Autor Thema: Feminismus  (Gelesen 58687 mal)

Kuddel

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Re: Feminismus
« Antwort #90 am: 12:19:44 Fr. 14.August 2020 »
Die aktuelle feministische Bewegung ist wirklich beeindruckend. Es ist eine globale Bewegung, sie ist radikal und sie läßt sich nicht von autoritären Regierungen und reaktionären Traditionen bremsen.

Die feministische Bewegung in Polen kommt in der deutschen Berichterstattung viel zu kurz. Medial wird so getan, als gäbe es nur einen Konflikt zwischen der faschistoiden PiS Partei und der so modernen und freiheitlichen neoliberalen Alternative "liberalkonservative Bürgerkoalition", was eher die Wahl zwischen Pest und Cholera ist.

Die in den 70er Jahren noch radikale Feministische Bewegung in Deutschland konnte mit Staatsknete gekauft und befriedet werden. Ich habe wahrlich nichts gegen Frauenhäuser und Beratungsstellen, mußte aber beobachten, wie all die Förderungsgelder und bezahlten Stellen für Sozialpädagoginnen und Sozialarberinnen, etc. inhaltlich Folgen hatte. Es gab die jährlichen Frauenwochen in irgendwelchen Kulturzentren und es dauerte nicht lange, bis sich da nicht mehr die lokalen Initiativen ihre Kämpfe und Arbeit dort präsentierten, sondern es eine bürgerliche Schnarchveranstaltung wurde, man viel Geld für die Honorare der Vorträge von Akademikerinnen und die Anreise irgendwelcher Ethno-Frauen-Musik- oder Tanzgruppen ausgab. Irgendwann wurde der staatliche Geldhahn immer kleiner gedreht. Die Aktivitäten der dort Beschäftigten drehten sich immer weniger um die Situation der Frau in der Gesellschaft, sondern es ging zunehmend um den Erhalt ihrer eigenen Jobs.

Diese Frauenbewegung war politisch tot. Die Feststellung, daß Frauen wesentlich schlechter bezahlt werden als Männer, mußte von anderer Seite in die gesellschaftliche Diskussion geworfen werden. Die bezahlten Frauenbewegten hatten damit nichts zu tun, sie nahmen es wahrscheinlich nicht einmal wahr.

ManOfConstantSorrow

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Re: Feminismus
« Antwort #91 am: 11:43:53 Sa. 19.September 2020 »
Frauen spielen in den aktuellen Bewegungen weltweit eine zunehmende Rolle, egal ob in den arabischen Protesten, in Belarus oder Mexiko:

Zitat
Tagtäglich werden Frauen in Mexiko verfolgt, vergewaltigt, umgebracht. Im März gingen Zehntausende auf die Straße, um sich zum Protest zu formieren. Durch die Corona-Krise wurde die Bewegung vorerst gestoppt - nun flammt sie wieder auf.
https://www.tagesschau.de/ausland/mexiko-proteste-frauengewalt-101.html

In Belarus nehmen die Frauen bei den Protesten eine führende Rolle ein.
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Kuddel

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Re: Feminismus
« Antwort #92 am: 10:25:29 Do. 01.Oktober 2020 »
Zitat
In Indien
Proteste nach tödlicher Gruppenvergewaltigung von 19-Jähriger

Eine neuerliche Gruppenvergewaltigung bringt Indien auch in die internationalen Schlagzeilen. Die Familie des Opfers wirft der Polizei Fehlverhalten vor. Indes werden Frauenrechtlerinnen festgenommen.
https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.in-indien-proteste-nach-toedlicher-gruppenvergewaltigung-von-19-jaehriger.eee32629-57c4-41bb-a024-50975e12b03d.html

Kuddel

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Re: Feminismus
« Antwort #93 am: 13:01:51 Sa. 31.Oktober 2020 »
Polen zeigt, die Frauenproteste drehen sich nicht allein um "Frauenfragen", es geht um gesellschaftliche Fragen, um Machtverhältnisse. Letztendlich geht des um den Sturz der herrschenden Verhältnisse.

Kuddel

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Re: Feminismus
« Antwort #94 am: 09:07:31 Mi. 25.November 2020 »
Zitat
In Mexiko haben Angehörige ermordeter Frauen die Regierung zum Handeln gegen die sogenannten Femizide aufgerufen.

Vertreter überreichten Präsident Lopez Obrador in Mexiko-Stadt eine Liste mit 18.000 Unterschriften, in dem eine juristische Aufklärung der Gewalttaten sowie deren Ende gefordert wird. Die Delegation wurde von der Mutter der im Juni 2018 ermordeten Journalistin Maria del Sol Cruz Jarquin angeführt. Lopez Obrador wies seine Regierung an, das Vorgehen gegen die Gewalt gegen Frauen zu verstärken.

Amnesty International kritisierte, der mexikanische Staat sei bislang nicht in der Lage, die Femizide zu stoppen. Laut offiziellen Zahlen wurden allein zwischen Januar und September dieses Jahres 2.867 Frauen ermordet. Dies bedeute, dass in dem Land alle zweieinhalb Stunden eine Frau getötet werde, so Amnesty.
https://www.deutschlandfunk.de/mexiko-angehoerige-ermordeter-frauen-fordern-regierung-zum.2932.de.html?drn:news_id=1198308

Kuddel

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Re: Feminismus
« Antwort #95 am: 18:45:15 So. 06.Dezember 2020 »
Ich möchte hier an eine zu Unrecht fast vergessene Politikerin und Feministin erinnern:

Luise Zietz
(1865 - 1922)



Zitat
Beim Hamburger Hafenarbeiterstreik von 1896 trat sie erstmals als Rednerin in der Öffentlichkeit auf. Während des Streiks organisierte sie den Widerstand der Frauen. Zietz war von 1898 bis 1904 Vorsitzende der Zahlstelle des „Verbandes der Fabrik- Land- und gewerblichen Hilfsarbeiter“ in Hamburg-St. Georg und vertrat diesen Ortsverband auf den Gewerkschaftskongressen 1902 und 1910. Nach Verabschiedung des Reichsvereinsgesetzes 1908 konnte sie offiziell Mitglied der SPD werden. Sie galt als populäre und erfolgreiche Agitatorin der Partei, vor allem in der Frauenagitation. Wegen dieser Fähigkeiten wurde sie „weiblicher Bebel“ genannt. Auf dem Nürnberger Parteitag wurde sie als erste Frau in Deutschland in einen Parteivorstand gewählt. 1911 organisierte sie das erste Mal den 1910 in Kopenhagen beschlossenen Internationalen Frauentag in Deutschland. Sie schrieb regelmäßig für die sozialdemokratische Frauenzeitschrift Die Gleichheit und Die Neue Zeit.
Grabstätte

1917 gehörte Luise Zietz zu den Gründungsmitgliedern der USPD, deren Zentralkomitee sie bis zu ihrem Tod angehörte. Sie wurde auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde in Berlin-Friedrichsfelde begraben. Nach Umbettung im Jahr 1951 befindet sich ihr Grab dort an der Ringmauer der Gedenkstätte der Sozialisten.
https://de.wikipedia.org/wiki/Luise_Zietz




Kuddel

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Re: Feminismus
« Antwort #96 am: 14:01:34 Do. 31.Dezember 2020 »