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Probearbeiten - wirklich unbezahlt?

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Isnogud:
moin liebe Gemeinde, folgendes: ich hab schon einige Male Probe gearbeitet. Das max waren mal 4 Tage. Aber die Zeit wurde immer vom Arbeitsamt bezahlt. Dh. ich hab nie "umsonst" gearbeitet. Hab immer ein Papier vom Amt gehabt, wo draufstand, das das Amt weiter für mich zahlt. Natürlich nur die Anzahl der Tage.
Nun die Frage: wie kann ich mich da wehren? Ich kann ja nicht sagen: hey umsonst gibts garnix. Aber damit kann ich ja nicht kommen, es gibt ja zumindest Alg. In meinem Fall 1.

Hab natürlich vieles gelesen, was es über Praktika und unbezahlte Arbeit und Probearbeit

Was ich dann bei meinem zukünftigen Arbeitgeber mach entscheide ich dann immer vor Ort. Arbeitsplatz ok? Wie ist der Chef? Kollegen nett? Arbeitszeiten, Arbeitsweg . . . . das übliche halt. Und entsprechend ist dann eben meine Arbeitsleistung. Will ich den Job? Oder nicht?

Also, was sag ich meiner SB? Oder meinem zukünftigen Chef? Isnogud

Eivisskat:
Schwierig und diese Gratis-Probearbeitstage sind eh ein Unding.

Aber ich fände einen Job und eine Firma für mich unakzeptabel, wenn nicht wenigstens am Ende des Probetags ein paar Scheine rüberwachsen.

Denn auch wenn ich vielleicht nicht perfekt war, habe ich dennoch mit meiner Arbeit Werte geschaffen, die die der Firma (wie auch immer...) zu weiteren Verdiensten verhilft.

Eine Firma, die sich mit einem feuchten Händedruck und einem "wir melden uns" nach der Probearbeit verabschiedet wäre für mich gestorben, denn das empfände ich bereits im Vorfeld als Herabwürdigung meiner Person & meiner Leistung und sowas kann nicht gut gehen.

Besser wäre auf jeden Fall eine bezahlte Probezeit im Arbeitsvertrag auszumachen, so wie es jahrzehntelang gehandhabt wurde zur Zufriedenheit aller Beteiligten.

Fritz Linow:

--- Zitat ---3.4.20
Stundenlohn von über 142,86 € erzielt – FAU Jena geht gegen Probearbeit vor

Bei den Probearbeitsstunden eines FAU-Mitglieds wurde in der Güteverhandlung vor dem Arbeitsgericht Gera (27.02.2020) entschieden, dass zwar kein Arbeitsverhältnis entstanden ist, aber trotzdem konnte ein „Aufwendungsersatz“ in Höhe von 500 Euro durchgesetzt werden. Im betreffenden Fall wurde dreieinhalb Stunden in der Produktion eingelernt und mitgearbeitet, aber dann kein Arbeitsverhältnis in Aussicht gestellt. Diese Entscheidung zeigt, dass auch für sogenannte Einfühlungsverhältnisse, in denen der Bewerber/die Bewerberin einerseits einen Einblick in die zukünftige Tätigkeit bekommen soll, anderseits häufig unentschädigt arbeitet, Lohn(ersatz) erstritten werden kann. Jede Arbeitsaufnahme kann ein (mündliches) Arbeitsverhältnis begründen, was nicht einfach abgesagt werden kann.
Auch in diesem Fall bewirkte die Ankündigung öffentlichkeitswirksamer gewerkschaftlicher Aktionen ein Einlenken der Unternehmensführung.
--- Ende Zitat ---
https://jena.fau.org/2020/03/03/stundenlohn-von-ueber-14286-e-erzielt-fau-jena-geht-gegen-probearbeit-vor/

FrankWhite:

MarcoW75:
Ich habe mir inzwischen angewöhnt, bei "Probearbeiten" oder "Praktika" in Firmen,wo angeblich gerade Personal gesucht wird, sofort erstmal die dort angestellten Leute zu fragen, wieviel denn da dran ist und wieviele "Probearbeiter/Praktikanten" die in der letzten Zeit hatten. Oftmals fallen die aus allen Wolken und werden ziemlich gesprächig, was wirklich in diesen Firmen los ist. Wenn beispielsweise Probearbeiter/Praktikanten mit der Aussicht auf einen Job geködert werden, während die normalen Angestellten gerade Überstunden abfeiern, weil wenig zu tun ist, dann stinkt die Sache mit dem Job gewaltig. Manchmal ist auch die Kommunikation zwischen den Angestellten sehr aussagekräftig. Sprüche wie "Hallo Peter, wir haben *mal wieder* einen Praktikanten!" (oft gepaar mit einem genervten Augenrollen) sind ziemlich verräterisch,ob eine Firma solche Sachen einfach nur frech ausnutzt.  Ich habe solche Problearbeitstage/Praktika auch schon nach kurzer Zeit abgebrochen, als ich rausgekriegt habe, dass es nur hohle Phrasen waren.

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