Autor Thema: DGB: Hartz IV-Regelsatz ist rechtswidrig  (Gelesen 9468 mal)

ManOfConstantSorrow

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Re: DGB: Hartz IV-Regelsatz ist rechtswidrig
« Antwort #90 am: 09:11:26 Mi. 04.Mai 2022 »
...
Na, langsam kommen wir den notwendigen Erhöhungen schon näher. Wenn dann irgendein Verband es wagt, 500 € mtl. mehr zu fordern, trete ich dem bei. ;)

Ist doch wahr! Die Problematik betrifft an die 4 Millionen Menschen direkt und einen riesigen Anteil der Bevölkerung indirekt (durch Einfluß auch die Löhne) und wird dafür nur als Randproblem wahrgenommen. Es geht um das Leben und die Würde der Menschen und darum muß angemessen diskutiert und gekämpft werden.

Eine vernünfige Forderung wäre der 1.Schritt.
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Onkel Tom

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Re: DGB: Hartz IV-Regelsatz ist rechtswidrig
« Antwort #91 am: 10:53:54 Mi. 04.Mai 2022 »
Jo. Und die Sozialverbände hatten ursprünglich 100 Euronen pro Monat statt pro Jahr gefordert.

Das macht nach Forderung = 1200 Euronen pro Jahr also fehlt da noch gegenwärtig ein Hunni,
um auf die "goldene Mitte" von 600 Euronen zu gelangen und das bitte mit der Option, das dem
Folgezuschläge nach Bedarf (abhängig von weiteren Preisteigerungen / Inflation). möglich sind.

Draußen ist es so scheiße ruhig..

Lass Dich nicht verhartzen !

Kuddel

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Re: DGB: Hartz IV-Regelsatz ist rechtswidrig
« Antwort #92 am: 11:08:34 Mi. 04.Mai 2022 »
100€ pro Monat sind ein Witz und fangen nicht einmal die gestiegenen Kosten auf.
Das nochmal zu halbieren ist sicherlich nicht die "golden Mitte", sondern Verarsche und kommt von Leuten, die keinerlei Ahnung haben, wie es ist, unter Hartz IV Bedingungen zu leben.

Onkel Tom

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Re: DGB: Hartz IV-Regelsatz ist rechtswidrig
« Antwort #93 am: 12:03:48 Mi. 04.Mai 2022 »
Das sehe ich genau so und doof, das nicht bemerkt werden will, das von der Regierung einfach nur das Wort
"monatlich" mit "jährlich" oder "einmalig" oder "pauschal" ersetzt wurde..

Das ist natürlich kein unbeabsichtigter Fehler und für diese Verarsche erst recht ein Grund draußen laut zu werden..

Lindner muss "Harzies" wohl für total Verblödete halten..  >:(
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Frauenpower

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Re: DGB: Hartz IV-Regelsatz ist rechtswidrig
« Antwort #94 am: 20:53:15 Mi. 04.Mai 2022 »
Läuft gerade auf mdr "Einmal Hartz IV, immer Hartz IV?"
Due soll aber auch in der Mediathek sein.

Onkel Tom

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tleary

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Re: DGB: Hartz IV-Regelsatz ist rechtswidrig
« Antwort #96 am: 02:27:44 Do. 05.Mai 2022 »
Läuft gerade auf mdr "Einmal Hartz IV, immer Hartz IV?"
Habe ich mir gerade angetan. Dass die dortigen Hartz-IV-Empfänger nicht mit der Presse reden wollen, und sie als "Lügenpresse" sehen, halte ich für richtig. Die ganze Reportage hat zwar den Anschein von Neutralität. Streckenweise hält sie diese auch durch. Aber dann kam wieder sowas wie "Arbeit ist gut für die ELO's, weil sie ihnen Halt, Orientierung, Würde und 'Selbstbestimmung' bietet". - Immer wieder mantraartig diese Überhöhung von Lohnarbeit, weil sie "Sinn schafft", dem ELO wieder eine "Struktur in sein Leben bringt". Ist doch zum Kotzen, dass so etwas nicht einmal hinterfragt und - im Gegenteil - sogar propagiert wird. Die in der Reportage gezeigten, müssten ohnehin samt und sonders Erwerbsunfähigkeitsrente beziehen, weil sie einfach tatsächlich körperlich und psychisch krank sind. Stattdessen werden sie im Hamsterrad Hartz-IV schikaniert vermutlich mit Zwangsbewerbungen, die ohnehin nie erfolgreich sein könnten.

Darüber, wie der direkte Kontakt zum Jobcenter bei Wohnungslosen überhaupt abläuft, war in diesem Bericht auch überhaupt nichts zu erfahren. Gerade das wäre einmal interessant gewesen. Als Beispiel wie so ein "Beratungsgespräch" bei jener Gruppe überhaupt abläuft z.B.. Und was folgt, wenn sie die Meldetermine nicht wahrnehmen (was bestimmt oft vorkommt). Oder welche Streichungen von Amts wegen ihnen noch so widerfahren.

Ein erster Schritt um den Wohnungslosen wirklich zu helfen, wäre eben, dass sie bedingungslos eine Wohnung erhalten. Dann könnten sie sich auch langsam wieder körperlich und psychisch selbst stabilisieren. Wenn man wohnungslos ist, ist die Alkoholsucht zum Ertragen dieses Extremzustands, des Lebens auf der Straße, was ja eine permanente Stresssituation darstellt, zwangsläufig. Diese Sucht zieht dann den massiven körperlichen und geistigen Verfall im Zeitraffertempo nach sich. Irgendwann ist dann derjenige nicht wiederherzustellen, und er ist verloren.
»Wir wissen, so wie es ist, kann es nicht weiter gehen. Aber es geht weiter.«
(Autor unbekannt)

Hartzhetzer

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Re: DGB: Hartz IV-Regelsatz ist rechtswidrig
« Antwort #97 am: 07:32:58 Do. 05.Mai 2022 »
Ich habe mir die Doku gerade angeschaut. Am Interessantesten fand ich diesen Steffan da er das perfekte Psychologische Paradebeispiel dafür ist wie die Menschen sich mit dieser Gesellschaft identifizieren und ihr die treue halten, obwohl genau diese Gesellschaft auf sie scheißt und sie gar nicht haben will.
Er bekommt auf seine Bewerbungen eine Absage nach der anderen, einmal weil er zu viele Kinder hat, einmal weil er Einträge im Führungszeugnis hat. Beim Thema Selbstständigkeit weiß er das diese nur mit genügend Kapital möglich ist und er dieses Kapital nur von einer Bank als Kredit bekommen kann wenn das Geschäft seiner Selbstständigkeit für die Bank ein gutes Geschäft ist.
Er merkt also das die Entscheidung welche Geldquellen ihm zur Verwirklichung seiner Interessen und zur Finanzierung seines Lebens zur Verfügung stehen Willkürentscheidungen anderer Menschen sind auf die er weder Macht noch Einfluss hat und die davon abhängen ob diese anderen Menschen der Meinung sind in ihn eine gute Kapitalanlage-/ Investitionsmöglichkeit zu finden.
(Arbeiten gehen ist ja auch eine Kapitalanlage für den Unternehmer, ein Lohn wird vom Unternehmer in deine Arbeit in der Hoffnung investiert, das deine Arbeit ihm mehr Geld bringt als wie er für diese als Lohn bezahlen muss.)
Steffan kommt aber nicht auf die Idee das andere Menschen die gleichen Erfahrungen oder schlimmere Erfahrungen wie er gesammelt haben und daher resigniert sind und das Interesse am mitmachen wollen-müssen verloren haben.
Nein Steffan ist sich ganz sicher das die meisten Menschen denen es genau so geht wie ihm gar nicht mehr freiwillig machen wollen was sie machen müssen. Er ist indirekt stolz darauf das er weiterhin freiwillig bereit ist das zu machen was jeder in dieser Gesellschaft machen muss, sich einen Kapitalisten zu unterwerfen der ihn ausbeuten kann oder besser noch selber ein Ausbeuter zu werden. Steffan ist also auch so ein verlorener Mensch der höchstwahrscheinlich nie dahinter steigt das Marktwirtschaft einfach nur Verarschung ist, nein er denunziert lieber seinesgleichen um sich gedanklich selbst zu Erhöhen und so seine eigene Ohnmacht zu kompensieren.
Bei Menschen wie ihm fällt es mir besonders schwer ein Mitgefühl für seine missliche Lage zu haben.
Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.
- Albert Einstein -

Jedoch ist das genau das, was in einer Marktwirtschaft Alternativlos ist.

Frauenpower

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Re: DGB: Hartz IV-Regelsatz ist rechtswidrig
« Antwort #98 am: 08:36:22 Do. 05.Mai 2022 »
Ich muss die Sendung ggf nochmal ansehen, weil ich die ganze Zeit damit beschäftigt war, auf die Sendung aufmerksam  zu machen.
Streckenweise  scheint sich die Reportage zu bemühen, ein realistisches Bild wiederzugeben, bspw dass der Krankenwagen 43 Minuten gebraucht haben soll, was bei einem Halberfrorenen problematisch werden könnte.

Seltsam fand ich einen Kindergeburtstag abends, im Dunkeln, im Freien.

Mir gefiel nicht, dass der Stadtteil als Problem-Stadtteil benannt wurde.

counselor

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Re: DGB: Hartz IV-Regelsatz ist rechtswidrig
« Antwort #99 am: 16:03:05 Mi. 11.Mai 2022 »
Zitat
2. „Sofortzuschlags- und Einmalzahlungsgesetz“ und Anhörung im Bundestag
-------------------------------------------------
Am 09.Mai 2022 hat die öffentliche Anhörung zum „Sofortzuschlags- und Einmalzahlungsgesetz“ im Ausschuss für Armut und Soziales stattgefunden. Für den 12. Mai ist die 2./3. Lesung dazu angesetzt.
Dabei wird die Einmalzahlung von 200 EUR im Juli 2022, der „Kindersofortzuschlag“ von 20 € monatlich ab Juli 2022, der Wechsel der  Ukrainegeflüchteten ins SGB II/SGB XII, sowie verschiedene weitere Regelungen betreffend der Ukrainegeflüchteten entschieden. Die aktuellste Version des geplanten Gesetzestextes vom 06. Mai 2022 gibt es hier: https://t1p.de/2ds0x

Hier die Stellungnahmen der Sachverständigen, schriftlich und als Videobeitrag: https://t1p.de/kkug6

Dazu ein sehr passender Kommentar von Ulrich Schneider: Gezielte Hilfen statt Entlastung mit der Gießkanne! Link: https://t1p.de/l3fyc

Quelle: Thomé Newsletter
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Re: DGB: Hartz IV-Regelsatz ist rechtswidrig
« Antwort #100 am: 16:12:34 Mi. 11.Mai 2022 »
Zitat
dem ELO wieder eine "Struktur in sein Leben bringt".

Naja, da ist schon was dran. Arbeit zieht soziale Kontakte, zum Teil Freundschaften nach sich. Viele Leute lernen ihren Partner auf Arbeit kennen. Das alles gehört auch zur Struktur.

Viele ELOs lassen sich ihre 1-Euro-Jobs wegen dieser Struktur immer wieder verlängern. Dass man für solche Maßnahmen nur Hungerlöhne erhält, ist ein Problem, das angegangen werden muss. Ich finde, jeder der arbeitet, soll den immerhin erkämpften Tariflohn erhalten. Aber das muss halt für den Maßnahmensektor noch erkämpft werden.
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Frauenpower

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Re: DGB: Hartz IV-Regelsatz ist rechtswidrig
« Antwort #101 am: 12:29:18 Fr. 13.Mai 2022 »
Das Wort "Struktur" müsste erst mal definiert werden, und zwar von jeder, m selbst nach eigener Vorstellung und im eigenem Sinne. (Stichwort "Freiheit" / Definitionsfreiheit)

Übrigens würde ich per Ferndiagnose als Zuschauerin nicht beurteilen wollen, wer alles psychisch krank ist und entsprechend einzuordnen ist.

Sich über systembedingte Probleme oder Hartz IV aufzuregen drängt eine,m ja auch schon schnell in die Ecke psychisch krank oder angeknackst zu sein.  Das Maul soll man dann erst wieder in der Psychotherapie aufmachen, sofern man einen Termin erhält.

Wichtig wäre es, den Menschen Wege zu ebnen / ebnen zu lassen, wie und wo sie sich  einbringen können - und wollen  ggf angepasst  an die persönliche  Situation, die selbstverständlich ein Dach über dem Kopf beinhaltet.

@Onkel Tom : ja, das ist die Sendung, habe das verlinken vergessen, aber mit dem jeweiligem  genau widergegebenen   Sendungstitel, findet man diese Sendungen im Netz.

Onkel Tom

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Re: DGB: Hartz IV-Regelsatz ist rechtswidrig
« Antwort #102 am: 09:31:54 So. 15.Mai 2022 »
Zitat
dem ELO wieder eine "Struktur in sein Leben bringt".

Naja, da ist schon was dran. Arbeit zieht soziale Kontakte, zum Teil Freundschaften nach sich. Viele Leute lernen ihren Partner auf Arbeit kennen. Das alles gehört auch zur Struktur.

Viele ELOs lassen sich ihre 1-Euro-Jobs wegen dieser Struktur immer wieder verlängern. Dass man für solche Maßnahmen nur Hungerlöhne erhält, ist ein Problem, das angegangen werden muss. Ich finde, jeder der arbeitet, soll den immerhin erkämpften Tariflohn erhalten. Aber das muss halt für den Maßnahmensektor noch erkämpft werden.

Der Ein-Euro-Job kann / soll nicht ständig verlängert werden können und eine einmalige Verlängerung nehmen
mittlerweile Elos an, weil sie in dem Zeitraum nicht vom Mobcenter terrorisiert werden.

Die Aussetzung von einem halben Jahr Wartezeit zwischen den EEJs liegt eher daran, das der Filz zwischen
Stadtvätern und EEJ-Klitschen wie geschmiert funzt.

Zur Alternative bietet sich ja 16e/i an, in dem Mindestlöhne bezahlt werden müssen, kommt jedoch noch was hinzu,
wo dem Teilnehmer das unterstellt wird, was Frauenpower hier beschrieben hat.

Für den Maßnahmensektor was erkämpfen ? Mehr wie Nö, will ich nicht, gibt es gesetzmäßig keine Möglichkeiten,
in dem Sektor Verbesserungen zu erkämpfen. Die Nummer ist rechtsmäßig festgezurrt.

Neue Spione braucht das Land und EEJ-Maßnahmenkriminalität ist der einzige wunde Punkt, wo Otto-Normal-
Bürger den Betreibern noch auf die Finger kloppen kann.
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Re: DGB: Hartz IV-Regelsatz ist rechtswidrig
« Antwort #103 am: 09:48:27 So. 15.Mai 2022 »
Zitat
Der Ein-Euro-Job kann / soll nicht ständig verlängert werden können und eine einmalige Verlängerung nehmen
mittlerweile Elos an, weil sie in dem Zeitraum nicht vom Mobcenter terrorisiert werden.

Das kommt noch zur Struktur dazu. Und es gibt noch etwas mehr Geld, was in Zeiten von hoher Inflation auch was wert ist.

Zitat
Für den Maßnahmensektor was erkämpfen ? Mehr wie Nö, will ich nicht, gibt es gesetzmäßig keine Möglichkeiten,
in dem Sektor Verbesserungen zu erkämpfen. Die Nummer ist rechtsmäßig festgezurrt.

Warum so legalistisch? Man könnte Demonstrationen veranstalten für den Tariflohn in solchen Maßnahmen.
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Onkel Tom

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Re: DGB: Hartz IV-Regelsatz ist rechtswidrig
« Antwort #104 am: 10:14:36 So. 15.Mai 2022 »
Was stellst Du dir unter "Struktur" vor ? Das sich der Körper innerhalb von ca. 3 Wochen auf das
regelmäßige Frühaufstehen gewöhnt hat ?

So, wie Du über EEJs schreibst, bist Du doch etwas weit weg zwischen Theorie und Praxis der EEJs.
In HH wurde wegen der "Sinnlosigkeit" der EEJ viele Maßnahmenträger zu 16e/i - Betreuungsanstalten
umfunktioniert. Das Teilhabechangsengesetz lässt sich gegenüber des Außenstehenden viel besser
verkaufen. ( Wir wollen doch nur helfen kaputt machen..)

Was man nicht alles machen könnte...  Lass dir mal das hier auf der Zunge zergehen (16d Abs.7) und
einfach nur vor den Orten auftauchen und zu demonstrieren, habe ich früher auch dran gedacht.

Zustimmung von Ein Euro Jobbern oder H4-Gegner_innen waren mehr als dürftig.
Eher wird davor Muffe geschoben, wieder zum JC zu müssen und diese 160 Euronen
mehr pro Monat, wovon Fahrkosten selbst bestritten werden müssen, geben den Rest,
alles so zu belassen wie es ist..  ::)

Letztendlich half es wirklich nur, subversiv vor zu gehen und Betreiber im Nachinein des
Betruges überführen zu können. Dauerte jedoch fast 2 Jahre, bis das fruchtete..
Lass Dich nicht verhartzen !