Autor Thema: Feminismus  (Gelesen 58105 mal)

Kuddel

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Re: Feminismus
« Antwort #90 am: 12:19:44 Fr. 14.August 2020 »
Die aktuelle feministische Bewegung ist wirklich beeindruckend. Es ist eine globale Bewegung, sie ist radikal und sie läßt sich nicht von autoritären Regierungen und reaktionären Traditionen bremsen.

Die feministische Bewegung in Polen kommt in der deutschen Berichterstattung viel zu kurz. Medial wird so getan, als gäbe es nur einen Konflikt zwischen der faschistoiden PiS Partei und der so modernen und freiheitlichen neoliberalen Alternative "liberalkonservative Bürgerkoalition", was eher die Wahl zwischen Pest und Cholera ist.

Die in den 70er Jahren noch radikale Feministische Bewegung in Deutschland konnte mit Staatsknete gekauft und befriedet werden. Ich habe wahrlich nichts gegen Frauenhäuser und Beratungsstellen, mußte aber beobachten, wie all die Förderungsgelder und bezahlten Stellen für Sozialpädagoginnen und Sozialarberinnen, etc. inhaltlich Folgen hatte. Es gab die jährlichen Frauenwochen in irgendwelchen Kulturzentren und es dauerte nicht lange, bis sich da nicht mehr die lokalen Initiativen ihre Kämpfe und Arbeit dort präsentierten, sondern es eine bürgerliche Schnarchveranstaltung wurde, man viel Geld für die Honorare der Vorträge von Akademikerinnen und die Anreise irgendwelcher Ethno-Frauen-Musik- oder Tanzgruppen ausgab. Irgendwann wurde der staatliche Geldhahn immer kleiner gedreht. Die Aktivitäten der dort Beschäftigten drehten sich immer weniger um die Situation der Frau in der Gesellschaft, sondern es ging zunehmend um den Erhalt ihrer eigenen Jobs.

Diese Frauenbewegung war politisch tot. Die Feststellung, daß Frauen wesentlich schlechter bezahlt werden als Männer, mußte von anderer Seite in die gesellschaftliche Diskussion geworfen werden. Die bezahlten Frauenbewegten hatten damit nichts zu tun, sie nahmen es wahrscheinlich nicht einmal wahr.

ManOfConstantSorrow

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Re: Feminismus
« Antwort #91 am: 11:43:53 Sa. 19.September 2020 »
Frauen spielen in den aktuellen Bewegungen weltweit eine zunehmende Rolle, egal ob in den arabischen Protesten, in Belarus oder Mexiko:

Zitat
Tagtäglich werden Frauen in Mexiko verfolgt, vergewaltigt, umgebracht. Im März gingen Zehntausende auf die Straße, um sich zum Protest zu formieren. Durch die Corona-Krise wurde die Bewegung vorerst gestoppt - nun flammt sie wieder auf.
https://www.tagesschau.de/ausland/mexiko-proteste-frauengewalt-101.html

In Belarus nehmen die Frauen bei den Protesten eine führende Rolle ein.
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Kuddel

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Re: Feminismus
« Antwort #92 am: 10:25:29 Do. 01.Oktober 2020 »
Zitat
In Indien
Proteste nach tödlicher Gruppenvergewaltigung von 19-Jähriger

Eine neuerliche Gruppenvergewaltigung bringt Indien auch in die internationalen Schlagzeilen. Die Familie des Opfers wirft der Polizei Fehlverhalten vor. Indes werden Frauenrechtlerinnen festgenommen.
https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.in-indien-proteste-nach-toedlicher-gruppenvergewaltigung-von-19-jaehriger.eee32629-57c4-41bb-a024-50975e12b03d.html

Kuddel

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Re: Feminismus
« Antwort #93 am: 13:01:51 Sa. 31.Oktober 2020 »
Polen zeigt, die Frauenproteste drehen sich nicht allein um "Frauenfragen", es geht um gesellschaftliche Fragen, um Machtverhältnisse. Letztendlich geht des um den Sturz der herrschenden Verhältnisse.

Kuddel

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Re: Feminismus
« Antwort #94 am: Gestern um 09:07:31 »
Zitat
In Mexiko haben Angehörige ermordeter Frauen die Regierung zum Handeln gegen die sogenannten Femizide aufgerufen.

Vertreter überreichten Präsident Lopez Obrador in Mexiko-Stadt eine Liste mit 18.000 Unterschriften, in dem eine juristische Aufklärung der Gewalttaten sowie deren Ende gefordert wird. Die Delegation wurde von der Mutter der im Juni 2018 ermordeten Journalistin Maria del Sol Cruz Jarquin angeführt. Lopez Obrador wies seine Regierung an, das Vorgehen gegen die Gewalt gegen Frauen zu verstärken.

Amnesty International kritisierte, der mexikanische Staat sei bislang nicht in der Lage, die Femizide zu stoppen. Laut offiziellen Zahlen wurden allein zwischen Januar und September dieses Jahres 2.867 Frauen ermordet. Dies bedeute, dass in dem Land alle zweieinhalb Stunden eine Frau getötet werde, so Amnesty.
https://www.deutschlandfunk.de/mexiko-angehoerige-ermordeter-frauen-fordern-regierung-zum.2932.de.html?drn:news_id=1198308