Autor Thema: Feminismus  (Gelesen 58763 mal)

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Re: Feminismus
« Antwort #75 am: 09:35:53 Mi. 27.November 2019 »
Zitat
Von der Leyens EU-Pläne
Weiblicher, grüner, digitaler

Das EU-Parlament stimmt heute über das Team der künftigen Kommissionspräsidentin von der Leyen ab. Sie plant in vielen Bereichen einen Neuanfang. Aber kann das auch gelingen?
...

Quelle: tagesschau

Beruhigt mich nicht, Zensursula, AKK 47, die verurteilte Kriminelle IWF EZB-Lagarde, Sperrliesl Cecilia Malmström, von alten weißen Männern herangezogen, und nun aus PR-Gründen installiert, alte weiße Männer in Frauenkörpern, großartig. Ich Suche in diesen Personalien gerade den "Feminismus" und sehe nur alte weiße Männer, ich Glaube ich erwarte viel zu viel.
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Dieter Hildebrandt
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Re: Feminismus
« Antwort #76 am: 10:34:31 Mi. 27.November 2019 »
Professor nach sexistischen Äußerungen von Studentinnen aus Vorlesung gejagt

Zitat
In einer Aktion die vergangenen Donnerstag während der Vorlesung von  Professor Sahotra Sarkar von der Universität von Texas durchgeführt wurde denunzierten Studentinnen sein widerliches Nachsteigen hinter der weiblichen Studentenschaft und jagten ihn aus dem Vorlesungsraum. Sarkar wurde bereits zuvor für sein Verhalten von der Uni verurteilt und für ein Semester in bezahlten Urlaub geschickt, unterrichtet jetzt aber wieder in seiner alten Funktion.

Seit längerer Zeit entwickeln Studentinnen und Studenten an der Universität von Texas eine Kampagne gegen die gängige Praxis der Uni Professoren, die mit sexistischen Äußerungen oder Übergriffen auffallen, anzustellen und die Rufe der Studentenschaft danach, diese zu herauszuschmeißen, zu ignorieren:

•Der notorisch übergriffige Professor Morrisett erwürgte im Mai 2016 fast seine Freundin und war, im Juli des selben Jahres, erneut der Anlass dafür, dass sie in Krankenhaus eingewiesen werden musste.
•Professor Hutchison ist für seine dreckigen Anmachen und sexistischen Kommentare gegenüber Studentinnen bekannt und knüpft Empfehlungen für Fördergelder, usw. daran, wie (positiv) diese gegenüber seinen Anmachsprüchen reagieren. Dies hörte auch nicht auf, nach dem er 2015 eine seiner Studentinnen heiratete. Wegen seinem Verhalten wurde er im Herbstsemester 2018 und im Frühjahrssemester 2019 von der Uni von allen Lehrveranstaltungen befreit.
•Zu Letzt Professor Sarkar, der Studentinnen dazu aufforderte mit ihm Nacktbaden und in Nacktbars zu gehen und Geld für intime Fotografien anbot. Seine Suspendierung dauerte genau ein Semester.

http://www.demvolkedienen.org/index.php/de/t-proletarischer-feminismus/3775-professor-nach-sexistischen-aeusserungen-von-studentinnen-aus-vorlesung-gejagt
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Re: Feminismus
« Antwort #77 am: 10:23:15 Di. 10.Dezember 2019 »
Zitat
Istanbul: Bullen greifen feministische Demonstration an

Gestern wurden in Istanbul nach einer Protest-Performance mehrere Demonstranten festgenommen. Dreihundert Frauen wurden von Bullen umringt, als sie eine Art Tanz mit dem Titel „Ein Vergewaltiger auf deinem Weg“ aufführten, welcher ursprünglich von der feministischen Gruppe „Las Tesis“ aus Chile im November bei dem Tag gegen Gewalt an Frauen aufgeführt wurde.

Die Bullen gingen mit Tränengas gegen die Demonstranten vor. Sieben von ihnen wurden festgenommen. Die Frauen riefen etwa: „Vergewaltigungen, unbestrafte Mörder, fragwürdige Todesfälle, Frauenmorde – es ist nicht meine Schuld, egal wo ich bin, egal was ich anhabe, es ist nicht meine Schuld“, und weiter: „Der Vergewaltiger bist du“.

Frauen Morde sind in der Türkei alltäglich. Laut der Plattform „Wir werden die Frauenmorde stoppen“ wurden 430 Frauen dieses Jahr in der Türkei ermordet. Letztes Jahr waren es 440 Frauenmorde. Gewalt gegen Frauen ist aber kein Problem welches nur in unterdrückten Nationen auftritt. Im vergangenen Jahr wurden in der BRD 114.000 Frauen Opfer von Gewalt innerhalb einer Partnerschaft. Es ist bei diesen Zahlen davon auszugehen, dass die Dunkelziffer noch viel höher ist.

http://www.demvolkedienen.org/index.php/de/asien/3811-istanbul-bullen-greifen-feministische-demonstration-an
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Re: Feminismus
« Antwort #78 am: 10:27:18 Sa. 21.Dezember 2019 »
Zitat
Virgin Tales
Jungfrauen-Märchen


Evangelikale Christen rufen die zweite Sexuelle Revolution aus: Keuschheit als Gegenbewegung zu Gesinnung und Praktiken der modernen Kultur. So gelobt in den USA bereits jedes achte Mädchen, unbefleckt in die Ehe zu gehen. ARTE hat die Gründer der Purity-Bewegung zwei Jahre lang begleitet.

Die Wilsons sind eine neunköpfige evangelikale Familie, die in Colorado Springs lebt. Sie sind die Begründer der sogenannten Purity Balls, bei denen Töchter im Abendkleid von ihren Vätern begleitet werden und gemeinsam ein Gelübde ablegen, dass das Mädchen bis zur Ehe keusch bleibt. Inzwischen werden diese Bälle in 48 Staaten der USA gefeiert. Und die fünf Wilson-Töchter, die nur einen Mann heiraten wollen, der genauso ist wie ihr Vater, sind die Vorzeige-Jungfrauen der USA: jung, charmant und jeden noch so scheuen Kuss vor der Ehe verteufelnd. Auch die Söhne vertreten strikt die Haltung, eine Frau das erste Mal vor dem Traualtar zu küssen. Die Wilsons sind ein lebendiges Beispiel dafür, wie stark das Konzept "Jungfräulichkeit" auch heute noch das Leben junger Frauen beeinflussen kann, und das in einem westlichen Land, das als aufgeklärt und als Hort der Freiheit und Heimat der selbstbestimmten jungen Frauen gilt. So passiv, wie die Frauen der Purity-Bewegung sich in Bezug auf Sex verhalten sollen, genauso passiv sollen sie auch in allen anderen Lebensbereichen auftreten. Feminismus ist ein Schimpfwort. Die Frau gehört an den Herd, nicht in eine berufliche Laufbahn. Sie soll ihrem Mann dienen, der von Gott zum Führer der Frau auserkoren wurde. Die Wilsons fordern nicht nur Reinheit im sexuellen Sinn, sondern auch im geistigen und emotionalen: Die Kinder sollen sich vor der Ehe nicht verlieben, und bereits sexuelle Gedanken sind eine Sünde. Alle sieben Kinder der Wilsons zeigen sich absolut im Einklang mit diesem Gebot. Dieses Einverständnis mit den Eltern mag auf die fast vollkommene Abschottung von der Außenwelt zurückzuführen sein. Von frühester Kindheit an wurden die sieben Wilson-Sprösslinge wie rund eine Million andere evangelikale US-Kinder zu Hause unterrichtet. Hier lernen die Jungen neben Bibelzitaten vor allem, wie sich ein tugendhafter männlicher "Führer" zu verhalten hat, und die Mädchen, wie man dem zukünftigen Ehemann ein gemütliches Heim bereitet. Kontakt zu Gleichaltr[/b]igen kommt lediglich beim Kirchenbesuch und den regelmäßig stattfindenden "Teas" zustande, bei denen die Kinder gemeinsam mit ihren Eltern über ihren Glauben sprechen und sich gegenseitig darin bestärken, dass ihre Lebensform die einzig wahre sei.

87 Min., verfügbar vom 21/12/2019 bis 27/12/2019
Nächste Ausstrahlung am Freitag, 3. Januar um 23:55


HTNL5:
Quelle: Arte

Anschauen und anfangen zu beten, bitte bitte, mach daß das eine perverse Satire ist!
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Kuddel

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Re: Feminismus
« Antwort #79 am: 14:17:57 So. 22.Dezember 2019 »
Das feministische Kollektiv „Las Tesis“ aus Chile hat eine Massenbewegung initiiert. Ihr Sprechgesang „Un violador en tu camino“ ist eine Anklage gegen sexualisierte Gewalt und Vergewaltigungskultur. Innerhalb einer Woche wurde die Performance „Un violador en tu camino“ (Ein Vergewaltiger auf deinem Weg) der Aktivistinnen aus der Hafenstadt Valparaíso von Feministinnen in Lateinamerika, den USA, Europa und sogar Australien und Asien adaptiert und neu interpretiert. Zuletzt wurde die Performance in Italien, Indien, Russland und dem Libanon aufgeführt, und nun auch in Rojava.


Kämpferinnen der KKB/KÖG in Rojava


„Der Vergewaltiger bist du” vor dem türkischen Konsulat in Hamburg


Tanzperformance im Polizeikessel in Istanbul: „Der Vergewaltiger bist du!“


Ankara: Neun Festnahmen bei „Las Tesis“-Performance

https://anfdeutsch.com/kultur/las-tesis-kaempferinnen-in-rojava-veroeffentlichen-video-16186

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Re: Feminismus
« Antwort #80 am: 12:14:05 Mo. 20.Januar 2020 »
Zitat
Podcast NPP 194
Die Wut der Unbegehrten

Sie halten Sex für ein Grundrecht, tauschen sich in Foren über ihre eigene Hässlichkeit aus und feiern Attentäter als Heilige und Helden. Die Community der Incels ist eine der dunkelsten Besenkammern des Internets. Der hier kultivierte Hass junger Männer reicht allerdings weiter. Wie diese Gemeinschaft des Selbstmitleids tickt, erklärt die Soziologin Veronika Kracher.

...
...

HTML5: (etwa 50 min.)
Quelle: Netzpolitik.org
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Re: Feminismus
« Antwort #81 am: 10:09:40 Di. 11.Februar 2020 »
Zitat
Bremen: Veranstaltungsreihe des Roten Frauenkomitees zum 8. März
Veranstaltungsreihe zum 8. März 2020

Der diesjährige Internationale Frauenkampftag steht vor der Tür. Ein Tag, der 1911 von der Kommunistin Clara Zetkin als Tag der Arbeiterinnen ins Leben gerufen wurde. Im Rahmen des „Café Rebellion“ veranstalten wir Vorträge über den proletarischen Feminismus und seine Bedeutung heute und wollen mit Euch darüber diskutieren, warum eine klassenbewusste Frauenbewegung notwendig ist, um die Emanzipation der Frau zu erkämpfen. Dazu wird es wie jeden Mittwoch gutes Essen und Getränke für wenig Geld geben. Kommt vorbei und diskutiert mit.
_____________________________________________________________
12. Februar: Über die verschiedenen Farben des Feminismus –
                        Warum proletarischer Feminismus?
19. Februar: Die Frauen tragen die Hälfte des Himmels auf ihren Schultern und sie müssen sie erobern –
                        Frauen in der Großen Proletarischen Kulturrevolution in China
26. Februar: Filmvorführung: „Olga“ - Spielfilm über die Kommunistin Olga Benario, die den Kampf der
                        Arbeiterklasse in Deutschland und Brasilien geprägt hat
04. März: Warum eine klassenbewusste Frauenbewegung notwendig ist –
               Vortrag über die Situation der Frau in der BRD
_____________________________________________________________

Das „Café Rebellion“ findet jeden Mittwoch ab 17 Uhr statt.
Die Veranstaltungen beginnen um 19 Uhr.

Ort: BDP-Haus / 1. Stock
Am Hulsberg 136
(Haltestelle „Bei den drei Pfählen“)

Kontakt: rfk.bremen@gmx.de

Rotes Frauenkomitee Bremen
http://www.demvolkedienen.org/index.php/de/t-proletarischer-feminismus/3982-bremen-veranstaltungsreihe-des-roten-frauenkomitees-zum-8-maerz
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Re: Feminismus
« Antwort #82 am: 08:28:08 Sa. 07.März 2020 »

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Re: Feminismus
« Antwort #83 am: 12:23:00 So. 08.März 2020 »


Ich habe den Eindruck, daß die Frauenbewegung in anderen Ländern schon viel weiter ist.
Dort gibt es echte Frauenstreiks.
Aus Deutschland ist mir so etwas nicht bekannt.

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Re: Feminismus
« Antwort #84 am: 12:33:13 Mo. 09.März 2020 »
Zitat
Weltfrauentag:
Gewalt bei Demonstrationen in Chile

An den Demonstrationen nahmen nach Schätzungen der Polizei mehr als 125.000 Menschen teil. Die Organisatorinnen und Organisatoren sprachen von rund 500.000 Teilnehmenden. Die Menge der Protestierenden erstreckte sich nach Beobachtung von AFP-Journalisten über eine Länge von vier Kilometern. Für Montag ist in Chile ein "feministischer Generalstreik" geplant.
https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2020-03/weltfrauentag-gleichstellung-chile-demonstration-gewalt

Kuddel

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Re: Feminismus
« Antwort #85 am: 09:48:55 Di. 10.März 2020 »
Mexico:

Zitat
22 Millionen Frauen, also 40 Prozent, nahmen laut Unternehmerverband Coparmex am Streik teil
https://www.fr.de/wirtschaft/mexiko-frauen-streiken-gegen-maennergewalt-13589903.html

Wow!

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Re: Feminismus
« Antwort #86 am: 14:11:32 Di. 10.März 2020 »
Zitat
Proteste zum internationalen Frauentag
Mit Gewalt gegen Gewalt

Das Video dazu ansehen!!

https://www.spiegel.de/panorama/internationaler-frauentag-proteste-in-mexiko-und-tuerkei-eskalieren-a-06be5c81-9d75-435a-9ebd-f760f49ff2b6

RoterProlet

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Re: Feminismus
« Antwort #87 am: 17:09:13 Mi. 15.April 2020 »


Ich habe den Eindruck, daß die Frauenbewegung in anderen Ländern schon viel weiter ist.
Dort gibt es echte Frauenstreiks.
Aus Deutschland ist mir so etwas nicht bekannt.

Das ist auch absolut so! Ist Allerdings auch nicht nur beim Thema Feminismus so.
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Re: Feminismus
« Antwort #88 am: 17:57:16 Mi. 12.August 2020 »
Die Feministische Bewegung wird von einigen als Bedrohung gesehen.

Zitat
Das Netzwerk der Antifeministen
Wenn fragile Männlichkeit gefährlich wird

Sie halten Feminismus für „die größte Bedrohung seit Bestehen der Bundesrepublik“


(Auszüge: )
Massenmörder Anders Breivik ist erklärter Antifeminist

In der Szene der sogenannten Männerrechtler, die in den letzten Jahren in Deutschland gewachsen ist, gilt Enderles Verein Manndat als einer der wichtigsten Akteure. Es gibt Vereine, Initiativen, Kongresse, Blogs. Gemein ist allen die Überzeugung, der Feminismus habe in Deutschland großen Schaden angerichtet – die wahren Benachteiligten seien heute die Männer.

Es gibt den Blogger Hadmut Danisch, der über das Wesen der Frau Folgendes schreibt: „Einerseits fordert sie Posten in den Vorständen der größten Unternehmen, andererseits kann sie nicht mal selbstverantwortlich und zuverlässig entscheiden, mit wem sie bumst.“ Jede Beischlafentscheidung sei unverbindlich, und wenn die Frau es sich später anders überlege, werde „die Sache auf Kosten des Mannes rückwirkend zur Vergewaltigung erklärt.“

Das Bundesfamilienministerium geht davon aus, dass fünf Prozent aller deutschen Männer offen antifeministisch eingestellt sind, etwa dem Satz zustimmen: „Frauen sind von der Politik genug gefördert worden, jetzt sind die Männer dran.“ Ein Drittel aller Männer sei für einzelne antifeministische „Einstellungen oder Facetten empfänglich“.

Zu den ärgsten Feindbildern der Bewegung zählen junge Frauen wie Greta Thunberg. Aber auch Männer, die sich für Frauenrechte einsetzen. Die werden als „lila Pudel“ beschimpft. Es heißt, sie hätten ihr eigenes Geschlecht verraten.

Zum Spektrum des Antifeminismus gehören auch die sogenannten „Incels“. Männer, die nach eigener Aussage keine Aussicht auf Sex haben und dies Frauen verübeln. Ihre Überzeugung: Frauen seien oberflächlich, grausam und einfach böse. Incels fordern, der Staat müsse Frauen zu Sex mit Männern verpflichten.

Immer öfter führt der Hass im Netz zu Gewalt in der realen Welt. Etliche rechte Attentäter der vergangenen Jahre waren Antifeministen: Anders Breivik genauso wie die Mehrfachmörder von Halle und Hanau, Christchurch, El Paso und Toronto. Das Motiv Frauenhass werde bei vielen Terrortaten noch unterschätzt, sagt der Soziologe Andreas Kemper am Telefon: „Dieser Faktor wird zu wenig beleuchtet.“ Kemper hat sich jahrelang mit Antifeminismus und seinen Folgen beschäftigt. Es gebe in der Szene etliche „Breivik-Versteher“, die den Attentäter eigentlich für ein Opfer hielten. Dieser habe letztlich ausrasten müssen, weil der Feminismus und die politische Korrektheit ihn drangsaliert hätten.

In den USA versuchte ein Antifeminist vorigen Monat, eine angeblich zu frauenfreundliche Bundesrichterin zu erschießen. Zuvor hatte der Mann als Rechtsanwalt jahrelang gegen Benachteiligungen von Männern geklagt, etwa gegen Clubbetreiber, die Frauen an „Ladies’ Nights“ günstigere Drinks versprachen. Beim Versuch, das Haus der Richterin zu stürmen, tötete der Rechtsanwalt ihren Sohn.

Auch die anonymen, mit „NSU 2.0“ unterschriebenen Todesdrohungen richteten sich zunächst ausschließlich gegen Frauen, enthielten sexistische Schmähungen und Vergewaltigungsfantasien.

Zuweilen mischt sich der Frauenhass mit Antisemitismus. In seinem Bekennervideo erklärte der Attentäter von Halle, geheime Mächte hätten den Feminismus erfunden, um die Geburtenzahlen zu senken und so die Völker des Westens auszurotten. Und diese geheimen Mächte seien natürlich die Juden.

Tatsächlich waren Manndat-Mitglieder wie der Publizist Arne Hoffmann vor zehn Jahren noch im Hassforum von WGvdL aktiv, Hoffmann bezeichnete es als „zentrales Diskussionsforum der Männerbewegung“. Eines seiner Bücher veröffentlichte er im Verlag des extrem rechten Götz Kubitschek, schrieb auch für dessen Blog „Sezession“ und rechte Plattformen wie „Die Freie Welt“, deren Herausgeber der Ehemann von Beatrix von Storch ist. Mehrfach gab Hoffmann der „Jungen Freiheit“ Interviews, warnte dort etwa vor „faschistoiden Aspekten“ im Feminismus. Im „Compact“-Magazin von Jürgen Elsässer veröffentlichte er den Text „Von Hitler bis Breivik: Das Elend der Vaterlosigkeit“.

Überhaupt hat die Bewegung in der FDP – neben der AfD – am stärksten Fuß gefasst. Parteimitglieder riefen vor drei Jahren einen eigenen Verein ins Leben, der in die Partei und aus ihr heraus wirken soll: die „Liberalen Männer“. Initiiert wurde die Gründung von Mitgliedern des Männerrechtsvereins Manndat. Es heißt, ähnliche Bestrebungen in anderen Parteien seien angedacht.

Der komplette Text: https://www.tagesspiegel.de/themen/reportage/das-netzwerk-der-antifeministen-wenn-fragile-maennlichkeit-gefaehrlich-wird/26072892.html
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

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Re: Feminismus
« Antwort #89 am: 11:18:21 Fr. 14.August 2020 »
Zitat
Erneute Massenproteste gegen Frauenmorde in der Türkei

Am 21. Juli wurde die 27-jährige Studentin Pinar Gültekin in Muğla im Südwesten der Türkei von ihrem Ex-Freund durch Würgen ermordet und die Leiche anschließend nach Verbrennungsversuchen in einer Mülltonne mit Beton übergossen. Die Zahl der Frauenmorde in der Türkei steigt weiterhin und liegt dieses Jahr laut dem Frauenverband Kamer bereits bei 260 – durch die Ausgangssperre verstärkt, sei die Zahl der Fälle häuslicher Gewalt in Istanbul dieses Jahr allein um 40 Prozent gestiegen.

Am Folgetag dieses grausamen Mordes gab es landesweite kämpferische Kundgebungen und Demonstrationen gegen patriarchale Gewalt und die Morde der letzten Monate mit Hunderten von Teilnehmern in unter anderem Muğla, Istanbul, Ankara, Izmir, Adana, Hatay, Mersin, Antalya und Meletî (Malatya). In Izmir griffen die Bullen ohne einen konkreten Anlass eine Demonstration an und nahm zwölf Demonstrantinnen fest. Eine Teilnehmerin berichtete: „Wir versammelten uns erst vor dem Kulturzentrum im Stadtteil Alsancak, um ein Pressestatement abzugeben. Als wir den Protestmarsch begannen, hielt uns die Polizei plötzlich mit Barrikaden auf. Anschließend wurden wir unrechtmäßig inhaftiert, geschlagen und misshandelt.“

Die Proteste forderten auch in weiten Teilen das Einhalten der Istanbul-Konvention („Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt“ von 2011). Die Türkei hatte das Übereinkommen als erstes Land unterzeichnet und als „Gesetz zur Vorbeugung von Gewalt gegen Frauen und zum Schutz der Familie” national eingeführt. In jüngerer Vergangenheit positionierte sich die türkische Regierung gegen die Konvention und stellte in Aussicht, aus dem Abkommen auszusteigen. Natürlich tut es herzlich wenig zur Sache, ob die Türkei diesen leeren Vertrag nun offiziell umsetzt oder ablehnt, dafür aber soll kurzzeitig das Vertrauen der Massen in die bürgerliche Demokratie und in die angebliche Wichtigkeit dieser Konvention gestärkt werden. Das Patriarchat kann aber nur durch die vollständige Zerstörung des Imperialismus abgeschafft werden, was für die Türkei konkret als erstenSchritt die siegreiche Durchführung der neudemokratischen Revolution bedeutet.
https://demvolkedienen.org/index.php/de/asien/4342-erneute-massenproteste-gegen-frauenmorde-in-der-tuerkei
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