Autor Thema: Elektronische Gesundheitskarte  (Gelesen 16968 mal)

Rudolf Rocker

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Re:Elektronische Gesundheitskarte
« Antwort #15 am: 18:19:48 Di. 10.Mai 2016 »
Schönen Gruß von der NSA!! :o

dagobert

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Re:Elektronische Gesundheitskarte
« Antwort #16 am: 20:26:42 Di. 10.Mai 2016 »
Denke nicht, dass das möglich ist. Ein Verstoß gegen die ärztliche Schweigepflicht?
Patienten-Daten sind hochsensibel. Da habe ich meine Zweifel, ob das so komplikationslos
bei uns machbar wäre.
Ich seh da nur ein rechtliches Problem. Technisch ist das für die "interessierten Stellen" zweifellos machbar.
"Ich glaube, daß man nichts vom Krieg mehr wüßte,
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Udo Jürgens (Ich glaube, 1968)

Dito

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Re:Elektronische Gesundheitskarte
« Antwort #17 am: 16:00:11 Fr. 13.Mai 2016 »
Naja, klar rein rechtlich ist es verboten. Aber die Abgasmessungen fälschen war es auch und man hat es trotzdem gemacht. Ich bin da mistrauisch, mich würde es kaum überraschen, wenn heruaskäme, dass die Daten irgendwer hat, oder was meint ihr?
Gruß

counselor

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Re:Elektronische Gesundheitskarte
« Antwort #18 am: 21:18:03 Mo. 16.Mai 2016 »
Mich würde es auch nicht wundern, wenn die Gesundheitsdaten in falsche Hände gelangen.
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

dagobert

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Re:Elektronische Gesundheitskarte
« Antwort #19 am: 15:42:00 Do. 25.August 2016 »
Zitat
Landessozialgericht Baden-Württemberg, Urteil vom 21.06.2016 - L 11 KR 2510/15 -
Einführung der elektronischen Gesundheitskarte grundsätzlich rechtmäßig
Behörden dürfen jedoch nicht beliebig viele Daten sammeln


Das Landessozialgericht Baden-Württemberg hat in einem Grundsatzurteil die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte gebilligt. Ein Anspruch auf Befreiung von der Verwendung der elektronischen Gesundheitskarte besteht nicht. Das Recht auf informationelle Selbstbestimmung der Bürgerinnen und Bürger gewährt den Versicherten kein Recht auf Verhinderung der Digitalisierung und "Weiterleben in einer analogen Welt". Dieses Recht verlangt aber umgekehrt auch, dass Voraussetzungen und Umfang der Speicherung sensibler (Gesundheits-)Daten gesetzlich klar geregelt und nicht Vereinbarungen zwischen den beteiligten Behörden überlassen werden.
http://www.kostenlose-urteile.de/LSG-Baden-Wuerttemberg_L-11-KR-251015_Einfuehrung-der-elektronischen-Gesundheitskarte-grundsaetzlich-rechtmaessig.news22925.htm
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Udo Jürgens (Ich glaube, 1968)

Kuddel

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Re:Elektronische Gesundheitskarte
« Antwort #20 am: 14:39:07 Sa. 09.September 2017 »
Ach!?!

Zitat
Überfällige Beerdigung

Warum die elektronische Gesundheitskarte mehr schadet als nutzt.
http://www.fr.de/panorama/dr-hontschiks-diagnose-ueberfaellige-beerdigung-a-1347609

Kuddel

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Re: Elektronische Gesundheitskarte
« Antwort #21 am: 11:30:59 Mi. 15.April 2020 »
Zitat
Weitgehend unbeachtet hat Jens Spahn seine umstrittene Digitalisierung des Gesundheitssystems weiter vorangetrieben

„Wir nehmen den Widerstand der Ärzte nicht einfach hin.“ Die Digitalisierung des Gesundheitssystems ist das Lieblingsprojekt Spahns. Mit dem Termin- und Versorgungsgesetz, welches uns unter anderem die von der Kasse bezahlte Gesundheits-App bescherte, brachte er sie im Januar in Fahrt. Die Patientenakte musste damals allerdings ausgegliedert werden: Das Justizministerium und der Datenschutzbeauftragte hatten Bedenken, nachdem im vorigen September Leaks von Gesundheitsdaten öffentlich geworden waren.

Mitten in der Corona-Krise und weitgehend unbeachtet hat Spahn nun das sogenannte Patientendaten-Schutz-Gesetz (PDSG) durchs Kabinett gebracht. Die Digitalakte soll schon 2021 starten und Ärzte und Krankenhäuser verpflichten, sie zu befüllen. 2022 sollen auch Impf- und Mutterpass und das Zahnbonusheft gespeichert werden.
https://www.freitag.de/autoren/ulrike-baureithel/im-windschatten-der-krise

Kuddel

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Re: Elektronische Gesundheitskarte
« Antwort #22 am: 09:19:12 Do. 19.November 2020 »
Zitat
Handel mit Gesundheitsdaten
Die totale Entblößung

Unsere Gesundheitsdaten sind wertvoll – und erstaunlich leicht zu stehlen, denn die technische Ausstattung vieler Arztpraxen ist miserabel. Das zieht Erpresser an.
https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/unsere-gesundheitsdaten-sind-leichte-beute-fuer-erpresser-17058647.html

Die sollen nicht so tun, als seien die Arztpraxen das Problem.
Selbst die besten technischen Absicherungen können keinen absoluten Schutz vor Datenlecks und Datenklau garantieren. Der Fehler liegt bereits im Grundgedanken: am zentralisierten Sammeln aller Daten, vom Traum von Macht und Kontrolle.
Das kann nur nach hinten losgehen. Die Bedröhung sind nicht irgendwelche Hacker und sonstigen Kriminellen.
Das System selbst ist die Bedrohung. Wir können es bereits in den USA sehen, wie Menschen von den Krankenkassen nicht aufgenommen werden, weil deren Krankengeschichten einen zu teuren Krankheitsverlauf im weiteren Leben erwarten lassen. Die Daten können auch an Arbeitgeber gelangen. Man wird also keinen Job finden, wenn die Gesundheit nicht als stabil gilt.

Troll

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Re: Elektronische Gesundheitskarte
« Antwort #23 am: 10:12:00 Di. 15.Dezember 2020 »
Zitat
Vor Start der e-Patientenakte
IT-Sicherheitslücken in Praxen

Im Januar startet die elektronische Patientenakte. Arztpraxen, Krankenhäuser und Apotheken werden dann über die Telematik-Infrastruktur miteinander vernetzt. Doch nach Recherchen von BR und NDR gibt es dabei gravierende Sicherheitslücken.

...
... Die Vernetzung des Gesundheitswesens ist eines der größten Digitalisierungsprojekte der laufenden Legislaturperiode, stark vorangetrieben durch Gesundheitsminister Jens Spahn.
...

IT-Sicherheitsrichtlinie kommt erst 2021

Eine Richtlinie der Kassenärztlichen Bundesvereinigungen soll IT-Sicherheitsanforderungen in Praxen verbindlich regeln und etwa dafür sorgen, dass nur zertifizierte Fachleute die Praxen an die Telematik-Infrastruktur anschließen. Das Problem: Die Richtlinie tritt frühestens im Januar in Kraft, in einigen zentralen Sicherheitsanforderungen wohl sogar erst ab 2022. Das geht aus einem internen Entwurf hervor, der BR und NDR vorliegt. Bislang scheiterte die Richtlinie am Widerstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, die zusätzliche Kosten für Praxen fürchtete. Der Großteil der 168.000 Arztpraxen ist bereits an die Telematik-Infrastruktur angeschlossen.
...

Quelle: tagesschau

Das Vorzeigemodell eines Lobbyisten, im Nebenjob Gesundheitsminister, Jens Spahn errichtet einen Selbstbedienungsladen für das Öl des 21. Jahrhunderts.

Passend:
Zitat
Registermodernisierung: Wenn der Staat ein Profil auf Knopfdruck abrufen kann[/b]

Experten stritten bei einer Anhörung heftig über den Ansatz der Bundesregierung, die Steuer-ID als Bürgernummer behördenübergreifend zu nutzen.
...

Zeitlose Gefahr

Datenschützer betonten, dass mit der Steuer-ID als Bürgernummer der Damm breche und diesen das Bundesverfassungsgericht wieder werde flicken müssen. Dieses habe mit dem Volkszählungsurteil festgehalten, dass ein allgemeines Personenkennzeichen klar verfassungswidrig sei. Es dürfe keine Möglichkeit geben, den einzelnen Bürger zu registrieren und zu katalogisieren. Dies wäre eine übergroße Gefahr für die informationelle Selbstbestimmung
...

Quelle: heise.de

Anhörung:
-> https://www.bundestag.de/mediathek?videoid=7489423#url=L21lZGlhdGhla292ZXJsYXk/dmlkZW9pZD03NDg5NDIz&mod=mediathek
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
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Jiddu Krishnamurti