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Feminismus

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ManOfConstantSorrow:
Die Linke Bewegung muß sich selbst kritisieren um sich zu verändern, um in sich ändernden Verhältnissen nicht überflüssig zu werden und unterzugehen.

Ich habe die Frauenbewegung stets als wichtigen Teil einer Bewegung zur Befreiung des Menschen von knechtenden Strukturen und Traditionen gesehen.

Frauen hatten sich auch gegen den Machismo der Linken Szene durchzusetzen. Doch der Feminismus hat sich derart etabliert und in seiner heutigen Form seine ursprünglichen Grundsätze verraten, wie die Grüne Partei die Grundsätze der grünen Bewegung.

Der Feminismus in seiner heutigen Form müßte von Frauen kritisiert werden. Es ist doch wenig angebracht, daß ein Typ das übernimmt. Oder habe ich eine Kritik von innen schlichtweg verpaßt?

In den 70ern lagen viel Themen für die Bewegung auf der Hand, §218, kein Zugang zu verschiedenen Berufen, eine sexistische Polizei und Justiz nach Vergewaltigungen und Gewalt gegen Frauen.

In den 80ern ging es los. Ewigkeiten verbrachte man mit dem Streit, ob es nun Lesben- und Frauenwoche oder Frauen- und Lesbenwoche heißen soll. Und begann auch jede Menge reaktionärer Scheiß. Es wurde gefordert Kinder strikt nach Geschlechtern getrennt zu unterrichten. Mit sowas sind nichtmal katholische Nonnen an die Öffentlichkeit getreten. Alice Schwarzer forderte: "Frauen in die Bundeswehr!"

Frauenwochen, so sie überhaupt noch irgendwo stattfinden, sind keine politischen Werkstätten und Manifestationen mehr, sie sind hochprofessionell organisierte Events mit Bauchtanz und Auftritten weiblicher Ethnobands, auf denen sich Architektin, Therapeutin und Designerin bei einem Prosecco unterhalten läßt. Der organiserte Feminismus hat einige öffentlich finanzierter Jobs geschaffen, um die jetzt gerungen wird. Man kämpft nur noch für sich und hat dabei nichteinmal mitgekriegt, daß in dieser Gesellschaft Frauen noch immer 20-30% weniger Lohn kriegen. Für Krankenschwestern, Fisörinnen und Verkäuferinnen kümmern sich diese Frauen, die über Gender-Mainstreamingscheißdreck promovieren oder Sozialpädaginnen wohl wenig.

Das Thema mußte ausgerechnet von den wenig progressiven Gewerkschaften an die Offentlichkeit gebracht werden. Ein politischer Offenbarungseid der Frauenbewegung. Aber inzwischen schreibt Alice Schwarzer auch als Kolomnistin für die BILD Zeitung.

Rappelkistenrebell:
Zu dieser Thematik ist dieses Buch sehr empfehlenswert:
 Monika Gärtner-Engel:Neue Perspektiven für die Befreiung der Frau

Die Frauen haben insbesondere durch ihre Einbeziehung in die gesellschaftliche Produktion und in verschiedenen gesellschaftlichen Bewegungen ein neues Selbstbewusstsein herausgebildet. Das hat den Kampf um ihre Befreiung wieder verstärkt ins öffentliche Bewusstsein gerückt.

 
 
Mit ihrer Streitschrift wollen die beiden Autoren einen Beitrag zu dieser gesellschaftlichen Diskussion leisten. Sie ergreifen dabei konsequent Partei für die Befreiung der Frau in einer von Ausbeutung und Unterdrückung befreiten Gesellschaft.


Hier mal n Link zum Buch bei Amazon

http://www.amazon.de/Neue-Perspektiven-f%C3%BCr-Befreiung-Frau/dp/3880212848/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1317132018&sr=1-1


ManOfConstantSorrow:

--- Zitat ---Zu dieser Thematik ist dieses Buch sehr empfehlenswert
--- Ende Zitat ---
Man kann es sich auch leicht machen... ::)

kanuppke:

--- Zitat von: Rappelkistenrebell am 16:02:55 Di. 27.September 2011 ---Zu dieser Thematik ist dieses Buch sehr empfehlenswert
--- Ende Zitat ---

Ich vermute, du hast dieses Buch gar nicht gelesen.

Eivisskat:

--- Zitat ---Mädchen in Rosa

Von Anja Röhl

Heute, wohin ich auch blicke: Mädchen in Rosa, alle kleinen Mädchen, von 0 – 12, 13, bis 16, 17 hält das meist an, tragen Rosa, sei es als Streifen in den Schuhen, in den Söckchen, als Strumpfhose, Pullover, Kleidchen, Rock, Hemd, Unterhose, einfach überall, in der Bettwäsche, im Waschlappen, Mädchen sind uniformiert, würde man in einer X-beliebigen Schule alle Mädchen auf der einen Seite des Schulhofs sich versammeln lassen, so würde man ein Meer von rosanen Farben in allen Schattierungen sehen.

Dabei ist Rosa eine Unfarbe, ein vorgeschriebenes Muster, was angeblich alle freiwillig wählen, weil „kleine Mädchen Rosa so lieben“, in Wahrheit eine durch Werbung und Industrie produzierte gesellschaftliche Zuschreibung für Mädchen als Glitzergegenstand, als Zierde und Püppchen, als Barbie, rosa Symbol für Zartheit, eine Farbe von der Jungen sagen: IIIIIhhh – Mädchenfarbe !!!!

Rosa bringt Jungen dazu, Mädchen als nicht zugehörig anzusehen, bringt sie dazu, mit Mädchen nichts Abenteuerliches machen zu können, denn rosa kann schmutzig werden, rosa muss geschont werden, Rosa ist niedlich, Rosa ist süß, Rosa erfüllt Äußerlichkeit, Ausstellungszweck, Rosa bedeutet weibliche Rollenzuschreibung, Rosa zementiert Ungleichheit, Rosa diskriminiert. Mädchen, die Rosa ablehnen, scheint es in Deutschland kaum noch zu geben und da sie in der Minderheit sind, werden sie schon schief angeguckt.

Woher dieser Rückschlag? 1980 schien Rosa und Hellblau schon mindestens zehn Jahre out zu sein, nur hoffnungslose Spießbürger wählten für Baby- gar für Kindersachen noch die altmodischen Geschlechterfarben, woher die Rückkehr dieser entsetzlichen Gewohnheit, die wir unseren Großeltern zuschrieben, aber niemals gedacht hätten, sie bei unseren Enkeln wiederzufinden?

Unsere Farben waren bunt, kräftig, bestanden aus Grundfarben: rot, blau, gelb, orange, grün, lila und ihrer Mischpalette, unsere Kinder wollten wir nicht ab Babyalter in von der Gesellschaft bestimmte Geschlechterrollen hineinpressen, sie sollten sich ihre Identität frei und auch mal rollenkritisch wählen dürfen, Jungen durften bei uns auch mit Puppen spielen, Mädchen mit Bauklötzern, Mädchen durften auch Abenteuer erleben, darüber lesen, mit dabei sein, Mädchen-Vorbilder waren Pippi Langstrumpf und Ronja Räubertochter. Zukünftig sollten auch Mädchen arbeiten und selbstständig sein. Unterordnung und Hausdame war passe´.

Heute saust die Welt im US/EU-amerikanistischen Globalisierungswahn mit Meilenschritten zurück in die Vergangenheit, Barbi ist „in“ und Barbi trippelt auf Laufstegen und sieht schön aus, in rosa. Vergessen Gleichberechtigung, vergessen öffnung der allgemeinen Männerwelt draußen auch für Frauen, Barbi konzentriert die Mädchen wieder auf Modepuppe, was auch praktisch ist, denn man braucht mehr als die Hälfte der Menschheit nicht mehr, was sollen uns da auf dem Arbeitsmarkt noch die Frauen!

Die brauchen wir dafür aber zur Ablenkung unserer gefrusteten Männchen, da sie draußen kaum noch etwas gelten, müssen sie wenigstens zuhause eine Rolle spielen, müssen sich über die hilflosen Püppchen erhaben fühlen, geistig sowohl als auch körperlich, sollen immer freundliche Gespielinnen haben, die ihnen das Leben versüßen und haben überhaupt nur zugeschriebene und angewiesene, von anderen festgesetzte Funktionen zu erfüllen, alles ganz freiwillig, versteht sich.

Es steht traurig um die Gleichberechtigung im Jahre 100 nach Einführung des internationalen Kampftages für die Rechte der Frau, Frauen sind die Hälfte der Menschheit, keine Minderheit, sie werden aber versteckt, verprügelt, klein und kurz gehalten und lediglich als Ausstellungsstücke in rosa dürfen sie sich öffentlich zeigen. Frauen haben in den Führungsetagen sämtlicher Berufe nur 1-2 % inne, wie kann da von Gleichberechtigung gesprochen werden?

Die Besonderheit in unserer Gesellschaft ist die, dass diese Dinge alle so angeblich freiwillig übernommen werden, denn man kann ja hingehen und andere Sachen kaufen. Aber sind Sie schon mal an einem Fußballweltmeistertag ohne Fußballbemalung durch die Straßen geradelt, ich ja, es ist nicht einfach Nonkonformist zu sein.

Bei den Frauen müssen wir also den Rückschritt aufhalten, während alle uns was vom Fortschritt erzählen, der angeblich erreicht wurde. Dies müssen wir besonders den Jugendlichen erzählen:

Boykottiert rosa! Boykottiert konservative Rollenmuster, kämpft um euer Recht auf eine Arbeit in allen Bereichen, nicht nur im Friseur-, Pflege- und Kindererziehungsbereich, kämpft aber auch darum, im Privatleben nicht als Püppchen benutzt zu werden, kämpft um eure Würde und Achtung als gleichwertige Menschen.

Quelle: http://www.scharf-links.de/ am 01.10.11

--- Ende Zitat ---



--- Zitat ---
Gleichstellung...und die Verhinderer

2008 hatte die damalige Frauenministerin ein Gutachten in Auftrag gegeben: Welche Gesetze verhindern die Gleichstellung? Jetzt liegt die 226-Seiten-Expertise vor – aber die interessiert die aktuelle Frauenministerin nicht.

Als Ursula von der Leyen noch Frauenministerin war, betrachtete sie irgendwann mit der ihr eigenen Stringenz die deutschen Gesetze und runzelte die Stirn. Was nützt ein neues Unterhaltsrecht, das Frauen zu durchgehender Erwerbstätigkeit anhält, wird sich die Mutter von sieben Kindern gefragt haben, wenn auf der anderen Seite das Steuerrecht das genaue Gegenteil bewirkt, nämlich: via Ehegattensplitting die Hausfrauenehe fördert und zementiert? Vermutlich fiel der jetzigen Arbeitsministerin auch auf, dass junge Frauen zwar die besseren Schulabschlüsse machen, sie aber gleichzeitig den Löwenanteil der miserabel bezahlten Minijobber stellen.

Es gibt also ein Problem. Emanzipationspolitisch relevante Gesetze hebeln sich gegenseitig aus. Weil sie sehr unterschiedliche Leitbilder zur Grundlage haben: Mal die erwerbstätige Frau, die ihre Existenz eigenständig sichert – mal die Hausfrau bzw. die „Zuverdienerin“. Also gab Frauenministerin von der Leyen im Juni 2008 ein wissenschaftliches Gutachten in Auftrag, das prüfen sollte: Wo gibt der Staat in der Gleichstellungspolitik widersprüchliche Signale? Ziel: eine „Gleichstellungspolitik aus einem Guss“.

Wenig später wurde gehandelt: Eine Sachverständigenkommission, bestehend aus drei Professoren und sechs Professorinnen verschiedener Disziplinen begann mit der Arbeit. Unter Vorsitz von Prof. Ute Klammer vom „Institut für Soziale Arbeit und Sozialpolitik“ der Uni Duisburg-Essen durchforsteten die WissenschaftlerInnen zwei Jahre lang die deut- sche Gesetzgebung, wälzten Studien und führten Interviews mit ExpertInnen.

Die Bilanz der ExpertInnen fiel, wie befürchtet, kritisch aus: „Der Mangel an Konsistenz führt dazu, dass gleichzeitig Anreize für ganz unterschiedliche Lebensmodelle gesetzt werden oder dass oft die Unterstützung in der einen Lebensphase abbricht oder in eine andere Richtung weist“, rügt die Kommission. Es besteht also, wie es in der Politik so schön heißt, Handlungsbedarf.

Ursula von der Leyens Nachfolgerin allerdings scheint das anders zu sehen. In der Stellungnahme, die die Bundesregierung erst ein halbes Jahr nach Abgabe des Berichtes verlauten ließ, heißt es lapidar: „Die Bundesregierung teilt nicht alle aus dem Bericht erwachsenen einzelnen Schlussfolgerungen.“ Welche Schlussfolgerungen genau die Bundesregierung nicht teilt, wird allerdings nicht klar.

http://www.emma.de/ressorts/artikel/politik/die-verhinderer/
--- Ende Zitat ---

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