropie“ nannte der Physiker Rudolf Clausius 1865 dieses Umkehren der Evolution. Ökonomen und Politiker dagegen nennen es „Arbeitsbeschaffung“, „Wertschöpfung“ und „Globalisierung“. Sie glauben zum Beispiel, Wohlstand und Wertschöpfung entstünden, wenn möglichst viele Japaner deutsche Autos fahren und möglichst viele Deutsche japanische.

Sie merken nicht, dass genau diese Art von Arbeitsbeschaffung Globus und Klima stärker ruiniert, als noch so viele Windräder, CO2-Bepreisungen und E-Autos kompensieren können.
https://www.fr.de/wirtschaft/gastwirtschaft/hauptursache-klimakatastrophe-ueberfluessige-arbeit-13376322.html