Autor Thema: Heimkinder....  (Gelesen 1069469 mal)

Martin Mitchell

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● Noch so eine evangelische Fürsorgehölle – "Voccawind" mit Steinbruch für die jugendlichen Zwangsarbeiter.

Doch noch wiederentdeckt :

Jemand verteidigt ( anonym ! ) die diakonische Erziehungseinrichung der Inneren Mission / Evangelischen Kirche ein bundesrepubilkanisches Arbeitserziehungslager, dass von 1948 bis 1979 bestand und in Bayern betrieben wurde "VOCCAWIND" mit seinem STEINBRUCH auf dem ZEILBERG bei MAROLDWEISACH. ----- Keine Ahnung wer dieser Anomymus ist (sein Profil ist nicht ausgefüllt); er gibt jedoch darin an „weiblich“ zu sein. Sein damaliges Alter, als einAnwesenderdort in "VOCCAWIND" ist ebenso unbekannt :

Vor ungefähr acht Jahren
schrieb dieser Anonymus, ein nur sehr, sehr kurz verweilender Boardnutzer, der sich »ycho« nannte – der wohl derzeit als er seinen Beitrag schrieb möglicherweise so um die 60 Jahre alt war – bezüglich "VOCCAWIND", folgendes (und es soll sich bei ihm so um den Zeitraum 1960/1961 gehandelt haben währendseinesAufenthalts dortin "VOCCAWIND") :

Noch vorhanden im
HEIMKINDER-FORUM.DE @ http://www.heimkinder-forum.de/v5/index.php/Thread/938-Maroldsweisach-Voccawind/?postID=225462#post225462 ( aufrufbar dort nur mit dem GOOGLE-CHROME-Browser ) :

Ein Beitrag vom Dienstag, 25. Januar 2011, um 13:46 Uhr, mit der Überschrift :


Zitat
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Die Wahrheit über Voccawind

Diverse Beschreibungen des Jungen-Erziehungsheimes Voccawind sind schlicht falsch und einige ihm zugeschriebene Eigenschaften in keinster Weise korrekt.

Dies gilt vor allem für Behauptungen wie
vorletzte Station vor dem Zuchthaus und modernes Konzentrationslager (Quelle: Buch Endstation Freistatt, Seite 170, Fußnote 32 ), aber insbesondere auch für Aussagen wie Die letzten Stationen in diesem System waren die sog. Endstationen, so z.B. Freistatt oder Voccawind. In diesen geschlossenen Heimen herrschte ein besonders restriktiver und repressiver Erziehungsstil mit straffer Arbeitserziehung. Militärähnlicher Drill, Erniedrigungen und die Anwendung körperlicher Gewalt gegen Zöglinge gehörten ebenso ins Repertoire der Erziehungsmethoden wie das zeitweise Wegsperren der Jugendlichen in Arrest- oder Isolationszellen. (Quelle: Projektgruppe Fürsorgeerziehung 1946-1975, Universität Koblenz-Landau, Wanderausstellung 2010). 

Fakt ist, dass in Voccawind die verordnete Arbeit im Basalt-Steinbruch extrem hart (vor allem im eisigen Winter oder bei 32° Hitze) war und nur minimal entlohnt wurde.

Nach den Sprengungen mussten Steine und Erde per Hand in Loren und dann zu den jeweiligen Sammelstellen gebracht werden. Für eine Lore Erde gab es nichts; für eine Lore Steine nur ein paar Pfennige.

Erwartetes Pensum [ anzunehmen: dass dieses „erwartete Pensum“ jeweils von zwei Jungen geschafft werden musste - MM ] waren um die 10 Loren, was in etwa einem Tagespensum von drei bis vier Tonnen entsprach.

Von dem verdienten Geld konnte allwöchentlich ein kleiner Teil für Zigaretten, Tabak, Süßigkeiten etc. ausgegeben werden. Der größere Rest diente als Entlassungsgeld.

Lief die Schufterei mal besonders gut und brachte an einem Tag mal 13 Loren, gab es abends als „Belohnung“ ein Sonderessen incl. einer Flasche Bier.

Während der reinen, neunstündigen Arbeitszeit gab es Mittagspause mit Essen und verschiedene Zigarettenpausen. Trotz der äußerst harten Arbeit stellte sich nach zwei, drei Monaten eine Art Gewöhnung ein. Die muskulären Probleme hatten sich weitgehend eleminiert und die größere Routine beim Zerkleinern der großen Basaltbrocken mit dem schweren Vorschlaghammer nebst des Reinwuchtens in die Loren machte die Tätigkeit erträglicher.

Der militärähnliche Drill bestand einzig darin, das morgens und abends angetreten und abgezählt werden musste, um etwaige Abgänge zu checken. Ansonsten geschah der Arbeitsantritt weder im Gleichschritt noch musste mit einer 40kg-Ausrüstung durch schlammiges Gelände gerobbt werden wie bei meiner späteren Bundeswehrzeit.

Der Erziehungsstil war weder restriktiv noch repressiv. Er war äußerst nachdrücklich und in gewisser Weise unnachgiebig und von klaren Regeln geprägt. Hielt man letztere ein, gab es keine Probleme.

Erniedrigungen und und die Anwendung körperlicher Gewalt gab es während meines Aufenthalts dort (
1961 und 1962) so gut wie nicht, bzw. selten.

Ich selbst erhielt einmal vom Heimleiter eine gesalzene Ohrfeige, nachdem ich beim Putzen seiner Stiefel (was 50 Pfennige einbrachte) auch seine Reitgerte (die er stets mit sich führte) mit Schuhcreme einschmierte. Doch war es mir das wert.

[
Kapos in den Gruppen ( ? ) - MM ]

Gewalt unter den Zöglingen gab es hingegen. Zum Einen schon wegen der Hierarchie, die unter (zu meiner Zeit)
73 Jungen zwangsläufig vorhanden war und gewissen eigenen (Gruppen)Regeln folgte.

Zu diesen Regeln zählte z.B., dassAbhauennicht toleriert wurde, weil stets die Gruppe als Ganzes darunter zu leiden hatte. Etwa, dass der sonntägliche Ausgang ins nahegelegene Maroldweisach gestrichen wurde.

Nicht toleriert wurde auch Anschwärzen bei den Erziehern, das Nichtbezahlen von Schulden und ähnliches. Doch wurden handgreifliche Auseinandersetzungen meist durch die Erzieher unterbunden und in Form samstäglicher Boxkämpfe (mit Handschuhen etc.) incl. Ringrichter ausgetragen. Diese fanden öfter auch ohne speziellen Anlass statt, einfach als „sportliche“ Veranstaltung zum Abbau eventueller Aggressionen. Die Hierarchie war auch insofern von Vorteil, als manche Streitigkeiten schon im Ansatz von den
Alphatieren unterbunden bzw. gelöst werden konnten.

Erniedrigungen durch Heimaufsicht oder Erzieher gab es ebenfalls nicht. Wobei bei jenen, die auf die Unterbringung in einer Geschlossenen, die harte Steinbrucharbeit, die strenge Reglementierung und dergleichen mehr sehr sensibel reagierten, durchaus ein Gefühl der Erniedrigung und Verzweiflung aufkommen konnte. Was bei zwei oder drei Zöglingen auch Bettnässen nach sich zog und die psychischen Downphasen verstärkte.

Sexuelle Übergriffe durch Erzieher gab es nie. Die üblichen nächtlichen Bettspielchen zwischen manchen Zöglingen hingegen wohl, was jedoch vom größeren Rest toleriert wurde, auch wenn jene die Lover oft mit anzüglichen Worten bedachten.

Zeitweises Wegsperren in Arrestzellen (meist drei Tage isoliert) gab es ausschließlich bei jenen, die einen Sonntagsausgang oder eine abendliche Zigarettenpause zur Flucht nutzten. Wobei auch zu bedenken war, dass das Abhauen über die nahegelegene DDR-Grenze
in einigen Fällen schlimme Verletzungen durch Minen zur Folge hatte. [ Bekannt ist solch ein Vorfall – also nur einer – der sich am 1. Dezember 1968 ereignete, währenddessen der 16-jährige Arbeitserziehunglager-Insasse Günter Oppermann schwer verletzt wurde ]

In der karg bemessenen Freizeit standen Bücher zur Verfügung, die jedoch selten genutzt wurden. Meist wurde Domino gespielt, Einsatz [ = inoffizielle Lagerwährung ] gedrehte Zigaretten oder „Aktive“ (fertige), manchmal auch der Nachtisch oder eine Blechmarke für eine Lore Steine.


Resümierend kann ich sagen, dass Voccawind weder dieHölle“, noch einmodernes Konzentrationslagernoch dieletzte Station vor dem Zuchthauswar.

Mir und anderen Mit-Zöglingen auch brachte der (Zwangs-)Aufenthalt nicht nur eine physische Stärke, sondern auch eine psychische.

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Darauf antwortete dann auch sofort, der dort ebenso im HEIMKINDER-FORUM.DE derzeit anwesende Boardnutzer »Freggerla« [Jg. 1949] wie folgt :

Noch vorhanden im
HEIMKINDER-FORUM.DE @ http://www.heimkinder-forum.de/v5/index.php/Thread/938-Maroldsweisach-Voccawind/?postID=257422#post257422 ( aufrufbar dort nur mit dem GOOGLE-CHROME-Browser ) :

Ein Beitrag vom Mittwoch, 22. Juni 2011, um 21:50 Uhr :


Zitat
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Voccawind

Na gut, man kann Voccawind sehen wie man will, aber vermute mal dass keiner von uns unschuldig dort war.

Nur die Frage die sich mir nach Jahren stellte war die:
Habe ich das verdient? Ich sage nein.

Ausserdem soll keiner und ich meine keiner Voccawind schönreden !!

Ich war lange genug dort
[ von 1965 bis 1967 ] und habe den Steinbruch im Winter/Sommer erlebt, kenne auch die Zellen am Gangende [ der Wohnbaracke ( ? ) ] zur genüge (Flucht) und die Firma in Coburg (Gaudlitz) war zum Steinbruch direkt eine Erholung.

Schikanen? Ja was sind Schikanen? Da kann man mit unterschiedlichem Maß messen. Körperliche Schikanen von Seiten der
"Brüder" [ gemeint sind die als Erzieher dienenden Diakone der Inneren Mission ] gab es nicht, aber die beiden Plietsch [ Vater und Sohn Plietsch, Aufseherpaar ! ] waren schon ein starkes Stück.

Aber wenn ich bedenke,
dass dort 14-18 jährige (auch ältere) ihre Jugend verbringen mussten, NEIN DANKE. Das hat keiner verdient.

Ich bin froh, dass ich nach Jahren mit mir im "reinen" bin und über die Zeit nachdenken kann ohne Angstgefühle und Depressionen zu kriegen.

Aber drüber offen reden fällt mir unheimlich schwer. Und wenn man aber darüber redet und erzählt was und wie es dort war glaubt das im ersten Moment keiner.

»
Freggerla«

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Danach kam dann garnichts mehr im HEIMKINDER-FORUM.DE bezüglich "VOCCAWIND", entweder von dem dortigen Boardnutzer, »ycho, oder dem Boardnutzer »Freggerla«.

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Es gibt zwar bisher noch keinen Spielfilm mit Titel "VOCCAWIND". Doch falls da noch jemand in Frage stellen will, dass "VOCCAWIND" „die Höllewar, braucht er sich nur den erstmalig am 25. Juni 2016 in deutschen Kinos gezeigten Spielfilm mit Titel "FREISTATT" ansehen ( ist ja seither auch schon unzählige Male im deutschen Fernsehen erschienen ! ); oder auch einfach nur mal hier DARÜBER nachlesen :

Meinen dortigen Beitrag vom Freitag, 20. Januar 2017, um 02:00 Uhr @
http://www.heimkinder-forum.de/v5/index.php/Thread/460-Freistatt-Diakonie-Freistatt-Bethel/?pageNo=10 ( und viele weitere vorherige und nachfolgende meinerseitige Beiträge zu diesem Thema: "FREISTATT"  ) ( Auch dieser Beitrag / auch diese Beiträge sind dort nur aufrufbar mit dem GOOGLE-CHROME-Browser ), 

oder auch hier :

Meinen dortigen Beitrag vom Montag, 16. April 2018, um 04:13 Uhr @
http://www.kinder-heim.de/index.php/Thread/15055-Freistatt-Fernsehfilm/?postID=191022#post191022.


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Hier jetzt noch ein meinerseitiger NACHTRAG, den ich aus Notwendigkeit erstmalig als Hinweis, jetzt hier und auch an einer und anderer Stelle im Internet in den frühen Morgenstunden am Freitag, 27. Dezember 2019 formuliert und angebracht habe:

AUS GEGEBENEN ANLASS jetzt hier ein direkter Link in das
FREIGEISTERHAUS.DE-Forum, zu einem genau gleichlautenden Beitrag (in einem genau gleichlautenden ebenso DORT von mir eröffenten Thread), dort von mir getätigt in den letzten Abendstunden am ersten Weinachtsfeiertag (Mi. 25.12 2019, um 22.07 Uhr), und was man dort, im FREIGEISTERHAUS.DE-Forum, nur eine Stunde später, aus meinem Beitrag gemacht hat (ich hab das dann, so gut wie ich konnte, am zweiten Weihnachtsfeiertag, versucht zu reparieren, ohne dem dortigen Moderator zu wiedersprechen oder seine Maßnahme rückgängig zu machen oder mich in irgendeiner Weise ihm zu widersetzen --- denn das ist DORT streng verboten).

Siehe @
https://freigeisterhaus.de/viewtopic.php?p=2198221#2198221 .


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#endlichEntschaedigung
#Schadensersatz
#compensationnow
#AlmosenNeinDanke
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Not only must justice be done; it must also be seen to be done.
Recht muss nicht nur gesprochen werden, es muss auch wahrnehmbar sein, dass Recht gesprochen wird.
IN DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND GESCHIEHT VIELFACH BEIDES NICHT.